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Vor Spiel 3: Nürnberg mit mehr Optionen

KEC-Stürmer Justin Shugg - Foto: Andreas Dick

Die Kölner Haie hatten in Spiel 2 die Sorte Mitteldrittel abgeliefert, die aus der Hauptrunde bestens bekannt sind. Unkonzentriert, weggekommen von den taktischen Vorgaben und mit schwindender Zweikampfstärke präsentierte sich die Mannschaft von Peter Draisaitl am vergangenen Donnerstag. Die Umstellungen in den Reihen ab dem dritten Drittel konnten dem nur bedingt entgegenwirken und zeigten zudem die dünne Personaldecke der Haie auf.

Wilson schöpft (fast) aus dem Vollen

Den langzeitverletzten Colton Teubert gar nicht mehr mitgezählt, fehlt den Ice Tigers aktuell zwar mit Milan Jurcina eine prominente Kraft in der Defensive, doch die Franken bringen immer noch sieben Verteidiger auf den Spielberichtsbogen. Im Sturm steht Marco Pfleger aktuell nicht zur Verfügung, aber Nürnbergs Headcoach Rob Wilson hat dennoch genug einsatzfähiges Personal, um von Spiel zu Spiel zu variieren und einzelnen Akteuren Spielpausen zu gönnen. So liefen in Spiel 2 Steven Reinprecht und Marius Möchel anstelle von Petr Pohl und Patrick Bjorkstrand auf.

Wilson wird es somit kaum schlaflose Nächte beschert haben, dass der Einsatz von Patrick Reimer für Spiel 3 fraglich ist. Der Nationalstürmer war nach einem geblockten Schuss in Spiel 2 nicht aus der Kabine zurückgekehrt.

Doppelschichten für Schütz in Spiel 2

Weniger entspannt sieht dagegen die Personalsituation bei den Kölner Haien aus, denen auch in Spiel 3 mit Justin Shugg und Fredrik Eriksson zwei wichtige Stammkräfte fehlen. Jean-Francois Boucher saß zwar in den ersten beiden Spielen mit auf der Bank, kam aber – wie schon seit Monaten – nicht zum Einsatz, selbst als Peter Draisaitl die Reihen vor dem dritten Drittel umstellte und Dylan Wruck in dem Zuge aussortierte.

Auf der einen Seite war das eine gesunde Entscheidung, denn Boucher wäre „kalt“ in die Partie gegangen. Auf der anderen Seite war Felix Schütz so gezwungen, Doppelschichten zu fahren. Er lief zum einen mit Alexandre Bolduc und Ben Hanowski auf, übernahm aber auch den Spot von Wruck in der vierten Reihe.

In den Playoffs mit der Chance auf unabsehbar lange Overtime, war das hoch gepokert vom Kölner Headcoach. Auch vor dem Hintergrund, dass beide Mannschaften weniger als 24 Stunden zuvor das Eröffnungsspiel der Serie beendet hatten. Wo Nürnberg also mit den Kräften haushalten kann, muss Köln also schon früh in der Serie alles in die Waagschale werfen.

Dünn besetzte blaue Linie

Ebenso randgenäht ist die Situation an der blauen Linie der Haie. Wegen des Verletzungsausfalls von Fredrik Eriksson im vorletzten Hauptrundenspiel mit nur sechs gelernten Verteidigern in die Serie gegangen, ist der KEC nur eine weitere Verletzung oder Sperre bei den Verteidigern von einer nicht adäquat zu kompensierenden Lücke in der Defensive entfernt. Ob und wann mit der Rückkehr von Eriksson zu rechnen ist, ist nach wie vor nicht abzusehen.

Nachdem die Ice Tigers in der Abteilung physisches Spiel in der Partie am Donnerstagabend eine deutliche Schippe draufgelegt hatten, erhöht sich die Chance, dass diese Serie zu Verschleißerscheinungen in den Reihen der Haie führen wird. Erstrecht sollten der KEC das eigene harte Spiel aus der ersten Partie wieder aufnehmen. Das im Zweifelsfall aufzufangen ist und wird weiterhin die Aufgabe von Kölns Goalie Gustaf Wesslau, der in den ersten beiden Partien bereits deutlich mehr zu tun hatte als sein Gegenüber Niklas Treutle.

Kein „Frische“-Vorteil auf der Goalie-Position

Der vermeintliche Vorteil an Frische, den Gustaf Wesslau wegen seiner nur 25 absolvierten Hauptrundenspiele mit in die Playoffs nimmt, ist zudem kein nennenswerter. Die Nürnberger Goalies hatten sich die Einsätze während der Punkterunde relativ gleichmäßig geteilt, so dass an beiden Enden des Eises genug Reserven für die Playoffs vorhanden sind.

Erstes Bully in Spiel 3 ist um 16:30 Uhr. Wir übertragen die Partie live aus Nürnberg ab 16:15 Uhr.

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Über den Autor: Henrike Wöbking

Henrike schreibt für haimspiel.de seit 2005 und wurde von Ex-NHL-Spieler Jason Marshall gelobt für "the best interview I ever did". Sie zeigte sich hauptverantwortlich für das Abschiedsvideo von Dave McLlwain. Außerdem ist sie Buchautorin und schrieb den Roman "Auf Eis" vor dem Hintergrund der Playoffs 2002.

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2 Kommentare

  1. Thomas
    18.03.2018

    Also ich verstehe es irgendwie nicht. Wenn Boucher und Wruck nicht spielen dann kann man auch Spieler wie Dumont bringen. Das sind dann sichere Abgänge im Sommer. Wobei ich von Wruck eh nicht überzeugt war wie ich anfang der Saison schrieb.

    Ich denke das man auf Dauer nicht mit nur 3 Reihen spielen kann. Da ist es ganz logisch das mehr Fehler passieren. Man muss ja auch mehr leisten. Ich denke es kommt aber drauf an wie man sein Personal einsetzt. Da sehe ich aber keinen Unterschied zu Clouston.

    Aber es ist so, gewinnst du hast du alles richtig gemacht. Verlierst du, bist du eben auch der Depp.

    Abgerechnet wird am Ende.

    Nur weil man eine lange Bank hat gewinnt man keine Serien oder Spiele. Hat der KEC letzte Saison ja bewiesen.

    Aber solange die Dicke Frau noch singt… ;)

    Gruß
    Thomas

  2. Alexander
    18.03.2018

    Boucher und Wruck müssen sich steigern wenn sie in Köln bleiben wollen die Konkurrenz schläft nicht weder im Nachwuchs noch in der DEL wie Hungerecker,die Kastnerbrüder.Jonas Müller,Abeltshauser,Noebels,Andreas Eder,Martin Buchwieser,Daniel Fischbuch uvm. zu sehen ist.

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