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0:6 in Ingolstadt: Zweifacher Doppelschlag entscheidet das Spiel

Madaisky und Tiffels am Bully. Foto: mcfly37.de.
Madaisky und Tiffels am Bully. Foto: mcfly37.de.

Die Kölner Haie verlieren das erste Auswärtsspiel an diesem Wochenende beim ERC Ingolstadt mit 0:6. Trotz des guten Starts der Kölner waren es die Gastgeber, die das erste Tor schossen. Nach dem darauf folgenden Doppelschlag im ersten Drittel fanden die Haie nicht mehr in ihr Spiel zurück und gaben die Kontrolle zunehmend ab. Auch das zweite Drittel blieb ohne echte Torchancen für den KEC. Am Ende war Ingolstadt überlegen, schaffte erneut den Doppelschlag und ließ so gut wie nichts mehr zu.

Effizient war nur der ERC Ingolstadt

Der Anfang des ersten Drittels deutete in keinster Weise auf das Endergebnis hin. Die Haie erwischten den besseren Start, durch einen Schuss von Viklund, den Zalewski abfälschte, kam der Puck dem Tor der Gastgeber das erste Mal nahe. Es schien so, als wäre der ERC noch etwas verhalten unterwegs, doch durch die Chancen von Kelleher und Elsner nahm das Spiel langsam an Fahrt zu. 

Auf der anderen Seite brachten die Haie die Scheibe schnell ins gegnerische Drittel, doch auch hier wurde es nicht wirklich gefährlich. Das wurde es aber dann in der zehnten Spielminute: Kelleher tauchte alleine durch alle durch, zog um das Kölner Tor und bediente Garbutt, der den Puck im spitzen Winkel einbuchte (1:0). Der KEC kämpfte weiter leidenschaftlich in der Defensive. Erst verhinderte Potter die nächste Möglichkeit durch Braun, dann rettet Müller in der 12. Minute durch einen Hechtsprung. In der darauffolgenden Druckphase der Haie hatte Genoway den Ausgleich auf dem Schläger, doch Reimer konnte festhalten.

Im Gegenzug (17.) zog Olver von der Blauen ab, Collins nahm den Rebound und zimmerte den Puck ins Eck (2:0). Nur 17 Sekunden später gelangt dem ERC der Doppelschlag. Diesmal macht es Olver selbst und schob den Puck zwischen den Beinen des Kölner Goalies über die Linie (3:0). In den letzten zwei Minuten bauten die Haie noch einmal Druck auf, doch auch die kurze Überzahl am Ende konnten sie nicht für sich nutzen. Bis dahin eigentlich eine ausgeglichene Partie (neun zu acht Schüssen), doch Ingolstadt einfach effizienter.

Keine wirklichen Torchancen

Der KEC startete mit einer guten Minute Überzahl und zwei neu durchmischten Reihen ins zweite Drittel. Die Powerplay-Formation stand schnell. Gefährlich wurde es dennoch erst nach Ablauf der Strafe: Akeson legte auf Hanowski ab, doch der kam nicht richtig zum Abschluss. Trotz mehr Puckbesitz hatten die Haie kein richtiges Durchkommen, auch Madaisky konnte die Scheibe nicht ins Tor bugsieren (25.). Ingolstadt dann mit dem Konter durch Ramoser, doch der setzte den Puck etwas zu hoch an.

Nach dem Power-Break direkt die Chance für Elsner, der platzierte seinen Schuss aber zentral auf Wesslau. Im Gegenzug machte sich Oblinger mit viel Tempo auf den Weg, legte auf Müller ab, der spielte wieder zurück – doch der Abschluss blieb aus (32.). Wenig später führte ein Check an Oblinger zu einer kleinen Rangelei, es blieb aber bei zwei Minuten für Ingolstadt wegen Stockchecks. Köln damit in Überzahl, doch die Schüsse von Pinizzotto und Hanowski wurden geblockt. Dann ging es hin und her. Erst prüfte Olson Haie-Schlussmann Wesslau, aber auch ERC-Keeper Reimer zeichnete sich im Gegenzug gegen Hanowski aus.

Die Strafzeit gegen den ERC war noch nicht ganz abgelaufen, da musste Ellis wegen Beinstellens vom Eis. In der dann folgenden Unterzahl konnte Jones die Scheibe im Mitteldrittel abfangen, doch Ingolstadt blieb am Drücker. Trotz zahlreicher Versuche der Haie, das Spiel des ERC früh zu stören, fanden diese nicht in ihr Spiel zurück. Es folgten noch zwei weitere Strafen gegen die Kölner (Sulzer (36.), Zalweski (40.)), ansonsten passierte nicht mehr viel. 

