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Weitzmanns Saisondebüt endet mit 4:1-Niederlage

Kann im Moment auch nicht den Unterschied ausmachen: Ben Hanowski (Foto:
Kann im Moment auch nicht den Unterschied ausmachen: Ben Hanowski (Foto: Schmitz)

Nach der 0:6-Niederlage im ersten Spiel des Wochenendes war der KEC auf Tabellenplatz 11 abgerutscht – und eine Reaktion wurde erwartet. Diese sollte plangemäß mit Hannibal Weitzmann im Tor umgesetzt werden, der gegen Augsburg sein Saisondebüt feierte. Er erhielt seinen Start damit gegen einen aktuellen Top-Gegner und nicht gegen ein Team vom unteren Ende der Tabelle. Weitzmann legte seine Nervösität rasch ab, musste aber drei Tore “schlucken” und der KEC verlor das Spiel mit 4:1 in Augsburg.

Wieder in den Kader gerutscht war Fabio Pfohl, so dass „nur noch“ Marcel Müller und Frederik Tiffels auf der Verletztenliste verblieben. Madasky wurde von Peter Draisaitl als 7. Verteidiger eingesetzt, erhielt aber keine Eiszeit. Alexander Sulzer nahm auf der Tribüne Platz. Haie-Kapitän Moritz Müller absolvierte derweil sein 800. DEL-Spiel.

Augsburg grüßte von Tabellenplatz 5 und kam aus einer 0:2-Niederlage gegen RedBull München. Zu seinem ersten Saisonspiel kam Thomas Trevelyan, der – neuerdings mit einem deutschen Pass ausgestattet – von einer Verletzung zurückkam.

Früher Rückstand, aber ausgeglichenes erstes Drittel

Beide Mannschaften begannen engagiert. Bereits früh in der Partie die Führung für Augsburg. Den Schuss von außen ließ Weitzmann nach vorne klatschen, Leblanc stocherte die Scheibe an Weitzmann vorbei ins Tor (4. Spielminute). Der KEC riss sich in der Folge zunächst zusammen und agierte defensiv stabil.

Die Phase der gut strukturierten Defensive hielt auch an, als die Haie erstmals in Unterzahl spielen mussten (6. Spielminute). Jones hatte den Schläger seines Gegenspielers zu lange eingeklemmt. Seine Teamkameraden konnten die Unterzahl gut wegarbeiten. Doch nach vorne taten sich die Haie wieder einmal schwer, die letzte entscheidende Aktion auszuführen. So verpuffte auch das erste Überzahlspiel (9. Spielminute) des KEC erfolglos.

Und der KEC konnte die Phase der guten Defensivarbeit auch nicht dauerhaft aufrecht erhalten. Im Gegenteil. Zuerst hatte Ullmann das 2:0 auf der Kelle. Dann hätte der via Rückhandpass am langen Pfosten lauernde Hafenrichter die Scheibe nur noch im Tor versenken müssen und vergab (12. Spielminute). Auch Lamb erwischte die Haie-Defensive aus der Position, konnte eine gefühlte Ewigkeit zielen, der Rebound wurde dann aber weggeräumt (13. Spielminute).

Die Haie zu diesem Zeitpunkt mit „nur“ einem Tor im Rückstand gut bedient. Dann aber schnappte sich Oblinger eine etwas verirrte Scheibe im eigenen Drittel. Seinem forschen Antritt über links folgte der Pass auf den rechts mitgelaufenen Potter, dessen Pass in den Slot Dumonts Kelle traf. Der Puck rutschte Keller unter dem rechten Schoner zum 1:1 durch (16. Spielminute).

Leblanc hatte in der letzten Minute dann aber noch die Chance auf die erneute Führung auf der Kelle. Seine Puckeroberung in der neutralen Zone beendete der Augsburger mit einem Schuss, der Weitzmann durchrutschte und kurz vor der Linie liegen blieb (20. Spielminute). Der Schiedsrichter konnte den deutlich spielbaren Puck offenbar nicht sehen und pfiff ab. Doch auch so war Moritz Müller als erster vor Ort und brachte die Scheibe aus der Gefahrenzone.

