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Corona-Krise: Transferstopp der Adler und die Folge für die Kölner Haie

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Die Kölner Haie im Duell mit den Adlern Mannheim. Foto: mcfly37.de

Der Transferstopp, den die Adler Mannheim verkündeten, kam überraschend. Mannheim muss nach allen DEL-Maßstäben als extrem gut abgesichert gegen die finanzielle Gefahren der Corona-Krise gelten. Dennoch wird ein Schlaglicht darauf geworfen, dass diese Sommerpause grundlegend anderes verlaufen wird, als dies die Club-Planer gewohnt sind. Wo genau liegen die Probleme? Es lohnt sich, von der Betrachtung des großen Ganzen auf den kleinen Zusammenhang zu kommen.

Abbruch der DEL-Saison reduzierte den finanziellen Schaden

Die DEL nahm im Konzert der Sportligen eine Vorreiterrolle ein. Zunächst wurden Vorschläge, wie etwa den aus Nürnberg, die Playoffs in leeren Arenen ausspielen zu lassen, diskutiert. Doch nach 48-Stunden Verhandlungen aller DEL-Clubs stand das vorzeitige Saisonende fest.

Nach und nach zogen die anderen Ligen und Turniere nach. Der entscheidende Punkt: Die finanziellen Einbußen, gar der drohende finanzielle Totalausfall bzw. die Frage, wie die Turniere versichert sind. So rang IIHF-Präsident René Fasel lange mit der Absage der Eishockey-Weltmeisterschaft aufgrund der Corona-Krise. Solange, bis die Voraussetzungen stimmten und 60 Millionen Franken abgesichert waren.

Was passiert in anderen Sportarten?

Andere Sportarten halten sich nach wie vor die Option offen, bis in den Spätsommer hinein die Saison wieder zu starten. Der Hintergrund läßt sich in der Überschrift: “Ohne Fans geht es, aber nicht ohne Fernsehgelder” zusammenfassen. Im Fußball sind die Fernsehgelder die entscheidende finanzielle Größe. 68 Millionen Euro setzt die Bundesliga an jedem Spieltag durch TV-Einnahmen um. Die Grundvoraussetzung hierfür: Es wird gespielt.

So setzt selbst der Zuschauerkrösus der Liga, Borussia Dortmund, nur etwa 10% seines Umsatzes mit Ticketeinnahmen um. Eine tatsächlich eher verschmerzbare Größe. Denn insgesamt würden sich die Verluste aller Bundesligisten bei einem Saisonabbruch auf 750 Millionen Euro addieren. So erklärt sich, dass für den Fußball die Option des Weiterspielens durchaus realistisch ist.

Der entscheidende Faktor in diesen wirtschaftlichen Überlegungen ist eher der Mensch. Was passiert, wenn entscheidende Spieler angesteckt sind oder ganze Mannschaften in Quarantäne gehen müssen? Es bleibt spannend, ob und wie dieser gordische Knoten aufgebrochen werden wird.

“Geisterspiele” im Eishockey keine Option

Für die DEL ist dies keine Option mehr gewesen. Entscheidend hier der Umstand, den die “ZEIT” lakonisch mit: “Um Millioneneinnahmen aus der TV-Vermarktung müssen sich Eishockeyclubs nicht sorgen” beschreibt. Das Beispiel der “ZEIT” zeigt auf, dass der “VfL Osnabrück (…)  als Geringverdiener in der zweiten Fußballbundesliga mit etwa sieben Millionen Euro durch Fernsehgelder fast doppelt so viel wie alle vierzehn DEL-Klubs zusammen (erhält).”

285.000 Euro erhalte jeder DEL-Club aus den TV-Einnahmen mit Magenta Sport – bei geschätzten Etats bis zu 16 Millionen (Mannheim) bzw. 15,5 Millionen (München). Im Gegensatz zu den TV-Geldern werden 60-70% der Etats durch Zuschauereinnahmen generiert.

