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Haie gewinnen ohne vier Stammkräfte mit 2:1 in München

Patrick Hager erzielt das 1:1 in München. Foto: Alexandra Schmitz

Kurzfristig mussten die Haie neben Torsten Ankert und Dragan Umicevic noch auf Per Aslund und Andreas Falk verzichten. Dazu fehlte weiterhin Max Faber. Alex Sulzer kehrte in den Kader zurück und Niklas Sundblad konnte Charlie Stephens zurück in den Sturm beordern. Auch bei München gab es mit Pinizzotto einen Rückkehrer.

Das Spiel begann ohne Abtasten. Beide Teams waren am ersten Spieltag der Saison schon aufeinandergetroffen und das hohe Niveau der ersten Partie setzte sich von Anfang an fort. Gegen die, zu Hause in dieser Saison noch nie punktlosen, Gastgeber mischte Sundblad die Reihen – gezwungenermaßen – durch. Die Haie hatten den besseren Start und schon in der zweiten Minute hätte Sebastian Uvira die Haie in Führung bringen können, vergab aber den ihm zugesprochenen Penalty. Danach München am Drücker, vor allem weil die Haie zu viele Strafen nahmen. Patrick Hager, Philip Gogulla und Jason Williams saßen Strafen ab, so dass die Haie fast fünf Minuten in – teilweise doppelter – Unterzahl agierten. Daniar Dshunussow, der für Gustaf Wesslau im Tor stand, konnte sich mehrfach auszeichnen. In der Folge hatten beide Teams gute Möglichkeiten aber entweder hielten aus den Birken und Dshunussow den Kasten sauber oder die Stürmer scheiterten an den Ausmaßen des Tores. Zwei Minuten vor Ende des Drittels konnte Moritz Müller Pinizzotto nur mit der langen Kelle stoppen. Er traf Scheibe und Schlittschuh, die Entscheidung auf Penalty daher sicherlich hart aber vertretbar. Der Münchner überwand den Kölner Goalie und die Gastgeber führten nach dem ersten Drittel durchaus verdient mit 1:0. Das sah auch Patrick Hager auch so: „Vor allem durch die Powerplay Situationen hatte München die besseren Chancen.“

Unverändertes Bild im zweiten Abschnitt. Beide Teams mit Drangphasen und die Torhüter mit vielen Möglichkeiten sich auszuzeichnen. Den etwas besseren Start erwischten die Gastgeber die sich – nur unterbrochen von einem Powerplay der Haie – gute Chancen erspielten, aber ein ums andere Mal an Dshunussow scheiterten. Je länger das Drittel dann dauerte, desto mehr Anteile erarbeiteten sich die Haie. Sie gewannen mehr Zweikämpfe und die Chancen ergaben sich zwangsläufig. Um den Ausgleich zu erzielen benötigten die Kölner dann aber eine doppelte Überzahl. Über Eriksson und Lalonde wanderte die Scheibe zu Jason Williams auf der Grundlinie. Der Münchner Verteidiger legte sich aufs Eis, nahm sich so selbst aus dem Spiel, und Williams nutzte das zu einem klugen Pass quer auf Patrick Hager der am langen Eck die Scheibe ins Netz brachte. „Der Willy (Jason Williams) hat einen super Pass gespielt und ich musste ihn nur noch zum Tor bringen“, gab der Torschütze nachher das Lob an den Vorlagengeber weiter. Weiß und Williams hatten im weiteren Verlauf der Überzahl noch die Möglichkeit auf die Führung, scheiterten aber an aus den Birken.

Auch im letzten Abschnitt blieb das Tempo erstaunlich hoch. Die Münchner erneut mit dem besseren Start und mit den ersten Chancen, konnten aber auch ein frühes Powerplay nicht nutzen. Dshunussow vereitelte dabei einen Schuss von Boyle im Fallen. Zwar wäre das Tor wegen Torraumabseits nicht gegeben worden, aber dass der Goalie diesen Schuss trotz der Behinderung festhalten konnte war sehenswert. Danach die Haie am Drücker. Einen Schuss von Stephens konnte aus den Birken noch parieren, aber in der Folge setzten sich die Haie fest und Nick Lattas Schuss zappelte im Netz. Sein erstes Saisontor nach 17 Spielen war auch persönlich eine Befreiung: „Das war die längste Flaute in meiner Karriere bis jetzt. Ich habe in den letzten Spielen versucht die Scheibe oft aufs Tor zu bringen und wenn man viel schießt, dann geht das Ding irgendwann rein.“ Die Münchner erhöhten den Druck noch einmal. Ryan Jones nahm eine Strafe und in Überzahl zog Regehr von der blauen Linie mehrfach ab und Dshunussow parierte bravourös. Drei Minuten vor dem Ende musste Alex Sulzer nach einem hohen Stock zwei Minuten absitzen. Don Jackson nahm den Torhüter raus und die Münchner waren mit zwei Mann mehr auf dem Eis. Dshunussow blieb für die Haie der Turm in der Schlacht und wehrte auch die letzten Chancen der Gastgeber ab. Eine Befreiung von Alex Weiß wäre fast noch im leeren Tor gelandet, strich aber Zentimeter am Pfosten vorbei.

Nach dem Spiel war allen bewusst, dass man trotz der Ausfälle hier eine sehr gute Leistung aufs Eis gebracht hatte und das Spiel am Ende etwas glücklich aber verdient gewinnen konnte. Daniar Dshunussow bekam Lob von allen Seiten und war selbst sehr froh über seine Leistung: „Ich bin der glücklichste Mann im Team jetzt gerade. Wenn man sechs Wochen nicht gespielt hat, in München reinkommt und dann mit der Mannschaft die drei Punkte holt, ist dann ein super Erlebnis.“ Niklas Sundblad fasste es nach dem Spiel zusammen: „Wir hatten ein paar Verletzte und einen kleinen Kader. Wir haben heute gezeigt, dass wir auch enges Eishockey spielen können mit Kampf. Dshunussow war sehr stark im Tor und dann waren die Special Teams ein wichtiger Faktor. Nach den Ausfällen haben wir kurzfristig das Power Play ändern müssen. Jason (Williams) war der entscheidende Faktor bei der fünf gegen drei Überzahl.“

Über den Autor: Tobias Bonk

Tube ist fast seit Beginn bei Haimspiel dabei, war zwischendurch mal abgetaucht und kam mit Beginn des Radios 2006 wieder zurück ins Boot. Er war Teil des Kommentatorenteams beim ersten Test in Iserlohn und schrieb seine Bachelorarbeit unter anderem über die Haie.

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Happy Birthday Moritz Müller!

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