Unabhängiges Magazin seit 2003 – Eishockey. Kölner Haie. Köln. DEL.

Hinweis: Dieser Artikel ist älter als sechs Monate. Um immer auf dem aktuellen Stand zu sein nutzt du:

Aktuelle Informationen findest du auf unserer Startseite »

Telekom-Streit im Basketball: Was kommt auf die DEL zu?

Seit einigen Monaten ist klar, dass die Deutsche Telekom AG die Rechte gesichert hat für die DEL-Übertragungen ab der kommenden Saison 2016/17. Die Vorfreude war groß, schließlich wurde angekündigt, dass alle Spiele live übertragen werden. Knapp 12 Wochen vor dem 1. Spieltag der neuen DEL-Saison stehen aber immer noch keine Pakete oder Preise fest.

Für Aufruhr sorgte nun aber Michael Stoscheck, der die Geschicke der Brose Baskets Bamberg in der höchsten deutschen Basketball-Liga leitet. Die Mannschaft ist amtierender Deutscher Meister, doch Stoscheck hatte sich nach der Finalserie bitterlich beschwert. Sein Vorwurf: Über die Telekom-Plattform telekombasketball.de würden nur etwa 20.000-30.000 Zuschauer die Partien live sehen. Die Problematik der mangelnden TV-Präsenz ist auch im Deutschen Eishockey bekannt und immer wieder Kritikpunkt von Funktionären und Fans. Der Lizenzwechsel zur Telekom folgt nun ausgerechnet zu einer Zeit, in der sich bestehende Telekom-Partner ebenfalls über mangelnde Präsenz beschweren und kritisieren. Vor dem Finale sagte er: “Der Wermutstropfen in diesem Finale ist, dass es nur rund 20.000 Zuschauer im Internet sehen konnten. Das ist inakzeptabel”.

Was wird das Abo bei der Telekom kosten?

Die Telekom-Plattform und das Lizenzmodell für Fans scheint zumindest im Basketball nicht aufzugehen: Eine monatliche Grundgebühr für die Freischaltung der Basketball-Spiele kostete in der letzten Saison 14,99 EUR / Monat und ist monatlich kündbar. Bei einer Jahreslizenz sinkt die Gebühr auf 9,99 EUR / Monat, der Fan muss diesen Vertrag aber auch 12 Monate lang zahlen. Telekom-Kunden empfangen alle Spiele kostenlos. Offizielle Preise wurden bislang allerdings noch nicht kommuniziert.

Wenn im Eishockey ähnliche Preise zu Stande kommen, sind für eine Saison also ca. 120,- EUR Kosten zu tragen. Die DEL wird sicherlich auch auf Sport1 hinweisen. Der Sportsender überträgt einige Live-Spiele der Liga auch im Free-TV. Die richtige Mischung zu finden ist die große Herausforderung für den Eishockey-Sport, aber auch generell für die Sportarten in Deutschland: Vorbilder aus den USA wie in den Profiligen NHL, NBA, NFL und Co. zeigen welche Kosten Fans bereit sind aufzunehmen, wenn es werbefrei ist und die Qualität überzeugt mit allen Statistiken. Der Aufbau einer solchen Plattform ist aber nur langfristig machbar unter einem eigenen Namen und ebenfalls mit hohen Initialkosten verbunden.

Was ist im Free-TV denn möglich?

Im Free-TV haben in den letzten Monaten vereinzelnde TV-Übertragungen mit guten Einschaltquoten durchaus Erfolge feiern können: Die NFL auf ProSieben/Sat.1 erreichte Spitzen-Marktanteile von 8,9%. In den Playoffs wurden Quoten von bis zu 1,8 Millionen Zuschauern erreicht. Auch die Eishockey-WM auf Sport1 hat überzeugt: Es wurden seit 2011 die besten Quoten im Eishockey erzielt. Im Schnitt sahen knapp 500.000 Personen die Gruppenspiele der Deutschen Nationalmannschaft, in der Spitze sogar 1,13 Millionen.

Die neue Saison wird zeigen, ob die DEL mit der Telekom den richtigen Partner gefunden hat und inwiefern vor allem die FreeTV-Weitergabe an Sport1 ein Glücksgriff für das Unterfangen war.

Bambergs Stoscheck freut sich währenddessen auf die Rückkehr von Uli Hoeness: “Er wird das Thema mit uns zusammen voranbringen”. Eine Leitfigur, die sich durchsetzen kann und im Deutschen Eishockey nicht zu finden ist.

Über den Autor: Dennis Wegner

Dennis gründete gemeinsam mit René im Sommer 2003 haimspiel.de und betreut die Seite bis heute als 1. Vorsitzender. Außerdem war er zwischendurch für das Haie-Fanprojekt tätig, hat mit dem Team und der Fanszene "Wir sind Haie" ins Leben gerufen und die Flyeraktion "Köln ohne Haie?" mit großem medialen Echo organisiert.

