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Zwei Einzelaktionen für drei Punkte – KEC siegt 3:1 in Krefeld

Das feine Solo von Max Reinhart besiegelte den 3:1-Sieg der Haie. - Foto: Alex Schmitz
Das feine Solo von Max Reinhart besiegelte den 3:1-Sieg der Haie. - Foto: Alex Schmitz

Die Kölner Haie reisten nach den Spielen gegen die DEG und die Iserlohn Roosters zum dritten Derby innerhalb weniger Tage nach Krefeld. Der Tabellenletzte aus der Seidenstadt hatte vor dem Spiel bereits rein rechnerisch keine Chance mehr auf die Playoffs. Abseits des Eises wurde – unter anderem durch den Wechsel von Marcel Müller zum Linköping HC – der Abgesang auf die Saison 2016-2017 eingeläutet. Wie auch die Iserlohn Rossters am vergangenen Freitag, so spielte auch Krefeld auf dem Eis notgedrungen mit der „kurzen Bank“, doch mit sehr viel Energie. Der KEC gewinnt mit 3:1 in Krefeld, muss sich aber den Vorwurf gefallen lassen, dass er zu viele Chancen für ihre Tore brauchen.

Dominanz, aber keine Tore: 0:0 nach dem ersten Drittel

Die Kölner Haie spielten das erste Drittel von Beginn an souverän und mit viel Druck nach vorne. Der KEC erspielte sich – nicht nur aufgrund von zwei Überzahlspielen – gute Torchancen und ein deutliches Chancenplus wortwörtlich ab den ersten Sekunden. Die beste Torchance im ersten Drittel vielleicht durch TJ Mulock, der in der 4. Spielminute freistehend vor Galbraith nicht verwandeln konnte. Krefeld hingegen stellte sich nicht ausschließlich „hinten rein“, sondern wagte durchaus auch Angriffe auf das Tor von Gustaf Wesslau. Dennoch war das 0:0 nach dem ersten Drittel schmeichelhaft für Krefeld.

Feiner Unterzahlkonter rettet das 1:1

Krefeld startete das zweite Drittel mit einer kleinen Botschaft an Wesslau und den KEC: Vom Bully weg wurde die Scheibe in den Reihen der Pinguine gehalten und der Schuss von der blauen Linie genommen. Zwei weitere Aktionen – unter anderem vom jungen Mike Schmitz – bedeuteten, dass die ersten zwei Spielminuten des zweiten Drittels ganz den Pinguinen gehörten. Die Haie ihrerseits beantworteten dies durch Turnbull, der einen 2:1-Konter auf Galbraith lief, den dieser jedoch abwehren konnte. Auch das dritte Powerplay des Abends für den KEC sorgte nicht dafür, dass Köln wieder eigene Stärke aufbauen konnte. Nicht zwingend genug waren die Chancen, die Köln generierte: So etwa durch Ehrhoff, dessen Schuss und die daraus resultierenden Nachschüsse allesamt gefährlich waren. Auf das Scoreboard konnte sich Köln hiermit jedoch nicht bringen.

Krefeld wurde in der Folge stärker, auch durch das Selbstbewusstsein, welches sie sich durch das Halten der „Null“ erarbeiten konnten. Bereits Mike Little schoss nur Zentimeter am Tor von Wesslau vorbei (29. Spielminute). Unmittelbar danach konnte der Ex-Kölner Umicevic die Scheibe mit dem Schlittschuh mitnehmen, nachdem Kai Hospelt die Scheibe nicht aus dem Drittel bringen konnte. Umicevic zog nach links in Richtung der Grundlinie und spielte den Puck dann mit der Rückhand an den Rand des Torraumes, wo Herberts Vasiljevs nur noch zum 1:0 einnetzen musste (29. Spielminute).

Krefeld hatte sich das Momentum geholt und setzte nun viel daran, dieses weiter zu nutzen. Beide Mannschaften agierten absolut auf Augenhöhe und erlaubten sich jeweils respektable Chancen. Beispielhaft die 33. Spielminute, in der Gogulla von rechts einen guten Pass auf Eriksson brachte, der von links zu unplatziert abschloss. Dann postwendend wieder Krefeld: Marco Rosa spielte den langen Pass durch die neutrale Zone auf Martin Schymainski, der 1:0 von schräg-links auf das Haie-Tor laufen konnte, aber an Wesslau scheiterte.

