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Was sich zur neuen Saison in der DEL ändert

Wie zu jeder neuen Saison verändern sich nicht nur die Teams, sondern auch die Liga selber. Zur am Freitag beginnenden Saison 2015/16 gibt es wieder große und kleinere Neuigkeiten in der DEL, wir stellen sie euch heute vor.

Hamburg raus, Bremerhaven rein

Das Aus der Hamburg Freezers im Mai kam überraschend, mit der Hansestadt fällt einer der prominenteren Standorte der DEL weg. Ersatz war glücklicherweise schnell gefunden und somit geht die Liga wieder mit 14 Teams an den Start. Auch der Neuling kommt aus dem Norden der Republik, es handelt sich um die Fischtown Pinguins. Die Bremerhavener scheiterten zwar im DEL2-Viertelfinale bereits an den Dresdner Eislöwen, hatten sich als Mitfavorit auf die DEL2-Meisterschaft allerdings – wie in den Jahren zuvor auch schon – vorab bereits für die DEL-Lizenz beworben und erhielten diese dann auch. 16 Neuzugänge stehen im Kader von Trainer Thomas Popiesch, 9 Spieler haben den Sprung ins Oberhaus mitgemacht, insgesamt scheint eine Prognose eher schwierig, die Verantwortlichen geben sich aber kämpferisch und wollen am Ende der Spielzeit auf keinen Fall den letzten Platz belegen. Dabei wird auch auf das heimische Publikum gesetzt, das die 4647 Zuschauer fassende Eisarena zu einer Festung machen soll. In der letzten Saison betrug der Zuschauerschnitt bereits 4198 Besucher, eine komplett ausverkaufte Saison erscheint in der DEL also wahrscheinlich, da auch viele Fans anderer Teams die neue Halle besuchen wollen werden. Schnell sein ist also angesagt, wenn man sein Team vor Ort unterstützen will, die Fanprojekte aller Vereine sind hier der beste Ansprechpartner, da mit ihnen entsprechende Vereinbarungen für Gästekontingente vereinbart sind.

Infos zum ersten Spiel der Haie in Bremerhaven findet ihr hier, zum zweiten Spiel wird es einen Sonderzug geben, weitere Infos hier.

Regelanpassungen

Zwei entscheidende Änderungen hat sich die DEL für neue Saison beim Regelwerk ausgedacht. Mit dem neuen Overtime-Format folgt man dabei der NHL, hier wird zukünftig mit 3-gegen-3 Feldspielern gespielt. Das soll für mehr Spektakel und mehr Spiele, die bereits in der Verlängerung entschieden werden, sorgen. Ob dies auf dem im Vergleich größeren Eis und der geringeren Qualität der Spieler auch fruchten wird, muss sich im Saisonverlauf zeigen. Insgesamt aber eine recht einfache Anpassung, die schnell zu verstehen ist und nur bei Strafen zu Verwirrungen führen kann, da hier einiges zu beachten ist. Wir zitieren einfach die Regelerläuterung der DEL zum Thema:

Da laut Regelbuch mindestens drei Feldspieler jeder Mannschaft auf dem Eis stehen müssen, wird bei verhängten Strafen nicht die Anzahl der Spieler des sich verfehlenden Teams reduziert, sondern die andere Mannschaft darf einen weiteren Feldspieler einsetzen. Über diesen Weg wird also die Überzahl hergestellt. So wird z. B. über einen zusätzlichen Feldspieler eine 4-gegen-3-Überzahl geschaffen. Kehrt der Spieler nach Ablauf der Strafe auf das Eis zurück, wird die Anzahl der Feldspieler im nächsten Unterbruch wieder von 4 gegen 4 auf 3 gegen 3 Feldspieler angepasst.

Dieselbe Vorgehensweise gilt auch, wenn mehrere Strafen gegen nur eine Mannschaft verhängt werden oder mehrere Strafen gegen nur eine Mannschaft aus der regulären Spielzeit mitgenommen wurden. Um die doppelte Überzahl herzustellen bzw. zu erhalten, wird in der Verlängerung mit 5 gegen 3 Feldspielern gespielt.

Eine Besonderheit gilt es noch zu beachten. Haben wir den Fall, dass in der regulären Spielzeit im Spiel mit voller Anzahl an Spielern auf dem Eis jeweils eine Kleine Strafe gegen beide Teams verhängt wird, kommen beide Kleine Strafen in die Strafzeituhr. Die Regel will es hier ausnahmsweise so, dass die beiden an sich zusammenfallenden Kleinen Strafen sich hier nicht gegenseitig aufheben.

Beide Kleine Strafen werden in diesem Sonderfall ausnahmsweise jeweils in die Strafzeituhr eingegeben. Die Besonderheit besteht jetzt darin, dass diese beiden noch laufenden Kleinen Strafen mit Beginn der Verlängerung als zusammenfallende Strafen gelten. Die Folge: Sie werden in der Strafzeituhr gelöscht. Die beiden jeweils mit einer Kleinen Strafe bestraften Spieler bleiben auf der Strafbank. Dort sitzen sie den Rest ihrer noch laufenden Kleine Strafe ab. Im Spielunterbruch nach dem Rest ihrer Kleinen Strafe dürfen sie die Strafbank verlassen.

