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Drei Punkte und eine Warnung vor dem Derby

Justin Shugg, Bill Thomas, Ben Hanowski, Felix Schütz und Christian Ehrhoff - Foto: Andreas Dick

Der 4:2-Sieg der Kölner Haie gegen die Straubing Tigers war für zwei Dinge gut. Zum einen für die drei Punkte, zum anderen als Warnung und Erinnerung vor dem Derby, die Konzentration über 60 Minuten hoch zu halten. Die Gäste hatten sich nach dem starken ersten Drittel des KEC beherzt ins Spiel zurückgekämpft und die Mannschaft von Peter Draisaitl in den finalen 40 Minuten vor große Probleme gestellt.

„Straubing über weite Strecken besser als wir“

Für die Partie am Freitagabend gegen die DEG könnte es hilfreich sein, dass das Spiel gegen die Straubing Tigers alles andere als ein Spaziergang für die Haie war. Souveränen Siegen hatte der KEC zuletzt häufig zu lässige Auftritte folgen lassen. Die 10.187 Zuschauer sahen ein dominantes erstes Drittel der Heimmannschaft, die aber nach der ersten Pause durch den energischen Einsatz der Tigers gehörig unter Druck geriet.

„Es ist unbestritten, dass Straubing heute über weite Strecken besser war als wir“, begann Peter Draisaitl sein Statement in der Pressekonferenz nach dem Spiel, und erläuterte das später noch: „Wir kamen heute nicht klar. Wir haben zwar eine Führung herausgespielt, aber wir kamen nicht klar. Wir waren zu spät. Wir kamen durch die Mittelzone nicht durch. Wir kamen nicht zum Tor. Wir haben relativ wenig hinbekommen. Wir haben es dennoch geschafft, in Führung zu gehen und die Führung irgendwie über die Zeit zu bringen. Manchmal muss man eben auch das können.“

„Es wird jeden zweiten Tage gespielt. Wir haben jetzt doch physisch und psychisch einiges hinter uns gebracht,“ so Draisaitl weiter. „Dann war das heute eben ein Abend, an dem tatsächlich nur die drei Punkte zählen.“

Verkürzte Bank nach dem zweiten Drittel

In der Reihe mit T.J. Mulock und Dylan Wruck war Blair Jones für den gesperrten Sebastian Uvira im Einsatz. Besser gemacht hat das die vierte Sturmformation – freundlich ausgedrückt – nicht. Die vierte Reihe zeichnet sich in ihrer Normalbesetzung vor allem durch ihren Speed und ihre Aggressivität aus, doch speziell in Sachen Geschwindigkeit war Jones nicht auf einer Höhe mit seinen beiden Reihenkollegen.

Für die letzten zwanzig Minuten ließ Draisaitl sie komplett auf der Bank und spielte nur noch mit drei Reihen, um die dünne Führung zu verteidigen. „Das war ein Spiel, in dem die vierte Reihe nicht ins Rollen kam“, erklärt der Kölner Headcoach seine Entscheidung. „Aber eigentlich taten wir das alle nicht. Also habe ich gedacht, dass wir den Rhythmus in den letzten zwanzig Minuten nicht aufrechterhalten können. Ich wollte, dass wenigstens die anderen zumindest auf der defensiven Seite die Beine unter sich kriegen. Da schienen mir drei Blöcke genug.“

Uvira wird Draisaitl am Freitag gegen Düsseldorf nach abgesessener Sperre wieder zur Verfügung stehen, was diese Reihe zurück zu gewohnter Qualität bringen sollte.

Chemie stimmt zwischen Shugg, Bolduc und Hanowski

Wer allerdings immer mehr ins Rollen kommt, ist die Formation mit Justin Shugg, Alexandre Bolduc und Ben Hanowski. Hatten sie am Sonntag bereits drei Treffer beim 5:2-Erfolg gegen Bremerhaven beigesteuert, brachten sie am Dienstag die Scheibe zweimal an Sebastian Vogl vorbei ins Straubinger Tor.

