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Vertrag für Douglas Murray

Douglas Murray im Training. Foto: Steffen Thaut
Douglas Murray im Training. Foto: Steffen Thaut

Die Entscheidung ist gefallen: Die Kölner Haie nehmen Douglas Murray bis Saisonende unter Vertrag. Der schwedische Defensivverteidiger wird die Rückennummer 3 tragen und soll bereits am kommenden Donnerstag beim Heimspiel gegen die Adler Mannheim auflaufen.

Murrays großer Trainingsfleiß hat sich bezahlt gemacht. Seit seiner Ankunft in Köln und dem Einstieg ins Training mit der Mannschaft legte er reichlich Extra-Schichten ein, um den konditionellen Anschluss ans restliche Team zu finden. Den wird er schwerlich in vollem Umfang erreicht haben können, aber alles andere, was er mitbringt, scheint Niklas Sundblad genug überzeugt zu haben, um die letzte Ausländerlizenz der Saison auf ihn zu verwenden.

„Er ist ein sehr starker Defensiv-Verteidiger. Er spielt mit viel Herz und Leidenschaft. Das sind wichtige Faktoren, wenn man Erfolg haben will. Das bringt er mit ins Team.“ sagte Niklas Sundblad in der vergangenen Woche im Interview. „Außerdem bringt er die Erfahrung von 75 Stanley-Cup-Playoffspielen mit.“ Insgesamt zehn Jahre verbrachte Murray in der NHL bei den San Jose Sharks, Pittsburgh Penguins und zuletzt den Montreal Canadiens. Er bringt auch einen guten Schlagschuss mit, auch wenn seine Hauptaufgaben im eigenen Drittel liegen werden. „Wir müssen die vielen Gegentore abstellen und härter vor dem eigenen Tor arbeiten. Wer sich vor unserem Tor positioniert, muss das spüren“, erklärt Sundblad die Marschrichtung.

Speziell vor dem eigenen Tor werden seine Abräumer-Qualitäten gefragt sein. Seine läuferischen Defizite wird sein jeweiliger Verteidigungspartner auffangen müssen, aber im Gegenzug soll Murray dafür sorgen, dass im Slot niemand mehr ungestört zum Abschluss kommt, wenn er auf dem Eis ist. In Unterzahl wird das seine Hauptaufgabe sein. Seine Fähigkeiten schätzt Murray selbst sehr realistisch ein. In einem Interview während seiner Zeit bei den Montreal Canadiens sagte er: „Wann immer man mich aus einem Team wegtradet und mit jemand anderem ersetzt, wird man schneller. Aber man wird auch softer.“ Seine ehemaligen Teamkollegen in San Jose betonten oft, was für eine wichtige Rolle er zudem in der Kabine spielte.

“Ich freue mich darauf, irgendwann wieder ein paar Gegner zu checken”, hatte Murray nach seinem ersten Training mit den Kölner Haien gesagt. Ob er seine krachenden Checks, die durch seine NHL-Karriere hindurch sein Markenzeichen waren, auf der größeren Eisfläche in Europa auch anbringen kann, bleibt abzuwarten. Aber auch ohne dieses Element sollte er eine physische Präsenz im Kader der Haie sein. “Er macht echt was weg auf dem Eis. Er ist jetzt sicher nicht der Lüde unter den Verteidigern, aber er ist durchaus in der Lage einzuschüchtern.”, attestiert ihm Moritz Müller. “Ich könnte mir vorstellen, dass gegnerische Stürmer zweimal überlegen, ob sie im Powerplay mit Douglas Murray vorm Tor stehen wollen oder zum Rebound gehen oder in die Ecke.”

Wie sich die Besetzung in der Defensive mit dem nunmehr achten Verteidiger strukturiert, wird sich am Donnerstag zeigen. Im Training wurde Pascal Zerressen zuletzt als Stürmer eingesetzt. Eine mögliche Variante, um einen Verteidiger-Platz freizumachen.

Über den Autor: Henrike Wöbking

Henrike schreibt für haimspiel.de seit 2005 und wurde von Ex-NHL-Spieler Jason Marshall gelobt für "the best interview I ever did". Sie zeigte sich hauptverantwortlich für das Abschiedsvideo von Dave McLlwain. Außerdem ist sie Buchautorin und schrieb den Roman "Auf Eis" vor dem Hintergrund der Playoffs 2002.

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