Augsburg bestraft den KEC nach zwei Pinizzotto-Patzern

Die in Überzahl in das zweite Drittel gestarteten Kölner dezimierten sich durch Stockschlag (Schütz) und Beinstellen (Uvira) selbst, so dass sie sogar eine 5:3-Unterzahl überstehen mussten. Die Defensive arbeitete wiederum gut und der KEC brachte das 1:1 über die Zeit.

Das Spiel wurde nun ruppiger, auch weil etwa Pinizzotto die Bearbeitung durch den Gegner mit Physis beantwortete. Oblinger agierte ebenfalls rustikal, musste dann aber für zwei Minuten auf die Strafbank. Doch auch dieses Unterzahlspiel mit besseren Schüssen von Leblanc und Lamb (26., 27. Minute) überstand Köln.

Als Augsburg einen 3 auf 1-Konter laufen konnte, sahen viele Kölner die Scheibe schon im Netz, aber ein schlecht gespielter Pass auf Leblanc verhinderte dies. Augsburg war am Drücker und der KEC schaffte es nicht, sich zu sortieren. Am langen Pfosten lauerte White – von Pinizzotto gänzlich unverteidigt – und verwandelte einen Querpass über die Schulter von Weitzmann zum 2:1 (30. Spielminute).

Nachdem Oblinger eine bessere Chance aus kurzer Distanz nur zentral auf den Goalie bringen konnte (32. Spielminute), dann sogar das 3:1. Pinizzottos Schuss an der gegnerischen Blauen Linie wurde geblockt, Augsburg konnte den Konter laufen. Weitzmann konnte den ersten Schuss parieren. Fraser kam vor Pinizzotto an die Scheibe und netzte den Rebound zum 3:1 ein (32. Spielminute).

Der KEC hatte durchaus Chancen auf den Anschluss, etwa durch Jones im Powerplay (37. Spielminute) aus kurzer Distanz. Steve Pinizzottos verbaler Einsatz im Anschluss an die Chance wurde mit 2 Minuten geahndet, so dass das Überzahlspiel wiederum aufgehoben wurde. Das Aufheben des Überzahl-Vorteils durch eigene Strafen – ein heute wiederkehrendes Schema.

Harmlose Offensive verhindert Anschluss

Beide Mannschaften suchten zu Beginn des dritten Drittels ihr Heil in der Offensive und suchten konsequent den Abschluss. Doch kamen die meisten Schüsse nur von weit außen und konnten von den Goalies recht einfach weggeräumt werden. Weggeräumt wurden auch die Haie, die sich vergeblich bemühten, im Slot mehr Oberwasser zu erringen.

Immer wieder zeigten sich „bekannte Schwächen“ der Haie. Im Powerplay (heute insgesamt 7) agierte der KEC wiederum zu wenig kreativ, um echte Torgefahr zu kreiren. Eine interessante Variation der Powerplayformation mit Müller und Hospelt konnte keine entscheidenden Akzente setzen. Zudem agierten die Kölner läuferisch oft nur sehr langsam. Glück für den KEC, dass ein 3 auf 1-Konter in Unterzahl (!) von den Panthern schlecht abgeschlossen wurde (47. Spielminute).

Die Haie mühten sich, doch entscheidenden Druck konnten sie nicht mehr aufbauen. Als Köln Weitzmann zog, traf White erst nur den Pfosten (58. Spielminute), bevor Valentine zum 4:1 treffen konnte (59. Spielminute).

“Finden keine Spieler, die für uns den Unterschied ausmachen”

Peter Draisaitl zeigte sich nach der Partie durchaus resigniert: “Es ist wie so oft bei uns. Wir tun uns schon seit Längerem brutal schwer Spieler zu finden, die für uns den Unterschied ausmachen. Wir spielen meistens besser, als es die Ergebnisse aussagen. Auch wieder heute: Ein Tor von der vierten Reihe. Ausreichend Powerplay. Wir haben diese eigentlich in jedem Spiel. Es gibt kein Team, was uns mal eben an die Wand spielt. Aber, wie gesagt: Wir sind nicht in der Lage Spieler zu finden, die für uns den Unterschied ausmachen, zum richtigen Zeitpunkt da sind.”

