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Felix Schütz im Interview

Felix Schütz zu Gast beim LiveRadio am 22.03.2014. Foto: sportfoto-mueller.de
Felix Schütz zu Gast beim LiveRadio am 22.03.2014. Foto: sportfoto-mueller.de

Einen Eintrag in die Geschichtsbücher hat Ex-Hai Felix Schütz schonmal sicher: Er ist der erste nicht-russischstämmige Deutsche in der KHL. Zurück in Deutschland nach dem Aus in der ersten Playoffrunde seines Clubs Admiral Wladiwostok zieht er bei uns im Interview ein erstes Fazit über sein Jahr in Russland sowie Erfahrungen auf und neben dem Eis und gibt einen Ausblick, was die kommenden Monate für ihn bringen.

Felix, Admiral Wladiwostok war ein neues Team in der Liga. Mit welcher Zielsetzung seid ihr in die Saison gegangen?

Ich glaube, niemand hat wirklich erwartet, dass wir in die Playoffs kommen. Gerade als neugegründetes Team ist das normalerweise brutal schwer. Wir als Mannschaften und der Trainer wollten natürlich die Playoffs schaffen. Aber vom Management, den Zuschauern, der Stadt her gab es eigentlich kein genaues Ziel. Die haben natürlich gehofft, dass wir um die Playoffs spielen würden, aber wenn wir das jetzt nicht geschafft hätten, wäre es auch nicht schlimm gewesen. Es hätte alles passieren können. Wir hätten genauso gut Letzter werden können. Die Erwartungen waren eher nicht so hoch.

Es gab ja im Zuge eurer Gründung einen Expansion-Draft nach klassischem NHL-Vorbild. Gab es Spieler im Team, die vielleicht nicht so hundertprozentig glücklich damit waren, in Wladiwostok gelandet zu sein?

Ja, auf alle Fälle. Man sagt sowas natürlich eher ungern, dass Spieler eigentlich nicht kommen wollten, aber es gab schon einige. Gerade unser Kapitän, Enver Lisin. Der wurde dann im Dezember nach Moskau getradet. Der wollte eigentlich von Anfang an nicht nach Wladiwostok. Und es gab auch andere Spieler, die gesagt haben: „Oh Gott. Wladiwostok ist so weit weg. Neues Team, also weiß man nicht, was zu erwarten ist.“ Viele haben befürchtet, dass wir fast jedes Spiel verlieren – was ja dann glücklicherweise nicht der Fall war. Es gab aber auch andere Spieler, vor allem junge Spieler, die bei anderen Teams nicht den Erfolg hatten, die Admiral dann für sich als Chance gesehen haben, mehr Eiszeit zu bekommen. Es war so ein bisschen gemischt von beidem.

Wie muss man sich das vorstellen, bei einem neu gegründeten Team zu sein? Für euch Spieler vermutlich zehnmal mehr Öffentlichkeitsarbeit als normal, oder?

Das haben sie in Wladiwostok wirklich sehr gut gemacht. Wir mussten natürlich mehr in der Öffentlichkeit arbeiten, weil man versucht hat, die Aufmerksamkeit in der Stadt zu bekommen. Man hat ja gar nicht gewusst, wieviel Fans überhaupt kommen würden. Letztendlich war die ganze Saison über jedes Spiel ausverkauft. Inzwischen gibt es Überlegungen, die Halle auszubauen. Am Anfang war mal geplant, eine Arena für 10.000 Zuschauer zu bauen, aber dann hatte man Angst, dass ein neues Team vielleicht nicht so einschlagen könnte in Wladiwostok. Es gab bis dahin ja kein professionelles Eishockey in der Stadt. Wenn dann in einer 10.000er-Arena nur 1.000 Zuschauer kommen, wäre das nicht unbedingt optimal gewesen. Am Schluss war es dann aber wirklich so, dass die Stadt Eishockey gelebt hat. Das war super.
Was die Medienarbeit angeht, mussten wir natürlich schon einige Dinge machen, die ein etablierter Verein nicht machen muss, aber das hat sich auch im Rahmen gehalten, weil wir ja auch viel unterwegs waren für die Auswärtsspiele. Aber wir Spieler machen das natürlich auch gerne. Es ist schön, ab und zu mal mit den Fans in Kontakt zu kommen.

