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Mit einem Doppelschlag zum 4:1-Sieg über Berlin

Gemeinsam zum Sieg über Berlin. Foto: Mcfly37.de
Gemeinsam zum Sieg über Berlin. Foto: Mcfly37.de

Beide Teams starteten mit Niederlagen nach der Deutschland Cup-Pause, die Haie sprachen ihrerseits von einem „zerfahrenen Spiel“ und gaben sich selber die Vorgabe, „am Sonntag die Punkte zu holen.“ Die Haie-Defensive war seit dem zweiten Drittel des letzten Spiels ohne den verletzten Christian Ehrhoff unterwegs und bekam es am heutigen Sonntag mit Nic Petersen zu tun, seines Zeichens aktuell Torscorer der DEL. Dieser traf in einer ruppigen Partie auch nach einer Einzelaktion, doch ein Doppelschlag der Kölner Haie sicherte den 4:1-Erfolg (1:0, 1:1, 2:0) der Haie.

Byers bringt die Haie in Führung

Beide Teams agierten im ersten Drittel zielstrebig und waren sichtlich um ein gutes Spiel bemüht. Das erste Ausrufezeichen setzte dabei Corey Potter mit seinem harten Check hinter dem eigenen Tor gegen MacQueen. Die Gäste hatten die erste Druckphase des Spiels, die Haie-Abwehr hielt gut dagegen und blockte alle Schüsse Richtung Tor. Zerressen prüfte auf der anderen Seite das erste Mal Cüpper, der ehemalige Junghai fing den Puck sicher weg. In der sechsten Minute traf Berlins Wilson mit einem wuchtigen Schuss den Pfosten des Haie-Tores. Es war eine Warnung an Cory Cloustons Team und die Mannschaft reagierte entsprechend mit mehr Drang in die Offensive. Nach guten Chancen von Krämmer, Turnbull und Potter war die Führung nur eine Frage der Zeit und folgte auch. Nachdem die Berliner die Scheibe in ihrer Zone eigentlich gesichert hatten, spielte Olver den Puck ohne große Not zu Krämmer neben das Tor. Der Stürmer reagierte gedankenschnell und passte vor das Tor zu Dane Byers, der nicht lange fackelte und das 1:0 erzielte. Der Treffer gab dem KEC Aufwind, fortan agierten die Spieler hochkonzentriert in der Abwehr und kamen vorne immer wieder zu guten Chancen, etwa durch Hospelt, Salmonsson oder Latta, der Cüpper schon umkurvt hatte, aber im letzten Moment noch von einem Verteidiger gehindert wurde. Auf dem Eis wurde es auch zunehmend hitziger, immer wieder gerieten die Spieler aneinander und wurden in Pärchen auf die Strafbank geschickt.

Viele Strafen prägen das Spiel

Mit 4-gegen-4 Spielern auf dem Eis ging es in das Mitteldrittel, doch keine Mannschaft konnte das Mehr an Raum auf dem Eis entscheidend nutzen. Beide Mannschaften arbeiteten offensiv und defensiv auf gutem Niveau und neutralisierten sich. Beinahe folgerichtig in der 28. Spielminute dann der Ausgleich für die Eisbären Berlin durch eine Einzelaktion: Nic Petersen konnte mit Schwung aus dem Mitteldrittel zentral in die offensive Zone eindringen, wurde nicht entschlossen genug angegriffen und konnte ziemlich unbedrängt zwischen den Bullypunkten abziehen und oben rechts zum 1:1 einnetzen. Die Partie blieb in der Folge ruppig und wurde auch durch viele Nickligkeiten abseits des Spielgeschehens geprägt. Beispielhaft hierfür das Handgemenge nach einer 3-auf-2-Situation auf Küpper, welche für Petersen mit 2 + 2 und Turnbull mit 2 Strafminuten endete. Zeigten sich die Eisbären bisher durchaus konsequent im Penaltykilling konnten die Haie nun die Führung wieder herstellen: Die Haie öffneten das Spiel mit einem weiten Pass aus dem eigenen Drittel, Gogulla spielte von der blauen Linie auf Hager, der mit viel Speed auf das Eisbären-Tor ziehen konnte, im richtigen Moment nach rechts auf den mitgelaufenen Shawn Lalonde legte, der Küpper letztlich zum 2:1 mit einem strammen Schuss unter die Latte überwinden konnte. So hart war der Schuss, dass die Schiedsrichter ob der herausgesprungenen Scheibe nicht einmal abpfiffen, sondern einen Lattentreffer vermuteten, so dass Berlin bereits den Gegenangriff starten konnten, bevor angepfiffen und der Videobeweis bemüht werden konnte. Die Über-Tor-Kamera zeigte allerdings das völlig unstrittige 2:1. In  der 25. Spielminute dann der Puck im Kölner Tor – doch wurde die Szene sofort abgepfiffen: Nic Petersen hatte die Scheibe erfolgreich abgefälscht – dies allerdings mit so überdeutlich hohen Stock, dass kein einziger Spieler jubelte. Beide Teams kamen gegen Ende des Drittels durchaus zu Torchancen. Die beste für den KEC hatte Hospelt, der mustergültig zentral auf Höhe zwischen den Bullykreisen angespielt wurde und abzog – einzig die Kelle eines auf dem Eis gestreckten Eisbären verhinderte die Top-Chance.

