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0:3-Niederlage in Wolfsburg: Mentale Probleme?

KEC-Verteidiger Alexander Sulzer - Foto: Alexandra Schmitz.
KEC-Verteidiger Alexander Sulzer - Foto: Alexandra Schmitz.

Es war ein von vielen Strafzeiten geprägtes Spiel gegen konsequente Wolfsburger, die mit dem 3:0 Sieg über die Kölner Haie den Tabellenplatz 4 festigen konnten. Die Haie verpassten in Wolfsburg hingegen die Gelegenheit, sich mit einem Sieg auf den 5. Platz vorzuschieben und den Abstand zu den Grizzlys auf drei Punkte zu verkürzen.

Wolfsburg mit dem besseren Start

Den besseren Start in die Partie hatten die Gastgeber. Schon nach 18 Sekunden musste Ehrhoff wegen Stockschlagens zwei Minuten lang auf der Strafbank Platz nehmen. Zwar überstanden die Haie diese Unterzahl, jedoch folgte in der 5. Spielminute prompt die nächste Überzahlsituation der Grizzlys (Gogulla: zwei Minuten wegen Behinderung (5.)), aus dieser Brent Aubin Profit schlagen und Wolfsburg mit einem zielgenauen Direktschuss 1:0 in Führung bringen konnte.

Doch nur wenig später erfolgte die erste Überzahlsituation der Kölner Haie (Pfohl: zwei Minuten wegen Stockschlagens (6.)). Die beste Möglichkeit in diesem Powerplay hatte Ehrhoff, dessen Schuss von Shugg abgefälscht wurde und nur die Latte traf (7.) Danach gewannen die Wolfsburger aber immer mehr die Kontrolle über das Spiel. Sie störten die Haie konsequent im Spielaufbau und provozierten so Pukverluste, welche nicht selten zu guten Torchancen für die Gastgeber führten.

Zerfahrener Mittelabschnitt

Die erste gefährliche Torchance im zweiten Drittel hatte Furchner der Grizzlys Wolfsburg, der mit seinem Schuss nur den Außenpfosten traf (21.). Ähnlich wie im ersten Drittel gerieten die Haie dann wieder relativ früh in Unterzahl (B.Jones: zwei Minuten wegen Stockchecks (22.)), in welcher sie aber gut agierten und keine nennenswerten Torchancen zuließen. Doch kurz nachdem die Haie wieder komplett waren, trifft dieses Mal Furchner ins Tor zur 2:0 Führung der Wolfsburg Grizzlys (25.).

Die Haie hatten im Anschluss daran gleich mehrere Überzahlsituationen (25., 27.), aus diesen aber nicht eine einzige Torchance resultierte. Im Gegenteil: Wolfsburg kam in Unterzahl zu Konterchancen, welche sie jedoch letztlich nicht in Tore umwandeln konnten. Im Spiel der Kölner Haie schlichen sich zunehmend technische Fehler ein und gepaart mit mehreren Unterzahlsituationen (37., 38., 40.) war zu diesem Zeitpunkt der Anschlusstreffer in weite Ferne gerückt.

Fehlende Disziplin und Durchsetzungskraft im letzten Drittel

Aus der Sicht der Kölner Haie war klar, dass man von der Strafbank wegbleiben musste, damit in der Eissporthalle am Allersee noch etwas geht. Dies ist den Haien zunächst auch gelungen. Sie kamen sogar zu guten Torchancen, wie beispielsweise durch Justin Shugg, der nach sehenswerter Vorarbeit von Teamkollege Bill Thomas frei vor dem gegnerischen Goalie zum Schuss kommt, aber die Scheibe nicht ins Tor unterbringen konnte (43.). Doch kurz darauf erhielt Blair Jones wegen Stockchecks und übertriebener Härte eine 2+10 Minuten Strafe, sodass die Haie – wie so oft an diesem Abend – in Unterzahl spielen mussten.

Wolfsburg schaltete einen Gang runter und gewährte den Haien mehr Raum, aber weitere Strafzeiten (Sulzer: zwei Minuten wegen Stockschlagens (50.)) erschwerte ein letztes richtiges Aufbäumen der Rheinländer. Zu allem Überfluss erhielt Blair Jones auf der Strafbank auch noch seine zweite Disziplinarstrafe, da er Spiel-Offizielle beleidigt haben soll. Er fuhr daraufhin in den Kabinentrakt, das Spiel war für ihn beendet.