„Ich habe es ja damals schon gesagt, als wir Schwierigkeiten hatten zu treffen, dass wir einfach weiter konstant zum Tor gehen und die Zweikämpfe gewinnen müssen. Manchmal fallen die Tore eben gehäuft, manchmal verteilen sie sich über mehrere Spiele. Im Moment findet der Puck einfach seinen Weg ins Netz“, meint Ben Hanowski zur Torausbeute seiner Reihe in den letzten Spielen.

Leichtfertig mit der Führung umgegangen

Nachdem Shugg und Hanowski die Haie im ersten Drittel mit 2:0 in Führung gebracht hatten, nahmen die Straubinger dann allerdings den Kampf an, spielten deutlich konsequenter und aggressiver und ließen sich auch durch das 3:0 durch Felix Schütz nicht entmutigen. Die Haie hingegen ließen den Gästen zu viel Platz, waren zu langsam in ihren Entscheidungen an der Scheibe und fanden kaum Wege, sich aus dem Druck der Tigers zu befreien.

„Wir haben nach dem 3:0 sozusagen den Fuß vom Gaspedal genommen“, resümiert Hanowski. „Ich glaube nicht, dass wir das bewusst machen wollten. Aber man muss das auch den Tigers anrechnen. Sie haben sich zurückgekämpft und nicht aufgegeben. Im letzten Drittel haben wir uns auf die Defensive konzentriert. Da haben wir nicht mehr viel für die Offensive getan. Wir sind definitiv froh über diese wichtigen drei Punkte.“

„Wir wollten es natürlich eigentlich nicht nochmal so spannend machen, aber Straubing spielt wie eine Mannschaft, die nichts zu verlieren hat“, meint Pascal Zerressen. „Im zweiten Drittel hatten wir Probleme. Ihr Powerplay war das ganze Jahr nicht schlecht. Da haben sie ein Tor gemacht. Das andere war abgefälscht. Da steht es dann schnell 3:2. Wir haben uns aber nochmal zurückgekämpft und am Ende dann auch verdient die drei Punkte geholt.“

Düsseldorf wittert Morgenluft

Das Trainergespann der DEG, Tobias Abstreiter und Daniel Kreutzer, war gestern in der Arena und konnte sich einen Eindruck davon verschaffen, wie man die Haie in Schwierigkeiten bringt. Mit der Niederlage der Adler Mannheim gegen München haben sich die Chancen für die Düsseldorfer, es wieder in die Top-10 zu schaffen, um ein paar Prozent erhöht.

Rheinabwärts hat es nach dem Rauswurf von Headcoach Mike Pellegrims eine weitere Personalentscheidung gegeben. Marcel Brandt wurde aus disziplinarischen Gründen suspendiert, wie der Club am Dienstag bekanntgab. Alles, was dem Schlussspurt der DEG im Weg steht, wird eliminiert.

„Wir stehen vor dem ungemein wichtigen Derby gegen die Kölner Haie. Dafür müssen wir alle Kräfte bündeln und Störfeuer vermeiden. Dass ein Spieler dabei nicht voll mitzieht, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen“, wird Düsseldorfs sportlicher Leiter Niki Mondt auf der DEG-Website zitiert.

Nach einer Mannschaft, die nichts zu verlieren hatte, treffen die Haie nun also auf ein Team, das noch alles gewinnen kann. Die Mannschaft von Peter Draisaitl sollte also gewarnt sein.

Spielbeginn im ISS-Dome ist am Freitagabend um 19:30 Uhr. Wir übertragen die Partie live ab 19:15 Uhr.

Über den Autor: Henrike Wöbking

Henrike schreibt für haimspiel.de seit 2005 und wurde von Ex-NHL-Spieler Jason Marshall gelobt für "the best interview I ever did". Sie zeigte sich hauptverantwortlich für das Abschiedsvideo von Dave McLlwain. Außerdem ist sie Buchautorin und schrieb den Roman "Auf Eis" vor dem Hintergrund der Playoffs 2002.

