Unabhängiges Magazin seit 2003 – Eishockey. Kölner Haie. Köln. DEL.

Hinweis: Dieser Artikel ist älter als sechs Monate. Um immer auf dem aktuellen Stand zu sein nutzt du:

Aktuelle Informationen findest du auf unserer Startseite »

Haiesieg im ersten Test

Shakehands nach dem Spiel EV Zug - Kölner Haie beim Lehner-Cup 2016. Foto: Robert Heppekausen
Shakehands nach dem Spiel EV Zug - Kölner Haie beim Lehner-Cup 2016. Foto: Robert Heppekausen

Mit 2:1 (1:1; 1:0; 0:0) bezwangen die Kölner im ersten Test der neuen Saison den EV Zug. Vor 850 Zuschauern in der Eishalle in Sursee wahrten die Haie damit die Chance den Lehner-Cup zu verteidigen. Die Haie mussten auf drei Spieler verzichten. Johannes Salmonsson wird den Haien nach einer Operation noch mindestens 4 Wochen fehlen, TJ Mulock wurde geschont und auch bei Jean-Francois Boucher lässt man nach der Gehirnerschütterung aus der Berlin-Serie der vergangenen Playoffs noch Vorsicht walten.

Durch den Ausfall von Mulock musste Trainer Cory Clouston kurzfristig seine Reihen im Vergleich zum Training ändern, er beorderte Maximilian Faber in den Sturm zu Uvira und Ohmann und zog dafür Latta und Hospelt als Center jeweils eine Reihe nach oben. In der Verteidigung spielten vornehmlich feste Pärchen, Pascal Zerressen wurde als siebter Mann immer wieder mit unterschiedlichen Partnern einrotiert. Während des Spiels wurden keine weiteren Anpassungen vorgenommen.

In einem intensiv geführten ersten Drittel gingen die Haie mit der ersten Chance in Führung. Torsten Ankert eröffnete die Saison 2016/17. Nico Krämmer brachte die Scheibe abgefälscht Richtung blaue Linie und Ankert zog trocken ab. Der EV Zug war die optisch überlegene Mannschaft und Gustaf Wesslau musste ein ums andere Mal seine Klasse unter Beweis stellen. Mitte des Drittels kamen die Haie besser ins Spiel. Die Folge war ein Powerplay mit zwei hochkarätigen Chancen durch Lalonde, doch Tobias Stephan im Tor der Zuger und das Gestänge entschärften die Schüsse. Die Strafe war gerade abgelaufen, da spielte Neuzugang Corey Potter einen riskanten Pass im Angriffsdrittel, Erni fing den Pass ab, schickte Senteler auf die Reise und der versenkte zum Ausgleich. Auch die Zuger im Anschluss noch mit einem Powerplay. Die Haie spielten in Unterzahl aggressiv, aber sicher.

Im zweiten Drittel wurde das Spiel schneller, aber nicht weniger körperlich. Daraus resultierten mehrere Chancen in Überzahl auf beiden Seiten. Die Haie kamen besser aus der Kabine, aber in Überzahl gab es nur gelegentlich Chancen, die oftmals mehr ein Produkt des Zufalls waren als klar erspielt. So erwischte Gogulla die Scheibe beim Schuss nicht richtig, aber Hager verpasste frei vor dem Tor den Tap-in. Die Zuger im Powerplay strukturierter und mit mehr Zug zum Tor. Martschini (26.) und Holden (38.) mit den besten Chancen. Gustaf Wesslau parierte stark. In der 36. Minute die erneute Führung für die Haie. Gogulla spielte Potter an der blauen Linie frei und Turnbull fälschte direkt vor Stephan ab. Danach stellten die Haie das Spielen im Mittelabschnitt jedoch komplett ein und in der letzten Überzahl des Drittels war Zug dem Ausgleich nahe.

