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1. Spieltag: Wesslau stärkster Spieler beim Sieg über München

Gustaf Wesslau und die Nordkurve mit der Welle. Foto: Steffen Thaut.
Gustaf Wesslau und die Nordkurve mit der Welle. Foto: Steffen Thaut.

Die Kölner Haie sind mit einem 3:2-Sieg nach Penaltyschießen gegen Red Bull München in die Saison gestartet. Erfolgreich für den KEC waren Gogulla (1:1), Salmsonsson (2:1) und Eriksson mit dem entscheidenden Treffer im Penaltyschießen. Doch im Mittelpunkt zum DEL-Start sollten zwei andere Akteure stehen: Die beiden Torhüter Danny aus den Birken und Gustaf Wesslau.

Durch seine Flucht aus Köln und seine unglücklich gewählten Worte gegenüber Köln vor diesem Spiel hatte Danny aus den Birken den Unmut der Fans auf sich gezogen und wurde mit Pfiffen in der Arena empfangen. Er machte für München ein solides Spiel, kassierte aber beide Treffer in der regulären Spielzeit durch die Beine und wurde von Eriksson im Penalty – ebenfalls durch die Beine – düpiert. Sundblad wusste um seine Stärke: “Eriksson war mal Stürmer und hat starke Hände. Wir waren uns sicher, dass er ein guter Penaltyschütze ist.”

Neu-Hai Gustaf Wesslau kassierte zwar durch einen satten Schlagschuss ins lange Eck und einen abgefälschten Schuss seine Gegentreffer, zeigte aber mit starken Paraden, welcher Rückhalt er für den KEC sein kann. Alex Weiß ist glücklich über die Neuverpflichtung: “Wesslau hat schon in der Vorbereitung eine unglaubliche Ruhe ausgestrahlt. Wir haben nicht unser bestes Eishockey gezeigt und er hat uns in den entscheidenden Situationen im Spiel gehalten. Wir haben da einen echt guten Mann verpflichtet.” Trainer Sundblad war auch mit ihm zufrieden: “Wesslau war sehr stark, eine überragende Torwartleistung. Seine Saves im Mittelabschnitt waren heftig, aber es war ein Sieg der ganzen Mannschaft.” Wesslau selbst weiß, dass “gute Torhüterleistungen immer ein Schlüssel für einen Sieg sind. Aber wir gewinnen und verlieren als Mannschaft”. Im Penaltyschießen konnte er zudem alle Versuche der Bullen aus München vereiteln, hatte aber eine ganz andere Erklärung dafür: “Ich will als Torhüter beim Penaltyschießen geduldig sein und lange stehen bleiben. Das Eis vor mir war nicht das Beste, da lag eine Menge Schnee. Das macht es schwieriger für die Schützen und verschafft mir einen kleinen Vorteil”.

Beim 2:2-Ausgleich der Gäste war er machtlos, auch die Unparteiischen Schütz und Brüggemann waren sich auf Grund eines möglichen hohen Stocks nicht sicher. Schütz forderte – etwas überraschend – den Videobeweis an: Die einzige Kamera über dem Tor würde ganz sicher keine Aufklärung leisten können für diese Situation. So ähnlich musste auch das Gespräch auf dem Eis zwischen Haie-Kapitän Moritz Müller und dem Schiedsrichtergespann gewesen sein. Er fuhr schon vor der Entscheidung so frustriert Richtung Bank, dass der Dialog nach Sinnhaftigkeit des Videobeweises auf der Hand lag… Wohl wissend, dass sowohl Puck als auch Schläger bei Puckberührung schon über der Querlatte waren.

Ansonsten bestätigte Red Bull München die Rolle als Titel-Mitfavorit. Trotz des noch frühen Zeitpunkts in der Saison war das Team eingespielt, passsicher und überbrückte mit viel Tempo die neutrale Zone ins Angriffsdrittel. Die Haie – ebenfalls mit viel Tempo und sehr vielen langen Pässen aus der eigenen Zone – hatten noch ihre Defizite in der Passgenauigkeit. Alex Weiß: “In unserem Spiel ist noch Luft nach oben. Oft haben wir Pässe aus der Not heraus gespielt, für die wir eigentlich mehr Zeit gehabt hätten. Das müssen wir abstellen”, sieht aber auch das Potenzial der Mannschaft in der diesjährigen Saison: “Die neue Mannschaft ist schneller und fitter. Wir können Tempo über 60 Minuten gehen. Das ist der Unterschied zur letzten Saison, in der wir meist nur ein Drittel gut spielten und zwei Drittel schlecht. Da werden wir diese Saison mehr Konstanz in unser Spiel bringen können.” Auch der Spielaufbau der Haie war noch ausbaufähig: “Wir hatten Probleme mit dem Fore-Checking des Gegners, das müssen wir in den Griff bekommen. Am besten schon bis zum nächsten Spiel am Sonntag” wünscht sich Wesslau.

Chancen gab es auf beiden Seiten, aber München war über weite Strecken die Spiel kontrollierende Mannschaft. Ausgerechnet die beiden Torschützen und AHL-Neuzugänge Jaffray und Pinizzotto haben sich nicht nur auf dem Scoreboard eingetragen, sondern auch durch viele versteckte und giftige Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. Viele Verletzungen führten auch zu Spielunterbrechungen. Beispielhaft sei erwähnt, dass Pinizzotto bei einer Verletzung von Weiß es tatsächlich für nötig hielt, zur Haie-Bank zu fahren und sich mit den Betreuern des KEC anzulegen. Die Haie fanden physisch keine Antwort, aber man darf vor allem auf das erste Spiel gespannt sein, an dem Hamburgs David Wolf seine Sperre abgesessen hat und wieder auf dem Eis zu sehen ist: Gegen München. ServusTV überträgt das Spiel am 27.9.2015 live.

Neben dem Eis:  Die schwedische Zeitung aftonbladet.se war ebenfalls gestern unter der Presse mit zwei Journalisten vertreten. Vor allem Wesslau, Umicevic und Aslund sorgen für einen Fokus der schwedischen Presse auf die Kölner Haie.

 

Über den Autor: Dennis Wegner

Dennis gründete gemeinsam mit René im Sommer 2003 haimspiel.de und betreut die Seite bis heute als 1. Vorsitzender. Außerdem war er zwischendurch für das Haie-Fanprojekt tätig, hat mit dem Team und der Fanszene "Wir sind Haie" ins Leben gerufen und die Flyeraktion "Köln ohne Haie?" mit großem medialen Echo organisiert.

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LIVE: 3:2-Sieg nach Penaltyschießen!

4 Kommentare

  1. Micha
    12.09.2015

    Woher weißt du denn, dass der Stock beim Tor zu hoch war, wenn es keine eindeutige (!) Perspektive gibt? ;-)

    Und das Pinizotto nach dem Check wegen Weiß zur Bank fährt ist nur verständlich wenn man sich mal ansieht, wie Weiß floppt nach dem Check. Er nimmt den Check, bleibt stabil, halbe Sekunde vergeht, er sieht wer der Gegenspieler war und fällt vom Blitz getroffen zu Boden. Das war schon ARG verzögert und für mich ganz klar Absicht von Alex, da Pinizotto zuvor schon einige Male (zurecht) negativ aufgefallen war und Weiß da denke ich einfach eine größere Strafe ziehen wollte.
    Grüße

  2. schippli
    13.09.2015

    Bei der Zusammenfassung von laola1.tv sieht man deutlich das die Kelle zu hoch war ;)
    Grüße

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