Auch ein weiteres Überzahlspiel nach einer Strafe gegen Marco Rosa, nachdem dieser sichtbar übermotiviert im Rutschen aktiv das Tor aus den Angeln verschob, konnten die Haie nicht nutzen. Wenn es beim eigenen Überzahlspiel nicht funktioniert, dann vielleicht in Unterzahl? Bereits 10 Gegentreffer mussten die Krefeld Pinguine bei eigener Überzahl hinnehmen – und auch heute klingelte es. Im ersten „richtigen“ Unterzahlspiel  der Partie für die Haie fing Dane Byers einen Pass in der eigenen Defensivzone ab, leitete den Konter ein, ließ die Scheibe in der neutralen Zone für Alexandre Bolduc liegen und zog direkt mit viel Speed weiter in Richtung Tor. Bolduc sammelte den Puck auf und spielte den gefühlvollen Doppelpass zurück auf Byers, der mit der langen Kelle vor Galbraith verwandeln konnte. Für den Neuzugang des KEC, der auch heute immer wieder seine feinen Hände zeigte, war es bereits der vierte Assist im fünften Spiel. Die Überzahl lief zunächst natürlich weiter, aber den Pinguine gelang es bis zum Ende des Drittels nicht, die Führung erneut wiederherzustellen.

Salmonssons und Reinharts Einzelaktionen bringen den Sieg

Zu Beginn des dritten Drittels agierten die Mannschaften weiter auf Augenhöhe, mit mehr Druck und einem Chancenplus für Krefeld. Chancen ergaben sich aber nun im Stakkato. Die vielleicht beste Krefelder Chance in dieser Phase durch Rosa, der in der 43. Minute unbedrängt einen Onetimer auf das Haie-Tor feuern durfte und lediglich in Wesslau seinen Meister fand. Nur eine Minute später passte Gogulla auf Hager, der in die Mitte ziehend frei ausholen konnte, aber seinerseits wiederum zu zentral schoss.

Nur langsam erarbeitete sich Köln wieder Dominanz durch das eigene Spiel. Nachdem Krefeld einige Zeit in der eigenen Defensivzone eingeschnürt werden konnten, kam die Stunde von Johannes Salmonsson. Pascal Zerressen eroberte an der Bande die Scheibe, während Marco Rosa seinen Schläger verlor. Zerressen legte auf Salmonsson ab, der sich ein Herz fasste, sich zwischen zwei Pinguinen durchtankte, die Scheibe auf die Rückhand legte und freistehend den Puck an dem auf dem Hosenboden sitzenden Galbraith vorbei in den Kasten schob (46. Spielminute).

Krefeld versteckte sich folgend nicht, Chancen für beide Mannschaften ergaben sich weiterhin fast im Minutentakt. Eine Schrecksekunde aus Kölner Sicht in der 51. Spielminute: Nach einem Schuss von der blauen Linie hebelte Mike Mieszkowski den Puck hoch auf die Latte, von wo sie herunterfiel und von Wesslaus Rücken aus dem Tor gebracht wurde.

Eine weitere Einzelaktion bedeutete den Ausbau der Führung der Kölner Haie: Mit Speed zog Max Reinhart in die offensive Zone, umkurvte den ersten Krefelder Spieler, legte sich die Scheibe von links kommend auf die Vorhand und schoss im Slot angekommen am zweiten Krefelder Spieler vorbei zum 1:3 ein. Galbraith blieb in den letzten knapp 1:30 vom Eis. Krefeld setzte sich noch einmal im Kölner Drittel fest, doch am Ergebnis änderte sich nichts mehr.

Über den Autor: René Guzmán

René hat Haimspiel.de 2003 zusammen mit Dennis gegründet. Mit Tobias hat er die allererste Radioübertragung aus Iserlohn gesendet. Er war Mitglied des Vorstandes des KEC "Die Haie" e.V., 2010 war er an der Organisation der Ausstellung "Powerplay - Eishockey in Köln" zur Eishockey-WM im Deutschen Sport und Olympia-Museum beteiligt, hat seine Staatsexamensarbeit zum Thema "Eishockey in Deutschland bis 1945" verfasst und z.B. das "Wir sind Haie!"-Logo und das Logo des Haie-Fanprojekts entworfen.

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