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Haie-Beben: Stewart raus – Krupp übernimmt

Uwe Krupp leitet das Haie-Training
Uwe Krupp leitet das Haie-Training

Die Kölner Haie haben soeben offiziell mitgeilt, dass Mike Stewart mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden wird. Neuer Trainer des KEC ist ein alter Bekannter: Uwe Krupp leitet das Team und wird es für die neue Saison aufbauen. Krupp wurde 2014 bei den Haien entlassen, erhält nun aber eine zweite Chance. Sein Vertrag gilt bis April 2022.

Krupp wegen fehlender Entwicklung 2014 entlassen

Bei Krupps Entlassung hieß es 2014:  “Es geht uns nicht darum, dass wir ein paar Spiele verloren haben. Es geht uns darum, dass wir die sportliche Situation in einem längeren Zeitraum betrachten und da war der Eindruck der Gesellschafter, dass wir etwas ändern müssen und sollten”. Nun also die Kehrtwende beim KEC: Krupp wird das Vertrauen ausgesprochen. 2020 heißt es in der offiziellen Pressemitteilung: “Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Uwe Krupp. Er hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er Mannschaften erfolgreich führen kann. Nachdem die Entscheidung für Uwe Krupp gefallen war, wollten wir Klarheit. Auch als Signal an unsere Mannschaft und unsere Fans”, so Haie-Geschäftsführer Philipp Walter.

Weiter heißt es: “Uwe Krupp noch in dieser Saison zum Cheftrainer zu machen, hat zum einen den Hintergrund, dass wir ihm zutrauen, die Spielzeit zu einem würdigen Abschluss zu bringen. In erster Linie geht es uns darum, dass er schon jetzt einen Eindruck von der Mannschaft bekommt und nicht erst im Sommer. So gewinnen wir wertvolle Zeit.”

Ist Uwe Krupp die richtige Wahl als neuer Haie-Trainer?

Co-Trainertream bleibt an Bord

Dem Co-Trainerteam rund um Krupp sprechen die Kölner Haie aktuell das Vertrauen aus. Greg Thomson, Ron Pasco, Thomas Brandl sowie Goalie-Coach Jonas Forsberg bleiben akutell an Bord. Dass auf diesen Positionen keine direkten Veränderungen vorgenommen werden bedeutet, dass die Clubführung um Philipp Walter sowie Krupp ihnen zutraut, dass sie die ihnen unterstehenden Coaching-Bereiche bestmöglich ausfüllen. Bei seinem ersten Engagement in Köln war Niklas Sundblad Co-Trainer von Krupp.

Insbesondere die Special-Teams sind die Achillesferse der Kölner Haie in dieser Saison. Der KEC ist sowohl schlechtestes Team in Über- als auch in Unterzahl. Gleichzeitig ist die Defensive der Haie extrem anfällig und die Offensive harmlos.

Stewart scheitert in Köln

Der Trainerwechsel kommt überraschend, da die Kölner Club-Spitze Stewart wiederholt das Vertrauen ausgesprochen hatte. Stewart wurde als der richtige Mann bezeichnet, der in der kommenden Saison die Geschicke des Clubs leiten sollte. Als Konsequenz aus der historischen Niederlagenserie wurde Sportdirekter Mark Mahon gefeuert. Stewart wurde zugestanden, auf den Kader der neuen Saison mehr Einfluss haben zu dürfen.

Die Entlassung Stewarts ist vermutlich auch im Kontext der aktuellen Spiele zu sehen. Die Länderspielpause bedeutete Zeit, in der Stewart mit der Mannschaft arbeiten konnte. Doch: Auch nach der Pause gingen alle Spiele verloren und an keiner der Schwachstellen zeichnete sich Verbesserung ab. “Die jüngste Entwicklung – gerade nach der Länderspielpause – hat an Dynamik und Wucht nochmal derart zugenommen, dass wir feststeckten. Der erhoffte „Neustart“ nach der Pause blieb trotz vieler Maßnahmen und höchstem Engagement aus”, so Walter.  Dies könnte das Vertrauen der Clubführung in Stewart nachhaltig erschüttert haben.

