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KEC verpflichtet Shawn Lalonde

Shawn Lalonde gegen Andreas Holmqvist. Foto: Florian Müller
Shawn Lalonde gegen Andreas Holmqvist. Foto: Florian Müller

Niklas Sundblad war für die Kölner Haie auf der Suche nach einem jungen, schnellen Verteidiger, den er in allen Spielsituationen bringen kann. Wie wir bereits vermuteten, hat er ihn gefunden: Wie der KEC heute bekanntgab, verpflichtet der Club Shawn Lalonde. Er erhält einen Vertrag über zwei Jahre.

Der 25-Jährige Kanadier kennt die DEL bereits. In der Saison 2013/14 lief er für die Eisbären Berlin auf und war dort mit 30 Punkten (12 Tore, 18 Assists) bester Offensivverteidiger. In der gesamten Liga hatte in der Saison kein Verteidiger mehr Tore geschossen als Lalonde.

Zur Saison 2014/15 wechselte der Rechtsschütze in die SHL zu Färjestad BK. In der defensiv disziplinierten und taktisch strengen schwedischen Liga hatte Lalonde Anpassungsschwierigkeiten, wie er im Interview bei eishockey-magazin.de im November letzten Jahres eingestand. Im Januar dann machten sogar Meldungen die Runde, dass Färjestad ihn abgeben wollte bzw. dass Lalonde wechselwillig sei. Es kam aber zu keinem Transfer. Lalonde spielte die Saison bei Färjestad zu Ende.

Nun führt ihn sein Karriereweg zurück in die kanadisch geprägte DEL, die ihm deutlich besser liegt. Bei den Kölner Haien wird er der Allrounder für alles werden – voraussichtlich an der Seite von Fredrik Eriksson. Beim Abstellen seiner defensiven Schwächen, an denen er bereits in Berlin gearbeitet hat, könnte das Jahr in Schweden hilfreich gewesen sein. Ob sich an seinem – zu Berliner Zeiten gelegentlich kritisierten – Aufbauspiel etwas geändert hat oder in Sundblads System ändern wird, bleibt abzuwarten.

Shawn Lalonde nur über seine Statistiken und spielerischen Fähigkeiten zu definieren, wird dem Offensivverteidiger aber nicht gerecht. Trotz seiner jungen Jahre ist er die Sorte Spieler, die das Gesicht und die Attitüde einer Mannschaft beeinflussen. Seine Aggressivität und Physis gehören genauso zu seinen Markenzeichen wie seine Offensive. In seiner letzten DEL-Saison hatte er drei Fights, unter anderem mit KEC-Neuzugang Sebastian Uvira:

Außerdem legte er sich mit Düsseldorfs Andreas Martinsen an, sowie mit Straubings Jordan Hendry.

Wer also über seine 137 Strafminuten in seiner Eisbären-Saison stolpert, hat hiermit die Erklärung dafür. Lalonde selbst sagte gegenüber dem Berliner Kurier seinerzeit: „Ich mag es, zu kämpfen. Mir macht es nichts aus, mich zu schlagen. (…) Ich würde alles für das Team tun.“ Dem Tagesspiegel sagte er: „Die physische Komponente gehört zu meinem Spiel, aber ich muss mich da ein bisschen mehr zurücknehmen.“ Für seine Teamkollegen in die Bresche zu springen, wird er sich bei allen guten Vorsätzen aber sicher nicht abgewöhnen.

Beim Studium von Scouting Reports erhält man üblicherweise Auskunft über Fähigkeiten, Spielanlage, technische Stärken und Schwächen eines Spielers. Im Scouting Report von Lalonde bei Eliteprospects findet sich aber noch ein kleiner Zusatz, der deswegen auffällt, weil er einen Bereich anspricht, der sich üblicherweise in diesen Bewertungen nicht findet. Bei Lalonde schien es aber herausragend genug, um erwähnt zu werden: „Is a quality teammate.“ – ein erstklassiger Mannschaftskamerad.

Shawn Lalonde ist in der Summe also das, was Niklas Sundblad gesucht hat, wie der Kölner Headcoach uns gegenüber bereits geäußert hatte: „Er ist Rechtsschütze, hat einen guten Schuss, kann Über- und Unterzahl spielen und war in der DEL bereits erfolgreich.“ Zudem wird er auch das gewünschte Maß an Energie auf die Position mitbringen.

Über den Autor: Henrike Wöbking

Henrike schreibt für haimspiel.de seit 2005 und wurde von Ex-NHL-Spieler Jason Marshall gelobt für "the best interview I ever did". Sie zeigte sich hauptverantwortlich für das Abschiedsvideo von Dave McLlwain. Außerdem ist sie Buchautorin und schrieb den Roman "Auf Eis" vor dem Hintergrund der Playoffs 2002.

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