Felix Schütz im Trikot von Admiral Vladivostok

Wie lief denn der Kontakt mit den russischen Fans ab speziell für die Nicht-Russen im Team? War die Sprachbarriere ein Problem?

Am Anfang war es wirklich schwer, weil halt wirklich wenige Englisch sprechen. Und manche wollen auch einfach nicht Englisch reden. Wenn man sie anspricht, ob sie Englisch sprechen, dann kam gleich: „Nee, nee, Englisch gar nicht.“ Und das obwohl sie vielleicht sogar ein bisschen Englisch können. Warum das so ist – keine Ahnung. Aber das war am Anfang insgesamt schon schwierig, wenn man die Stadt nicht kennt, die Straßen nicht kennt und niemanden fragen kann. Es war dann wie überall im Mannschaftssport, wenn man Kollegen hat, die zusammenhalten und sich gegenseitig helfen, wo es nur geht.

Du gehst ja davon aus, dass du auch in der kommenden Saison wieder in der KHL spielen wirst. Wieviel einfacher wird dein zweites Jahr in Russland mit den Erfahrungen, die du in deinem ersten Jahr gesammelt hast?

Auf alle Fälle einfacher. Ich kenne jetzt die Spieler, ich war in allen Städten, ich kann ein bisschen mehr von der Sprache. Ich habe Telefonnummern von russischen Leuten, die ich anrufen kann, wenn irgendwas ist, die mir helfen können. Das zweite Jahr ist immer einfacher. Das sieht man ja auch in der DEL. Ein Chris Minard zum Beispiel hatte ganz am Anfang sicher auch seine Schwierigkeiten, aber im zweiten Jahr weiß man dann halt, wie das Leben in einer fremden Stadt funktioniert. Die Familie fühlt sich dann auch wohler. Genauso ist es bei mir. Und für meine Freundin wird es nächstes Jahr hier sicher auch leichter.

Die KHL als wenig physische, aber läuferisch und technisch starke Liga ist dir ja eigentlich genau auf den Leib geschneidert. Wie sehr kommt die Spielweise deinem Spiel zugute?

Klar, ich war nie einer, der die großen Checks gefahren hat. Ich bin jetzt ja auch nicht der Größte in der KHL. Wenn ich jetzt 1,90 oder 2 Meter groß wäre, dann wäre das wahrscheinlich leichter. Aber ich war schon immer ein Spieler, der mit Spielwitz gespielt hat. Ich muss sagen, dass ich mich wirklich sehr wohl gefühlt habe das erste Jahr. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Ich glaube, dass ich sehr viel spielerisch dazugelernt habe und auch menschlich, was die Kultur angeht. Man kann schon sagen, dass das Spiel in der KHL gut zu mir gepasst hat.

In einem anderen Interview hast du gesagt, dass man dir bei der Nationalmannschaft bescheinigt hat, dass du schneller geworden bist. Ist das so?

Ich habe ja in der DEL gespielt, in der AHL, jetzt in der KHL und habe viele NHL-Spiele gesehen. Eins kann dir jeder bestätigen: Je höher das Level ist, auf dem du spielst, umso schneller ist das Spiel, umso schneller musst du Entscheidungen treffen und umso schneller läufst du auch. In Nordamerika kommt dazu, dass die Eisfläche kleiner ist, und du als Spieler noch weniger Zeit hast. Wenn man bei einer Weltmeisterschaft gegen Leute wie Datsyuk oder Kovalchuk spielt, dann merkt man einfach, die machen das Spiel viel schneller, denken viel schneller. In der DEL ist das Spiel zwar physischer und auch technisch gut, aber eben ein wenig langsamer. Egal in welcher Liga man spielt, man gewöhnt sich an das jeweilige Tempo. Wobei schneller auf dem Eis allein ist es ja nicht. Du musst ja trotzdem mit dem Puck umgehen können, schießen können, den Überblick behalten. Deswegen glaube ich nicht, dass ich einfach nur schneller im läuferischen Sinn geworden bin sondern insgesamt im Spiel.

Kommen wir zum Leben neben dem Eis. Deine Freundin hat dich ja nach Russland begleitet, richtig?

Ja, sie war mit mir hier. Sie ist allerdings gegen Ende der Saison wieder heim nach Erding, weil wir da so viel und lange auswärts unterwegs waren. Ich bin dann auch nochmal umgezogen auf einen Campus. Da hatte man dann nur ein kleines Zimmer. Ich wusste, dass sie dann wieder heim fährt, also konnte ich mich ganz auf die Playoffs konzentrieren.