16 Sekunden entscheiden das Spiel

Die Eisbären starteten mit Speed in das letzte Drittel und kamen zu guten Szenen, mit dem Andauern des Drittels begünstigt durch weitere Powerplays. Zuerst einer Strafe gegen Uvira, der im Rückwärtsfahren am Torraum über Küpper fiel. Auch Moritz Müller musste nach einem Stockschlag auf die Bank. Gut arbeitende Haie konnten aber sowohl defensiv Unheil verhindern. Glück für die Eisbären in dieser Phase, dass ein hoher Stock gegen das Visier von Reinhart direkt neben dem Tor nicht geahndet wurde. Die Haie in dieser Phase durchaus ihrerseits mit einem Quentchen Glück, dass der Ausgleich verhindert werden konnte. Die Entscheidung fiel mit einem Doppelschlag innerhalb von 16 Sekunden, als die Haie nach einer gefühlten Ewigkeit wieder 5-gegen-5 spielen konnten. Das 3:1 fiel dabei eher zufälig: Kölns vierte Reihe fuhr einen Entlastungsangriff mit Speed über links. Küpper parierte den ersten Schuss noch, die Scheibe fiel direkt auf den Schläger von Uvira, der erfolgreich abschloss und anschließend lachend und mit den Schultern zuckend zur Bank fuhr. Das Bully ging an den KEC, der direkte wieder in Aufstellung war. Der erste Schuss ging von links noch an den kurzen Pfosten, die Scheibe sprang hinter Küpper aus dem Tor. Hager, der am Torraum lauerte, konnte nicht schnell genug reagieren und schlug über die Scheibe, aber Lalonde konnte von rechts abziehen, noch ehe Küpper die Seite hätte wechseln können. Nach einer Auszeit der Eisbären fast noch das 5:1, nachdem Jonas Müller die Scheibe in unmittelbarer Nähe zum eigenen Tor liegen ließ und Jones den Torschuss anbringen konnte.  Aus Eisbären-Sicht verstrichen die Minuten, nach dem Doppelschlag kamen die Eisbären lediglich zu einer einzigen Torchance durch Olver knapp zehn Sekunden vor dem Ende.

Über den Autor: René Guzmán

René hat Haimspiel.de 2003 zusammen mit Dennis gegründet. Mit Tobias hat er die allererste Radioübertragung aus Iserlohn gesendet. Er war Mitglied des Vorstandes des KEC "Die Haie" e.V., 2010 war er an der Organisation der Ausstellung "Powerplay - Eishockey in Köln" zur Eishockey-WM im Deutschen Sport und Olympia-Museum beteiligt, hat seine Staatsexamensarbeit zum Thema "Eishockey in Deutschland bis 1945" verfasst und z.B. das "Wir sind Haie!"-Logo und das Logo des Haie-Fanprojekts entworfen.

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