Vorheriger Artikel

Trikotnummern für die neuen Haie

13 Kommentare

  1. Frielingsdorf
    19.06.2016

    Keiner blickt hier durch. In der Presse sagte die Telekom, alle DEL Spiele werden übertragen und der Telekom Kunde mit “Magenta” sieht alle Spiele kostenlos.
    Was ist nun richtig? Was verbirgt man hier?
    Eine verständliche Auflösung wäre sinnvoll.

    • 19.06.2016

      Wir gehen aktuell auch davon aus, dass die Spiele für TV-Kunden der Telekom kostenlos sind. Steht auch so im Artikel. ;-)

  2. Sebastian
    19.06.2016

    Was meiner Meinung nach viel zu sehr vernachlässigt wird, ist die Frage, ob die neue Produktion mit der von Servus TV mithalten kann. Der Aufwand, der für die Übertragung eines Spiels betrieben wurde, mit der Anzahl an Redakteuren und technischen Personal vor Ort, sucht für eine “Randsportart” seines gleichen. Der Technische Aufwand konnte hier durchaus mit dem eines Bundesliga Spiels verglichen werden.

    Sport 1 hat das Geld bei weitem nicht so locker sitzen wie Servus TV und deren Eigentümer. Ich rechne mit harten Einsparungen an Personal und Produktionstechnik. Es ist ein Unterschied, ob 16 Kameras vor Ort sind oder nur 3. Das wird sich auf die Qualität der Übertragung auswirken.

    Bin gespannt und hoffe, dass ich mich irre.

  3. Karl Friedrich Weyland
    19.06.2016

    Also eigentlich ändert sich ja nicht soviel gegenüber der vergangenen Saison. Die Spiele die bisher auf Servus TV gezeigt wurden, werden jetzt auf Sport 1 gezeigt. So gesehen ändert sich ja nichts. Zusätzlich kann ich aber ab kommender Saison gegen eine Gebühr, wenn ich keine Entertainkunde bin, alle Spiele live und in HD schauen. Das kann ich machen, oder auch lassen, ganz wie ich will. Wenn jetzt Bamberg nur 20 – 30 Tausend Zuschauer sehen wollen, liegt das vielleicht an der Attraktivität von Bamberg. Nur weil die Meister sind, muß ich mir die ja nicht anschauen. Beim Fußball sehe ich mir ja auch die FC Spiele an, als FC-Fan, und nicht die Bayern Spiele, nur weil die andauernd Meister werden. Davon abgesehen, kann ich mir schon vorstellen, wenn die Haie übertragen werden, schauen mehr als bei Bamberg.

  4. hesched
    19.06.2016

    Servus zusammen,
    schöne Grüße aus Mittelfranken.
    Da ich Fan von den Ice Tigers sowie von den Brose Baskets Bamberg bin kann ich euch beruhigen was die Übertragungen ab nächstes Jahr angeht.
    Die Telekom hat die selbe Produktionsfirma beauftrag die bisher die Servus Hockey Night produziert hat. Die Firma thinXpool macht für die Telekom auch Basketball.
    Die Übertragungen sind echt Top (Basketball), auch wenn beim Personal nicht so viele Leute vertreten sind.
    Ihr könnt euch das in etwa so vorstellen wie bei Laola1.tv. Es wird halt pro Spieltag ein Spiel mit mehr Personalaufwand betrieben (in etwa ServusHN).
    Auch verständlich, wo bekommst du pro Spieltag 7 Experten und Kommentatoren Duos her.
    Was Herr Stoschek, will ist eine komplette Übertragung der Finalserie auf dem FreeTV Sender Sport1 und nicht wie bisher im Vertrag festgehalten 2 pro Serie bei möglichen 5 Spielen, wobei Spiel 1 nur bei der Telekom gezeigt werde darf.
    Die DEL war da schlauer. Sport1 macht das so wie ServusTV bisher. 1 Spiel pro WE in der Hauptrunde und in den Playoff ein Spiel pro Spieltag. Sprich jedes Spiel der Finalserie.

    Bezüglich der bekanntgabe der Preise für die Telekom Übertragung müssen wir noch warten. Beim Basketball hat es bis 2 Wochen vorm Saisonstart gedauert.
    Aus meiner Sicht kann es wie damals nur um weitere Sportrechte gehen. Wenn ich mich nicht irre läuft dieses Jahr die NHL Rechte bei Sport1 US aus, genauso CHL bei Sport1.
    Beim Basketball bringen Sie jeden Sonntag 2 Spiele aus der NBA in der Hauptrunde sowie alle Spiele der Euroleague (CHL beim Basketball), sowie das Final 4 Turnier. Allerdings auch erst seit der letzten Saison.

    Ich hoffe ich konnte euch weiterhelfen.