Über den Autor: René Guzmán

René hat Haimspiel.de 2003 zusammen mit Dennis gegründet. Mit Tobias hat er die allererste Radioübertragung aus Iserlohn gesendet. Er war Mitglied des Vorstandes des KEC "Die Haie" e.V., 2010 war er an der Organisation der Ausstellung "Powerplay - Eishockey in Köln" zur Eishockey-WM im Deutschen Sport und Olympia-Museum beteiligt, hat seine Staatsexamensarbeit zum Thema "Eishockey in Deutschland bis 1945" verfasst und z.B. das "Wir sind Haie!"-Logo und das Logo des Haie-Fanprojekts entworfen.

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DEL verliert Profi-Schiedsrichter Howard
  • haiemaus sagt:

    Lieber Bossy,

    du schreibst es doch: „die Stimmung im Team is joot“- muss reichen. 😉

    Nein, im Ernst. Ich denke nicht, dass das Trainerteam stur und uneinsichtig ist. Jeder für sich wirkt auf mich als Persönlichkeit auch ganz sympathisch, zugänglich und kooperativ.

    Vielmehr bin ich der Ansicht, dass sie es einfach nicht besser können. Da werden Grenzen erreicht: fachliche, persönliche, sportliche, kommunikative, führungstechnische, taktische und strategische.

    Mit so einem Auftreten und einem solchen Zwischenergebnis überlebt man in keinem Wirtschaftsbetrieb.
    VG

  • Bossy sagt:

    ‘Grenzen erreicht, nicht besser können’… das ist im Grunde auch meine Befürchtung..

    Da wir hier auch von einem Wirtschaftsunternehmen mit verteilten Kompetenzen und Verantwortlichkeiten reden, einer GmbH, die nicht zuletzt auch eine verdammt große Halle füllen muss, rücken damit automatisch auch die Gesellschafter und der Mann an deren Spitze in den Fokus: die Entscheider, die ‘die Kapelle bezahlen.’

    Der Fall ‘Geschäftsführer Müller’ lässt da auch schön grüßen. Keine gute ‘Personal-Serie’.

    Extrem bedauerlich finde ich, dass dieselben Verantwortlichen es 2011 schon mal deutlich besser, geplanter gemacht haben:

    Mit einem Trainer Sundblad die anfängliche sportliche Katastrophen-Saison zu einem finanziell und für das Publikum versöhnlichen Abschluss führen, aber parallel mit einem schon für die Folge-Saison verpflichteten Trainer Krupp IN RUHE die neue Saison planen.

    Hat Mannheim nach zahlreichen Jahren des Scheiterns in diesem Jahr mit B. Stewart und P. Gross übrigens auch so gemacht, und nach derzeitigem Stand scheint dies auch die absolut richtige Entscheidung gewesen zu sein.

  • Marcel sagt:

    Mannheim hat es diesen Sommer anscheinend genau richtig gemacht: Nicht nur gute und teure Spieler verpflichtet. Sondern sich auch in der sportlichen Führungsebene breit und gut aufgestellt (Sportdirektor, Scoutingteam)

    Bei uns darf Herr Mahon ohne jegliche Konsequenzen Jahr für Jahr mit viel Geld großen Mist einkaufen. Jedes Jahr im April grüßt das Murmeltier und er muss sich seine eigenen Fehler eingestehen und den Medien und Fans erklären, welche Spieler mit welchen Eigenschaften für die neue Saison gekauft werden müssen, damit es sportlich wieder bergauf geht. Mal sollten es größere und härtere sein, dann jüngere und schnellere und was kam jeweils dabei heraus: Stetiger sportlicher Rückschritt!

    Ich hoffe das unser Gesellschafter den Mut und Durchblick hat, wie bei seinem eigenen Wirtschaftsunternehmen, um endlich die personellen Konsequenzen zu ziehen und die sportliche Führungsetage auszutauschen!

