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Offiziell bestätigt: Boucher bleibt, Umicevic geht

Dragan Umicevic - Foto: Florian Müller

Was wir in unserer gestrigen Live-Berichterstattung von den Saisonabschlussgesprächen bereits vermutet hatten, ist nun offiziell von den Kölner Haien bestätigt: Jean-Francois Boucher bleibt, Dragan Umicevic erhielt keinen neuen Vertrag.

Die Enttäuschung war dem schwedischen Spielmacher anzusehen, als er nach seinem Einzelgespräch mit Sportdirektor Mark Mahon und Coach Cory Clouston die Trainingshalle verließ. Die gepackte Tasche geschultert lehnte er auf dem Weg zum Parkplatz unsere Interview-Anfrage ab. Bis zum Schluss hatte er auf eine Vertragsverlängerung gehofft. „Wir hatten verabredet, dass wir nach den Playoffs reden. Ich hoffe, dass ich bleiben kann. Ich würde sehr gerne in Köln bleiben“, hatte Umicevic nach dem letzten Spiel in München geäußert.

Der Stürmer war als Kreativ-Spieler zu den Haien gekommen. Er war der Dreh- und Angelpunkt besonders in seiner Powerplay-Formation. Sein Markenzeichen waren die No-Look-Pässe in den Slot sowie ansatzlose Torschüsse. Er beendete die Hauptrunde mit 42 Punkten (7 Tore, 35 Assists) als drittbester Scorer der Haie und steuerte in den Playoffs weitere 11 Punkte (2 Tore, 9 Assists) bei. Nicht nur die Punkte allein, auch sein Spielverständnis und seine Kreativität wollen die Haie anderweitig ersetzen.

Ganz im Gegenteil zu seinem schwer enttäuschten Teamkollegen verließ Jean-Francois Boucher in strahlender Laune die Geschäftsstelle nach seinen Abschlussgesprächen. Er war sich offensichtlich nicht sicher, ob er seine Vertragsverlängerung schon bestätigen durfte. Er konnte seine Freude über den neuen Vertrag zwar kaum verbergen, sagte aber: „Ich mache von meinem Schweigerecht Gebrauch. Also: Kein Kommentar.“ Als er sich am Ende unseres Interviews dann aber augenzwinkernd mit einem „Bis nächstes Jahr!“ verabschiedete, war die Antwort letztendlich doch gegeben. Heute nun bestätigten die Haie offiziell, dass der Deutsch-Kanadier auch in der kommenden Saison die Schlittschuhe für den KEC schnüren wird.

Von allen Vertragsverlängerungen bei den Kölner Haien war die von Boucher sicherlich die am wenigsten überraschende. Seine Leistungen in der Saison und seine Rolle im Team haben ihn zu einem unverzichtbaren Baustein gemacht. Als einer der fleißigen Arbeiter und Energiebündel, dazu noch mit deutschem Pass gehörte seine Weiterverpflichtung in die Abteilung „No Brainer“.

Die schwere Gehirnerschütterung, die er sich durch den Check von Milan Jurcina im Viertelfinale zugezogen hatte, kann er über den Sommer komplett auskurieren, auch wenn der Stürmer eine Rückkehr ins Line-Up bei einer Finalteilnahme der Haie nicht ausgeschlossen hätte. „Ich war ganz froh, dass ich die Entscheidung nicht treffen musste. Eine Gehirnerschütterung ist schwer einzuschätzen. Das ist nicht wie ein gebrochener Arm. Ich weiß natürlich um die Schmerzen in meinem Kopf und wie gefährlich das ist, aber im Finale wäre es schwer gewesen, nein zu sagen“, so Boucher. „Im Finale hätte ich vielleicht gespielt. Ich weiß, dass das nicht gesund ist und es wäre im Zweifelsfall mein Fehler gewesen, aber man kommt nicht jedes Jahr ins Finale. Wenn wir es geschafft hätten, dann hätte ich auf jeden Fall dabei sein wollen.“

Es wäre eine unvernünftige Entscheidung gewesen. Das Saison-Aus im Halbfinale bewahrt den ehrgeizigen Stürmer vor Dummheiten und zwingt ihn dazu, der Heilung nun ihren Lauf zu lassen. „Jetzt kann ich abwarten, bis die Symptome abgeklungen sind. Hoffentlich dauert das nur noch zwei Wochen. Dann geht es mit dem Sommertraining weiter“, so Boucher.

Die auslaufenden Verträge von Goalie Hannibal Weitzmann und Verteidiger Maximilian Faber wurden ebenfalls verlängert.

Wie wir bereits berichtet hatten, ist die Zukunft von Danny Syvret noch unklar. Club und Spieler wollen in Kontakt bleiben, um in den nächsten Wochen über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit zu sprechen.

Wer sich über einen neuen Vertrag für Syvret besonders freuen würde, ist sein Verteidiger-Partner Shawn Lalonde. „Es wäre toll, wenn er weiter hier wäre“, so Lalonde. „Er hat mir mit meinem Spiel sehr geholfen. Er hat mir geholfen, mich zu verbessern. Ich finde, wir waren zusammen ziemlich gut. Ich wäre sehr glücklich, wenn er kommende Saison zurückkommt.“

Der zweite Spieler im Haie-Kader, hinter dem noch ein Fragezeichen steht, ist Goalie Felix Köllejan. Auch über seine Zukunft beim KEC wird noch entschieden.

Über den Autor: Henrike Wöbking

Henrike schreibt für haimspiel.de seit 2005 und wurde von Ex-NHL-Spieler Jason Marshall gelobt für "the best interview I ever did". Sie zeigte sich hauptverantwortlich für das Abschiedsvideo von Dave McLlwain. Außerdem ist sie Buchautorin und schrieb den Roman "Auf Eis" vor dem Hintergrund der Playoffs 2002.

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1 Kommentar

  1. Weiß
    13.04.2016

    Umicevic verstehe ich nicht, drittbester Scorer und der Einzige, der unser Powerplay mal zu einem Ansehnlichen gemacht hat. OK, leichte Abschlußphobie, aber ansonsten hätte ich ihn gerne weiter bei den Haien gesehen.
    Aber irgendein technisch guter Stürmer musste ja noch gehen für die Neuverplfichtungen, die bereits getätigt wurden…

    Schade auch, daß man Mirko Lüdemann dann doch nicht selbst die Entscheidung überlassen hat, hätte er verdient gehabt und wie in den Playoffs zu sehen, kann er sehr wohl noch mithalten.

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