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Haie verlieren Spiel in Krefeld und Gustaf Wesslau

Gustaf Wesslau in Iserlohn während der Saisonvorbereitung 2016. Foto: Alex Schmitz
Gustaf Wesslau in Iserlohn während der Saisonvorbereitung 2016. Foto: Alex Schmitz

Die Kölner Haie haben am Freitag Abend in Krefeld mit 3:5 verloren. Entscheidend waren zwei schnelle Treffer der Pinguine zu Spielbeginn. Große Sorgen machen sich die Haie-Fans aber auch um Gustaf Wesslau. Der schwedische Torhüter und oftmals Sieggarant für den KEC musste das Spiel im ersten Drittel verletzt verlassen. Eine Angabe zur Schwere der Verletzung von Gustaf Wesslau machten die Haie nach dem Spiel noch nicht.

Auftakt zum Vergessen

In der Haie-Aufstellung hatte sich nicht viel verändert. Lediglich Nick Latta fehlte erkrankt, für ihn kam Jean-Francois Boucher zu seinem zweiten Saisoneinsatz. Die Gastgeber starteten besser ins Spiel. Ein Distanzschuss von Marcel Müller in der zweiten Minute schlug direkt hinter Gustaf Wesslau ein. Dem Torhüter war von Krefelds Kuhnekath die Sicht genommen worden, den Puck sah er erst, als dieser bereits im Tor lag. Hanowski und Shugg prüften Engelage im KEV-Tor, scheiterten aber. Besser machte es Pietta auf der anderen Seite. In der sechsten Minute ließ er erst Schütz aussteigen überwand er Wesslau auf der kurzen Seite zum 2:0. Vorangegangen war ein gescheiterter Befreiungsversuch, der symptomatisch für die ersten Minuten der Haie war. Knapp zwei Minuten später war der Arbeitstag des Haie-Schlussmanns dann gelaufen. Grygiel rutschte bei einem Angriff ins Tor, Wesslaus rechter Schlittschuh verhakte sich dabei im Außennetz und bereitete ihm in der Folge sichtbare Schmerzen. Nach einigen Minuten Verletzungsunterbrechung, in denen der Schwede sich mit Haie-Physio „Knete“ unterhielt, trat er den Weg in die Kabine an. Daniar Dshunussow übernahm und kam so zu seinem ersten Saisoneinsatz für die Haie. Viel zu tun hatte er im ersten Drittel allerdings nicht mehr, der KEC kam immer besser ins Spiel. Lalonde nach Mulock-Doppelpass sowie Hanowski und Shugg hatten beste Chancen, die allesamt von Engelage zunichte gemacht wurden. Auch eine Überzahl-Situation führte nicht zu einem freundlicheren Pausenstand, der durchaus verdient gewesen wäre.

Zähes Spiel im zweiten Drittel

Das zweite Drittel begann verhalten. Im Powerplay dann Krefeld mit einer Großchance, die Pietta am langen Pfosten nach Vorlage von Müller vergab. Ehrhoff vergab in der 28. Minute eine Riesen-Chance für die Haie, weil Engelage noch den Seitenwechsel im Pinguine-Tor schaffte. Es war der Auftakt in eine kleine Druckphase des KEC, Gogulla und erneut Ehrhoff scheiterten aus kurzer Distanz. Die Krefelder suchten ihre Chancen in gelegentlichen Kontern, das Spiel war fest in Haie-Hand. Hanowski brachte in der 33. Minute die Scheibe aus kurzer Distanz nicht an Engelage vorbei. Der Krefelder Keeper hielt seine Mannschaft immer wieder im Spiel. Auf der anderen Seite klärte Eriksson eine freiliegende Scheine aus dem Slot, nachdem Dshunussow bereits geschlagen war. Der Haie-Torhüter durfte sich in den letzten Minuten noch mehrfach beweisen wie bei Trettenes‘ Schuss von halb-rechts. Somit ging es mit 2:0 auch in die zweite Pause. Aus Haie-Sicht ein weiterhin unbefriedigender Spielstand, die Schuss-Statistik führte der KEC mit 27-17 Torschüssen deutlich an.

6 Tore im Schlussabschnitt

Was auch immer sich die Haie für den Schlussabschnitt überlegt hatten, es war bereits nach 27 Sekunden dahin. Verteidiger Kurt Davis zog von der blauen Linie ab, Stürmer Kristiansen verdeckte vor dem Tor Dshunussows Sicht und der Puck schlug zum 3:0 ein – beinahe eine 1:1-Kopie des 1:0-Treffers. Während Blair Jones auf der Strafbank saß schien Ryan Jones nach einer Krefelder Unachtsamkeit bereits durch, wurde aber von hinten noch von den Beinen geholt. Beim fälligen Penalty konnte der Stürmer Engelage zwar überwinden, setzte den Puck aber ans Kreuzeck des Pinguine-Tores. Nach überstandener Unterzahl kamen die Haie dann tatsächlich auch im dritten Drittel an, Gogullas Schuss von der blauen Linie ging daneben. Lalonde aus dem rechten Bullykreis und Schütz aus kurzer Distanz scheiterten dann wieder an Engelage. In der 50. Minute war Engelage dann endlich überwunden. Bei angezeigter Strafe gegen Krefeld vergab erst Hospelt freistehend vor dem Tor. Krämmer setzte am Pfosten mehrfach mit der Rückhand nach, am Ende schob Engelage sich den Puck zu 3:1 mit der Stockhand selbst über die Linie. Die Schiedsrichter bemühten noch den Videobeweis, erkannten dann Krämmers zweiten Saisontreffer an.