Zweiter Doppelschlag: Mit dem 6:0 wird es deutlich

Die Gastgeber hatten noch rund 1:45 Minute Überzahl, als der Schlussabschnitt begann. Doch Köln stand hinten gut und konnte dem Druck standhalten, ehe Jones befreite. Dann die bisher größte Chance für die Haie! Die waren für zwei Minuten in Überzahl, Madaisky links mit freier Schussbahn, doch Reimer hielt wieder einmal sensationell (43.). Auch Akeson und Schütz im 2-1 Konter scheiterten am Ingolstädter Schlussmann. Auf der anderen Seite vergab der ERC genauso eine klare Konterchance. Doch zu diesen kamen die Gastgeber von da an noch oft genug. Es passierten zu viele individuelle Fehler in der Kölner Hintermannschaft. 

Dann musste auch noch Genoway wegen Stockchecks für zwei Minuten auf die Bank und es kam, wie es kommen musste: Greilinger platzierte den Puck mit einem trockenen Schuss an Wesslaus Fanghand vorbei. 4:0. Köln versuchte danach immer wieder Anschluss zu bekommen, konnte sich über Madaisky sogar freispielen, doch der verzog knapp. 

Im Gegenzug wurde es wuselig vor dem Kölner Tor: die Scheibe wurde in die Luft abgefälscht, Garbutt traf diese dann irgendwie im Fall und schlug sie von hinten an Wesslau vorbei ins Tor (53.). Und wieder sollte es keine Minute dauern, bis das nächste Tor auf Ingolstädter Seite fiel. Braun konnte einen Fehlpass von Potter abfangen und direkt im Kasten unterbringen. Damit stand es sieben Minuten vor Ende 6:0. Es schien, als wäre jeder Schuss der Gastgeber ein Treffer. Köln wirkte zunehmend machtloser, Versuche von Jones und Schütz blieben erfolglos. Der ERC vereitelte jede Chance der Gäste und brachten den drittel Shut-Out für seinen Goalie ins Trockene. 

Bei den Gegentoren kräftig mitgeholfen

KEC-Stürmer Oblinger: „Wir haben probiert zu kämpfen und wollten alles nach vorne schmeißen, gerade im letzten Drittel hat man gesehen, dass wir aufgemacht haben und die Tore erzwingen wollten. Das hat heute nicht geklappt.“ Damit lautete der Endstand 6:0. 

Ein Spiel, das lange ausgleichen war und doch am Ende so klar ausging. „Es war aus meiner Sicht kein 6:0 Spiel. Wir haben die Gegentore zu leicht hergegeben und dabei noch kräftig mitgeholfen. Die offensiven Schwächen müssen wir langsam in den Griff bekommen“, so Trainer Peter Draisaitl nach dem Spiel. 

Kam die deutliche 0:6-Niederlage für dich überraschend?

Über den Autor: Nadine Keuthen

Nadine ist seit der Saison 2018/19 bei uns, die Kölner Haie begleitet sie aber schon eine ganze Weile länger. Mit fünf Jahren bekam sie ihre erste Dauerkarte und verpasst seitdem, gemeinsam mit ihrer Familie, so gut wie kein Spiel der Haie. Zur Zeit studiert Nadine Journalismus an der Macromedia Köln und leitet dort das hauseigene Campusradio.

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Draisaitl zieht Zwischenbilanz nach zwölf Spielen

9 Kommentare

  1. Thomas
    27.10.2018

    Bossy sagt es aber, und genau das merke ich auch in unserem DK Block. Die meisten haben keine Lust mehr sich für das Geld für “dumm” verkaufen zu lassen. Mir geht es auch nicht anders. Es gibt einfach wenig was mich hoffen lässt, dass die Wende mal geschafft wird.

    Und ich denke nochmal so eine “kraftlose” Saison und viele Dauerkarten sind weg. Ich für meinen Teil würde dann auch lieber mit dem Geld in Urlaub fahren. Da kommen sich einige mit guter Fan schlechter Fan, aber ich möchte ehrliches Eishockey. Und momentan ist das alles wie ein Dorfverein. Es ist wirklich sehr traurig. Wenn ich mich als Fan jedoch nicht mehr ernst genommen fühle, wird es vielen so gehen. Ich höre das zu oft wenn ich die Arena verlasse.

