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Torsten Ankert im Kurzinterview

Torsten Ankert im Duell mit Vadim Krasnoslobodtsev (KAZ). Foto: Peggy Nieleck

Am Sonntag gewann die deutsche Eishockeynationalmannschaft ihr zweites Turnierspiel bei der WM in Minsk mit 3:2. Wir haben nach dem Sieg Haie-Verteidiger Torsten Ankert zu seinen Erfahrungen auf und nebem dem Eis bei dieser Weltmeisterschaft befragt.

Torsten, Glückwunsch zum Sieg. Wie war das Spiel aus deiner Sicht?

Es war ein Spiel auf Augenhöhe. Ich denke mal, wir sind ganz gut gestartet, sind auch 1:0 in Führung gegangen, sind 2:1 in Führung gegangen. Die Letten haben dann immer wieder ausgeglichen, und am Ende haben wir diszipliniert gespielt und sind dann durch die Chance vom Oppi und dem Penalty, den er dann reinmacht, in Führung gegangen. Auch verdient, würde ich sagen. Und dann haben wir das einfach über die Zeit gebracht.

Wieviel habt ihr gestern vom Spiel der Letten mitbekommen und mit welcher Einstellung seid ihr heute reingegangen?

Wir wussten natürlich, dass es ein direkter Konkurrent von uns ist. Das sind enorm wichtige Spiele. Wir haben mitbekommen, dass die Letten gestern die Finnen geschlagen haben und deswegen haben wir uns gedacht, dass die wahrscheinlich gut drauf sind. Aber zu viel haben wir da nicht drüber nachgedacht. Wir wussten, dass wenn wir unser Spiel spielen und zum Spiel von gestern eine Schippe drauflegen, dass wir dann ganz gut aufgestellt sind. Das ist uns auch gut gelungen.

Du warst im vorletzten Wechsel mit auf dem Eis, als die Letten nochmal Druck gemacht haben. Beschreib mal, wie es da unten auf dem Eis war.

Ja, da ist natürlich eine Anspannung dann. Da ist eine Auszeit von den Letten, man weiß, die nehmen jetzt den Torwart raus, haben einen Mann mehr. Man selber darf den Puck nicht einfach runterschießen, weil es dann natürlich Icing ist. Also versucht man, mit den fünf Mann, die auf dem Eis sind, zu verteidigen und die Letten nur zu Schüssen von außen kommen zu lassen. Das knistert aber da unten, da ist eine Brisanz drin. Der Pulsschlag, der steigt dann schon ein bisschen, aber das ist eigentlich alles.

Das ist jetzt deine zweite WM und du warst letztes Jahr in der gleichen Situation, in der dieses Jahr viele von den neuen Jungs sind. Wie geht ihr damit teamintern um und was gibst du den „Neulingen” mit?

Von den Neulingen, die dabei sind, sind jetzt ein paar schon etwas älter, so wie der Oppi und der Weißi von uns. Ich denke, denen braucht man nicht viel sagen. Die wissen wie man Eishockey spielt, haben schon genug Spiele in ihrer Karriere gemacht und machen sich auch ganz gut. Bei den anderen jungen kann ich eigentlich nur ein Kompliment aussprechen, wie bodenständig und wie ruhig die das angehen und wie sie spielen. Ihnen ist kaum Nervosität anzusehen und ich muss schon sagen „Hut ab!”, wie die Jungs das machen. Deswegen muss man da auch eigentlich gar nicht viel drüber sprechen, weil die alle so gut drauf sind, dass das fast ein Selbstläufer ist.

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Torsten Ankert im DEB-Dress. Foto: Nieleck.

Wie ist es für dich jetzt im zweiten Jahr im Unterschied zum ersten Jahr?

Man kennt jetzt die ganzen Abläufe, die Organisation von so einer Weltmeisterschaft, man kennt so ziemlich alles, was im Verlauf passiert. Die WM dieses Jahr ist in dem Sinne anders mit unseren Spielen. Letztes Jahr sind wir gegen Finnland gestartet in Helsinki und da hat natürlich keiner mit uns gerechnet, aber wir haben trotzdem einen Punkt geholt. Dieses Jahr standen wir von Anfang an direkt unter Druck. Gegen Kasachstan und Lettland, das waren zwei Spiele in denen wir punkten oder gewinnen wollten, und deshalb standen wir von Anfang an bei dieser WM mehr unter Druck und mehr im Fokus.

Du bist erst sehr spät dazugekommen mit den anderen Jungs aus Köln. Wie schwer war es, in die Mannschaft zu finden, die ja schon 3-4 Wochen zusammen war?

Schwer war das nicht. Wir kennen die ganzen Jungs ja, das Spielsystem kennen wir auch. Das ist schon eine Weile so. Ich habe auch unterm Pat schon einige Spiele gemacht, letztes Jahr bei der WM haben wir eigentlich genau so gespielt vom System her. Und ich hab auch dieses Jahr noch den Deutschland-Cup gespielt, deshalb ist das keine große Umstellung. Wie gesagt, wir kennen die ganzen Spieler und deswegen war es nicht schwer, direkt Anschluss zu finden.

Jetzt habt ihr einen Tag Pause, was steht da an?

Ich weiß noch nicht, ob wir was mit der Mannschaft machen, aber ich denke mal, der Fokus wird auf Regeneration gelegt. Danach spielen wir direkt wieder zwei Spiele in zwei Tagen. Also nichts großes, etwas entspannen und Behandlung.

Hast du denn schon ein bisschen was von Minsk gesehen bisher?

Ja, ich bin schonmal mit dem Moritz Müller in die Stadt gefahren, aber das ist anders, als wir es aus Westeuropa kennen. Die haben jetzt nicht wirklich ne Fußgängerzone oder so, es liegt hier alles an diesen großen Hauptstraßen. Also wenig spektakulär, aber zum ganzen Drumherum muss ich sagen, wie wir hier behandelt werden, wie das Hotel ist, wie die Eishalle ist, wie die ganzen Voraussetzungen für uns sind, das ist einfach 1A. Das ist ganz ganz grosses Niveau.

Über den Autor: Robert Heppekausen

Robert ist seit 2004 für haimspiel.de tätig und hat in der Zeit unter anderem am Radio das Rekordspiel gegen Mannheim kommentiert und war Mit-Ideengeber für die "Wir sind Haie"-Shirts. Zusammen mit Dennis hat er die Facebook-Seite der Kölner Haie ins Leben gerufen und für den Club aufgebaut.

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