Die Sehnsucht nach einem starken Trainer

Die Verpflichtung und das lange Festhalten an Stewart ist der Sehnsucht nach einem starken Trainer im Club geschuldet. Seit – ironischerweise – Uwe Krupps Weggang aus Köln wurden auf der Trainerposition wiederholt Rochaden ausgeführt. Immer wieder scheiterten Trainer, neue wurden verpflichtet und lieferten, nutzten sich aber schnell ab und wurden wieder ersetzt. Um aus diesem Muster zu entkommen, wurde Mike Stewart verpflichtet.

Stewart arbeitete in Köln akribisch, doch schaffte er es nicht, Konstanz in die Leistung der Mannschaft zu bringen. Nach einem mäßigen Saisonstart, etablierte sich die Mannschaft und wurde zum punktbesten Team im November. Von dort aus fiel sie aber bis in die aktuell andauernde Niederlagenserie, die nicht nur den internen “Teamrekord” pulverisierte, sondern zur längsten Negativserie in der Geschichte der DEL wachsen könnte.

Die Zukunft im Blick

Uwe Krupp agierte in seiner ersten Amtszeit in Köln als Trainer und Sportdirektor in einer Person. Gleichzeitig konnte er mit einem weitaus höheren Etat arbeiten, als der Club dies aktuell kann. Es bleiben spannende Fragen, ob Krupp beide Positionen erneut in Personalunion ausfüllen soll und ob die Gesellschafter nach den wiederholten Etatkürzungen der letzten Jahre erneut investieren wollen. Ein Kandidat für die Position des Sportdirektors sickerte jedenfalls noch nicht durch.

Die Freistellung Stewarts ändert an diesem Szenario nicht. Denkbar wäre gewesen, Stewart in dieser anderen Funktion weiterzubeschäftigen.

Gleichzeitig bleibt Krupp nur ein begrenzter Handlungsspielraum. Wie im letzten “Sharkbite” nach der Entlassung von Mahon dargestellt, muss davon ausgegangen werden, dass bereits Ende letzten Jahres entscheidende Plätze im Kader vergeben, Spieler verlängert oder Neuzugänge verpflichtet wurden. Zum aktuellen Zeitpunkt dürften nur noch wenige Plätze im Kader verfügbar und der Handlungsspielraum von Krupp damit begrenzt sein.

Über den Autor: Dennis Wegner

Dennis gründete gemeinsam mit René im Sommer 2003 haimspiel.de und betreut die Seite bis heute als 1. Vorsitzender. Außerdem war er zwischendurch für das Haie-Fanprojekt tätig, hat mit dem Team und der Fanszene "Wir sind Haie" ins Leben gerufen und die Flyeraktion "Köln ohne Haie?" mit großem medialen Echo organisiert.

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Nightliner #32 – Direkt nach der Niederlage in Bremerhaven

21 Kommentare

  1. Jochem
    24.02.2020

    Dazu fällt mir nichts mehr ein. Schade für Stewart, tut mir leid für ihn. Natürlich bin ich auch total enttäuscht von der Saison, aber er hatte die Chance zum Neuaufbau verdient. Krupp steht vor einer schweren Aufgabe. Aber Konsequenz ist etwas anderes, die mitverantwortlichen Co-Trainer im Amt zu lassen ist für mich unlogisch. Bei weiteren zu erwartenden Niederlagen geht Krupp direkt beschädigt in die neue Saison. Hoffentlich bricht der Dauerkartenverkauf jetzt nicht total ein. Gute Nacht Kölner Eishockey!

  2. Mario
    24.02.2020

    Endlich wird nach über 5 Jahren das korrigiert, was niemals hätte passieren dürfen: Uwe Krupp nach 2 Finalteilnahmen und offensichtlichem Größenwahn zu entlassen.

  3. Rom
    24.02.2020

    Genau so ist es!

  4. Brian
    24.02.2020

    Was ein Absolut Dummer Fehler !!! Dieser Klub und seine FANS MIT IHREM SCHEIS NOSTALGIE GEJAMMER !!!! ” FRÜHER WAR ALLES BESSER!!”

    Dieser Club ist nur noch eine Lachnummer im Deutschen Eishockey man nimmt uns nicht mehr ernst.

  5. Wolfgang
    24.02.2020

    Krupp geht nicht beschädigt in die neue Saison. Er kann in den restlichen Spielen aus Trabern keine Rennpferde machen. Aber er kann nun sehen welche Spieler er nächste Saison noch brauchen kann.

