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Stimmen zum 3:1-Sieg gegen Schwenningen

Philip Gogulla - Foto: Florian Müller

Drei wichtige Punkte fuhren die Haie am Sonntagnachmittag gegen die Wild Wings ein. In einer Partie, die der KEC über die ersten 40 Minuten kontrollierte, gelang es den Hausherren nur zweimal, Gästegoalie Dustin Strahlmeier zu überwinden. Den dritten Kölner Treffer erzielte Jones ins leere Tor, nachdem Schwenningen zu Beginn des Schlussabschnitts mit dem Treffer zum 1:2 das Spiel nochmal eng gemacht hatte. Die Stimmen zum Spiel von Cory Clouston, Marcel Ohmann, T.J. Mulock, Moritz Müller und Philip Gogulla.

Das erste Tor war wichtig

Cory Clouston: „Dass wir das erste Tor gemacht haben, war wichtig. In den letzten paar Spielen hatten wir kein Scheibenglück. Das war ein wichtiges Tor für uns, das uns ein bisschen Selbstvertrauen gegeben hat. Dadurch haben wir besser unseren Rhythmus gefunden als zuletzt. Es macht einen großen Unterschied, wenn man nicht einem Rückstand hinterherlaufen muss. Defensiv haben wir einen super Job gemacht. In den ersten 40 Minuten haben wir – laut unseren Statistiken – nur sieben Torschüsse zugelassen. So wenige waren es vermutlich in der ganzen Saison noch nicht. Im dritten Drittel haben wir uns ein bisschen zurückgelehnt. In dem Drittel war es schwierig, durch die vielen Strafen besonders gegen Ende des Drittels, Momentum  und Spielfluss zu generieren. Das hat die ganze Angelegenheit ein bisschen spannender gemacht, als es sollte. Wir nehmen diesen Sieg mit und gehen weiter.“

„Ich würde nicht sagen, dass das Powerplay mir Sorgen macht, aber da müssen wir natürlich besser werden. Wir hatten im zweiten Drittel ein paar gute Chancen, die [Schwenningens] Goalie gut pariert hat. Wir versuchen das Powerplay zu entwickeln und nehmen kleine Umstellungen vor. Im Moment probieren wir unterschiedliche Spieler im Powerplay aus. Wir haben Hager verloren, der da eine wichtige Rolle spielt. Das hat einen großen Einfluss auf das Personal in der ersten Powerplay-Unit. Wir arbeiten daran. Aber mir hat gefallen, dass wir ein paar sehr gute Chancen hatten. Der nächste Schritt muss natürlich sein, diese Chancen auch zu verwerten.“

Ich will mich gut zeigen

Marcel Ohmann: „Kein Spieler ist froh, wenn er nicht spielt. Wir müssen uns an die Situation anpassen. Das haben wir auch alle gemacht. Wenn ich jetzt die Chance bekomme zu spielen, dann will ich mich natürlich gut zeigen, damit ich auch weiterhin spiele, und zeigen, dass ich spielen will. Ich habe mich ein bisschen schwer getan. Ich glaube, es waren jetzt sieben Wochen, die ich nicht gespielt habe. Da fehlt die Spielpraxis schon ein bisschen, aber ich glaube, ich hab’s ganz gut gemacht. Schauen wir mal, wie es weitergeht.“

Mehr Verantwortung

T.J. Mulock: „Wir haben uns gegen Teams, die unten in der Tabelle stehen, aus irgendeinem Grund die ganze Saison schon schwergetan. Da sind wir nie rausgekommen und haben 60 Minuten gespielt. Das haben wir heute aber gemacht. Die letzten paar Spiele waren alle sehr eng und hätten in jede Richtung ausgehen können, in denen wir ein paar Mal den Kürzeren gezogen haben. Deswegen war es gut zu sehen, wie fokussiert heute alle zu jedem Zeitpunkt im Spiel waren. Das ist das, was wir auch weiterhin brauchen.“

(Zu seinem Einsatz in der 1. Reihe und im heutigen Spiel auch Eiszeit im Powerplay:) „Für mich fühlt es sich gerade toll an. Je mehr Eiszeit man hat und je mehr man zum Spiel beitragen kann, umso besser fühlt man sich. Aber die Hauptsache ist, dass das Team gewinnt. Wo auch immer im Line-Up ich gebraucht werde, da spiele ich. Im Moment freue ich mich sehr, mit zwei offensiven Spielern zu spielen. Das bringt natürlich ein bisschen mehr Verantwortung mit sich. Die Jungs erwarten von einem, dass man an beiden Enden des Eises abliefert. Das muss man zwar auch in den hinteren Reihen, aber hier kommt eben der Fokus auf die Offensive dazu. Die Jungs erwarten, dass man Tore macht, Offensive kreiert und Momentum generiert.“