    Gruß
    Thomas

  2. Bossy
    27.10.2018

    “Selbst zum kleinen Derby gegen Krefeld werde ich wohl wieder niemanden mobilisieren können, mit zu kommen. Ist einfach nicht empfehlenswert zur Zeit.”

    So ist es, ich habe in dieser Saison 2x Neulinge mitgenommen, 2x hatte ich damit eine Niete gezogen, wobei die Wahrscheinlichkeit dafür mittlerweile auch konstant hoch ist.

    Und die trockenen Kommentare der Mitgucker nach den Spielen hätte ich eigentlich mal an die Haie-Verantwortlichen adressieren sollen, aber interessieren sich diese eigentlich noch wirklich dafür, wie ‘Show’ und Sport beim Publikum ankommen?
    Manche Aussagen der letzten Zeit, gerade auch von Medienprofi Walter, lassen mich da zweifeln.

    Als viel schlimmer empfinde ich aber, dass in meinem Block mittlerweile langjährige DK-Inhaber, die u.a. auch in den finanziellen Trauerjahren 2008 bis 2012 fast immer da waren, ihre bezahlten Plätze nun immer öfter völlig frei lassen, und das ist eine Entwicklung, die den Verantwortlichen schon ein paar Sorgenfalten mehr bescheren sollte.

  3. haiemaus
    27.10.2018

    Meinen Vorschreibern kann ich mich wieder nur anschließen und die beschriebenen Tatsachen bestätigen.

    Gestern vor der live Telekom Sport Übertragung bin ich übrigens mit den Worten „ich schau mir jetzt die 6 Tore von Ingolstadt“ im Wohnzimmer verschwunden…. wie vorhersehbar unsere Spiele inzwischen verlaufen.

    Die Defensive ist eine Katastrophe: Spieler, die immer noch nicht angekommen sind, „Mädchen“ und ältere Ab-und-Zu Spieler, die zum wiederholten Male arrogant die Augen verdrehen, wenn sie vom Eis fahren und überhaupt keine Leistung geschweige denn Erfahrung auf‘s Eis bringen. Schüsse von der blauen Linie gibt es nach Abgängen von Ehrhoff und Ericson gar nicht mehr. Traurig.

    Selbst zum kleinen Derby gegen Krefeld werde ich wohl wieder niemanden mobilisieren können, mit zu kommen. Ist einfach nicht empfehlenswert zur Zeit.

  4. Alexander
    27.10.2018

    Wenn ich lese das wir die beste Defensive der Liga haben verstehe ich die Welt nicht mehr.Wir haben nur einen Defensiv Spieler und das ist der Torwart die anderen die für die Defensive verpflichtet wurden spielen zu offensiv.Die Spieler die verletzt oder nicht gespielt haben muss man da logischerweise in Schutz nehmen wer nicht spielt macht keinen Fehler.Aber ob es Sinn macht den Trainer zu wechseln ist auch fraglich das haben wir in den letzten Jahren immer gemacht und langfristig hatten wir damit keinen Erfolg also bitte Geld sparen.

  5. Thomas
    27.10.2018

    “Es war aus meiner Sicht kein 6:0 Spiel.”

    Aha war es nicht? Das war peinlich. Das 6 zu 0 aus meiner Sicht noch gnädig. Die Haie ohne Sinn und Verstand, Offensiv wie Defensiv. Ich schrieb es ja gestern schon, dass werden schwere Spiele.

    Ich lege aber auch mal den Finger in die Wunde, Wesslau. Der wirkt für mich nicht mehr unantastbar. Sicher spielt er stark, und rettet uns da mehrfach den Arsch. (Sorry für den Ausdruck)
    Aber gegen die DEG halbhoch auf die Fanghand das Tor kassiert. Gestern gleiches Problem. Das Stellungsspiel scheint mir oft nicht gut. Ich weiß in dem Fall ist das meckern auf hohem Niveau und das Problem fängt vor ihm an und nicht bei ihm. Aber gestern zeigt es eben, was passiert wenn Wesslau eben nicht einen Sahne Tag erwischt. Warum man gestern nicht Weitzmann schon paar Minuten gegeben hat, bei einem Spiel wo eh nichts mehr lief, verstehe ich übrigends auch nicht.

    Ellis ist ein absoluter total Ausfall. Defensiv keinen Plan, Offensiv kein Faktor. Warum Tiffels nur 7. Verteidiger ist, versteht wohl wieder nur der liebe Gott.
    Zerressen wird bei seiner größe wieder an der Bande umgefahren, sorry aber auch hier muss ich ja zwischen selber lachen. Körperspiel kennt der Junge leider auch null.

