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Krefeld-Derby zum Neustart

Blair Jones im Torjubel. Foto: mcfly37.de.
Blair Jones im Torjubel. Foto: mcfly37.de.

In der ersten Partie nach der Länderspielpause treffen die Kölner Haie am Mittwochabend zuhause auf die Krefeld Pinguine. Für dieses Spiel kehrt Blair Jones nach auskurierter Verletzung in die Aufstellung zurück, wie KEC-Headcoach Cory Clouston gestern im Haimspiel.de-Interview bestätigte. Es soll ein Neustart für die Mannschaft werden, nachdem sie in den letzten Spielen vor der Pause nicht die erwartete Leistung gebracht hat.

„Die Pause kam für uns genau zum richtigen Zeitpunkt. Es tat allen gut, mal ein paar Tage den Kopf frei zu kriegen und sich neu zu fokussieren“, so Haie-Kapitän Christian Ehrhoff. „Ich muss sagen, die Trainingseinheiten waren sehr gut. Jeder ist gut aus der Pause zurückgekommen. Deswegen bin ich sehr positiv gestimmt, dass wir die Kurve wieder kriegen können.“

Dass die Haie zuletzt Sand im Getriebe hatten, war offensichtlich und die Ursachen dafür vielschichtig. Ausfälle von Schlüsselspielern, der enge Spielplan, kapitale Aussetzer einzelner Akteure sowie der phasenweise komplette Zerfall der Systemstruktur resultierten in Niederlagen, die die Formkurve der gesamten Mannschaft immer weiter in den Keller zog.

„Man hat schon gemerkt, dass das Selbstbewusstsein nicht so da ist, dass ein bisschen Verunsicherung herrschte“, so Ehrhoff. „Das ist wie ein Schneeballeffekt, der sich immer weiter aufrollt. Deswegen tat die Pause gut. Man kann ein bisschen Abstand gewinnen und sich auf seine Stärken besinnen, und dann mit neuem Elan zurückkommen.“

„Es war so, dass wir nicht in jedem Spiel jeden „an Bord“ hatten, sozusagen“, erklärt der Haie-Kapitän. „Es wurden individuelle Fehler gemacht. Wir hatten oft einen schlechten Start ins Spiel und sind dann schon einem Rückstand hinterhergelaufen. Wenn man vom Selbstbewusstsein her nicht auf der Höhe ist, dann ist es schwer zurückzukommen. Wir wissen aber, dass wir Qualität in der Mannschaft haben. Das haben wir dieses Jahr auch schon bewiesen. Jetzt ist das Wichtigste, dass wir Konstanz finden.“

Dass die individuellen Fehler Einfluss auf die spielerische Sicherheit des gesamten Teams hatten, bestätigte Ehrhoff ebenfalls. Es war ein Problem, dass man sich zeitweise nicht hundertprozentig auf den einen oder anderen Mitspieler verlassen konnte: „Das Gefühl kommt schon kurzzeitig auf. Dann muss man mit den einzelnen Spielern darüber reden. Letztendlich ist es das Wichtigste, dass wir uns untereinander vertrauen können. Ein Einzelgespräch kann sowas aus der Welt schaffen. Dann schaut man positiv nach vorne.“

„Die Jungs wissen selber, dass sie zeitweise nicht ihr bestes Eishockey gespielt haben“, meint Nationalmannschafts-Rückkehrer Moritz Müller. „Individuelle Fehler passieren. Jeder kann mal ausrutschen oder auch mal einen Zweikampf verlieren. Sowas passiert. Aber allen ist bewusst, dass jetzt hundertprozentiger Einsatz und Leidenschaft aufs Eis müssen.“

„Ich habe Vertrauen in die Qualität in der Mannschaft. Wir haben einfach in den letzten Wochen nicht unser volles Potenzial abgerufen“, bescheinigt auch Ehrhoff.

Der zuletzt in Teilen der Presse initiierten Trainerdiskussion erteilte der KEC-Kapitän zudem erneut eine deutliche Absage: „Wir stehen zum Trainer. Der Trainer ist nicht das Problem. Wir haben erkannt, dass wir als Mannschaft auf dem Eis einen besseren Job machen müssen. Das ist jetzt die Herausforderung, und der müssen wir uns stellen. Mit dem System, das der Trainer vorgibt, verlangt er nicht zu viel von uns. Wir müssen es halt umsetzen. Dass wir das können, haben wir schon oft genug bewiesen. Dahin müssen wir zurückkehren.“

Doch Lippenbekenntnisse allein werden den Teil der Haie-Fangemeinde, der bereits auf den „Clouston raus“-Zug aufgesprungen ist, nicht besänftigen. Das einzige Mittel gegen die Aufstachelei in der Lokalpresse sind Performance und – vor allem – Ergebnisse. Auch wenn die Haie derzeit lediglich fünf Punkte von Platz sechs trennen, kratzt die aktuelle Tabellenposition an den Nerven des KEC-Anhangs.

Wie wichtig ein erfolgreicher Wiedereinstieg in den Liga-Spielbetrieb ist, ist allen Beteiligten sehr bewusst. Die nun anstehenden drei Spiele in den kommenden fünf Tagen können bei erfolgreichem Ausgang wieder Ruhe ins Umfeld des KEC bringen. Vor allem aber hat die Mannschaft die Chance, sich selbst wieder in die Spur bringen.

Spielbeginn gegen die Krefeld Pinguine ist heute Abend um 19:30 Uhr. Wir übertragen die Partie wie gewohnt live ab 19:15 Uhr.

Über den Autor: Henrike Wöbking

Henrike schreibt für haimspiel.de seit 2005 und wurde von Ex-NHL-Spieler Jason Marshall gelobt für "the best interview I ever did". Sie zeigte sich hauptverantwortlich für das Abschiedsvideo von Dave McLlwain. Außerdem ist sie Buchautorin und schrieb den Roman "Auf Eis" vor dem Hintergrund der Playoffs 2002.

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„Ohne drei Stamm-Center zu spielen, macht einen großen Unterschied.“

2 Kommentare

  1. Alexander
    15.11.2017

    Alles gute für heute Abend jetzt muss mal Schluss sein mit negativer Kritik haltet euch das Ziel Titel vor Augen dann wird es schon klappen.

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