Nun sind die Gegebenheiten in der DEL höchst unterschiedlich. Man vergleiche nur die rund 345.000 Saisonzuschauer des KEC mit den 75.000 Zuschauern in Wolfsburg. Unterschiedlich sind auch andere Rahmenbedingungen, wie Hallengröße und Hallenmiete. “Wenn Mannheim die SAP Arena nur aufsperrt, sind schon 60.000 bis 70.000 Euro weg,” so wird ein Mannheimer Kenner zitiert. (Fast) Einnstimmigkeit wurde letztlich unter den Geschäftsführern erreich. DEL-Spiele ohne Zuschauer wären in jeder Hinsicht finanziell kontraproduktiv.

Oder um es mit den Worten von Gernot Tripcke zu sagen: “Die anderen Sportarten haben noch die Hoffnung, dass sie nochmal spielen können. Für uns ist der Drops gelutscht, da wird nichts mehr reinkommen.”

Corona sorgt für Schäden auf drei Ebenen

In der Konsequenz ergeben sich für die DEL-Clubs nun unterschiedliche Konsequenzen auf drei zeitlichen Ebenen. Zunächst gilt es, aktuelle Liquiditätsprobleme der Zeit mit Corona zu überstehen. Auf einer zweiten Ebene müssen die bereits geschlossenen Verträge der neuen Saison sowie die laufenden Verhandlungen überprüft werden. Als Konsequenz hieraus muss betrachtet werden, wie sich auf einer dritten Ebene das DEL-Eishockey der Zukunft neu aufstellt.

Saisonende “kleineres Übel” – trotzdem 20 Millionen Euro Schaden

Zunächst einmal steht der finanzielle Verlust in der aktuellen Saison. Diesen beziffert Tripcke auf insgesamt “15 Millionen bis 20 Millionen Euro“. Doch: Wodurch entsteht der Verlust, wenn doch nicht mehr gespielt wird?

Hier sieht Tripcke zunächst die laufenden Kosten auf den Geschäftsstellen sowie den Beitrag der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft. Er regt Kurzarbeitergeld an: “Wir müssen jetzt zunächst sehen, dass wir die aktuelle Situation und durch die Krise entstehenden Liquiditätsprobleme lösen. Sei es durch Stundung, die wir bei der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft versuchen zu erwirken, sei es für den einen oder anderen Mitarbeiter Kurzarbeitergeld.”

Doch diese Kosten wären den Clubs auch bei einer Nicht-Playoff-Teilnahme nicht erspart geblieben. Es fehlt mit den nicht gespielten Playoffs vielmehr eine Zusatzeinnahme. So sieht auch Bremerhavens Manager Alfred Prey die Situation: “Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und nicht mit den Playoffs geplant. Daher gibt es jetzt kein Stöhnen und keinen Grund zu klagen.” Auch als in Straubing Fans darauf verzichteten, die gezahlten Eintrittsgelder zurückzuverlangen, wurde seriöses Handeln deutlich. Es wurde darauf verwiesen, dass diese Gelder in den Etat der kommenden Saison investiert werden können.

Auch in Nürnberg muss man letztlich (nur) den Ausfall von finanziellen Mitteln der Zukunft verschmerzen. IceTigers-Geschäftsführer Wolfgang Gastner führt aus: “Es geht um viel Geld, das ist klar. Auch wenn wir wirtschaftlich davon nicht kollabieren. Aber die Mehreinnahmen wären sauwichtig für die Zukunft gewesen. Selbst wenn es nur ein weiteres Heimspiel gewesen wäre. Bei vier, fünf Heimspielen wäre es eine sechsstellige Summe gewesen, die uns wahnsinnig gutgetan hätte, als Einnahme für die Zukunft.”

