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Sturm verlässt DEB und wird neuer Assistant-Coach der LA Kings

Die deutsche Nationalmannschaft beim Vorbereitungsspiel gegen Lettland. Deutscher Eishockey-Bund e.V. (DEB) / City-Press GmbH
Die deutsche Nationalmannschaft beim Vorbereitungsspiel gegen Lettland. Deutscher Eishockey-Bund e.V. (DEB) / City-Press GmbH

Nur wenige Tage vor dem Deutschland-Cup 2018 in Krefeld schlägt diese Nachricht ein wie eine Bombe: Wie der NHL-Insider und „Hockey Night in Canada“-Moderator Chris Johnston berichtete und die LA Kings später bestätigten, wird Marco Sturm seine Position als Deutscher Bundestrainer nach dem anstehenden Turnier aufgeben, um im Coaching-Team der Los Angeles Kings zu arbeiten. Nach Ralph Krüger wird Sturm der zweite Deutsche sein, der ein Traineramt in der NHL bekleiden wird.

“Ein Traum geht in Erfüllung”

Gegenüber dem DEB äußerte sich Sturm mit den Worten: “Der Zeitpunkt der Anfrage kam auch für mich überraschend. Aber die NHL war auch als Trainer immer mein Ziel, deshalb geht für mich ein Traum in Erfüllung. Ich bin dem DEB nicht nur dafür dankbar, dass er mir diesen Schritt ermöglicht. Sondern auch dafür, dass er mir die Chance zum Einstieg in das Geschäft gegeben hat.”

Sturm bat um die Auflösung seines bis 2022 laufenden Vertrags. Der DEB entsprach der Bitte des 40jährigen.

DEB-Präsident Franz Reindl äußerte sich hierzu wie folgt: „Nachdem Marco mit dieser Bitte auf uns zugekommen ist, haben wir uns intensiv damit beschäftigt und sind letztlich zum Entschluss gekommen, dass wir ihm diese Chance nicht verbauen können. Ein deutscher Trainer in der NHL ist auch ein Aushängeschild für unser Eishockey.“

Über 1000 NHL-Spiele und jede Menge Erfahrung

Der 1996 an Position 21 gedraftete Sturm verbrachte einen Großteil seiner Karriere in der NHL. In über 1000 Spielen für sechs Teams sammelte Sturm viel Erfahrung und 487 Punkte (242 Tore und 245 Assists). Für die Kölner Haie spielte der Dingolfinger fünfmal in der regulären Saison und zwölfmal in den Playoffs 2012/2013.

Erfolgreich an der Bande der Nationalmannschaft

Im Juli 2015 – eineinhalb Jahre nach seinem offiziellen Karriereende – nahm Sturm die Stelle als Trainer der Nationalmannschaft sowie General Manager des DEB-Teams an. Der mutige Schritt des DEB auf einen Trainer-Neuling zu setzen, zahlte sich aus. Wenige Monate nach seinem Amtsantritt gewann die Nationalmannschaft unter dem neuen Bundestrainer den Deutschland-Cup.

Durch den Einzug in das Viertelfinale der Weltmeisterschaft 2016 verlängerte sich sein Vertrag um zwei Jahre. Die Qualifikation der Nationalmannschaft für die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang gelang nach einem knappen 3:2 gegen Lettland, wiederum verlängerte sich Sturms Vertrag um ein Jahr.

Auch bei der Heim-Weltmeisterschaft 2017 in Köln und Paris stürmte das Team unter Sturm in das Viertelfinale, wo man Kanada mit 1:2 unterlag.

Olympisches Silber – Größter Erfolg einer Deutschen Nationalmannschaft

Viele Jahre war das Erringen der Bronze-Medaille der Olympischen Winterspiele von Innsbruck 1976 der größte Erfolg einer Deutschen Nationalmannschaft. Bei den Winterspielen von Pyeongchang 2018 konnten unter anderem Weltmeister Schweden und Titelverteidiger Kanada besiegt werden, bevor man im Finale den „Athleten aus Russland“ in der Verlängerung unterlag. Marco Sturms Platz in den deutschen Sport-Geschichtsbüchern wurde durch dieses Ergebnis zementiert.

LA Kings reagieren auf Saisonstart

Wie am heutigen Abend bekannt wurde, haben die Los Angeles Kings Trainer John Stevens sowie Assistant-Coach Don Nachbauer nach einem Saisonstart mit nur vier Siegen aus den ersten 13 Saisonspielen gefeuert.

Neuer Cheftrainer wird Willie Desjardins, der somit der 25. Trainer der LA Kings wird. An seiner Seite wird Marco Sturm arbeiten, der in der Saison 2010/2011 das Trikot der Kings trug.

Wer soll die Nationalmannschaft nach dem Deutschland Cup trainieren?

Über den Autor: René Guzmán

René hat Haimspiel.de 2003 zusammen mit Dennis gegründet. Mit Tobias hat er die allererste Radioübertragung aus Iserlohn gesendet. Er war Mitglied des Vorstandes des KEC "Die Haie" e.V., 2010 war er an der Organisation der Ausstellung "Powerplay - Eishockey in Köln" zur Eishockey-WM im Deutschen Sport und Olympia-Museum beteiligt, hat seine Staatsexamensarbeit zum Thema "Eishockey in Deutschland bis 1945" verfasst und z.B. das "Wir sind Haie!"-Logo und das Logo des Haie-Fanprojekts entworfen.

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  • haiemaus sagt:

    Alles richtig gemacht, Marco. Glückwunsch.

    Seit einer Woche bin ich stolzer Abonnent der NHL und freue mich nun riesig weitere deutsche Talente dort vorzufinden. Als Haie-Fan muss man sich halt Alternativen suchen.

    Uwe wäre sicherlich der Beste, jedoch wird er das für den Salär und laufendem, guten Vertrag nicht machen. Ehrhoff wäre auch eine Institution aber der hat das Spektakel auch nicht mehr wirklich nötig.
    Wieso nicht mal neue, jüngere Leute? Goc wäre da für mich auch durchaus denkbar. Oder Tino Boos.

  • Alexander sagt:

    Erich Kühnackl oder Hans Zach wären Top Feuerwehrmänner.Wenn man Uwe Krupp bekommt ist er mein Favorit aber Jochen Hecht,Didi Hegen sowie Uli Egen sollte man nicht vergessen genau wie Ernst Höfner.

  • Waelli sagt:

    Ich mach‘s…

  • Alexander sagt:

    Wie wäre es mit Rupert Meister oder Axel Kammerer.Als Team Leiter würde ich Gerhard Brunner vorschlagen.

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