Eriksson rettete in der 52. Minute bei einem 3-auf-1 der Pinguine mit dem Schläger und auf der anderen Seite brachte Justin Shugg mit dem 3:2 die Haie weiter ran. Das Momentum schien beim KEC zu sein, allerdings trafen in dieser wilden Phase aber auch die Pinguine. Grygiel stürmte aufs Tor zu, Dshunussow war zwar noch dran, aber der Puck segelte per Bogenlampe zum 4:2 ins Tor. Auch dieser Treffer wurde noch einmal per Videobeweis begutachtet und für gut befunden. Damit war der weitere Spielverlauf klar: die Haie stürmten an, der KEV konzentrierte sich aufs Verteidigen und Kontern. Die Haie nutzten ein Powerplay, um die Sache nochmal spannend zu machen. Eriksson zog zur Mitte und dann blind in Richtung Tor ab, Engelage war erneut geschlagen und den Haien blieben noch knapp drei Minuten zum Ausgleich. Dshunussow ging zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, aber nachdem Gogulla an der eigenen blauen Linie Ehrhoff in den Rücken spielte, schnappte sich Gawlik den Puck und traf zum 5:3-Endstand.

Probleme mit Rückständen

Es bleibt dabei, dass ein Rückstand für die Haie ein nahezu unüberwindbares Hindernis zu sein scheint. Die Spiele, die der KEC in dieser und der letzten Saison nach gegnerischer Führung noch in einen Sieg ummünzen konnte, lassen sich an einer Hand abzählen. Ein Umstand, der vergeigte Start-Drittel wie heute in Krefeld aussichtslos erscheinen lässt und dringend behoben werden muss.

Über den Autor: Robert Heppekausen

Robert ist seit 2004 für haimspiel.de tätig und hat in der Zeit unter anderem am Radio das Rekordspiel gegen Mannheim kommentiert und war Mit-Ideengeber für die "Wir sind Haie"-Shirts. Zusammen mit Dennis hat er die Facebook-Seite der Kölner Haie ins Leben gerufen und für den Club aufgebaut.

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2 Kommentare

  1. Domstürmer
    07.10.2017

    Es gibt nicht viel zu sagen außer:

    a) 11 Gegentore in zwei Spielen gegen Straubing in Krefeld – nicht gerade die Topmannschaften der Liga

    b) Schnelle Doppelschläge gegen uns und Tore zu Beginn eines Drittels sprechen nicht für hohe Konzentrationsfähigkeit

    c) Nach 10.Spieltagen 7 Punkte weg von Platz 1 & 2, dafür nur 2 Punkte vor Platz 11 (Düsseldoof). Andersrum wäre besser….

  2. Thomas
    07.10.2017

    Also dem kann ich eigentlich mal wieder nur zustimmen.

    Die Haie immer wieder in absoluten Tiefschlaf Phasen! Ich fand es schon fast frech, mit welcher Einstellung man da wieder aufgetreten ist. Spielerisch die Haie klar besser. Krefeld aber extrem brutal vor dem Tor. Unser Backup, dem man ja gerne abschreibt das er ein guter Goalie ist, war für mich der Hai des Abends. Was der alles noch rausgeholt hat, HUT ab. Der Mann hat gebrannt.

    Aber ich bleibe dabei, dass Eishockey der Haie ist mir zu brav. Sorry wenn ich das sagen muss. Da geht man emotional nicht im Ansatz dem Gegner unter die Haut um ihn auch mal aus der Fassung zu bringen.
    Vor mir spielte man nach dem 3:0 nur noch am Handy. Meine Begleitung sagte immer wieder “Gott das ist ja furchtbar langweilig. Dafür bezahlst du immer so viel Geld? Ich verstehe wenn sich das keiner anschauen will. Das sind nicht die Haie, zu denen ich gerne gegangen bin.”

    Und dem stimme ich zu. Das war gestern Taktisch furchtbar! Emotional, kein Stück. Und was die Herrn “Abwehr” da gestern eben wieder nicht hinbekommen haben, grenzt langsam schon an keine Lust mehr….

    Herr Ehrhoff hätte gestern gerne während dem Spiel nach Hause fahren können. Shugg für mich langsam eine arme Sau. Arbeitet rackert und steht immer wieder alleine im Angriffsdrittel, ohne das er Hilfe bekommt. Schütz passt da nicht in die Reihe. Ich würde da gerne mal Blair Jones sehen.

    Und wie oft man Krefeld gestern einfach hat laufen lassen, ohne das sich wer verantwortlich fühlte einzugreifen, ist schon langsam nicht mehr lustig. Offensiv weiß keiner wo er hinlaufen soll, oder welche Position ihm gehört. Defensiv weiß keiner wen er verteidigen soll.

    Da ist mehr zu tun als eine Mentalfrage zu stellen. Das war das einzige was ich gestern nicht in Frage gestellt hätte. Die Mannschaft will, weiß aber nicht wie. Und was macht Clouston? Zugucken ohne was zu machen. Geht das noch 2 oder 3 Spiele so weiter, kommt das jährliche Lied vom Trainer Wechsel.

    Gruß
    Thomas

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