Playoffs als Bühne für Vertragsverhandlungen

In der Planung sind die Playoffs eine Bühne, auf der die Emotionen des Sports in besonderem Maße präsentiert werden. So erklärte DEG-Geschäftsführer Adam, dass „für die ersten beiden Partien in Berlin (…) schon fixe Termine mit überregionalen Unternehmen vereinbart (waren). Wir hätten neue Partner gewinnen können. Diese fehlenden positiven Effekte werfen uns in der Entwicklung seit dem Ausstieg der Metro im Jahr 2012 ein Stück weit zurück.”

Gernot Tripcke verweist seinerseits auf die schwieriger gewordene Suche nach einem Ligasponsor als Nachfolger von Covestro: “Wir haben noch ein paar Verhandlungen. Aber es kann sich jeder denken, dass die teilweise auf Eis gelegt sind. Jeder hat jetzt auch andere Probleme, das ist nicht hilfreich.” Und weiter: Die Playoffs „sind unser Flaggschiff-Event. Das Verkaufsmerkmal, das nun wegfällt.“

Beide Beispiele zeigen die besondere Bedeutung der Playoffs als Plattform. Doch beide Beispiele stellen keinen konkreten Verlust dar, sondern verringern im schlechtesten Fall die Etats der Zukunft.

Konkrete Einbußen durch Vorleistungen, Gehälter und Prämien

Wo der Verlust steckt macht die DEG deutlich, die sich gegenüber der Presse offenherzig zeigte. DEG-Geschäftsführer Stefan Adam verwies darauf, dass Hotels noch storniert und Reisekosten verhindert werden konnten. Bei der Produktion von Playoff-Merchandising war die DEG jedoch in Vorleistung getreten und hatte produzieren lassen. Jetzt hofft Adam, dass die DEG-Fans in der Corona-Krise “Solidaritätstickets” und das Playoff-Merchandising als Kult-Objekte kaufen.

Doch auch die Gehälter der Spieler laufen zunächst weiter. Damit jeder Spieler bis zum Ende der Playoffs zur Verfügung steht, gehen die Verträge üblicherweise bis zum 30. April. Diese Gehälter müssen trotz des Abbruchs bezahlt werden. Die “F.A.Z.” zitiert Spielerberater Klaus Hille, der einen Einblick gibt: „Ich habe aber von einem Klub gehört, dass er die Verträge jetzt auflöst. Die Spieler kriegen eine Abfindung, damit die keinen Nachteil daraus haben, der Verein spart die Sozialabgaben.“

Massiv treffen würden die Clubs auch die in den Verträgen zugesicherten Prämen für Spieler und Trainer. „Wir hatten solche natürlich für das Erreichen der Play-offs ausgelobt, aber jetzt ist die Frage: Können wir sie überhaupt bezahlen? Denn selbstverständlich waren diese Prämien mit den zu erwartenden Erlösen verknüpft,“ so Adam. Verständigung ist notwendig. So führt Tripcke recht deutlich aus: “Sicherlich werden die Klubs ihre Spieler nicht dauerhaft bezahlen können, wenn sie keine Erlöse erzielen. (…) Und wenn wir nicht spielen, kommt da nichts rein.”

Bei Prämien Weitsicht aller Beteiligten notwendig

Eine möglicherweise notwendige juristische Klärung schwingt hier mit. Oder wie der “Spiegel” es beschreibt: “Die Deutsche Eishockey Liga hat Neuland betreten und sich womöglich auf rechtliches Glatteis begeben.” “Eine Betriebsausfallversicherung für Epidemien werden die Wenigsten haben,” erklärt Tripcke. Er folgert, dass es bei der Lizensierung für die kommende Saison „für den Ein oder Anderen sehr eng werden“ könnte.

