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Vor dem Halbfinale: Mit breiter Brust gegen den Favoriten

Foto: Basti Sevastos
Foto: Basti Sevastos

Nur zwei Tage nach Spiel 7 im Viertelfinale steht für Kölner Haie bereits das erste Duell im Halbfinale bei den Adlern Mannheim an. Die Haie reisten bereits am Montag in die Quadratstadt. Nach drei Siegen in Folge taten sie das mit sicherlich breiter Brust und werden auch dem eindeutigen Favoriten zeigen wollen, dass man sie nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Wir schauen auf die Leistungen beider Teams im bisherigen Saisonverlauf und worauf im Halbfinale zu achten sein wird.

Längere Pause für Mannheim – Vorteil oder Nachteil?

Es ist eine Frage, die man vermutlich recht früh im Spiel beantworten kann: Wie lange brauchen die Adler, um in dieses Spiel oder gar diese Serie zu kommen? Die Mannheimer setzten sich in fünf Spielen gegen Nürnberg durch und hatten somit über eine Woche Pause. Kräftemäßig sollte ihnen das – zumindest früh in der Serie – noch keinen großen Vorsprung bringen, sie haben lediglich zwei Spiele weniger in den Beinen und sind nicht mehr im Rhythmus, während die Haie mit Euphorie und gehörigem Selbstvertrauen antreten werden. Haben die Adler es also geschafft, in dieser Phase, die Intensität im Training hochzuhalten und wie sehr konnte man sich überhaupt auf den Gegner vorbereiten, der erst zwei Tage vor dem ersten Bully feststand? Das trifft natürlich auch auf die Haie zu, bei denen Trainer Dan Lacroix nicht viel Zeit hatte, um sich mit den Adlern zu befassen. Einen Vorteil im Gegensatz zum Viertelfinale hat er allerdings, er stand schon hinter der Bande, als die Haie am letzten Hauptrundenspieltag in Mannheim mit dem 3:2-Sieg nach Penaltyschießen Platz vier klarmachten.

Die Adler zu Undiszipliniertheiten treiben

Beeindruckend an diesem letzten Spieltag war die Art und Weise, wie die Haie das Spiel angingen. Wenig respektvoll im Angesicht des Vereins, der in der Saison einige Rekorde brach, spielten sie immer wieder frech nach vorne und agierten mit zwei Forecheckern agressiv gegen den Scheibenführenden Spieler. Damit zwang man den Gegner zu einigen Fehlern, aus denen man Profit schlagen konnte. Genau diese Spielweise kann den Adlern laut Beobachtern ihrer vorhergegangenen Serie zum Verhängnis werden, man muss sie von der Disziplin ihres eigenen System abbringen. Genau dieser Umstand war verantwortlich für die einzige Viertelfinalniederlage in Spiel fünf gegen Nürnberg, das sieht auch Verteidiger Dennis Reul so: “Wir sind gut in die Serie gestartet, hatten dann in Spiel vier einen kleinen Rückschlag. Wir waren in Nürnberg einfach zu undiszipliniert“. Auf der anderen Seite muss man aber auch eingestehen, dass diese Kölner Spielweise am 52. Spieltag zu vielen Chancen der schnellen und direkt spielenden Mannheimer geführt hat und die Adler aufgrund der Tabellensituation auch nicht mehr mit der letzten Konsequenz gespielt haben.

Unterschiedlich starke Personaldecke

Während die Haie am Montag das Saisonaus für Steve Pinizzotto, Corey Potter, Alex Oblinger und Sebastian Uvira verkündeten, meldeten sich bei den Adlern am Montag alle verletzten Spieler wieder zurück. Die Kölner hoffen noch auf eine mögliche Rückkehr von Alexander Sulzer und Marcel Müller, beide Spieler trainieren seit einiger Zeit wieder voll mit, wurden bisher aber noch nicht eingesetzt. Mit Sulzer hätte man noch einen erfahrenen Spieler für die Verteidigung, mit Marcel Müller eine große Unbekannte für beide Teams. Müller wäre aber zumindest wieder eine körperliche Präsenz im Spiel der Haie und damit eine Komponente, die gegen vier gefährliche Adler-Reihen sicher hilfreich wäre. Mit ihrer playoff-unüblichen Meldung drängen die Haie die Adler noch weiter in die Favoritenrolle und können sich besser als Underdog präsentieren.

Wer kann besser mit seiner Rolle umgehen?

Die Adler sind aber auch ohne diesen Kniff der klare Favorit in der Halbfinalserie, die Haie können nur mit ihrem unbändigen Willen und mannschaftlicher Geschlossenheit dagegenhalten und das Beste hoffen. Die Adler haben in der Saison wenig Anzeichen gezeigt, dass sie ihrer Rolle nicht gerecht werden könnten, nur einmal verloren sie mehr als zwei Spiele hintereinander. Druck würden sie wohl erst bei einem Serienrückstand verspüren, wenn dieser länger anhielte umso mehr. Die Haie befinden sich nach einer ausgeglichen gestalteten Serie jetzt in der Außenseiter-Position und man darf gespannt sein, ob man das auf dem Eis merken wird oder nicht.

Spiel 1 des Halbfinales beginnt heute Abend um 19:30, wir übertragen die Partie ab 19:15 im LiveRadio. Außerdem starten wir heute den ersten Test unseres Livetickers, den wir dann ab kommender Saison regelmäßig anbieten wollen.

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Stimmen nach Spiel 7: Gezeigt, aus welchem Holz wir geschnitzt sind

2 Kommentare

  1. Alexander
    02.04.2019

    Wenn wir unsere Torchancen konsequenter nutzen werden wir gute Chancen haben zu Siegen und ich bin mir sicher das wir das schaffen!!

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