Die zweite Regelanpassung bewegt sich weg von der Auslegung des Weltverbandes IIHF, es geht um die Auslegung des Torraumabseits. In der Kurzform ist Torraumabseits nur noch dann gegeben, wenn der Angreifer relevanten Kontakt mit dem Torhüter hat, relevanten Kontakt zwischen Torhüter und verteidigendem Spieler herbeiführt und/oder dem Torhüter im Torraum die Sicht versperrt. Als „relevanter Kontakt“ gilt dabei jede Berührung des Angreifers mit Körperteil oder Schläger am Torhüter, der diesen in seinem Stellungsspiel oder an der Puckabwehr behindert. Die Regelerläuterung im Detail findet ihr hier. Insgesamt ist die Anpassung Stürmerfreundlicher und soll für mehr gültige Tore sorgen, lässt aber sicher noch genug Spielraum für ausufernde Diskussionen unter Spielern und Fans nach strittigen Entscheidungen.

Neue Schiedsrichter mit neuen Hilfsmitteln

Gleich sechs neue Schiedsrichter werden ab Freitag DEL-Partien leiten dürfen. Neben Michael Klein sind dies die ehemaligen Linesmen Benjamin Hoppe, Christoffer Hurtik, Elvis Melia und Andre Schrader. Prominentester Name unter den Neulingen ist aber ganz klar Ex-Hai Lasse Kopitz, der in nur zwei Jahren den Weg von der Schiedsrichter-Ausbildung in die höchste Spielklasse schaffte. Aufmerksamen Beobachtern im Haie-Umfeld ist der 36-jährige schon bei Spielen der Junghaie aufgefallen. Aus verschiedenen Gründen werden Felix Winnekens, Alfred Hascher, Stefan Vogl und Simon Aicher das gestreifte Trikot nicht mehr überstreifen. Insgesamt 24 Schiedsrichter sind damit in der neuen Saison für ordentliche Spielabläufe zuständig.

Unterstützt werden die Unparteiischen dabei von neuer neuer Technik in allen DEL-Stadien. Wie die EishockeyNews in ihrem Sonderheft berichtet, wurde in jeder Halle ein digitales System mit vier Kameras installiert, mit dem sich die Schiedsrichter strittige Szenen gleichzeitig aus verschiedenen Perspektiven ansehen können sollen. Die Bedienung dieser Technik wurde angeblich auch vereinfacht, so dass minutenlange Videobeweise vielleicht bald der Vergangenheit angehören.

Alle Spiele live

Diese Änderung dürfte den meisten Fans nicht entgangen sein, alle Spiele der Saison und Playoffs werden von der Telekom live im Internet und über Telekom Entertain übertragen. Wir verweisen hierzu auf unseren Artikel aus dem August. Durch die Partnerschaft mit der Telekom ändern sich auch die Bullyzeiten, zumindest am Sonntag. Während 19:30 Uhr die Zeit für freitagabends bleibt, gibt es sonntags jetzt Eishockey satt, Bullyzeiten sind 14 Uhr, 16:30 Uhr und 19 Uhr, es sollen nie mehr als drei Spiele zeitgleich stattfinden.

Nach vier Jahren ServusTV ist der neue Partner im FreeTV Sport1, hier sollen mindestens 40 Spiele übertragen werden, zumeist sonntags. Während es in der letzten Saison bei Fernsehspielen nach jedem Tor eine 45-sekündige Pause gab, in der das Spiel nicht wieder angepfiffen werden durfte, beträgt dieses „Tor-Break“ in der neuen Spielzeit nur noch 30 Sekunden – dafür aber bei jedem Spiel. Praktisch dürfte sich das allerdings nicht bemerkbar machen, ein Torjubel mit Abklatschen an der Bank und anschließendem Aufstellen am Mittelkreis dauert sowieso länger.

Neue Homepage und neuer Statistikpartner

Auch vor der Liga-Homepage macht der Einfluss der Telekom nicht halt. Wer wie gewohnt del.org in seinen Browser eintippt landet direkt auf der neuen Präsenz telekomeishockey.de im neuen Design. Hier scheint aktuell mehr Wert auf redaktionelle Inhalte gelegt zu werden, eine Tendenz, die durchaus zu begrüßen wäre.

Nicht sofort bemerkbar macht sich der Wechsel des Statistikanbieters, hier hat die kommende Spielzeit aber einiges zu bieten. Die Liga wechselt weg von Pointstreak zum tschechischen Anbieter eSports Media, der bereits Inhalte für tschechische Lige und die Champions Hockey League produziert hat und frischen Wind mitbringt. Während die Statistiken in den Arenen bisher noch händisch per Strichliste geführt wurden, wird dies nach haimspiel.de-Informationen zukünftig per Tablet geschehen – und das live, also direkt über die Webseite einsehbar. Außerdem werden die Statistiken umfangreicher werden, so sollen zukünftig unter anderem auch geblockte Schüsse gezählt werden, was den Weg für die in Nordamerika bereits sehr beliebten „Advanced Stats“ wie z.B. Corsi auch in Deutschland öffnen kann.

Über den Autor: Robert Heppekausen

Robert ist seit 2004 für haimspiel.de tätig und hat in der Zeit unter anderem am Radio das Rekordspiel gegen Mannheim kommentiert und war Mit-Ideengeber für die "Wir sind Haie"-Shirts. Zusammen mit Dennis hat er die Facebook-Seite der Kölner Haie ins Leben gerufen und für den Club aufgebaut.

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Fanstammtisch am Mittwoch mit Mirko Lüdemann

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