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8 Kommentare

  1. paul147
    01.02.2018

    0

  2. paul147
    01.02.2018

    Düsseldorf ist zu schlagen, wenn die Haie die Strafbank meiden. Der Peter muss ein hartes Word reden, hält sie im Griff.

  3. Alexander
    31.01.2018

    Ich fand das Spiel gar nicht so schlecht wie viele meinen es war ein nervenaufreibendes Spiel aber das macht doch Sportarten aus.

    Positiv zu bewerten waren ganz besonders die Leistungen von Thomas und Bolduc.

    Krämer,Wruck und Mulock können mehr als das was sie diese Saison zeigen genau wie Ehrhoff und Sulzer das ist meiner Meinung nach nur durchschnitt.

    Aber es hat gereicht um zu siegen vielleicht kommen die Spieler ja erst so richtig in Schwung wenn die Playoffs oder Pree-Playoffs beginnen.

  4. Mike
    31.01.2018

    Hochspannung bis zum Emptynetter, Respekt vor den Tigers die sich trotz Tabellensituation nicht aufgaben.

    Das Erste Drittel sah ich die Haie im Stiele einer Spitzenmannschaft, vollstreckten effektiv und ließen nicht vor dem eigenen Tor nichts zu. Es war fast schon zu einfach.
    Das Zweite Drittel war dann ein Rollentausch, glaubte ich fast meinen Augen nicht,das wir das Spiel so aus der Hand geben konnten.
    Es brannte lichterloh bei jedem Angriff der Tigers vor unserem Tor, mein Dank gilt daher Gustaf Wesslau, der mit klasse Reflexen schlimmeres verhindern konnte.
    Ich sehe schon das sich an der Chancenverwetung was getan hat, an der Konstanz muss noch gearbeitet werden, und das daß am Freitag kein Spaziergang wird, ist hoffentlich allen beteiligten bewusst.
    Ansonsten war ich gestern eigentlich zufrieden, hatte das Spiel doch alles geboten…….Freude….Spannung…..Aufregung…..Erlösung

  5. Christian
    31.01.2018

    Mit der gebotenen Leistung hätten die Haie von jeder kanadischen Schülermannschaft den Arsch versohlt bekommen.
    Was bei den Kaien die komplette Saison fehlt ist eine Konstanz im positiven und ein erkennbares Spielsystem es ist doch eher der Zufall der regiert.

  6. Gabriele Umland
    31.01.2018

    Ja das Derby am Freitag wird nicht leicht für die Haie wenn wir nicht als Mannschaft auftreten u.so spielen wie in Nürnberg geht es für die Haie nach hinten los denn so wie gegen Straubing geht garnicht

  7. Bossy
    31.01.2018

    Letztes Vorrunden-Heimspiel gegen Straubing?

    Hm, wieso hatte ich da sofort Hawaii-Shirts, Sombreros, hüpfende Wasserbälle und eine herumwandernde, pinkfarbene Luftmatratze vor Augen, die mehr Blicke aus dem Publikum auf sich gezogen hat als der Puck auf dem Eis?

    Nun, diesmal kommt es zum Glück anders, aber wenn ich mir noch mal die gestrige Mannschaftsleistung vor Augen führe und darüber hinaus die Leistungen des Profi-Jahrgangs 2017/18 über alle Vorrundenheimspiele hinweg, so möchte ich den offiziellen Zuschauerschnitt von 11.222 als positive Überraschung der Saison bezeichnen.

    Und jetzt bitte, bitte am Freitag direkt “bereit sein” und nicht wieder die Sirene zur ersten Drittelpause mit der Schlusssirene verwechseln, denn ich komme zusammen mit ein paar rot-gelben Nasen in die Halle und Häme soll natürlich ausschließlich mir vorbehalten sein. :o)

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