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„Schöner, erarbeiteter Auswärtssieg“ – Stimmen zum Sieg in Nürnberg

Haie-Torjubel in Nürnberg - Foto: Alexandra Schmitz

Die Kölner Haie setzten sich am Sonntag im Verfolgerduell gegen die Thomas Sabo Ice Tigers mit 4:3 durch. In der hochklassigen Partie geriet der KEC zunächst in Rückstand, konnte die Partie aber drehen und mit den Toren von Jones (2), Ehrhoff und Hager sowie dem Rückhalt durch Gustaf Wesslau für sich entscheiden. Die Stimmen zum Spiel von Cory Clouston, Ryan Jones und Johannes Salmonsson:

Insgesamt eine solide Leistung

Cory Clouston: „Es war ein sehr physisches Spiel. Beide Mannschaften haben hart gekämpft. Beide Mannschaften hatten phasenweise das Momentum auf ihrer Seite. Mir hat unser Spiel gefallen. In dieser Halle ist es schwer zu gewinnen. Unsere Jungs haben viele Dinge richtig und gut gemacht.“

„Wir haben im ersten Drittel nicht so gut gespielt. Wir hatten zu viele Scheibenverluste und haben [Nürnberg] dadurch zu viel Momentum gegeben. Sie mussten sich das Momentum nicht verdienen. Im zweiten und dritten Drittel haben wir dann einen sehr guten Job gemacht. Das hat den Unterschied in diesem Spiel ausgemacht.“

„Defensiv haben wir ziemlich ordentlich gespielt. Wir haben zwar Zeit in unserem Verteidigungsdrittel verbracht, aber wir haben es gut geschafft, [Nürnberg] an den Außenseiten zu halten. Besonders im dritten Drittel haben wir dann viel Offensive generiert. Es war insgesamt einfach eine solide Leistung. Es war heute eine bessere Leistung als in Berlin. Wir haben in Berlin zwar gewonnen, aber wir wussten, dass wir in dem Spiel nicht so gut gespielt hatten und dass wir heute eine bessere Leistung brauchen.“

„Wir sind zufrieden mit der Entwicklung, die die Mannschaft macht. Nur auf diesen Prozess konzentrieren wir uns. Wir machen nie irgendetwas anders. Wir bereiten uns immer gleich vor, egal gegen wen wir spielen. Wir versuchen ein Umfeld und eine Kultur zu schaffen, die uns die Chance geben zu gewinnen. Das ist wirklich alles, was wir machen.“

Wenn wir so spielen, gewinnen wir eine Menge Spiele

Ryan Jones: „Wenn zwei gute Mannschaften gegeneinander spielen, dann haben beide Seiten eine Menge Firepower. Das ist ein wirklich, wirklich gutes Team, gegen das wir heute gespielt haben. Ich finde, dass wir ihnen im ersten Drittel nicht unser Bestes gezeigt haben. Wir waren ein bisschen langsam. Das war fast ein bisschen so, wie wir in den letzten paar Spielen waren: Wir gucken mal, wie es läuft. Glücklicherweise hat Gustaf uns im Spiel gehalten, so dass wir nur mit 0:1 zurücklagen. Damit hat er uns die Möglichkeit gegeben, zu uns selbst zurückzufinden. Ich fand, unser Powerplay hat getan, was es tun musste. Unser Unterzahlspiel war phänomenal. Wir haben einfach getan, was wir tun mussten um zu gewinnen.“

(Zur Frage, ob sie sich den guten Start ins zweite Drittel so vorgenommen haben: ) „Ja! Man sagt immer, die ersten zwei Minuten und die letzten zwei Minuten in einem Drittel sind die wichtigsten. Nach einem etwas mauen ersten Drittel, war es das, was wir als Reihe machen mussten. Es war im Ursprung schon ein guter Schuss, der die Latte getroffen hat. Ich hab dann einfach versucht, vor dem Tor zu bleiben, um den Rebound vom Pfosten oder vom Goalie ins Tor zu tippen. Danach sind wir ins Rollen gekommen. Die Mannschaft hat toll reagiert. Ich fand von da an haben wir ziemlich gutes Eishockey gespielt.“

„Immer wenn zwei Mannschaften so gegeneinander spielen, dann erhitzen sich die Gemüter. Aber beide Mannschaften wissen auch, dass man gegen das andere Team nicht so viel auf der Strafbank sitzen darf. Deswegen ist es vielleicht ein bisschen ruhiger geworden. Dann ging es ein bisschen hoch und runter. [Nürnberg] zieht sich in der neutralen Zone ein bisschen zurück. Sie nutzen Scheibenverluste des Gegners für Konter. Sie sind unglaublich gut darin. Es war unser Ziel, die Scheibe an ihnen vorbei hinter sie zu bringen und so viel Zeit in ihrem Verteidigungsdrittel zu spielen wie möglich. Alle in der Mannschaft haben einen Gang hochgeschaltet, als wir es mussten. Meine beiden Reihenkollegen sind zwei der besten Spieler der Liga. Ich habe einfach nur versucht, mich anspielbar zu machen und den beiden den Raum für ihr Spiel zu geben.“

