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Boucher: “Es liegt nur an uns.”

Krefeld Pinguine vs. Kölner Haie

Am Freitagabend sind die Kölner Haie beim Tabellenletzten in Krefeld zu Gast. Die Pinguine haben zwar rechnerisch noch eine Chance auf einen Playoff-Platz, aber darauf spekuliert in der Seidenstadt wohl niemand mehr. Es müssen also andere Erfolgserlebnisse die Stimmung oben halten. Da kommt ein Derby sehr gelegen.

Ihren letzten Sieg feierten die Pinguine ausgerechnet in Köln, als sie die Haie mit 4:3 schlugen. Danach verlor das Team von Franz Fritzmeier allerdings gegen Nürnberg, Straubing, Iserlohn und in München. Es ist nicht unüblich, dass Teams, die aus dem Rennen um die Playoffplätze sind, ihre Gehaltsliste zum Ende der Saison erleichtern. Nachdem bereits István Sofron die Krefelder in Richtung Österreich verlassen hatte, folgt nun mit Robin Weihager der nächste Abgang. Der Verteidiger wechselt mit sofortiger Wirkung nach Villach und wird somit am Wochenende nicht mehr für die Pinguine im Einsatz sein. Personalnot herrscht deshalb aber nicht.

Bei Weitem nicht in Bestbesetzung werden die Kölner Haie ins Wochenende gehen. Neben Ryan Jones, Jason Williams und Sebastian Uvira muss Coach Cory Clouston für die Spiele in Krefeld und Ingolstadt doch auch noch auf Fredrik Eriksson und Alexander Sulzer verzichten. Beide waren unter der Woche mit im Mannschaftstraining, sind aber noch nicht bereit für einen Einsatz. „Ich werde am Wochenende noch nicht spielen“, bestätigt Alexander Sulzer nach dem abschließenden Training am Donnerstag. „Ich mache aber auf jeden Fall Fortschritte und hoffe, dass ich nach der Pause wieder spielen kann.“ Auch Fredrik Eriksson wird erst nach der Nationalmannschaftspause ins Line-Up zurückkehren: „Ich werde noch ein paar Tage brauchen. Nach der Pause werde ich wieder dabei sein.“ Zum Spiel in Krefeld will er aber mitfahren und sich die Partie ansehen.

Wegen der Ausfälle hat Haie-Coach Cory Clouston die Reihen umgestellt. Pascal Zerressen wurde in den Sturm zu Charlie Stephens und Marcel Ohmann versetzt, um vier volle Reihen aufbieten zu können. Jean-Francois Boucher übernimmt die Position von Ryan Jones in der ersten Reihe an der Seite von Patrick Hager und Philip Gogulla. „Ich freue mich natürlich darauf. Es ist eine tolle Gelegenheit für mich“, so der 30-jährige Stürmer. „Es ist natürlich eine Umstellung. Wir in der vierten Reihe sind ja technisch nicht so versiert und spielen anders. Aber ich glaube, für mich ändert sich nichts. Ich werde genauso hart arbeiten, versuchen für die anderen Räume zu schaffen und ihnen die Scheibe zu geben.“

Die Mannschaft will sich durch die Menge an Verletzungsausfällen nicht von ihrem Weg abbringen lassen. „Sicher haben wir gerade viele Verletzte, aber das passiert allen Teams im Laufe einer Saison“, meint Boucher. „Wir haben hier viel Tiefe im Kader. Wir wollen weiter so spielen wie zuletzt. Auch ohne die Jungs, die leider verletzt ausfallen.“

Während Teams in komfortabler Situation den Blick auf die letzten zehn Spieltage der Hauptrunde haben und Teams unter Druck von Spiel zu Spiel schauen, bricht Cory Clouston die verbleibenden Partien sogar bis in ihre kleinsten Bestandteile auf. Man will in jedem Spiel nur von Wechsel zu Wechsel schauen. Für Boucher die normalste Sache der Welt: „Ich glaube, das ist eine sehr individuelle Sache je nachdem, wie ein Spieler ein Spiel angeht, wie er das Spiel sieht und wie er großgeworden ist. Ich für meinen Teil bin genau so erzogen worden, nur über den nächsten Wechsel und nicht über den Ausgang des Spiels nachzudenken. Man kann sehr schnell sein Spiel verlieren, wenn man zu viel nachdenkt.“

Mit Ausblick auf das Wochenende sind die Ergebnisse aus den bisherigen Begegnungen der Saison mit den Pinguinen und dem ERC aber nicht vergessen. „Es ist für uns eine große Sache, dass wir das letzte Spiel gegen Krefeld und alle drei Spiele gegen Ingolstadt verloren haben“, so Boucher. „Wir wollen gute Starts in die Spiele hinlegen und den anderen zeigen, dass wir ein gutes Team sind und sie schlagen können. Wir müssen nur von Anfang an voll da sein. Es liegt nur an uns. Wenn wir nicht gut in eine Partie kommen, dann liegt das weniger daran, dass der Gegner besser ist, als vielmehr daran, dass wir uns sozusagen selbst schlechter machen. Im Grunde ist das die Story unserer bisherigen Saison. Wir hatten unser Schicksal immer selbst in der Hand. Ob wir gewonnen oder verloren haben, war häufig ein Ergebnis dessen, wie wir die Spiele angegangen sind. Das ist jetzt eine große Umstellung im Kopf. Wir müssen uns an den Plan halten und daran glauben, dass er funktioniert. Dann wird das hier gut ausgehen.“

Erstes Bully in der Partie gegen die Krefeld Pinguine ist am Freitag um 19:30 Uhr. Wir übertragen das Spiel live ab 19:15 Uhr.

Über den Autor: Henrike Wöbking

Henrike schreibt für haimspiel.de seit 2005 und wurde von Ex-NHL-Spieler Jason Marshall gelobt für "the best interview I ever did". Sie zeigte sich hauptverantwortlich für das Abschiedsvideo von Dave McLlwain. Außerdem ist sie Buchautorin und schrieb den Roman "Auf Eis" vor dem Hintergrund der Playoffs 2002.

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