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2:4-Niederlage gegen Berlin trotz überlegenem Spiel

Justin Shugg im Zweikampf mit Jens Baxmann. Foto: STeffen Thaut
Justin Shugg im Zweikampf mit Jens Baxmann. Foto: STeffen Thaut

Im dritten Heimspiel binnen fünf Tagen konnten die Haie gegen die Eisbären Berlin trotz einem Übergewicht an Spielanteilen und Torchancen keine Punkte holen, bleiben aber weiterhin auf dem fünften Tabellenplatz. Im Tor zeigte Justin Peters in seinem zweiten Start in drei Tagen eine gute Leistung, an den Gegentoren war er schuldlos.

Erstes Debüt seit 2014

Was sich bereits seit gestern Abend abgezeichnet hatte konnten die etwas mehr als 10.000 Fans in der LanxessArena bereits nach 3 Minuten bestaunen. Zum ersten Mal seit 2014 durfte ein junger Spieler sein DEL-Debüt im Haie-Trikot bestreiten. Damals war es der heutige Wolfsburger Fabio Pfohl, am Dienstag Abend hieß der Debütant Lucas Dumont. Der 20-jährige bekam im ersten Drittel vier Wechsel in der vierten Formation und konnte sich als letzter Mann bei einem Konter durch seine Arbeit nach hinten auch auszeichnen.

Das zweite Duell der Saison zwischen den Haien und Eisbären begannen die Haie mit viel Schwung. Bereits nach dreieinhalb Minuten scheiterte Justin Shugg mit einem Alleingang an der Latte. Nur kurz darauf konnten Philip Gogulla und Kai Hospelt eine 2-auf-1 Situation nicht richtig abschließen. Die bessere Chancenverwertung zeigten dafür die Eisbären, als Sean Backman nach knapp zehn Minunten aus dem Gewühl vor dem Kölner Tor einen Nachschuss verwerten konnte. Zuvor hatte Alexander Sulzer die Scheibe hinter dem eigenen Tor vertändelt. Fünf Minuten später konnten die Haie das Spiel durch ein Powerplaytor von Ryan Jones ausgleichen. Die Vorlage kam durch einen Schuss von Sulzer, der damit gezeigt hat, dass er sowohl hinten als auch vorne Gefahr ausstrahlte. Den Schlusspunkt in diesem Drittel setzte Philip Gogulla, der nach einem spektakulären Spin-o-Rama Move den öffnenden Pass in den Rückraum spielen konnte, der folgende Schuss war aber wieder ein sicherer Fang von Vehanen.

Chancenverwertung wie in dunkelsten Zeiten

Im zweiten Drittel konnten die Haie trotz Feld- und Chancenvorteilen kein Tor erzielen. Beste Chancen durch Dumont (mit seinem ersten Torschuss in der DEL), Schütz (vergab einen Penalty, bei dem er Vehanen schon ausgespielt hatte, den Puck dann aber nicht mehr über den Schoner heben konnte), Gogulla (nach einem Fehlpass der Berliner im eigenen Drittel frei und alleine vor Vehanen) und Krämmer (bei einem 2-1 Konter in Unterzahl von Gogulla schön bedient) und mehreren Überzahl-Situationen konnten nicht verwertet werden. Besser machten es die Eisbären, die eine ihrer rar gesäten Offensivaktionen kurz vor Drittelende zur Führung nutzen konnten. Olver täuschte hinter dem Kölner Tor stehend eine Bewegung nach rechts an, zog dann aber links vor das Tor. Mit seinem Pass/Schuss/Schlenzer vor das Tor traf er dabei das Bein von Kai Hospelt, von dem der Puck dann über die Linie trudelte. Aus einem Drittel, das die Haie eigentlich mit einer beruhigenden Führung hätten beenden müssen, kam man so mit einem Rückstand in die zweite Pause.

