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Nachgehört: Hauptsache gewonnen

Die Haie vor dem Straubinger Tor beim 3:2-Erfolg am 4.1.2015. Foto: Andras Dick.
Die Haie vor dem Straubinger Tor beim 3:2-Erfolg am 4.1.2015. Foto: Andras Dick.

Eine Reaktion wollte die Mannschaft zeigen. Genau die hat auch Niklas Sundblad gefordert. Sie ist allerdings weniger spektakulär ausgefallen, sondern fand sich eher in den Details wieder. So wie Niklas Sundblad eben arbeitet: „Wir wollten heute Fehler vermeiden. Das ist uns auch gelungen.“ Tatsächlich stand die Defensive gegen die Tigers deutlich sortierter als bei der desolaten Vorstellung gegen Iserlohn. Und auch das Penaltykilling sah wieder deutlich sicherer aus, auch wenn das Straubinger Powerplay sicher nicht an das Roosters-Niveau heranreicht.

„Sie spielen nicht wie ein Tabellenletzter“, attestierte Jamie Johnson den Tigers. Die Niederbayern haben sich nach ihren Möglichkeiten teuer verkauft. Mit einem 0:0 nach 40 Minuten in die Kabine zu gehen, hat sicherlich auch nochmal Mut gemacht – genauso wie es an den Nerven der Haie nagte.

„Wir wollten unbedingt dieses erste Tor. Immer, wenn ein Spiel lange 0:0 steht, hat das Team mit dem ersten Treffer gute Chancen zu gewinnen. Natürlich mussten sie danach ein wenig aufmachen, was uns zu mehr Chancen verholfen hat.“ rekapituliert Johnson, der eben dieses wichtige Tor in der 42. Minuten erzielte. Auch Niklas Sundblad sieht die Signifikanz des ersten Treffers ähnlich: „Das 1:0 war spielentscheidend heute. Wir hatten zuvor viele Torchancen, Lattentreffer, Pfostentreffer. Direkt nach dem Tor hatten wir sehr gute Torchancen. Das 1:0 war da ausschlaggebend.“

So richtig überwunden scheint die Niederlage am Seilersee aber dennoch nicht zu sein. Jamie Johnson macht daraus auch keinen Hehl: „Das Spiel in Iserlohn war schlimm. Das ist uns allen bewusst. Es ist auf jeden Fall einfacher, so ein Spiel abzuhaken, wenn man das nächste gewinnt. Alle Spiele sind jetzt wichtig. Wir können es uns nicht erlauben, nochmal so ein Spiel wie in Iserlohn abzuliefern. Das werden wir auch nicht.“ Mit Ausblick auf das anstehende Derby in Krefeld hat der – wenn auch knappe – Sieg am Sonntag aber auf jeden Fall geholfen, so Johnson: „Wir haben ein bisschen Selbstvertrauen zurückgewonnen.“

Das werden die Haie auch brauchen, denn sie treffen mit Krefeld auf eine Mannschaft, die sich den Weg zurück nach oben in der Tabelle kämpfen will. „Das macht Krefeld sehr gefährlich. Die hatten eine Phase, in der es nicht so gut lief. Bei ihnen scheint sich jetzt auch ein Aufwärtstrend abzuzeichnen. Sie sind ein Team mit großer individueller Klasse. Speziell in der Offensive. Wichtig wird für uns, dass wir sehr konzentriert auftreten und Krefeld nicht viele Chancen geben.“ warnt Moritz Müller. „Wir müssen geduldig bleiben, über 60 Minuten das Spiel zu gewinnen.“

Bei Niklas Sundblad klingt sogar schon eine Kampfansage an die Pinguine durch: „Es ist ein enges Rennen um die Plätze in den Top-6. Deswegen müssen wir Krefeld schlagen.“ Die direkte Playoff-Teilnahme bleibt also im Visier.

Es bleibt ohnehin nicht viel Zeit zum Nachdenken, denn auch in dieser Woche geht es bereits am Dienstag weiter. „Englische Wochen“ satt im Moment. Gegen die Pinguine muss man aber nochmal alles auf dem Eis lassen. Zeit zum Durchatmen bleibt in den Tagen danach, meint Moritz Müller. „Der Spielplan ist im Moment schon ein wenig härter. Irgendwann spürt man es schon, dass es derzeit viele Spiele sind. Aber nach dem Krefeld-Spiel haben wir sogar einen Tag frei. Das werden wir dann nutzen, um die Akkus wieder aufzuladen.“

Über den Autor: Henrike Wöbking

Henrike schreibt für haimspiel.de seit 2005 und wurde von Ex-NHL-Spieler Jason Marshall gelobt für "the best interview I ever did". Sie zeigte sich hauptverantwortlich für das Abschiedsvideo von Dave McLlwain. Außerdem ist sie Buchautorin und schrieb den Roman "Auf Eis" vor dem Hintergrund der Playoffs 2002.

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