Gleichzeitig hofft er hinsichtlich der Prämienzahlungen auf das Entgegenkommen der Spieler. „Der Spieler hat ja auch kein Interesse daran, dass der Klub vor die Wand fährt.“ Spielerberater Hille wird dahingehend zitiert, dass er „eine gewisse Solidarität und ein Verständnis für die Vereine“ bei seinen Klienten erkennen könnne. Auch lässt er bei seiner Vergütung Verständigungsbereitschaft durchblicken: „Natürlich will ich für meine Dienstleistungen bezahlt werden, aber da lasse ich mit mir drüber reden. Ich säge ja nicht an dem Ast, auf dem ich sitze.“

Corona: Indirekter Schaden die entscheidende Größe

Der wahrscheinlich größte Belastungsfaktor ist hierbei der noch nicht absehbare Schaden der Sponsoren. Eine Situation, die an die Krise der Haie von 2009 erinnert. Hauptgesellschafter Heinz Hermann Göttsch geriet in wirtschaftliche Not und stellte seine Unterstützung für den Club kurzfristig ein. Die Situation, die Köln damals kalt erwischte, droht nun in ähnlicher Form auch anderen DEL-Clubs.

In Krefeld etwa hatte man beispielsweise auf einen Neustart durch den Einstieg eines neuen Gesellschafters gehofft. Doch der anonyme Gesellschafter, der die Anteile von Wellen und Schulz übernehmen sollte, sprang spontan ab. Die aufgetretene Corona-Krise machte die wirtschaftliche Planung seines Unternehmens offenbar unmöglich.

Auch andere Neu-Gesellschafter fielen aus, so Geschäftsführer Roos: “Zwei mögliche Gesellschafter wollten dafür Geld nehmen, das sie im Aktienmarkt haben, der ist aber jetzt unten, deswegen machen sie das im Moment nicht. Drei weitere werden jetzt Arbeitnehmer entlassen müssen, da ist es natürlich schlecht darzustellen, Leute rauszuwerfen und Geld in die Pinguine zu stecken.“ Wie es in Krefeld nun tatsächlich weitergeht, ist noch nicht abzusehen.

Es sind die Hauptgesellschafter, die an allen DEL-Standorten Verluste nach Saisonende ausgleichen. Sie sind fast immer dem Mittelstand zuzuordnen. Klar ist bei ihnen – wie auch bei vielen anderen Sponsoren -, dass noch nicht abzusehen ist, welche Verluste sie aus der Corona-Krise davontragen.

DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch hofft auf die “emotionale Bindung zwischen Klubs, Sponsoren und Fans als stabilisierenden Faktor“. Doch auch er räumt natürlich ein, dass man erst sehen müsse, “wie sich die Gesellschaft verändern wird. Vieles hängt davon ab, wann und wie sich die Wirtschaft mit unseren Sponsoren erholen kann.“

Selbst Mannheim fürchtet Unabwägbarkeiten

Und hier findet sich nun auch die Ursache für den Transferstopp der Adler Mannheim. “Wir können momentan aus wirtschaftlicher Vorsicht heraus keine Verträge unterschreiben. Wir leben mit einer gewissen Unsicherheit und müssen deswegen als umsichtige Kaufleute sagen, dass wir in diesem Bereich so lange nichts machen, bis wir wissen, wohin die Reise geht”, erklärt der Hauptgesellschafter der Adler Mannheim, Daniel Hopp.

Die Adler Mannheim stehen in der “Nahrungskette” des deutschen Eishockeys ganz oben. Dennoch führte Adler-Geschäftsführer Binder gegenüber der “Sport-BILD” aus: “Da entsteht im Etat auf jeden Fall ein Loch. Es wird schwierig, einen gedeckten Etat vorzuweisen. Das geht nicht spurlos an uns vorüber.”

Sheppard-Verpflichtung Ausnahme von der Regel

Die Verkündung des Transferstopps durch die Adler Mannnheim sorgte für Irritation unter den Fans. Denn der gleiche Club hatte noch einen Tag zuvor die Verpflichtung von Haie-Stürmer Jason Bast verkündet. Die Erklärung findet sich in dem Zeitfenster, in dem in der DEL die meisten Verträge geschlossen werden: Ab Dezember des letzten Jahres. Der Großteil der Verpflichtungen der DEL-Clubs ist in diesem Zeitraum abgelaufen und wird nun verkündet.

