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Unverhofft kommt oft – Haie gewinnen beim Meister 2:1

So emotional wie im Halbfinale der letzten Saison wurde es noch nicht - Foto: Alexandra Schmitz

Keine 48 Stunden nach der unverhofften Auftaktniederlage gegen die Iserlohn Roosters haben die Haie ein erstes Ausrufezeichen in der neuen Saison gesetzt. Beim amtierenden Meister aus Mannheim siegte die Mannschaft von Mike Stewart mit 2:1. Dabei wirkten die Haie vor 12.451 Zuschauern in allen Belangen verbessert, obwohl man auf zwei weitere Spieler (Bast, F. Tiffels) verzichten musste. Mit Ugbekile, Gnyp, Dumont, Palka und Köhler waren gleich fünf Spieler auf dem Spielberichtsbogen, die unter die U23-Regelung fallen. Auch die Mannheimer mussten auf vier Stammspieler verzichten, haben aber einen so tiefen Kader, dass Sie nur die zwei Pflicht-U23-Spieler im Lineup hatten.

Starke Haie im ersten Drittel

Die Gäste erwischten auch den besseren Start in die Partie. Von Beginn an setzten die Haie die Gastgeber mit starkem Forechecking unter Druck. Erste Chancen durch Aronson, Akeson und Gagné beantworteten die Adler mit einem schnellen Angriff über Toptalent Stützle, an dessen Ende Huhtala am gut aufgelegten Wesslau scheiterte. Trotz der bis dato besten Chance der Partie fand der Meister auch in der Folge keinen Weg gegen das Forechecking der Haie. 13:3 Schüsse zu Gunsten der Kölner ergaben sich aus dieser Dominanz bis zum Powerbreak. Aus der kurzen Pause heraus agierten die Mannheimer stabiler in der Defensive. Die Haie kamen nicht mehr so leicht zum Abschluss, ließen aber defensiv wenig zu. Das Wenige, das die Adler noch aufs Tor brachten, entschärfte Wesslau sicher.

Der Meister geht in Führung, die Haie gleichen aus

Die Tore fielen im zweiten Abschnitt. Zuerst brachten sich die Haie mit zwei kurz aufeinanderfolgenden Strafen in eine 3 gegen 5 Unterzahl. Rendulic nutze sie mit einem Schlagschuss von der blauen Linie. Danach traf Akeson in eigener Überzahl. Gagné und er hatten sich mit einem Doppelpass durch die Verteidigung gespielt und Endras blieb nur das Nachsehen, als die Scheibe im Netz zappelte. Die Gastgeber waren in den zweiten 20 Minuten im Vergleich zum ersten Drittel aktiver, jedoch entwickelten sie ohne Überzahl selten dauerhaft Druck auf das Kölner Tor. Die Mannschaft von Mike Stewart hingegen ließ im weiteren Verlauf selbst eine 5 gegen 3 Überzahl über knapp anderthalb Minuten ungenutzt. Kurz vor Drittelende dann noch ein Aufreger. Sill hatte die Scheibe in Richtung Tor befördert, Endras ließ sie durchrutschen. Auf der Linie griff er dann nach der Scheibe und zog in der Folge den Fanghandschuh mitsamt Puck hinter die Linie. Eine schwierige Entscheidung für die Schiedsrichter, die dem Treffer die Anerkennung verweigerten.

Erneut Overtime

Spannung bestimmte die letzten 20 Minuten. Beide Teams verstanden es defensiv die Räume eng zu machen und so passierte offensiv nicht viel. In der Overtime gaben die Mannheimer dann den Ton an. Plachta nach ein paar Sekunden (Pfosten) und Stützle mit einem sehenswerten Solo übers ganze Eis, hatten die großen Chancen für den Meister. Die Haie kamen in der dritten Minute der Verlängerung das erste Mal vor Endras Kasten. Das reichte. Matsumoto brachte im Nachsetzen die Scheibe an Endras vorbei. Der Gästeblock feierte und auch den Spielern war eine gewisse Erleichterung anzusehen. Verglichen mit dem Freitag wirkten die Haie sicherer und mit mehr Selbstvertrauen. Verfiel man am Freitag noch aus dem neuen System in alte Muster – was in einem Lernprozess etwas völlig normales ist – so konnte man dieses Mal die Taktik des Trainers besser umsetzen.

Stimmen der Trainer

Mannheims Trainer Pavel Gross sah in der Pressekonferenz einen “absolut verdienten Kölner Sieg” und Mike Stewart war bei uns im Interview sehr zufrieden: “Unsere Leistung war viel besser heute. Sogar mit einem dünnen Kader haben wir gezeigt, was wir für ein Team haben. Wir haben mit viel Tempo gespielt und Gustaf hatte ein paar Big Saves. Wir sind sehr stabil in unserem Drittel gestanden. Am Freitag waren wir alle enttäuscht vom Spiel und heute gab es eine gute Antwort.”

Weitere Stimmen

Jason Akeson: “Wir haben heute ein gutes Spiel offensiv und defensiv gespielt. Wir hatten einen kleinen Kader und haben versucht, es einfach zu halten. Das haben wir gemacht und auch unsere Chancen genutzt, als wir sie hatten.” “Es fühlt sich gut an, so früh in der Saison zu treffen. Es ist gut fürs Selbstvertrauen, aber am Ende ist es ein Teamspiel und es ist wichtiger das wir heute gewonnen haben.”

Jon Matsumoto: “Es ist schön das erste Tor als Hai geschossen zu haben und auch hier zu gewinnen. Ich hätte auch gerne schon am Freitag getroffen.” “Ich glaube wir haben heute ähnlich gespielt wie am Freitag. Wir haben es heute etwas besser umgesetzt. Ich selbst war Freitag mit meiner Leistung nicht zufrieden und denke ich bin momentan noch nicht bei 100%.”

Über den Autor: Tobias Bonk

Tube ist fast seit Beginn bei Haimspiel dabei, war zwischendurch mal abgetaucht und kam mit Beginn des Radios 2006 wieder zurück ins Boot. Er war Teil des Kommentatorenteams beim ersten Test in Iserlohn und schrieb seine Bachelorarbeit unter anderem über die Haie.

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Liveticker Adler – Haie: Wie präsentieren sich die Haie beim Meister?

2 Kommentare

  1. Jürgen Z
    17.09.2019

    Gelungene Zusammenfassung, interessante Stimmen, Haimspiel ist immer ein Gewinn. :-)

  2. Thomas
    18.09.2019

    Dem gibt es eigentlich nicht viel hinzuzufügen. Deutliche Steigerung im Vergleich zu Freitag. Das waren schon eher die Haie die man in der Vorbereitung das ein oder andere mal hat auf Blitzen sehen. Es wird spannend zu sehen, wie das Team aufgestellt ist wenn die Kappelle mal voll ist.

    Man hat es gut verstanden Mannheim nicht zu 100 Prozent zu ihrem Spiel kommen zu lassen. Ich freue mich auf mehr von dem Team.

    Aber auch wenn vieles gut war, und ich nicht so kritisch nach 2 Spieltagen sein möchte, aber Zerressen wird sich sehr strecken müssen diese Saison. Die ersten beiden Spiele hatte er viele Fehler, auch wenn er endlich mal seinen Körper einsetzt.

    Ich bin sehr gespannt diese Haie im Saisonverlauf zu sehen.

    Gruß
    Thomas

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