    Zalewski macht sogut wie alles richtig, und steht verloren auf dem Eis, weil keiner im Ansatz sein Spiel versteht. Ich bitte darum den Mann zu halten, falls der keinen Vertrag hat, sofort aktiv werden.

    Herr Mahon steht an der Bande, hat große Augen und hört im Geiste hoffentlich seine eigenen Worte, “Wir sind auf einem guten Weg.” Bei aller liebe, und ich sage das jetzt freundlich, dass ich hoffe er hat Tinitus von seinem eigenen Satz.

    Das Eishockey unter Draisaitl, ist emotionslos, leidenschaftslos, und planlos. Ich möchte eigentlich keinen neuen Trainer mehr, aber was dieser Trainer hinbekommt, ist das schlimmste was ich in 17 Jahren Eishockey erleben musste. Sag nochmal einer unter Clouston lief es schlecht. Da hatte man wenigstens nach der Pause einen Plan.

    Ich bleibe dabei, er hat die Spieler nicht eingekauft, aber auch hier frage ich nach der Verbesserung im laufe einer Saison. Ich habe gestern, wie die Mannschaft das 6:0 vollkommen emotionslos zur Kenntnis genommen. Spaß macht das langsam 0,0.

    Mal sehen wie lange es dauert bis mal wieder die sportliche Leitung entlassen wird. Cortina ist sicher bald frei, der passt gerade super ins Haie Gefüge….

    Gruß
    Thomas

  6. Marcel B
    27.10.2018

    Das einzige was gut daran war, das wir jetzt mal alle gesehen haben wie es ausgeht, wenn Gustav mal nicht im Gott Modus unterwegs ist. Lächerliches körperloses Spiel unserer Verteidigung, besonders von unserer ballerina mit der #27! Powerplay wie immer schwach, ich kann nicht daran glauben das unter der Woche daran gearbeitet wird wenn man jedes we den gleichen scheiß runterleiert. Wenn man gestern gesehen hat, kommt einem die Botschaft von Phillip Walter von vor der Saison (Wille, Leidenschaft und Kampfgeist) wie Hohn und Spott vor. Wenn ich die Bilanz von PD sehe 47 Spiele 22 Siege 25 Niederlagen … uff … da fällt einem nicht mehr viel zu ein.

  7. Mario
    27.10.2018

    Auch wenn wir es alle nicht gerne haben: die Haie sind nur Mittelmaß. Letztendlich ist die Einkaufspolitik in Anbetracht der Möglichkeiten ein wichtiger Faktor. Und jetzt gibt es wieder Trainerdiskussionen. Doch wer trägt seit Jahren die Verantwortung dafür? Es ist Herr Mahon, der die Möglichkeiten irgendwie nicht nutzt. Zugute halten muss man jedoch, wie es aussehen würde, wenn Pfohl, Müller und Tiffels im Kader und auf dem Eis stehen würden. Die Liga ist eng und die hohe Niederlage hoffentlich nur ein Ausrutscher nach unten. In Augsburg steht der nächste Charaktertest bevor.

  8. Bossy
    26.10.2018

    Normalerweise sind mir solche Überlegungen ziemlich fremd, aber mittlerweile würde mich doch schon sehr interessieren, wie die Gesellschafter der Haie die Entwicklung auf dem Eis beurteilen, denn sie allein haben sich ja auch für die aktuelle Zusammensetzung der sportlichen Leitung entschieden.

    Peter Draisaitl war im Eishockeysport ein absoluter Top-Stürmer.. Punkt.

    Und die aktuellen Spielerausfälle können nicht mal ansatzweise als Entschuldigung für die heutige Leistung herhalten.

    Hoffentlich lassen die Feldspieler am Sonntag Weitzmann nicht hängen.. schlimm genug, dass ich daran schon wieder Zweifel hege.

    “Sehr viel gutes Eishockey” kann man halt nicht jeden Spieltag erwarten, vor allem nicht nach der wieder mal völlig überzogenen Selbstzufriedenheit des Trainers nach dem letzten Wochenende; was da mittlerweile alles besser geworden war!

    Zum Abschluss ein kurzer Blick auf die Statistik: seine Siegquote seit Amtsantritt liegt immer noch unter 50%, die Heimbilanz separat betrachtet sogar noch etwas tiefer.

    Unschön.

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