Zwar gerieten die Haie noch einmal in Überzahl (Haskins: zwei Minuten wegen Spielverzögerung (58.)), doch diese währte nur ein paar Sekunden, da Shugg wegen Hakens ebenfalls für zwei Minuten auf die Strafbank musste. Gustaf Wesslau wurde daraufhin aus dem Tor genommen. Jedoch half dies nichts mehr, denn Voakes traf nach einem gewonnenen Bully aus dem eigenen Drittel in das leere Tor zum 3:0-Entstand. Damit war die 18. Niederlage der Kölner Haie in der laufenden Hauptrunde besiegelt.

„Disziplin hat den letzten Ausschlag gegeben“

„Ich finde, dass wir offensiv nicht so das hatten, was wir uns vorgestellt haben, haben nicht so den Zugriff bekommen und teilweise auch dumm die Scheibe verloren an der offensiven blauen Linie.“, fasst Sulzer gegenüber Telekom nach dem Spiel zusammen und mit Blick auf die nächsten Spiele lässt er verlauten: „Ich denke, dass wir mental einfach besser bereit sein müssen, von Anfang an und das jedes Spiel.“. Zu der Schiedsrichterleistung und der Aussage von Hospelt aus dem Interview in der zweiten Drittelpause, dass die Strafen auch etwas mit der läuferischen Einstellung zu tun habe, sagte Sulzer lediglich: „Da möchte ich mich nicht zu äußern.“

Es scheint also wieder einmal ein mentales Hindernis oder eine mentale Blockade dasjenige Problem der Kölner Haie zu sein, das die fehlende Konstanz in dieser Saison zumindest mit verursacht. Schlussendlich lässt sich das verlorene Auswärtsspiel ausgerechnet mit den Worten Höhenleitners von den Grizzlys Wolfsburg passend beschreiben: „Disziplin hat den letzten Ausschlag gegeben. Auf der Strafbank gewinnt man keine Spiele“.

Über den Autor: Yannick Schmitz

Yannick ist 2014 für sein Studium der Fächer Geschichte & Philosophie an der Universität nach Köln gezogen. Mit dem ersten Besuch eines Heimspiels der Kölner Haie im Oktober 2015 ist seine Leidenschaft für den Eishockeysport entfacht. Es folgten die Mitgliedschaft im Haie-Fanprojekt und schließlich auch das Engagement für haimspiel.de.

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    4 Kommentare

    1. Alexander
      08.01.2018

      Die Lage bei den Haien ist wie die in der Stadt Köln uns steht das Wasser bis zum Hals obwohl nicht alles schlecht war wie Gestern gespielt wurde ist die Tabelle sehr eng ich bin froh wenn wir am Ende der Saison überhaupt die Pree-Playoffs erreichen.

    2. Thomas
      08.01.2018

      Ich kann dem hier nur zustimmen. Man war eben mal WIEDER Überfrodert mit allem. Was passiert? Umbruch der X.? Wieder ein Team das bis Oktober gut da steht und dann zerfällt?

      Ein Artikel der mir förmlich aus der Seele spricht.

      Am Ende frage ich mich inzwischen, ob dieses Team über die Pre Play Offs überhaupt hinaus kommt. Die Gegner sind alles andere als leicht. Auf mich wirkt das alles nur noch, als würde man versuchen das Ganze halbwegs ordentlich zu Ende spielen in der Gewissheit das eh die meisten weg sein werden.

      Ein Haie Team das mich in all den Jahren bisher am meisten enttäuscht hat. Vom verbesserten Spielaufbau den Herr Draisaitl da trainieren lassen will sehe ich leider auch nicht ganz so viel.

      Ich glaube der Kader muss wieder junger und hungriger werden, ohne jetzt direkt auf den Haie Nachwuchs zu setzten. Aber bei den meisten Spielern, fehlt mir der letzte Einsatzwille um etwas zu erreichen. Das Konzept mit den gestanden Spielern, greift leider überhaupt nicht, in meinen Augen.

      Glückwunsch an der Stelle zu einem sehr guten Arikel ;).

      Gruß
      Thomas

    3. Also mit mehr als Platz 7 rechne ich persönlich nicht mehr.
      Und bei unserem “Glück” haben wir im ersten Play Office unseren Angstgegner Grizzlies und werden das Segel streichen müssen.
      Nächste Saison muss es besser werden.

    4. Mike Nelleskamp
      08.01.2018

      Erste Strafe nach 18 sec. war schon ein Wink mit dem Zaunpfahl, auch wenn manche Entscheidung der Schiedsrichter in meinen Augen mit zweierlei Maß gemessen wurde, laufen wir gegen starke Mannschaften schlitschuhläferisch meist hinterher.
      Es fehlt das Zusammenspiel als Mannschaft und die Entschlossenheit vor dem Tor.
      Wenn es weiterhin so ein auf und ab bleibt, ist mehr als Platz 7 nicht drin, und selbst bei den pre Play-offs ist die Konkurrenz stark.
      Wach werden Haie…….

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