Was eure Auswärtstouren durch die Zeitzonen angeht, bist du jetzt wahrscheinlich der Meister im Umgang mit Jetlag, oder?

(lacht) Ja, ich muss sagen, ich hab jetzt einige Tricks gelernt. Natürlich gab es auch ab und zu mal die Schlaftablette, die helfen musste, wenn es gar nicht anders ging. Aber ich habe auch herausgefunden, dass wenn man so hundemüde, dass einem die Augen zufallen, nach Wladiwostok zurückkommt, dass man sich dann den Rest des Tages Kaffee reinhaut und draußen spazieren geht und es so bis 19:00 oder 20:00 Uhr abends schafft, um dann vielleicht bis um 05:00 Uhr am nächsten Morgen durchzuschlafen. Man kommt halt am Nachmittag an, und wenn man sich dann für drei Stunden hinlegt, kann man halt erst nachts um 12:00 Uhr wieder schlafen. Dann wacht man um 03:00 Uhr in der Frühe auf, weil der Körper meint, das war ein Nachmittagsschlaf. Und dann ist alles vorbei. Es gab echt solche Nächte, wo das so gelaufen ist, wonach du dich dann zwei oder drei Tage eigentlich gar nicht mehr auskennst und nur noch schläfst, wenn du müde bist und aufstehst, wenn du aufstehen musst. Aber mit der Zeit lernt man und wird schlauer. Man hört natürlich auch von den anderen Spielern, wie die damit umgehen und was die machen. Mittlerweile klappt das.

Sind eure Trainingszeiten dann auf die Reisezeiten und die Zeitumstellungen abgestimmt?

Richtig. Die Trainingszeiten sind abgestimmt. Normalerweise, wenn wir nach Moskau geflogen sind, dann hatten wir am nächsten Tag erst um 17:00 Uhr Training, was bei uns zuhause dann in der Frühe gewesen wäre. Man hat uns schon die Zeit gegeben, wenn man neun Stunden nach Moskau geflogen ist, dass man die ganze Nacht ausschlafen konnte. Zuhause hätte man morgens um 09:00 Uhr Training gehabt. Wir konnten halt aufstehen, in Ruhe frühstücken, mittagessen, nochmal am Nachmittag kurz hinlegen, und dann war meistens um fünf oder sechs am Abend Training. Danach konnten wir noch eine Nacht ausschlafen, und am nächsten Tag war das Spiel. Wenn wir heimkamen nach Wladiwostok, war es das Gleiche. Gelandet ist man meistens mittags um 12:00 oder 13:00 Uhr am nächsten Tag. Wir hatten dann den ganzen Tag und den nächsten frei. Das war dann schon recht gut.

Felix Schütz zu Gast beim LiveRadio am 22.03.2014. Foto: sportfoto-mueller.de

Als wir dich während unserer Übertragung vom 4. Viertelfinalspiel in der Pause zu Gast im Radio hatten, hast du vom hervorragenden Sushi in Wladiwostok erzählt. Was machst du in deiner Freizeit da außer rohen Fisch essen?

(lacht) Ich muss ganz ehrlich sagen, wir waren ja immer eine Woche unterwegs und dann zehn Tage daheim. Wenn man aus Moskau zurückkommt, dann hast du zwei Tage eigentlich nur ausgeruht. Da ist man vielleicht abends mal schön irgendwo in der Stadt essen gegangen. Danach hatten wir dann drei Trainingstage bis zum nächsten Spiel. Also, Spiel, dann einen Tag Pause, Spiel, einen Tag Pause, Spiel. Insgesamt vier Spiele, und dann sind wir meistens am nächsten Tag wieder nach Moskau geflogen und hatten da vier Spiele. Das heißt an den spielfreien Tagen hattest du Training, und am Nachmittag gab es dann vielleicht noch irgendeinen Medientermin. Oder man ist halt Lebensmittel einkaufen gegangen oder hat die Zeit anders ausgenutzt. Ich war viel im Internet, hab viel Musik gehört. Mental ist das manchmal sehr schwer. Das habe ich auch vom Tjärnqvist gehört. Nach dem Spiel in Köln haben wir darüber geredet. Der hat auch gesagt: „Das ist ein Test.“ Nicht nur körperlich sondern vor allem auch mental. Für die Freundin auch oder für die Familie. Es gibt wirklich gute Tage, und es gibt richtig schlechte Tage. Aber das ist sicherlich überall so.

