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Jason Williams: Ein Neuzugang, der keiner ist

Jason Williams im Vorbereitungsspiel gegen Langnau. Foto: Steffen Thaut
Jason Williams im Vorbereitungsspiel gegen Langnau. Foto: Steffen Thaut

Er stieß in der Sommerpause spät zum Team und in seinem ersten Testspiel verletzte er sich. Jason Williams ist in der bisherigen Saison so etwas wie die tragische Figur im Team der Haie. Der Königstransfer der Haie sammelte noch keine Minute Spielzeit in der DEL und steht jetzt endlich vor seinem “Comeback”.

Über die Schwere der Verletzung kann nur spekuliert werden, da es keine genauen Aussagen gibt, aber die Dauer und der Fakt dass er zwei Wochen lang nicht mal zum Skaten aufs Eis durfte, sollten zeigen, dass es richtig von den Haien war, ihn erst wieder vollständig fit werden zu lassen bevor man ihn einsetzt. Auch ein Marcel Ohmann profitierte von dieser Herangehensweise und erzielte in seinem zweiten Spiel direkt beide Treffer der Haie. Dies sollte man von einem Neuzugang nicht unbedingt erwarten und auch Williams selbst hält den Puck flach “Ich kann keine genau Zahl an Spielen nennen, es ist vor allem eine Sache des Timings und der Wettkampfhärte. Egal, was man im Training auf dem Eis macht, im Spiel herrscht eine andere Intensität.” Er deutet aber gleichzeitig an, dass es auch eine Sache der kleinen Erfolge auf dem Eis ist: “Es kann schnell gehen wenn, man sich gut fühlt. Man baut dann schneller Selbstvertrauen auf. Wenn man einfach verschiedene Situation erlebt, dann kann so etwas wie ein Schneeball sein, der immer größer wird.” Es wird klar, dass Jason Williams weiß, worauf es ankommt. Er möchte seine beste Form zu den Playoffs erreichen, sagt er, darauf arbeitet er hin. Niklas Sundblad fügt hinzu, dass man zu Beginn nicht zu viel von ihm erwarten solle, da er nach dieser Pause nicht bei voller Leistung sein kann.

“Die Kölner Haie haben viel Verständnis gezeigt und es mir leicht gemacht mich trotz der Verletzung wohl zu fühlen” sagt der Center, den die Haie aufgrund seiner Torgefahr und Powerplayqualitäten verpflichtet haben. In seinem ersten Spiel beim Kölncup zeigte er schon, dass er das Powerplay der Haie führen kann und auch im Training vor dem Spiel am Freitag in Mannheim nahm Williams diese Position ein. Seine Torgefahr stellte Williams schon bei seinem vorherigen Stationen in Europa unter Beweis. Sowohl in Finnland (Ässät) als auch in der Schweiz (Ambri-Piotta) kam Williams jeweils auf 26 Tore in der regulären Saison, dazu kommt ein halber Punkt pro Spiel in seinen 455 Spielen in der NHL. In der Saison 2002 war er am richtigen Ort und holte mit den Detroit Red Wings den Stanley Cup. “Wir hatten damals neun Hall of Famer im Team und einen Hall of Fame Coach. Natürlich erinnere ich mich auch an Uwe Krupp. Ich kann mich erinnern wie groß er war und wie gut er sich trotz seiner Größe auf dem Eis bewegen konnte. Wir waren die ‘Black Aces’ [frei übersetzt: überzählige Spieler], aber wenn wir gespielt haben, dann haben wir alles gegeben und unseren Teil geleistet” und das möchte er auch in Köln. “Meine Erwartungen sind immer hoch. Den Titel zu gewinnen ist das Hauptziel, natürlich müssen dafür einige Sachen genau passen. Du musst in die Playoffs kommen und da kann dann alles passieren. Die Jahre in denen du eine Meisterschaft holst, sind die Jahre, an die du dich später erinnerst und ich will mich an dieses Jahr erinnern.”

Der Vorteil gegenüber einem “echten Neuzugang” ist natürlich, dass Williams von Beginn an dabei ist. Er hat jetzt fast vier Wochen voll mit der Mannschaft trainiert und auch viele Spiele schon gesehen. “Ich mag unsere Mannschaft. Wir sind tief besetzt und haben sehr gute Goalies. Wir hatten ein paar Spiele, in denen haben wir es am Ende nicht nach Hause gebracht und das hat uns Punkte gekostet und uns an einen Platz gebracht, an dem wir nicht sein wollen. Das sind die Kleinigkeiten, die du richtig machen musst – vielleicht den Puck mal tief spielen, anstatt an der blauen Linie den Puckverlust zu riskieren. Der Schlüssel zur Meisterschaft ist das Team zu haben und zu merken was es braucht jedes einzelne Spiel zu gewinnen. Wenn das zusammen kommt kann es klappen und bei uns sind es nur kleine Dinge die wir verbessern müssen.”

Am Freitag im Spiel beim amtierenden Meister und Tabellenführer aus Mannheim wird Williams das erste Mal das Trikot der Haie in einem Punktspiel tragen. Es ist vielleicht die schwierigste Prüfung direkt im ersten Spiel. Aber Williams freut sich sichtlich: “Das wird ein guter Test für unsere Mannschaft. Es ist immer etwas besonderes gegen den Meister zu spielen. ”
Im Kopf ist Williams schon lange wieder auf dem Eis, jetzt kommt er endlich zurück und sicherlich hofft jeder im Verein, dass Williams nicht lange braucht bis er das abrufen kann, weshalb er geholt worden ist und was dem Team vielleicht noch fehlt. Das fehlende Puzzleteil.

Über den Autor: Tobias Bonk

Tube ist fast seit Beginn bei Haimspiel dabei, war zwischendurch mal abgetaucht und kam mit Beginn des Radios 2006 wieder zurück ins Boot. Er war Teil des Kommentatorenteams beim ersten Test in Iserlohn und schrieb seine Bachelorarbeit unter anderem über die Haie.

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