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Reihenumstellungen

Fredrik Eriksson im Training mit der Mannschaft - Foto: Steffen Thaut

Nach den schlechten Nachrichten des gestrigen Tages gibt es vom heutigen Training ein paar gute: Fredrik Eriksson und Alexander Sulzer sind wieder im Mannschaftstraining. Wie schnell sie ins Line-Up zurückkehren, ist noch nicht sicher, aber Haie-Coach Cory Clouston ist vorsichtig optimistisch für einen Einsatz am Wochenende: „Bei den beiden schauen wir gerade von Tag zu Tag. Sie sind gestern alleine geskatet. Da war alles gut. Heute waren sie mit der Mannschaft auf dem Eis. Sie haben beide nach dem Training gesagt, dass sie sich gut fühlen. Wir schauen uns das morgen nochmal an und hoffen, dass sie am Freitag dabei sind.“

Sulzer war zusammen mit Co-Trainer Thomas Brandl zwanzig Minuten vor der Mannschaft auf dem Eis und absolvierte einige Einzelübungen. Eriksson kam zusammen mit der Mannschaft dann dazu. Außer Ryan Jones fehlten die Verletzten Jason Williams und Sebastian Uvira.

Die Lücke, die der Ausfall von Ryan Jones reißt, wird schwer auszufüllen. „Der Verlust von Jones wiegt natürlich schwer. Er ist ein Charakter-Spieler und ist bei uns in allen Situation auf dem Eis im Einsatz. Er spielt Powerplay, killt Penalties und ist Bestandteil unserer Top-Reihe. Man kann nicht von einem einzelnen Spieler erwarten, dass er das alles in gleicher Art wie Jones ersetzt“, bestätigt Clouston. „Wir müssen das jetzt gemeinsam auffangen. Einzelne Spieler werden in den verschiedenen Situationen seine Position übernehmen. Aber wir können von denen nicht erwarten, ein Ryan Jones zu sein. Es müssen jetzt alle ihr Spiel steigern.“

Die Reihen, mit denen Cory Clouston die kommenden Partien in Krefeld und Ingolstadt bestreiten will, sehen – ohne Eriksson und Sulzer – fürs Erste folgendermaßen aus:

Gogulla – Hager – Boucher
Salmonsson – Falk – Aslund
Weiß – Latta – Umicevic
Zerressen – Stephens – Ohmann
Lalonde – Müller
Ankert – Syvret
Faber – Lüdemann

Schon in Augsburg hatte Boucher den Platz von Jones in der ersten Reihe übernommen, nachdem Umicevic für ein paar Wechsel eingesprungen war. Er soll neben Hager und Gogulla nur bedingt die Rolle von Jones übernehmen (vor dem Tor), und ansonsten das in diese Reihe einbringen, was ihn selbst auszeichnet (hartes Körperspiel und konsequenter Forecheck). Clouston erläutert: „Mindestens im Powerplay soll er eine Präsenz vor dem gegnerischen Tor sein. Jedes gute Powerplay braucht jemand vorm oder rund um das Tor, der bereit ist, den Preis zu bezahlen, Scheiben aus dem Gewühl zu holen, dem Torwart die Sicht zu nehmen und freie Scheiben zurück in unsere Reihen zu bringen, also sie ‚am Leben zu halten‘, damit wir nach einem erfolglosen Torschuss neu Anlauf nehmen können. Bei fünf gegen fünf soll er eine Präsenz im Forecheck sein, der Platz und Zeit für die anderen beiden Stürmer schafft. Aber wir erwarten schon auch, dass er das Spiel mit gestaltet und sich offensiv einbringt.“

Aufgabenstellung und Erwartungen liegen also weitestgehend in Bouchers Komfortzone. Ein Stück weit außerhalb seiner Komfortzone wird sich Pascal Zerressen bewegen, der zur Komplettierung von vier Reihen in den Sturm versetzt wurde. Es ist nicht das erste Mal, dass er diese Position übernehmen muss. Er war schon unter Niklas Sundblad bei Personalengpässen als Stürmer im Einsatz.

Inzwischen so richtig in seinem neuen Team angekommen ist Danny Syvret. Nach zwei absolvierten Spielen und seit dieser Woche normalem Trainingsalltag hat für den Verteidiger die Routine Einzug gehalten, wie er berichtet: „Im zweiten Spiel habe ich mich schon viel wohler gefühlt. Im ersten Spiel [in Straubing] haben mich die Atmosphäre und das Drumherum noch sehr verblüfft. Das hat sich noch nicht so gut angefühlt wie das zweite Spiel. Dazu kamen die Zeitumstellung und die Tatsache, dass ich ja kaum mit der Mannschaft trainiert hatte. Das war ein bisschen schwierig. Jetzt haben wir eine komplette Trainingswoche, und mein Schlafrhythmus ist auch auf deutscher Zeit angekommen. Ich fühle mich ziemlich gut.“

Nach dem Auswärtswochenende und der Rückkehr nach Köln sorgt ein ehemaliger Teamkamerad nun dafür, dass Syvret sich auch in seiner neuen Heimat wohlfühlt. „Ich habe hier Spaß“, lacht er. „Nick Latta und ich sind neulich Abend zusammen essen gewesen. Keine Ahnung, wo genau das in der Stadt war, aber wir waren bei einem Mexikaner. Das war ziemlich lecker. Einfach nur mal die Leute zu beobachten, die auf der Straße draußen vorbeigelaufen sind, war faszinierend. Ich freue mich wirklich, hier zu sein und Spaß zu haben.“

Das Training insgesamt stand ganz im Zeichen der Arbeit in der eigenen Zone. Lauf- und Passwege nach Defensiv-Bullys, Befreiung aus einem 3-Mann-Forecheck, Breakouts. Es sind nach wie vor die neuen Grundlagen, die Clouston zur Verfestigung und Verinnerlichung wiederholen lässt. „Vieles von dem, was wir jetzt machen, macht man normalerweise im September“, erklärt der Headcoach. „Diese Grundlagen legt man eigentlich zu Beginn der Saison. Später greift man sie vielleicht einmal die Woche auf, aber ansonsten konzentriert man sich auf andere Dinge. Aber es ist jetzt nun mal so, wie es ist. Aber es ist schön, endlich mal eine volle Trainingswoche zu haben.“

Die größte Gefahr sieht Clouston in der bevorstehenden Pause, wenn der Nationalmannschafts-Lehrgang in der nächsten Woche den Spielplan unterbricht. Für die Mannschaft gibt es eine Woche trainingsfrei, während die Nationalspieler in Garmisch-Partenkirchen sind. „Wir müssen aufpassen, den Fokus nicht zu verlieren. Die Jungs wissen, dass es eine lange Pause geben wird. Das ist aktuell die größte Herausforderung“, meint Clouston. „Das gilt für alle anderen Teams natürlich genauso, die Spieler zum Nationalmannschafts-Camp schicken und bei denen die anderen dann frei haben. Zum größten Teil gehen unsere Jungs bislang wirklich gut damit um und bleiben konzentriert.“

Über den Autor: Henrike Wöbking

Henrike schreibt für haimspiel.de seit 2005 und wurde von Ex-NHL-Spieler Jason Marshall gelobt für "the best interview I ever did". Sie zeigte sich hauptverantwortlich für das Abschiedsvideo von Dave McLlwain. Außerdem ist sie Buchautorin und schrieb den Roman "Auf Eis" vor dem Hintergrund der Playoffs 2002.

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