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„Shuggy der richtige Mann am richtigen Ort“

KEC-Stürmer Justin Shugg - Foto: Alexandra Schmitz

Zwei Punkte nahmen die Kölner Haie am Donnerstagabend aus Bremerhaven mit. Die Mannschaft von Peter Draisaitl hatte sich mit Toren von Pascal Zerressen, Felix Schütz und Ben Hanowski in den ersten 40 Minuten eine Zwei-Tore-Führung herausgearbeitet, tat aber im Schlussdrittel zu wenig fürs Spiel, so dass die Fischtown Pinguins zum Ausgleich kamen. In der Verlängerung sicherte Justin Shugg den Extrapunkt für die Domstädter. Die Stimmen zum Spiel von Peter Draisaitl, Moritz Müller, Ben Hanowski und Kai Hospelt, der sein 800. DEL-Spiel absolvierte.

Peter Draisaitl: „Wir brauchen von einigen Individuen mehr.“

„Mit den letzten 20 Minuten war ich nicht zufrieden. Bis dahin haben wir wirklich ein gutes Spiel zustande gebracht. Es war gut zu sehen, dass wir nach dem Straubing-Spiel noch einen Schritt zulegen konnten. Aber die letzten 20 Minuten waren so gar nicht nach meinem Geschmack. Wir hatten uns nach den ersten zwei Dritteln eigentlich gesagt, dass wir genauso weiter aktiv sein und so viel Zeit wie möglich in Bremerhavens Drittel verbringen wollen. Das haben wir einfach nicht gemacht. Wir waren zu passiv. Wir haben phasenweise fast aufgehört, Eishockey zu spielen. Letztendlich nehmen wir die fünf Punkte aus dem Straubing-Spiel und heute gerne mit. Das waren zwei harte Auswärtsspiele. Aber über die letzten zwanzig Minuten heute müssen wir auf jeden Fall noch mit der Mannschaft reden.“

(Zum Verkürzen der Bank auf drei Reihen für die Schlussphase und der Herausnahme von Blair Jones:)
„Ich habe gemerkt, dass nochmal ein Impuls von uns kommen sollte. Deshalb habe ich die Reihen nochmal umgestellt. Das war mehr oder weniger eine Bauchentscheidung. Im Großen und Ganzen war es in Ordnung, aber wir haben noch nicht die Konstanz über 60 Minuten in unserem Spiel. Da gibt es noch genug Arbeit im Teamplay. Aber wir müssen auch kritisch anmerken, dass wir auch von einigen Individuen mehr brauchen.“

(Zur Frage, ob er noch weiter verschiedene Reihenzusammensetzungen ausprobieren will:)
„Das kann ich noch nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen. Das entscheiden Spieler auch ein bisschen selber, wo und wieviel sie spielen. Das ist nicht nur meine Entscheidung. Ob das jetzt schon die ideale Besetzung ist, weiß ich noch nicht. Ich kann mir vorstellen, dass es noch den einen oder anderen Wechsel in den Sturmformationen geben kann und wahrscheinlich auch wird. Vielleicht bekommen wir Alex Bolduc in den nächsten paar Wochen ins Line-Up. Allein dadurch wird sich schon noch ein bisschen was ändern. Ich denke, das eine oder andere wird noch kommen.“

(Zum Check gegen Moritz Müller:)
„Ich habe den als Bandencheck gesehen, weil Jensen ihm schon drei Meter vor der Bande schon die Arme festgehalten hatte. Dann ist der Spieler bewegungsunfähig. Wenn es dann mit dem Speed in die Bande geht, ist das für mich eine Strafzeit gewesen. Sowas ist brandgefährlich. Mo konnte die Hände nicht nach oben nehmen und sich nicht mehr abstoppen. Das ist brutal gefährlich und kann übel ausgehen. Allein aus diesem Grund gucken wir uns das nochmal an.“

Auch KEC-Sportdirektor Mark Mahon bestätigte nach der Partie, dass man sich die Situation nochmal anschauen wird um zu entscheiden, ob eine Einreichung bei der DEL sinnvoll ist. Mahon räumte ein, dass man sich sicher sein will, ob aus dem Check eine Matchstrafe resultiert, um die sonst fälligen Verfahrenskosten zu vermeiden.

Moritz Müller: „Für mich sind das 5 plus Spieldauer.“

„Wir sind froh, dass wir das Spiel noch gewonnen haben. Nichtsdestotrotz waren wir mit dem letzten Drittel nicht so ganz zufrieden und dass wir den dritten Punkt noch abgegeben haben. Aber wir sind froh, dass wir mit einem positiven Gefühl jetzt zurückfahren.“

(Zum Check von Jensen:)
„Zum einen ist genau dafür die Icing-Regel gemacht worden, dass genau solche Sachen nicht passieren – Checks, bei denen man gleichzeitig in der Bande ankommt und das Risiko von Gehirnerschütterungen besteht. Für mich war es in erster Instanz ein Icing. Und zum anderen war es ein ganz klares Foul. Man kann sich aussuchen, ob es ein Bandencheck war, weil es mehr als drei Schritte Anlauf waren. Und noch dazu hält er meine Arme fest, so dass ich mich nicht mehr vor der Bande schützen kann. Für mich sind das 5 plus Spieldauer, wenn nicht sogar eine Matchstrafe. Schade, dass es nicht gesehen wurde und durchgeht, weil das auch anders hätte ausgehen können. Vor ein oder zwei Jahren war es mal ‚in‘, über Gehirnerschütterungen zu reden. Das machen wir irgendwie nicht mehr so viel.“

Die Platzwunde an Moritz Müllers Kopf wurde mit zwei Stichen genäht. Der Verteidiger kehrte nach der ersten Drittelpause zurück ins Spiel.