Keinen Weg zum Sieg gefunden

In den letzten Spielabschnitt starteten die Haie direkt mit zwei Schrecksekunden. Zuerst scheiterten die Eisbären nach einem Fehlpass im eigenen Drittel völlig frei stehend an Peters. Nur 20 Sekunden später konnte Lalonde den Puck an der gegnerischen Linie als letzter Mann nicht kontrollieren und ermöglichte damit einen Alleingang, den Peters ebenfalls abwehren konnte. Fünf Minuten später konnte Pascal Zerressen einen weiteren Alleingang nur mit Gewalt beenden. Den fälligen Penalty entschärfte Justin Peters und gab den Haie damit die Chance, das Spiel doch noch drehen zu können. Weiterhin erarbeiteten die Haie sich viele Torchancen, gaben viele Schüsse ab. Aber immer stand ein Bein oder Vehanen im Weg. Als Danny Richmond in der 52. Spielminute mit einem Kracher das 3:1 für die Eisbären erzielte (Peters war die Sicht verdeckt) schien das Spiel gelaufen. Kurz darauf scheiterte Lalonde mit zwei Alleingängen innerhalb weniger Sekunden an Vehanen und rüttelte Mannschaft und Fans nochmal auf. Das zahlte sich aus, Kai Hospelt konnte einen Schuss von Moritz Müller unhaltbar für Vehanen zum erneuten Anschlusstreffer abfälschen. Den Ausgleich auf dem Schläger hatte nur wenig später Ben Hanowski. Sein Solo über das komplette Feld konnte er in letzter Sekunden nicht am Berliner Goalie vorbei bringen. Verdient wäre der Ausgleich zu diesem Zeitpunkt allemal gewesen. So musste Clouston am Ende den Goalie ziehen, die Haie kassierten nach einem Puckverlust im eigenen Drittel den Empty-Netter und gingen damit als Verlierer vom Eis.

Über den Autor: Uwe Schipplock

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Die neue Dynamik im Haie-Tor: Zwischen Emotionen und Kalkül

8 Kommentare

  1. Thomas
    25.10.2017

    Peters bringt sicher viel Ruhe in die Hintermannschaft. Er hatte auch viele viele gute Saves. Aber er wirkte an der ein oder anderen Stelle sehr unsicher. Ich hoffe das ist einfach darauf zurück zu führen, dass er zum einen noch nicht lange da ist, und ganz undankbar ohne großes Training sofort funktionieren muss. Das wird man in den nächsten Spielen besser sehen.

    Dumont möchte ich hier mal klar heraus heben. Was hat der Junge gestern Spaß gemacht. Frech und clever aufgespielt. Warum Wruck im Team ist, und er nicht, für mich nicht zu verstehen, bei aller liebe.

    Dem hätte ich gerne mehr Eiszeit gegönnt. Er hätte es mehr als verdient gehabt! Aber unsere Jugend ist ja nicht stark genug. Also schlechter als eine Stammspieler war er definitiv nicht.

    Schon dumm wenn man nicht auf junge Spieler setzt und die dann bei ihren Einsätzen andere schlecht aussehen lassen. Und jetzt Herr Clouston?

    Die Haie haben gestern für mich ein starkes Spiel abgeliefert. Allerdings wieder die Tore dabei vergessen. Offensiv wirkt das weiter wenig durchdacht. Der Weg stimmt würde ich nach den letzten zwei Spielen sagen.

    Aber einen Plan nach einem Rückstand gibt es wohl unter Clouston nicht. Was danach kommt, ist immer wieder blindes anrennen und hoffen das der Puck den Weg schon findet.

    Ich bin mehr als gespannt, wie das am nächsten Wochenende wird.

    Griß
    Thomas

    • Timo Engel
      25.10.2017

      Clousten wird Dumont nicht mehr spielen lassen. Nicht dass der noch besser wird und einigen Stannkräften richtig Druck macht. Er hatte bestimmt gehofft, er könnte allen zeigen, dass der Nachwuchs nicht DEL-reif ist. Dumm gekaufen Cory.

  2. MariWi
    25.10.2017

    Dumont ,hat super gespielt und auch ich hätte ihm mehr Eiszeit gegönnt!! Hoffe auch das Daniar bald wieder spielen darf!!!!!!

  3. raik
    25.10.2017

    Ich fand Dumont richtig gut. Schade dass er auch in Zukunft nicht viel mehr Eiszeit bekommen wird. Wenn er das will, so muss er halt zu einen anderen Verein wechseln. Zum Beispiel nach Berlin, dort bekommt er soviel Eiszeit wie er es verdient hätte.
    Überlegen fand ich das Spiel der Haie überhaupt nicht. Ich war eher etwas enttäuscht von den Führungsspielern :(

  4. Micha
    25.10.2017

    Ach der böse Clouston, der Stereotyp muss weiterleben.

    Dafür hat er aber gestern nach jedem Wechsel mit dem Jungen gesprochen und sich mit ihm beschäftigt.

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