    Leider kann es in dieser Saison nur noch um Schadensbegrenzung gehen, was zu diesem Zeitpunkt der Saison mehr als ein Armutszeugnis ist.

  • Marcel B sagt:

    In welcher Welt leben Mahon und Draisaitl eigentlich?
    Scouting? Unter aller sau!
    Immer wieder schaffen es Teams wie Iserlohn, Augsburg oder Bremerhaven Top AL Spieler in die Liga zu holen, nur die Haie die holen sich für viel Geld den Rest von der laderampe runter zum Schluss. Mahon hatte jetzt genug saisons Zeit, und hat es nicht geschafft: 1. Ein vernünftiges Trainer Team zu finden und 2. Ein Team zusammen zu stellen das die Fans endlich mal wieder abholt und begeistert!!! Wir haben die letzten Jahre schon Stück für Stück unsere erwatungen zurück geschraubt, alles okay aber das momentan gezeigte ist Seelenvergewaltigung eines jeden Haie Fans!!!

  • Thomas sagt:

    Und da sind wir doch beim Thema. Schadensbegrenzung Anfang Oktober? Nein ich weigere mich das zu glauben. Diese Mannschaft ist nicht die talentierteste im Haie Trikot. Da gebe ich euch ja recht, aber dann muss man eben sein Spiel auf das aktuelle Team anpassen. Und das ist das größte Problem. Die Regeln und Eisflächen, sprich blaue Linie, haben sich nunmal geändert in den letzten Jahren. Das man jetzt rechts und links am Tor stehen kann, ohne im Torraum zu stehen wir vollkommen ignoriert. Weiterentwicklung ist ein Fremdwort der letzten Trainer.

    Mahon ist untragbar in der Funktion des sportlichen Leiters. Was da alles an Spielern verbrannt wurde in den letzten Jahren. Aber auch nur weil man offenbar, warum auch immer, zu keinen Zeitpunkt wusste was für Spieler man sich da wirklich holt. Und DAS! ist doch schon das Problem.

    Ich wünsche mir eigentlich das jetzt mal wer handelt. Es mussten Trainer mit mehr Leistung gehen, im Vergleich zu Sunny und Clouston. So hart muss man das jetzt mal fromulieren.

    Gruß
    Thomas

  • Schmidt sagt:

    Hier ist ja eigentlich alles gesagt.
    Das letzte mal das ich, mich in den Bann ziehendes, begeisterndes Hockey in Köln gesehen habe stand Uwe Krupp noch hinter der Bande.

  • Kölsche Pinguin sagt:

    Liebe Leute, lasst mal die Kirche im Dorf, alternativ den Dom am Rhein. Es nützt relativ wenig mit dem Knüppel auf die Mannschaft einzuschlagen. Ich bin davon überzeugt, dass eigentlich jeder Spieler versucht alles zu geben. Nur leider reicht das nicht, um zumindest ein erstes Drittel erfolgreich zu gestalten. In der Folge scheint Frust um sich greifen und die Leistung sinkt weiter. Und dies sehen wir, wie vielfach bemerkt, schon seit langem.
    Berücksichtigt man ferner, dass in dieser Zeit bereits dass fast das gesamte Personal ausgetauscht wurde (auch Herr Mahon kam später) bleiben als Hauptverantwortliche nicht mehr viele Namen übrig. Genau genommen bleiben nur… die Gesellschafter, die offensichtlich mehr Einfluss auf das Geschehen nehmen als angebracht oder gar keinen Einfluss haben und irgendwie alles laufen lassen.
    Wie auch immer: Es wird alles beim Alten bleiben. Im Gegensatz zu anderen “Vereinen” kann sich Köln noch nicht einmal eine “Erholung” in einer tieferen Liga leisten, da es keine geeignete Halle gibt (die Basketballer lassen grüßen).
    Bleibt als einzige Hoffnung, dass sich irgendwann ein “Verrückter” wie Thomas Sabo findet, um den Dampfer wieder flott zu machen.

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