Ein Problem hat ein Club, wenn zu viele dieser Verträge von einer – nach heutigen Maßstäben – zu optimistischen Ausgangslage ausgingen. „Allerdings kann es eng werden, wenn Clubs jetzt schon Verträge zu den Konditionen der letzten Saison unterschrieben haben, aber gleichzeitig die Einnahmen wegbrechen”, so formuliert es Tripcke.

Die Ausnahme von der (vernünftigen) Regel scheint die Verpflichtung von James Sheppard durch die Kölner Haie gewesen zu sein. Zu verlockend scheint die Aussicht auf den Stürmer gewesen zu sein, der bis vor kurzem noch mit den Eisbären verhandelte. Angesichts der inzwischen deutlich hervortretenden Verwerfungen durch Corona, ist von einem wirtschaftlichen Harakiri der Haie aber nicht auszugehen.

Wie sehr wird die Corona-Krise das deutsche Eishockey verändern?

Transferstopp in der Corona-Zeit als logische Konsequenz

Das Mittel des Transferstopps einer ganzen Liga führt dazu, dass niemand mehr Verträge unterschreibt. So haben sich zum Beispiel die DEB-geführten Oberligen gemeinschaftlich zu einem Transferstopp entschlossen. Dies sorgt dafür, dass der Wettbewerb um Spieler zunächst ausgesetzt ist. Die Vereine können und sollen sich zunächst um die finanziellen Folgen der Corona-Krise kümmern.

Der einseitig verkündete Transferstopp der Adler spricht dagegen wahrscheinlich nur aus, was die anderen Clubs denken. Wildwings-Geschäftsführer Christoph Sandner sprach davon, dass es “fatal (wäre), in dieser Situation, in der völlig unklar ist, wann wieder Eishockey gespielt wird, Verträge mit Spielern zu machen.“ Einen Transferstopp in der ganzen Liga gibt es jedoch nicht.

Jeder Club ist in der individuellen Verantwortung den Überblick zu behalten und während der Corona-Krise vernünftig zu wirtschaften. Das Zusammenspiel aus langfristig laufenden und kurzfristig abgeschlossenen Spielerverträgen steht auf der einen Seite. Auf der anderen Seite der Waage stehen die Zusagen von den Gesellschafter und Sponsoren. Die Differenz definiert, wie aktiv ein Club im Moment auf dem Transfermarkt sein kann.

Die  Mannheimer Position ist im Vergleich sehr komfortabel angesichts eines gut aufgestellten Kaders sowie der finanziellen Unterfütterung durch die Familie Hopp. Die wirtschaftliche Besonnenheit der meisten anderen Clubs wird durch die Kader-Baustellen sowie die Verlockungen auf dem Spielermarkt torpediert. Zusätzlichen Druck baut die ab der kommenden Saison geltende Abstiegsregelung mit der DEL2 auf.

Wie kann Corona die Kölner Haie treffen?

Neben den Adler Mannheim gehören auch RB München, die Eisbären Berlin und die Kölner Haie zu den großen Clubs der Liga. Solange Volkswagen die Grizzly Wolfsburg unterstützt, sollte auch der Standort gesichert sein. So zumindest sind die Infos eines nicht näher beschriebenen Club-Verantwortlichen gegenüber der F.A.Z.. Uwe Krupp sagte im Interview gegenüber dem Express, dass noch nicht wirklich sicher sei, ob die neue Saison auch pünktlich starten kann. Währenddessen macht sich Stefan Löcher, Geschäftsführer der LANXESS arena, gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger Gedanken um die Termine und hofft auf verkürzte Playoffs im Jahre 2021. Eine Best-of-Five Serie statt sieben Spiele ab dem Viertelfinale würde seiner Meinung nach allen Beteiligten entgegen kommen.