Ben Hanowski: „Shuggy der richtige Mann am richtigen Ort in der Overtime.“

(Zum Tor in der Overtime:)
„Da hatten wir auch ein bisschen Glück. Ich hatte die Scheibe eigentlich verloren, aber sie ist direkt bei Freddy Eriksson gelandet. Er hat einen guten Schuss abgegeben. Shuggy ist anscheinend in dieser Saison der richtige Mann am richtigen Ort in der Overtime. Das war stark, den Rebound so zu verwerten. Das ist ein wichtiger Zusatzpunkt, den wir heute mitnehmen. Leider mussten wir überhaupt in die Verlängerung, aber wir nehmen den Extrapunkt gerne mit.“

(Zu seinem eigenen Tor:)
„Mir sind im Grunde die Möglichkeiten ausgegangen. Mo hat einen Super-Pass aus der eigenen Zone gespielt. Wir haben Bremerhaven im Wechsel erwischt. So war ich dann plötzlich in zentraler Position auf dem Eis. Ich konnte nicht viel anderes machen. Ich wollte den Puck eigentlich noch auf die Vorhand bringen, aber ich war unter Druck, deswegen habe ich die Scheibe einfach aufs Tor gebracht. Glücklicherweise ist sie im Netz gelandet.“

(Zum Spiel der Mannschaft im Schlussdrittel:)
„Wir sind ein bisschen zu passiv geworden. Aber man muss das auch den Bremerhavenern anrechnen. Sie sind mit viel Druck zum letzten Drittel aus der Kabine gekommen und haben das Momentum auf ihre Seite gebracht. Wir haben zu abwartend gespielt. Daraus können wir auf jeden Fall lernen. Das darf uns zukünftig nicht mehr passieren.“

„Man kann es natürlich so sehen, dass wir einen Punkt liegengelassen haben, weil wir in einem Auswärtsspiel mit einer Zwei-Tore-Führung ins Schlussdrittel gegangen sind. Solche Spiele muss man eigentlich mit drei Punkten zu Ende bringen. Als Lichtblick muss man aber nehmen, dass wir nochmal zurückgekommen sind und den Zusatzpunkt mitgenommen haben.“

Kai Hospelt: „800 – ging schnell irgendwie.“

„Das letzte Drittel war nicht unbedingt schlecht, aber wir waren nicht aktiv genug. Es ist ein Unterschied, ob man geduldig spielt oder passiv. Da müssen wir einfach besser werden, dass wir sagen können, wir spielen ohne Risiko, haben den Fuß aber weiter auf dem Gas und versuchen, das Spiel trotzdem selber zu machen und nicht nur zu reagieren. Bremerhaven braucht nicht viele Chancen. Die sind gut vorm Tor. Aber das wichtigste ist, dass wir trotzdem den Sieg geholt haben. Klar hätten wir lieber drei Punkte gehabt, aber so wie das Spiel im letzten Drittel gelaufen ist, war es wichtig zu sehen, dass wir das Spiel in den letzten Minuten des letzten Drittels und in der Verlängerung wieder mehr an uns gerissen haben. Es ist natürlich ärgerlich, dass wir den Zwei-Tore-Vorsprung hergegeben haben, aber jetzt wollen wir uns grundsätzlich mal über den Sieg freuen und positiv nach vorne schauen.“

(Zur Frage nach seinem 800. DEL-Spiel:)
„Vor ein paar Wochen hatte ich mal geschaut, weil ich mit Sebastian Furchner gesprochen hatte, dass es jetzt irgendwann so weit ist. Jetzt wusste ich gar nicht mehr genau, welches Spiel es ist. Aber die Jungs haben es mich heute vorm Spiel natürlich wissen lassen. Es ist natürlich schön, dass wir dann gewonnen haben. Freut mich natürlich besonders. Ja, 800 – ging schnell irgendwie. Wollen wir hoffen, dass noch ein paar hundert dazukommen.“

(Zur Frage, ob er sich vorgenommen hat, eine konkrete Zahl an Spielen zu erreichen:)
„Nein. Ich will einfach so lange spielen, wie es geht und natürlich gesund bleiben. Dann kommt der Rest von allein.“

Über den Autor: Henrike Wöbking

Henrike schreibt für haimspiel.de seit 2005 und wurde von Ex-NHL-Spieler Jason Marshall gelobt für "the best interview I ever did". Sie zeigte sich hauptverantwortlich für das Abschiedsvideo von Dave McLlwain. Außerdem ist sie Buchautorin und schrieb den Roman "Auf Eis" vor dem Hintergrund der Playoffs 2002.

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Draisaitl: “Peters hat uns im Spiel gehalten”

3 Kommentare

  1. Alexander
    29.12.2017

    Das Moritz Müller nach dem Foul zurück aufs Eis gekommen ist ist für mich ein Wunder und zeigt was für ein Teamplayer er ist.Nach 2.Bremerhavener Eigentoren kann man nicht zufrieden sein.

  2. Dampfmaschiehn
    29.12.2017

    Das waren doch keine Eigentore, DAS ist ein Eigentor im Eishockey: https://youtu.be/QSauCNx3zHo

    Schönen Gruß und guten Rutsch!

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