    • Oliver
      24.02.2020

      Sorry… aber die Verträge sind so gut wie alle schon im Dez Unterschrieben wurden, auch wenn es noch nicht in der Presse stand…
      Also bringt das eigentlich nix weil Krupp jetzt vielleicht von 17 noch maximal 3-4 Spieler aussuchen kann.. Das macht wieder kein Team aus…
      Man hat jetzt MS mit Mahon im Dez die Verträge machen lassen, wobei meiner Meinung nach eher wieder nur Mahon… und jetzt hat man keinen Sportlichen Leiter mehr und einen neuen Trainer mit seinem eigenen System (gut oder schlecht lassen wir aussen vor) auf jedenfall nicht das selbe wie MS aber die Spieler sind nun auf das MS system abgestimmt… was wieder Probleme geben kann…
      Mal davon ab das der KEC sich wieder einmal unglaubwürdig macht, was es auch schwierig macht Profis unter Vertrag zu nehmen dennen mehr wichtig ist als nur die € ( auf den Punkt ausgesprochen keine Söldner)…

      Also ich befürchte das das sehr unglücklich ist was der KEC da getan hat…

  6. Chris
    24.02.2020

    Was mich an der ganzen Sache am meisten an kotzt ist das die Co-Trainer alle Trainer überlebt haben. Ich frage mich ernsthaft WIESO? Das Sie keinen Input bringen sollte jeden mittlerweile bekannt sein.

    Hier sollte dringend noch gehandelt werden, außerdem benötigen wir einen starken Sportdirektor hier wäre mein Wunschkandidat Charly Fliegauf.

  7. Ralf
    24.02.2020

    Prima. Und wieder bekommt ein Trainer in Köln eine Mannschaft, die er nicht zusammengestellt hat.
    Bleibt zu hoffen, dass die 3-4 Spieler nicht wieder die Rankins, Johnsons und Igguldens dieser Welt sind. Denn die hat Krupp nach Köln geholt.
    Auch wenn ich belächelt werde, nach Clouston hat Köln den nächsten guten Trainer verloren.

    Der Mann der 2014 aufgrund mangelnder Perspektive entlassen wurde, hat jetzt wieder das Ruder in der Hand. Damals wurde keine Jugend eingesetzt. Ob das aktuell anders werden wird. Ich habe da grosse Zweifel.

    Bitte noch aus den Birken verpflichten, dann ist heute der 1. April für mich.
    Gute Nacht Köln. Wieder einmal die falsche Personalentscheidung getroffen.

  8. Arne
    24.02.2020

    Damit hat dieser Verein in meinen Augen auch noch den letzten Funken Glaubwürdigkeit verloren.
    Wir sind wirklich nur noch ein Karnevalsverein und eine echte Lachnummer!

    Wenn man schon Mike Stewart rntlässt, dann doch bitte auch die ganzen Co-Trainer die ihre Arbeit nicht vernünftig gemacht haben.

  9. Michael Bruns
    24.02.2020

    Das finde ich eine ganz falsche Entscheidung.

  10. Bogserhai
    24.02.2020

    Ich hätte Stewart lieber noch eine Saison in Köln gesehen mit Aufbau einer funktionierenden Mannschaft, diese Chance muß man einem Trainer geben find ich.
    Krupp hat nicht viel in seiner Vita als Trainernachzuweisen zumal er in Tschechien gehen musste. Aber in Köln setzt man ja lieber mehrmals in der laufenden Saison ein Zeichen.

  11. Karl
    24.02.2020

    Uwe ist ein guter Trainer! Er hat den KEC damals aus dem Loch geholt und und zweimal ins Finale gebracht.
    Spieler wie Holmquist und Tjärnquist nach Köln geholt!

  12. Michael
    24.02.2020

    Kein Trainer hatte je mehr Kredit in Köln als Mike Stewart. Mit einer kompletten Nichtlieferung von 17 Spielen ohne Sieg hat nun aber niemand rechnen können. Das dann nach 2 wöchiger Länderspielpause solche desolaten Auftritte gegen Schwenningen und D.dorf kommen hat selbst mir nochmals ein Entsetzen ins Gesicht getrieben. Da war nicht nur keine Verbesserung zu erkennen, nein selbst der Wille und Kampf war nicht vorhanden. Hätte uns Mike Stewart nur das kleinste Zeichen der Hoffnung liefern können…er wäre noch heute Trainer.

