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Sebastian Uvira: “Ich hatte unglaubliche Gänsehaut”

Der Spielertausch von Philip Riefers und Sebastian Uvira am Mittwoch kam für alle Beteiligten überraschend und kurzfristig. Wie schnell sich der neueste Hai schon eingelebt hat, was er von der Stadt und der Arena hält, erzählte er uns in einem Interview nach dem 3:1-Sieg gegen Schwenningen.

Sebastian, welchen Eindruck hattest du vom heutigen Spiel gegen Schwenningen?

Ich denke, es war beidseitig ein sehr gutes und aggressives Spiel, beide Seiten sind auch sehr gut Schlittschuh gelaufen. Im Endeffekt haben wir das Spiel gewonnen, weil wir doch einen Tick schneller waren. Es war super vor den Fans mein erstes Heimspiel zu gewinnen.

Wie war denn der Eindruck heute in der Arena mit 14.000 Zuschauern?

Ich hatte unglaubliche Gänsehaut, als ich eingelaufen bin. So eine riesige Halle, das ist einfach ungewohnt für mich. Die Augsburger Halle und das hier sind zwei super schöne Arenen. Die Größe ist natürlich der Unterschied, wie Tag und Nacht. Fast 19.000 Zuschauer wenn das mal ausverkauft wird, das ist sicher ein tolles Gefühl. Es war heute schon mit 14.000 wirklich was ganz was anderes.

Wie chaotisch waren die letzten Tage für dich mit dem Wechsel von Augsburg nach Köln?

Chaotisch waren eigentlich nur die ersten beiden Tage. Ich habe am Dienstag einen Anruf bekommen und am Mittwoch war ich schon auf dem Weg nach Köln, also das ging relativ schnell. Ich wusste davon selber nichts bis Dienstagmittag und das war ein bisschen chaotisch, aber mittlerweile hab ich mich schon eingelebt. Die Stadt ist unglaublich, ich hab schon ein bisschen was gesehen, Nick Latta hat mir schon etwas gezeigt. Mein erster Eindruck von der Stadt und auch von den Haien selbst ist, dass es das Beste ist, wo ich bisher gespielt habe. Die komplette Stadt mit dem Dom ist wirklich wunderschön. Ich denke, ich werde mich hier weiter gut einleben und hoffentlich bis zum Karriereende hier spielen.

Wie genau ist dieser „Trade“ denn abgelaufen, das gibt es in Deutschland ja normalerweise nicht. Da musstest du schon dein Einverständnis geben, oder?

Auf jeden Fall. Also ich hab erstmal mit den Mannschaften geredet und dann musste auch von den Spielern und von den Agenten aus alles geklärt werden. Beidseitig waren wir einverstanden und deswegen konnten wir dann getradet werden.

Wie sehr ehrt es dich, dass Niklas Sundblad dich schon früher als geplant hier haben wollte?

Natürlich ist es eine große Ehre, dass er den Druck gemacht hat. Dass er mich früher holen wollte gab mir auch Vertrauen, dass er wirklich Interesse an mir hat. Ich versuch einfach mein Bestes, damit ich der Mannschaft helfen kann. Ich hoffe, dass ich meine Power reinbringen kann und dass ich mich an die Geschwindigkeit hier gewöhne, denn das ist ein bisschen mehr Schlittschuhlaufen hier. Aber das kommt sicher noch, meine Beine gewöhnen sich mittlerweile schon daran und ich denke, dass Sunny aus mir einen richtig fitten Spieler machen wird.

Also war es in Augsburg schon ein deutlich anderes System für dich?

Je, es war ein anderes System. Hier wird auf jeden Fall wesentlich mehr gelaufen. Das ist auch gut so. Als junger Spieler brauche ich das und ich bin froh, dass es jetzt schon so schnell geklappt hat und dass ich mich für die nächsten zwei Saisons vorbereiten kann hier mit den Kölner Haien.

Beschreib mal bitte, wie du dich selber als Spielertyp siehst.

Also ich denke, dass ich ein starker Schlittschuhläufer bin mit meiner Größe. Ich kann Checks zu Ende fahren und ich kann auch Tore schießen. Ich glaube, ich pass mich hier der Mannschaft gut an.

Wie klappt es denn bisher in der Reihe mit Alexander Weiß und Charlie Stephens?

Bis jetzt muss ich sagen, ist es unglaublich. Ich habe meinen ersten Assist in München gemacht und wir haben mittlerweile schon eine Chemie zusammen gefunden. Mein Eindruck ist, dass das zwei super Spieler sind und ich freu mich, dass ich mit ihnen spielen kann.

Wie ähnlich ist Alex Weiß denn seinem Bruder Daniel, mit dem du in Augsburg zusammen gespielt hast?

Mein erster Eindruck vom Alex, als ich hergekommen bin, war: Wenn er lacht oder redet dann denke ich, der Daniel sitzt neben mir. Die sind schon wirklich ähnlich, man glaubt fast, sie seien Zwillinge, dabei sind sie drei Jahre auseinander. Beide sind wirklich gute Spieler. Taktisch sehr stark, mit der Scheibe stark, gute Schießer, gute Schlittschuhläufer.

Du hast in den U18- und U20-Nationalmannschaften mit Nick Latta zusammen gespielt. Hattest du da vielleicht auch die Hoffnung, dass ihr hier wieder in einer Reihe zusammen spielt?

Ja, auf jeden Fall. Ich denke, wir sind beide noch sehr, sehr junge Spieler und wenn wir hier über einen längeren Zeitraum zusammen bleiben können wir auch eine gute Reihe zusammen bilden.

Du hast jetzt mit der Mannschaft acht Spiele in etwas mehr als zwei Wochen, ist das für dich als Neuling im Team eher gut oder doch eher anstrengend?

Ich würde sagen, das ist eher gut für mich. Je mehr ich spiele, desto mehr komme ich rein und es freut mich auch, dass ich im ersten Spiel gleich in die dritte Reihe gerutscht bin. Dass ich gleich zeigen kann, dass ich Eishockey spielen kann. Trotzdem muss ich sagen, bedanke ich mich auch bei den Augsburger Panthern für die Entwicklung, die ich in eineinhalb Jahren gemacht habe. Die Hoffnung ist, dass ich jetzt hier die nächsten zwei Jahre bin und vielleicht sogar bis zu meinem Karriereende.

Wir danken Sebastian für das Interview. Folgt ihm hier bei Twitter und Instagram.

Über den Autor: Robert Heppekausen

Robert ist seit 2004 für haimspiel.de tätig und hat in der Zeit unter anderem am Radio das Rekordspiel gegen Mannheim kommentiert und war Mit-Ideengeber für die "Wir sind Haie"-Shirts. Zusammen mit Dennis hat er die Facebook-Seite der Kölner Haie ins Leben gerufen und für den Club aufgebaut.

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