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So kann das Serien-Wunder doch noch gelingen

Foto: Bastian Sevastos.
Foto: Bastian Sevastos.

Nach der bitteren 2:3-Auswärtsniederlage in Spiel 4 stehen die Kölner Haie mit dem Rücken zur Wand. Zwar waren die Haie in dieser Partie das deutlich bessere Team. Doch trotz unzähliger Torchancen gelang es ihnen nicht, ein Tor mehr als Ingolstadt zu erzielen. Was muss der KEC jetzt unbedingt besser machen, damit sie das Serien-Wunder doch noch schaffen?

Das große Manko der Chancenverwertung

Anfangs der Viertelfinal-Serie war noch die Konteranfälligkeit das große Manko der Kölner Haie. Sie war womöglich die ausschlaggebende Ursache dafür, warum sich der KEC im ersten und zweiten Spiel gegen den ERC Ingolstadt geschlagen geben musste. Bei dem 3:2-Heimerfolg in Spiel 3 gelang es den Haien endlich, die Konteranfälligkeit in Griff zu bekommen.

Spätestens seit Spiel 4 offenbart sich das nächste große Manko der Kölner Haie: die mangelhafte Chancenverwertung. Ganze 53 Schüsse feuerten die Haie in Spiel 4 auf das Tor von ERC-Goalie Jochen Reimer ab. Das Resultat ist niederschmetternd: nur zwei Schüsse landeten im Tor der Ingolstädter. Im Vergleich dazu gelangen dem Seriengegner drei Treffer bei insgesamt 28 Schüssen auf das Tor von Gustaf Wesslau.

Die Kölner Haie benötigen den sogenannten „Killerinstinkt“, wie Headcoach Daniel Lacroix nach Spiel 4 resümierte. Ohne diesen wird es wohl gegen die bisher cleveren und kaltschnäuzigeren Ingolstädter nicht gelingen, einen weiteren Sieg in der Serie einzufahren.

Das Kölner Überzahlspiel muss effektiver werden

Ein weiteres Manko, was im Spiel der Kölner Haie auffällt, ist die im direkten Vergleich zu Ingolstadt schlechtere Überzahlbilanz. Bei insgesamt 23 Minuten in Überzahl gelangen dem KEC drei Treffer in der Viertelfinale-Serie. Die Überzahlquote liegt damit bei 21,43 Prozent. An sich ist dies zwar kein schlechter Wert (Die Überzahlquote der Kölner Haie lag in der Hauptrunde bei 17,20 Prozent). Doch wenn schon nicht bei Gleichzahl die Tore fallen sollen, dann müssen die Haie zumindest in Überzahl entsprechende Wege und Mittel finden, um Jochen Reimer im Kasten der Ingolstädter zu überwinden.

Es überrascht indes nicht, dass der ERCI in dieser Statistik eine viel höhere Effizienz vorweisen kann. Sie spielten in der Serie gegen Köln bisher insgesamt 15 Minuten und 14 Sekunden in Überzahl, erzielten dabei aber fünf Tore. Das ergibt eine Überzahlquote von 38,46 Prozent – bisheriger Bestwert der Playoff-Saison 2018/2019. Leider spricht diese Überzahlquote des ERCI nicht sonderlich für das Unterzahlspiel der Kölner Haie. Auch hier muss sich der KEC deutlich steigern.

Jeder einzelne Zweikampf zählt

Besonders beim entscheidenden Siegtreffer des ERCI in Spiel 4 ist klar geworden, wie wichtig es ist, jeden einzelnen Zweikampf so zu nehmen, als könnte er spielentscheidend sein. Vor dem Hintergrund der Kaltschnäuzigkeit und Cleverness von Kölns Seriengegner scheint dies das Gebot der Stunde zu sein. Lässt man die Ingolstädter sich spielerisch entfalten, wird es brandgefährlich, wie die Haie in der Serie schon zu oft miterleben mussten. Zumal nun jedes weitere Spiel in der Serie ein Endspiel für die Kölner Haie ist, zählt jeder Zweikampf umso mehr. Denn Nachlässigkeiten bestraft der ERC Ingolstadt konsequent.

Kontinuierliche Steigerung seit Spiel 1

Bei allen Mankos und Defiziten, die sich in den bisherigen Spielen der Kölner Haie in der Viertelfinal-Serie gegen den ERC Ingolstadt gezeigt haben, lässt sich von Spiel zu Spiel dennoch eine Steigerung erkennen. Trotz der Ausfälle vieler Stammspieler haben es die Haie geschafft, sich immer besser auf den Gegner einzustellen. Dass die Oberbayern in der Serie derzeit mit 3:1 anführen, lässt sich nicht unbedingt auf deren deutliche Dominanz zurückführen, sondern hauptsächlich auf deren Überlegenheit in puncto Cleverness und Kaltschnäuzigkeit.

In Spiel 4 hat nicht der ERC Ingolstadt die Kölner Haie geschlagen – die Haie haben sich vielmehr selbst geschlagen. Den Willen und die Einsatzbereitschaft kann man den Kölner Spielern nicht absprechen. Doch bringt dies allein nicht den Erfolg. Es braucht auch eine gewisse Kompromisslosigkeit sowie Raffinesse im Spiel der Kölner Haie, um die Ingolstädter und vor allem Jochen Reimer zu knacken.