    Obwohl ich auch kein Feund des täglichen Murmeltieres welches grüsst bin (= Trainerentlassung die x.te), empfinde ich die Freistellung leider für notwendig.

    Mit Uwe Krupp haben wir nun den Trainer wieder an Bord der hier letztmalig recht erfolgreiches Eishockey abliefern konnte und das begrüsse ich sehr. Man hätte den langen Atem den man mit Mike Stewart vorhatte zu gehen seinerzeit mit Uwe Krupp gehen sollen. Natürlich gesteht man sich als Club nun ein, 5 Jahre in den Sand gesetzt zu haben und mit der Entlassung einen Fehler begangen zu haben. Aus meiner Sicht benötigt man aber dringends einen Sportdirektor der im Sinne einer Vereinsphylosophie agiert und mit Kompetenz und Netzwerk ausgestattet , um sich unabhängig von einem Trainer oder Trainertyp aufzustellen. Danach sucht man sich Trainertypen aus, denn bestenfalls sind Trainerphylosophie und Vereinsphylosophie deckungsgleich, was sich dann in Spielsystem und Spielerkader wiederspiegelt.

    Nun wird Uwe beides aufbauen müssen, mit entsprechenden Chancen aber auch eben Risiken. Drücke die Daumen und freue mich, dass Uwe Krupp wieder an Bord ist.

  13. Umland
    24.02.2020

    Warum werden wir Fans so verarscht Her Walter vor zwei Wochen egal was passiert der Trainer bleibt er passt zu Köln Krupp wurde 2014 entlassen nach 8Spielen, jetzt ist er mit einmal wieder der Trainer ,merkt der KEC eigentlich noch was

  14. Grinsekatze
    24.02.2020

    Für mich ein absoluter Schock!
    Das macht den Verein nicht nur bei den Fans, sondern auch bei potentiellen Spielern sehr unglaubwürdig, wenn sich die Treueschwüre für den Trainer als heiße Luft herausstellen, die man kurzerhand bricht.
    Und nun verpflichtet man also den Messias, der ab sofort Lahme zum Gehen bringt, Blinde zum Sehen und dabei selber über’s Wasser wandelt. Welche Erfolge hat er bei seinen letzten beiden Stationen gehabt und warum wurde er jeweils nach nur zwei oder drei Jahren entlassen?

  15. malcolmx
    24.02.2020

    Ich kann echt nicht verstehen, warum sich Fans über PW aufregen, ihn unglaubwürdig nennen oder sich gar verarscht vorkommen. Entweder sprichst Du dem Trainer das volle Vertrauen aus, oder Du entlässt ihn. Da gibt es nur schwarz und weiß, keine Grautöne. Ein Geschäftsführer (oder Sportdirektor), der seinen Coach öffentlich anzählt, der hat nicht alle Latten am Zaun und gehört gefeuert. PW hat sich m.E. völlig korrekt verhalten.

  16. yeti
    24.02.2020

    Jetzt wo Stewart weg ist, kommt Mahon da eigentlich wieder? Sorry, aber den konnte ich mir nicht verkneifen :-D

  17. Schmidt
    24.02.2020

    Richtige Entscheidung.
    Stewart war offensichtlich nicht in der Lage das Spiel an die vorhandenen Spieler anzupassen, dann an einem System fest zu halten welches offensichtlich nicht funktioniert zeigt nicht gerade von Kompetenz.
    Es kann nur besser werden.
    Des Weiteren war ich immer der Meinung dass es damals ein Fehler war Krupp raus zu werfen.

  18. Maik
    25.02.2020

    Wieso regen sich hier viele über Uwe Krupp auf? Er hat die Haue zweimal ins Finale gebracht und gute Spieler nach Köln geholt. Als er entlassen wurde, kam nix dolles mehr.
    Erinnert euch mal an Tjärnqvist, Holmqvist, Falk usw….da hat man sich gefreut zu den Haien zu gehen. In Berlin hat Uwe auch gute Arbeit geleistet.
    Ich finde es auch nicht gut, dass man sagt man hält an Steward fest und entlässt ihn dann. Aber mal ehrlich, er hatte genug Chancen und der Kader war einfach zu schlecht. Wer sich ein wenig mit Eishockey beschäftigt, hat das Anfang der Saison direkt gesehen.

  19. Alexander
    25.02.2020

    Willkommen zurück in Köln.Ich freue mich darüber.

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