Einen offen kommunizierten Transferstopp gibt es bei den Kölner Haien nicht. Zuletzt hatte Investor Frank Gotthardt einen Stopp aller Gespräche in der Saison 2017-18 angeordnet, weil er mit der Spielweise der Mannschaft unzufrieden war. Eine der Folgen: Trevor Parkes stand vor der Vertragsunterschrift, erhielt aber keine Bestätigung aus Köln. So musste er sich für einen anderen Club entscheiden und wechselte nach München.

Langfristige Folgen durch Corona

Letztendlich muss nur noch ein Blick auf die langfristigen Folgen geworfen werden. Eine Konsequenz aus der Krise werden – zumindest kurzfristig – sinkende Spielergehälter sein. Wenn die Sponsorenbasis schrumpft, wird dies über die Etats der Clubs direkt an die Spieler weitergegeben. Auch veränderte Verträge sind die Folge. Spielerberater Hille erklärt, dass ein Club einem seiner Spieler bereits eine Sonderklausel in seinen neuen Vertrag schrieb. Wenn die Saison im September noch nicht startet, so gelte das Arbeitsverhältnis auch noch nicht.

Es bleibt zu hoffen, dass die Landkarte im deutschen Eishockey nicht durch Vereins-Insolvenzen ausgedünnt wird. Doch die Grundlage hierfür – die Minimierung des wirtschaftlichen Schadens durch die Corona-Krise – steht leider noch in den Sternen.

 

Über den Autor: René Guzmán

René hat Haimspiel.de 2003 zusammen mit Dennis gegründet. Mit Tobias hat er die allererste Radioübertragung aus Iserlohn gesendet. Er war Mitglied des Vorstandes des KEC "Die Haie" e.V., 2010 war er an der Organisation der Ausstellung "Powerplay - Eishockey in Köln" zur Eishockey-WM im Deutschen Sport und Olympia-Museum beteiligt, hat seine Staatsexamensarbeit zum Thema "Eishockey in Deutschland bis 1945" verfasst und z.B. das "Wir sind Haie!"-Logo und das Logo des Haie-Fanprojekts entworfen.

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Die neue Rolle für Sheppard

5 Kommentare

  1. Jochen Epstein
    29.03.2020

    Das plötzliche Saisonende ohne Play-Offs, die Unkalkulierbarkeit hinsichtlich der neuen Saison und viele Fragen zu Sponsoren sorgen allerorts für finanzielle Einschnitte in unterschiedlicher Ausprägung! Wenn allerdings ausgerechnet in Krefeld zuerst die Lichter ausgehen, dann sind hierfür vor allem mangelnde Rücklagen und ein schlechtes Management verantwortlich. Nach dem Desaster mit Düsseldorf hätte den Verantwortlichen in Krefeld klar sein müssen, das man mit einem Ponomarev keine Geschäfte tätigt, wenn man finanziell eh schon seit Jahren nicht auf Rosen gebettet ist und zudem potente Geldgeber fehlen bei sportlich dauerhaft ausbleibendem Erfolg! Schade für die SUPER – Fans, aber Corona ist nicht der Inbegriff für den Krefelder Niedergang, sondern bestenfalls der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte!

  2. Alexander
    29.03.2020

    Es tut mir im Herzen weh zu sehen dass es um die Krefeld Pinguine so schlecht steht.So wie es aussieht gibt es auch keinen Aufsteiger der Oberliga in die DEL2 und auch keinen von der DEL2 in die DEL sowas macht den Sport kaputt wenn denn überhaupt nächste Saison gespielt werden kann.Das den Dauerkartenkunden jetzt schon das Geld vom Konto genommen wird obwohl keiner weiss wann es wirklich weiter geht ist ein Schlag ins Gesicht der treuesten Fans und dabei heisst es immer der Kunde ist König.

  3. Marco
    30.03.2020

    Best of seven sollte auf jeden Fall bleiben!

  4. Timo Engel
    11.04.2020

    Guter Bericht!

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