  5. 20.06.2016

    Der letzte Absatz ist etwas irreführend. Klar sind Werte von 1,8 Mio. bei der NFL und ne knappe Mio. bei den Spielen der Nationalmannschaft nett. Die Realität sieht allerdings anders aus. Die Einschaltquoten bei ServusTV waren dann doch meist nur fünfstellig, bei Sky vorher natürlich noch geringer.
    Ich bezweifle, dass man sich auf siebenstellige Einschaltquoten berufen kann und auch bei Sport1 nicht erwarten kann.

    Der Schritt alle Spiele online verfügbar zu machen und das “Topspiel” zusätzlich im FreeTV zu zeigen, halte ich schon für richtig in solch einer Nische. Immerhin besser als bisher im Pay-TV bzw. danach nur einzelne Spiele online plus das FreeTV Spiel.

    Dass man allerdings bisher nichts von den Paketen hört, finde ich auch schade. Könnte mir aber vorstellen, dass das Marketing da kurz vor Saisonbeginn erst richtig losgeht. Aktuell würde es ja wegen der Fußball EM ziemlich verpuffen.

    Schönen Gruß aus D’dorf

  6. Daniel
    20.06.2016

    Ich sehe es ähnlich wie Karl Friedrich – eigentlich ist es nur wichtig, dass die Telekom endlich die neuen Preise kommuniziert und ob nur Entertain- oder alle Telekom-Kunden mit Langzeitvertrag, wie es jetzt auch im Basketball gehandhabt wird, das Eishockey Paket gratis erhalten. Aber da heißt es leider weiterhin abwarten und Tee trinken. Aber eine Frage stelle ich mir schon: für wen lohnt sich ein Jahresabonnement? Wenn ich Pech habe, spielt meine Mannschaft von Ende Februar bis Anfang September 2017 nicht, soll aber weiter monatlich zahlen? Nicht mit mir, liebe Telekom…

  7. Jens
    21.06.2016

    In dem Artikel ist ein Fehler: auch Mobil- und Festnetzkunden der Telekom bekommen die BekoBBL Spiele kostenlos. Screenshot als Beleg hab ich euch auf twitter gementioned. Bitte verbreitet keine Fehlinformationen, das verwirrt die Menschen nur noch mehr. Alles abseits von ARD und ZDF ist sowieso für den Durchschnittsdeutschen schwer vermittelbar…?

  8. Arcx
    21.06.2016

    Da ist aber nen dicker Fehler:
    “Telekom-Kunden (TV) empfangen alle Spiele kostenlos.”

    Das stimmt so nicht – es bekommen alle Telekom-Kunden, in deren Paketen ein breitbandiger Internetzugang mit Flatrate enthalten ist, alle Spiele kostenlos. Also alle DSL-Kunden und alle Mobilfunk-Kunden mit entsprechendem Internetzugang – nicht nur die TV-Kunden! Insofern ist da wesentlich mehr Potential – man muss es nur entsprechend bewerben.

    Quelle: https://www.telekombasketball.de/service/ Kleingedrucktes

  9. 25.06.2016

    Vielen Dank für die entsprechenden Hinweise, natürlich wurde der Artikel entsprechend sofort abgeändert.

  10. Dirk
    07.07.2016

    Ich fände die Telekom sollte auch mal sagen ob die DEL auch über Entertain SAT ausgestrahlt wird. Ich wohne leider in einer Gegend wo es an einer schnellen DSL Verbindung hapert. Für mich und andere Fans wäre es wirklich bitter wenn es nur über IPTV zu buchen wäre, denn schnelles I-Net ist leider noch nicht die Regel in Deutschland.

  11. 01.08.2016

    Hallo aus Berlin,

    da wir Fans der Fischtown Pinguins Bremerhaven sind, haben wir fast alle DEL 2 Spiele über Sprade TV gesehen. Diese konnte man einzeln buchen, zwar ist die Qualität bei einigen nicht die Beste gewesen aber zumindest konnte man diese sehen und das ist doch das was der FAN eigentlich will, seine Manschaft zu sehen. Gerade wenn es um die Auswärtsspiele geht oder man schafft es nicht in die Halle, sollte es möglich sein die Übertragungen zu gewährleisten. Von daher bin ich guter Hoffnung auch meine Fischtowns über Stream zu sehen und am 4.12 in der Mercedes Benz Arena. Letztendich sind alle auf die Fans angewiesen und wenn die nicht ihre Mannschaft sehen können, wird es schnell ins Minus gehen und der Frust steigen.

    LG Ralf

  12. paul147
    26.08.2016

    Eine Verwirrung hoch3. Habe heute bei der Telekom angerufen, eine verbindliche Antwort, dass alle DEL Spiele übertragen werden, konnte mir keiner sagen. Ich bekam die Antwort, es werden ja auch nicht alle Fußballspieler übertragen. Liebe Telekom, wann bekommen wir eine brauchbare Information?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.