Warst du darauf eingestellt, dass das so wird?

Ja. Ich habe mir für mich von vorneherein das Schlimmste vorgestellt, damit mich nichts überrascht. Genauso war es dann auch. Es gab keine Überraschungen. Es gab ein paar Dinge, die halt anders waren. Es war aber nicht so, dass ich enttäuscht war. Es gab auch keine Sache, bei der ich hätte enttäuscht werden können. Ich war offen für alles und wollte Spaß haben und Erfahrungen sammeln. Und genauso ist es auch geworden.

Auch wenn du in deiner Karriere früher schon jahrelang in Nordamerika warst, ist Russland ja schon nochmal ein anderer Stiefel. Da gehört schon auch eine Portion Abenteuerlust dazu, oder?

Auf alle Fälle. Ich bin eigentlich ein Typ, der auch wirklich gerne daheim ist bei der Familie, Freunden und bei meiner Freundin. Jeden Tag, an dem ich heimfliegen konnte, bin ich heimgeflogen. Auch als ich noch in Köln war, wenn ich heimfahren konnte, bin ich heimgefahren. Trotzdem will ich andere Länder sehen und anderes Eishockey sehen. Das ist für mich eine Erfahrung im Leben. Wenn ich mal irgendwann Trainer werden will oder irgendwas anderes machen. Ich kann sagen, ich habe mal in Russland gespielt. Wenn ich vielleicht mal junge Spieler ausbilden will, dann kann ich denen einiges zeigen, was ich hier gelernt habe. Ich bin auch oft in den Eishallen beim Nachwuchs, wo ich den russischen Trainern zugeschaut habe. Dass man einfach auch mal sieht, was die so machen.

Wie schwer gestalten sich denn so die ganz alltäglichen Dinge wie zum Beispiel der Einkauf im Supermarkt?

Das Einkaufen an sich war kein Problem. Schwierig war erstmal, überhaupt einen guten Supermarkt zu finden. Die sind von außen schwer zu erkennen. Die sind meistens in Hochhäusern im Erdgeschoss und von außen so mit Bildern verkleidet, dass man nicht hineinschauen kann. Man weiß eigentlich gar nicht, was das ist. Am Anfang war das schon ein bisschen ungewohnt. Ich habe dann die Leute gefragt, wo es einen großen Supermarkt gibt. In der Stadt gibt es halt viele kleine, wo man die Sachen für den täglichen Bedarf kaufen kann. Ich habe dann zwei gefunden, bei denen die Auswahl größer ist, und seitdem ist es kein Problem mehr.

Wladiwostok an sich ist ja eigentlich eine ziemlich schöne Stadt. Aber es klingt jetzt nicht so, als würdest du das viel nutzen – und sei es auch nur für ausgiebiges Bummeln oder solche Sachen.

Die Stadt an sich ist wirklich eine tolle Stadt. Es gibt auch die Möglichkeit, zum Beispiel irgendwo einen Kaffee zu trinken. Aber im Winter hat es halt minus 30 Grad. Wenn es minus 30 Grad hat und dann noch der Wind vom Meer kommt, dann ist es wirklich unangenehm. Wenn es dann mal ein paar Wochen so wirklich kalt ist, dann gehst du nicht einfach mal spazieren. Es ist einfach zu kalt. Es gibt leider in Wladiwostok kein großes Einkaufszentrum. Es gibt in den Hochhäusern in der Innenstadt sozusagen ein paar Tunnel mit Geschäften. Wenn man das nicht weiß, dann würde man die nicht sehen. Deswegen gibt es da auch nicht so viel zu tun. Was wirklich toll ist: Es gibt fünf, sechs wirklich tolle Restaurants mit super Essen. In anderen Städten wie zum Beispiel Magnitogorsk gibt es nur ein oder zwei gute Restaurants. Aber Wladiwostok ist schon auch ziemlich hügelig – so wie San Francisco zum Beispiel. Das heißt, du musst oft wirklich große Hügel hinaufgehen, die man nicht so einfach hochspaziert.

Wie ist es denn deiner Freundin in Russland ergangen?