(Zu seinem Block in den letzten Minuten, der offensichtlich geschmerzt hat: ) „Er hat mich irgendwo am Oberkörper getroffen. Wenn man fünf gegen sechs spielt, versucht man den Raum vorm Tor dicht zu machen. Ich wusste, dass er da hinten steht. Er hat mich sozusagen auf dem falschen Fuß erwischt. Als der Puck zu ihm kam, habe ich einfach meinen Körper in den Weg geschmissen. Das ist keine ideale Situation, um eine Scheibe zu blocken. Normalerweise will man in die Schussrichtung ausgerichtet sein. Aber das gehört einfach zu meinem Spiel. Wenn ich das nicht mache, dann bin ich nicht ich selbst.“

(Zur Frage, ob ihn dieser „Oberkörpertreffer“ vom Spielen abhalten wird: ) „Nein, hoffentlich nicht.“

(Zur Frage, warum er im Warm-Up das Eis offensichtlich angeschlagen verlassen hat: ) „Ich war in der Ecke auf einen Puck getreten. Dabei hat irgendwas ein bisschen gezogen. Ich wollte das ein bisschen behandeln lassen. Deswegen habe ich das Warm-Up ein bisschen früher beendet und habe während des Spiels ein bisschen darauf geachtet. So blöde kleine Unfälle passieren, aber es war glücklicherweise keine große Sache.“

(Zu Frage nach dem engen Spielplan der letzten Zeit und der Punkteausbeute: ) „Natürlich muss man happy sein mit dem Erfolg, den wir in der letzten Zeit hatten. In Bremerhaven haben wir – in Ermangelung eines besseren Ausdrucks – ein Ei gelegt. Das mussten wir korrigieren. Es ist egal, gegen wen in dieser Liga man spielt. Jeder kann in jedem Spiel gewinnen. Aber ich glaube, wenn wir so spielen, wie in den beiden Partien gegen München und wie heute, dann werden wir eine Menge Spiele gewinnen.“

Ein schöner, erarbeiteter Auswärtssieg

Johannes Salmonsson: „Das war ein guter Sieg. Ein schöner, erarbeiteter Auswärtssieg. Das erste Drittel war vielleicht nicht so gut von uns, aber im zweiten und dritten Drittel sind wir viel besser geworden. Da haben zwei gute Teams gegeneinander gespielt. Das Tempo war hoch. Ich finde, wir haben einen wirklich guten Job gemacht.“

(Zur Frage, ob er weiterhin mit Gitter spielen muss: ) „Ich hoffe, dass ich nicht noch mehr Spiele mit dem Gitter spielen muss. Es ist sehr irritierend. Es war schwer, damit dem Spiel zu folgen, weil so viel passiert ist. Ich hoffe, ich kann die Nase fixieren und dann wieder mit normalem Visier spielen. Ich hatte auf ein Vollvisier gehofft, aber hier gab es nur ein Gitter für mich. Sollte ich weiterhin Schutz brauchen, dann wird es ab sofort auf jeden Fall ein Vollvisier.“

(Zu den letzten Erfolgen und dem wohl härtesten Teil des Spielplans: ) „Das ist das Gute an dieser Mannschaft: Wir sind nicht satt oder zufrieden wegen [den letzten Erfolgen]. Ich meine, wir haben zwar zwölf Punkte aus vier schweren Spielen mitgenommen, aber wir waren alle sehr enttäuscht nach dem Bremerhaven-Spiel. Wir haben uns als Mannschaft zusammengerauft. Wir haben gegen die guten Teams das ganze Jahr schon gut gespielt. Mannheim, hier in Nürnberg, München und all diese Jungs. Da waren wir immer ziemlich gut. Ich glaube, wir führen gegen alle Top-Teams in den Hauptrundenserien. Ich glaube, unsere Herausforderung ist es, auch gegen Teams aus der unteren Hälfte der Tabelle bereit zu sein – wobei ich finde, dass alle Mannschaften in der Liga ziemlich gut sind. Das ist unsere große Herausforderung, glaube ich.“

Über den Autor: Henrike Wöbking

Henrike schreibt für haimspiel.de seit 2005 und wurde von Ex-NHL-Spieler Jason Marshall gelobt für "the best interview I ever did". Sie zeigte sich hauptverantwortlich für das Abschiedsvideo von Dave McLlwain. Außerdem ist sie Buchautorin und schrieb den Roman "Auf Eis" vor dem Hintergrund der Playoffs 2002.

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