(Zur Reaktion der Mannschaft auf Marcel Ohmanns Tor: ) „Die Bank ist ausgerastet. Jeder hat sich für ihn gefreut. Er ist so ein toller Spieler, der es in jedem anderen Team verdient hätte, immer im Aufgebot zu sein. Wir sind nunmal ein Team mit viel Tiefe. Er geht damit wirklich gut und sehr professionell um.“

„Wir haben vor dem Spiel noch darüber gesprochen, wie wichtig das erste Tor sein wird. Heute war das Tor einer der wichtigsten Faktoren. Wir wollten keinem Rückstand hinterher laufen. Dass wir den Specialteams-Wettkampf gewonnen haben, war der andere wichtige Faktor. Wenn wir mit diesen Dingen so weitermachen, dann sind wir gut unterwegs.“

Wollten heute eine Antwort geben

Moritz Müller: „Mein Eindruck war, dass wir von Anfang an hundertprozentig da waren. Ich denke, allen war die Situation bewusst. Das letzte, was wir hier wollten, war, heute nochmal gegen Schwenningen zuhause zu verlieren. Gerade nach den zwei Niederlagen wollten wir heute eine Antwort geben. Ich denke, dass wir eigentlich ein gutes Spiel gezeigt haben und sehr konzentriert waren. Es hat lediglich das dritte Tor gefehlt, um den Gegner wirklich zur Seite zu schieben.“

„Die ersten zwei Drittel stand Schwenningen sehr hinten drin. Es ist klar, dass die am Ende sagen, ok, wenn die Haie das dritte Tor nicht machen, dann werfen wir jetzt mal alles nach vorne. Dann wurden sie ein bisschen mutiger und belohnen sich mit einem Schuss bei vier gegen vier bei einer unglücklichen Situation beim Bully, als wir eine Strafe genommen hatten, die wir in eigener Überzahl nie nehmen dürfen. Dann kriegt Schwenningen Mut und wir werden ein bisschen verunsichert, weil wir merken, dass wir kein Tor mehr schießen. Da kann’s dann hinten nochmal eng werden.“

Gut in die Partie gefunden

Philip Gogulla: „Ich denke, wir haben gut in die Partie gefunden. Wichtig war, dass wir das erste Tor gemacht haben und im zweiten Drittel ein zweites nachgelegt haben. Am Ende wurde es nochmal eng. Das müssen wir in Zukunft besser runterspielen. Wir haben viele Powerplays gehabt, die wir leider nicht genutzt haben. Deswegen war das Spiel leider bis zum Ende offen.“

(Auf die Frage nach seinem guten Spiel in Augsburg und genauso heute: ) „Ich werde als Spieler schon daran gemessen, dass ich punkte. Das versuche ich mir natürlich zu Herzen zu nehmen. Ich denke, die letzten beiden Spiele waren sehr ordentlich von mir persönlich. Ich versuche natürlich immer, der Mannschaft mit meiner besten Leistung zu helfen. Gott sei Dank hat es in den letzten beiden Spielen gut geklappt.“

(Zu Mulock als Ersatz für Hager als Center der ersten Reihe: ) „Das einzige, was sich spieltechnisch ändert ist, wenn T.J. über die Mitte kommt, dann hat er die Scheibe auf seiner Vorhand. Es ist für ihn leichter, zu mir raus zu spielen als für den Hagi, der mit der Rückhand zu mir passen oder sich erst drehen muss. T.J. hat etliche Jahre in Berlin gespielt, ich weiß nicht wie viele Meisterschaften gewonnen und auch fast jedes Jahr gut gepunktet. Der muss keinem mehr beweisen, dass er Eishockey spielen kann. Da mache ich mir keine Sorgen und spiele auch gern mit ihm zusammen.“

Über den Autor: Henrike Wöbking

Henrike schreibt für haimspiel.de seit 2005 und wurde von Ex-NHL-Spieler Jason Marshall gelobt für "the best interview I ever did". Sie zeigte sich hauptverantwortlich für das Abschiedsvideo von Dave McLlwain. Außerdem ist sie Buchautorin und schrieb den Roman "Auf Eis" vor dem Hintergrund der Playoffs 2002.

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Ohmann-Tor beim 3:1-Sieg gegen Schwenningen
  • Traumpass sagt:

    Na, da klingt ja doch eine ganze Menge Respekt gegenüber dem Tabellenletzten Schwenningen durch. Wenn das der Grund dafür ist, dass das Team diesmal 60 Minuten gearbeitet hat, dann bitte grundsätzlich mehr davon, vor allem gegen die Flop 6 der Tabelle, die zur Halbzeit der Vorrunde punktemäßig so schwach sind wie selten zuvor.

    Und bitte auch so konzentriert am 4. Advent vor ausverkauftem Haus auftreten, auf dass in Folge nur an der Brehmstraße der Baum so richtig brennen möge.

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