Teamgeist als Quelle der Hoffnung

Unbestritten hingegen ist der gute Teamgeist der Mannschaft. Kein Kölner Spieler ließ während der Saison in Interviews aus, den guten Zusammenhalt und die gute Stimmung innerhalb der Mannschaft zu erwähnen. Im Mannschaftssport ist dies die Basis jeden Erfolgs. Die Kampfansage von Stürmer Alexander Oblinger nach Spiel 4 zeigt, dass die Mannschaft sich nicht aufgeben wird, solange kein Sieger dieser Viertelfinale-Serie feststeht: „[…] wir waren schon so oft in dieser Saison hinten und haben einen Weg zurückgefunden – aufgeben wird hier keiner.“

Zwischen den Zeilen liest sich eine spürbare Entschlossenheit, die auf den Teamgeist dieser Mannschaft fußt. Sie ist die Quelle der Hoffnung. Die Mannschaft glaubt trotz der aktuell schwierigen Lage an sich und das ist in dieser Saison deutlich mehr zu spüren, als es in den vergangenen Jahren bei den Kölner Haien der Fall war.

Haie unverändert – Ingolstadt ohne Koistinen

Während bei den Kölner Haien der Verletztenstand unverändert bleibt, muss ERC-Verteidiger Ville Koistinen auf Seiten der Ingolstädter pausieren. Der DEL-Disziplinarausschuss belegte ihn mit einer Spielsperre für Spiel 5, nachdem er in Spiel 4 wegen eines Checks gegen den Kopf- oder Nackenbereich eine kleine sowie eine Disziplinarstrafe erhielt. Mit vier Scorerpunkten zählt er zu den auffälligsten Spielern der Ingolstädter in dieser Viertelfinal-Serie. In wie fern sich dies auf das Spiel des ERCI auswirken wird und ob die Haie diesen Ausfall für sich nutzen können, wird sich ab 19:00 Uhr zeigen.

Spiel 5 der Viertelfinale-Serie gegen den ERC Ingolstadt steigt um 19:00 Uhr in der LANXESS arena. Wir übertragen die Partie live ab 18:45 Uhr.

Spiel 5: Alles noch drin für die Haie?

Über den Autor: Yannick Schmitz

Yannick ist 2014 für sein Studium der Fächer Geschichte & Philosophie an der Universität nach Köln gezogen. Mit dem ersten Besuch eines Heimspiels der Kölner Haie im Oktober 2015 ist seine Leidenschaft für den Eishockeysport entfacht. Es folgten die Mitgliedschaft im Haie-Fanprojekt und schließlich auch das Engagement für haimspiel.de.

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    5 Kommentare

    1. Dirk
      24.03.2019

      Es wird nicht reichen selbst wenn die nächsten beiden Spiele gewinnen werden,das entscheidende wäre in Köln…und das wird nach Haie Tradition doch dann eh verloren.Jährlich Grüsse das Murmeltier…dazu kommt daß einigen Spielern die ewige Versager Image anhaftet und der Umbruch damit mehr als nötig wird.Auch was das Führungspersonal innerhalb des Teams betrifft.Sich in den Playoffs Mal zu schlagen um das Team zu wecken reicht da bei weitem nicht neue Typen müssen her und eine neue Hierachie.

    2. Laber Rhabarber
      24.03.2019

      @Dirk, genau!! Lass uns den vierten Sieg per Brief nach Ing schicken und lieber das Wetter genießen. Gibt ja eh nix.
      Mit deiner Einstellung hätten die Haie kein einziges Spiel in der Serie gewonnen. Furchtbar!

    3. Dirk
      24.03.2019

      @Laber Rhabarber
      Meine “furchtbare” Einstellung kommt von den Erfahrungen der letzten Jahre,ich seh es nunmal so nüchtern und ich glaube nicht dran ,auch wenn ich es mir wünsche,die Fakten sind nunmal Realität.Von herschenken habe ich nichts geschrieben das ist meine persönliche Meinung.Jede Saison seit 2013 herrscht grosser Optimus der dann wieder bitterlich enttäuscht wird durch die eklatante Haimschwäche und das versagen in wichtigen Spielen,siehe die beiden Wintergames.Die Geschichte wiederholt sich leider immer.Es fehlt der absolute Killerinstinkt den man vorallem in den Playoffs braucht.Ich hoffe dieser kommt mit der jüngeren Generation zurück auch in den Derbys gegen die DEG.

    4. Alexander
      24.03.2019

      “Wenn ganz Köln dran glaubt” muss das Motto in den noch zu spielenden Spielen heißen!!!

    5. Pingu II
      24.03.2019

      @Dirk: Ganz so schlimm ist es doch wirklich nicht. Zwar wird das Ergebnis gleich sein, sprich aus im Viertelfinale, aber trotzdem ist es kein Vergleich zu letzten beiden Saisons. Was fehlt sind halt seit Jahren ein paar Spieler, die Chancen auch verwerten. Da macht ein Eisenschmid halt eine deutlich bessere Figur als F. Tiffels, oder ein Matsumoto hat in der Statistik mehr zu bieten als Herr Pinnizotto.

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