Für die Spielerfrauen ist Russland auf jeden Fall nicht leicht. Es ist nicht leicht, mit den Männern da herumzureisen. Jedes Jahr kannst du woanders sein. Meine Freundin ist auch aus Erding. Das ist eine kleine Stadt, wo sie jeden kennt. Köln hat ihr wirklich gut gefallen. Da hat sie auch Arbeit gefunden. In Russland ist das natürlich anders. Arbeit finden kannst du da kaum oder eigentlich gar nicht, wenn du die Sprache nicht kannst. Sie hat die meiste Zeit auf mich gewartet. Nach dem Training haben wir dann zusammen gekocht. Wenn das Wetter gut war, sind wir dann schon in der Stadt spazieren gegangen oder sind mit dem Auto ans Meer gefahren, shoppen gegangen oder Kaffee trinken. Meistens wenn ich dann auf einem Roadtrip war, ist sie heim nach Erding geflogen. Wenn ich länger als zwei Wochen in Wladiwostok war, dann war sie da. Sie war also immer etappenweise da. Die letzten anderthalb oder zwei Monate haben wir uns kaum gesehen. Wenn ich vielleicht in einer anderen Stadt spielen sollte wie Moskau, wo die Flugstrecke nach Deutschland kürzer ist, dann kann sie eher mal am Wochenende heimfliegen.

Du hast Moskau erwähnt. Ist das ein Club, von dem es Interesse gibt?

Es gibt Interesse aus Moskau. Das weiß ich von meinem Agenten. Es gibt auch noch ein paar andere Clubs. In Sachen Verträge wurde jetzt noch gar nichts gemacht, aber das Interesse ist da. Moskau ist natürlich eine tolle Stadt. Da kann man auch ein bisschen außerhalb wohnen. Im Winter ist es da natürlich auch kalt, aber man ist eben auch in drei Stunden mit dem Flugzeug in Deutschland und kann eben einfach auch mal am Wochenende heimfliegen.

Und die Reisezeiten zu den Spielen wären auch signifikant kürzer.

Das kommt noch dazu. Du bist sehr zentral, das heißt mit drei Stunden Flugzeit klapperst du fast 90% der Liga ab. Es gibt dann noch Magnitogorsk, Chelyabinsk, Amur, Wladiwostok und Sibir. Ich sag mal, es gibt acht Teams, die innerhalb von vier oder fünf Stunden per Flugzeug erreichbar sind. Und die anderen sind nur ein bis drei Stunden weg. Da hat man echt gar keinen Stress.

Wie sieht denn der anstehende Sommer für dich aus?

Ich bin erstmal glücklich, dass ich wieder daheim bin und hab jetzt eine Woche Pause gemacht. Dann geht es natürlich bald mit der Nationalmannschaft los. Da gibt’s immer wieder phasenweise Termine in Finnland, in Weißwasser, in München und in Landshut. Die letzte Phase ist dann – glaube ich – Mannheim und Nürnberg. Dann geht’s zur Weltmeisterschaft nach Minsk. Nach der Weltmeisterschaft habe ich dann frei und erstmal zwei Wochen nichts mehr. Ende Mai heirate ich, da habe ich natürlich einiges vor. Nach der Hochzeit fahren wir dann eine Woche weg. Danach kann ich vielleicht noch ein bisschen relaxen, aber dann fängt ja auch schon bald wieder die heiße Phase an wie in Deutschland auch. Ende Juli fangen in Russland meistens schon wieder die Trainingslager an. Viel Zeit bleibt also vorher nicht.

Dann bleibt mir eigentlich nur noch, dir weiterhin alles Gute und viel Erfolg zu wünschen.

Danke! Ich wünsche jetzt erstmal den Kölner Haien alles erdenklich Gute für den Rest der Saison und dass sie hoffentlich Meister werden. Ich hatte in Köln wirklich meine beste Zeit in Deutschland und wünsche den Jungs nur das Beste.

Wir bedanken uns bei Felix Schütz für das Interview!

 

Hört Felix Schütz im Pauseninterview des haimspiel.de-LiveRadio am 22.03.2014:

Über den Autor: Henrike Wöbking

Henrike schreibt für haimspiel.de seit 2005 und wurde von Ex-NHL-Spieler Jason Marshall gelobt für "the best interview I ever did". Sie zeigte sich hauptverantwortlich für das Abschiedsvideo von Dave McLlwain. Außerdem ist sie Buchautorin und schrieb den Roman "Auf Eis" vor dem Hintergrund der Playoffs 2002.

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Alexander Weiß im Interview

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