Das letzte Drittel war das stärkste der Haie. Den Zugern merkte man an, dass sie schon gestern ein Spiel gespielt hatten. Direkt zu Beginn des Abschnitts hatten Jones und Hospelt einen Treffer auf dem Schläger. Die Haie verpassten es, das Ergebnis auszubauen. Gustaf Wesslau machte es dann spannend, als er nach einem verunglückten Ausflug hinter den eigenen Kasten so gerade wieder rechtzeitig im Tor war, um den erneuten Ausgleich zu verhindern. Das Powerplay der Haie wirkte noch etwas hölzern, dennoch hatte man auch im letzten Drittel einige Chancen, aus dem Mann mehr Kapital zu schlagen. Dies gelang jedoch weder Eriksson (50.) noch Lalonde (56.). Beide Male war Tobias Stephan spektakulär zur Stelle. Beim Helmtreffer von Lalonde dürfte ihm allerdings ordentlich der Schädel gebrummt haben. Am Ende verließ er für einen sechsten Feldspieler sein Gehäuse, aber weder Jones noch Turnbull brachten die Scheibe im leeren Tor unter.

Für die Spieler war das erste Spiel nach fast zwei Wochen intensiven Trainings natürlich eine Freude. Travis Turnbull schilderte mit breitem Grinsen seine ersten Eindrücke: “Das war wirklich aufregend. Spiele zu spielen ist einfach das allerbeste als Hockeyspieler. Ich konnte es nicht abwarten und war wirklich heiß auf das Spiel. Ich bin wirklich begeistert, Teil dieses Teams zu sein und denke, dass wir eine großartige Truppe zusammen haben.” Auch Torsten Ankert war das Grinsen anzusehen: “Das ganze Training ist ja schön und gut aber auf so ein Spiel freut man sich dann immer besonders, dafür ist es dann auch irgendwann mal Zeit. Alle haben jetzt lange kein Eishockey mehr gespielt, deswegen war die Vorfreude schon recht gross”. Und auch Trainer Clouston konnte seine Jungs verstehen: “Es war jetzt eine lange Zeit nur mit Trainigs und das ist natürlich eine Sache, aber es ist nie dasselbe, wie ein Spiel.”

Dann ging Clouston direkt zur Analyse über: “Heute war ein guter erster Schritt, wir haben gegen ein schnelles Team gespielt, das bereits zwei Partien bestritten hat und so schon mehr an den Kleinigkeiten arbeiten konnte als wir. Wir haben ein paar Scheibenverluste zuviel gehabt, wollten manchmal Sachen zu sehr erzwingen. Aber für unser erstes Spiel war es sehr positiv, wir sind stärker geworden, je länger das Spiel ging. Mir hat unser Compete-Level gefallen und ich habe einige gute Dinge bei der Ausführung gesehen.” Travis Turnbull sah es ähnlich: “Für ein erstes Spiel war das stark, wir haben gegen ein gutes Team gespielt und sind im Spielverlauf besser geworden und das ist wichtig.” Über seinen Ganewinner freute sich der Neuzugang natürlich: “Klar bin ich glücklich darüber und es ist schön, im ersten Spiel beim neuen Team sein erstes Tor zu machen, aber wichtiger ist mir, dass wir gewonnen haben. Unser Fokus liegt aktuell darauf, das Team ans Laufen zu bekommen, sich an sich an seine Reihenkollegen zu gewöhnen und das Powerplay in Schwung zu bringen.” Und auch Torsten Ankert sah im Sieg gegen das Schweizer Top-Team einen guten Grundstein: “Für unser erstes Spiel sah das ganz gut aus, wir haben uns an unsere Vorgaben und unser System gehalten. Auf jeden Fall kann man auf dieser Leistung aufbauen.”

Die Startaufstellung der Kölner Haie:

  • Patrick Hager, Philipp Gogulla, Travis Turnbull – Fredrik Eriksson, Shawn Lalonde
  • Ryan Jones, Kai Hospelt, Max Reinhart – Corey Potter, Alexander Sulzer
  • Dane Byers, Nick Latta, Nico Krämmer – Moritz Müller, Torsten Ankert
  • Sebastian Uvira, Marcel Ohmann, Max Faber – Pascal Zerressen

 

Durch den Haie-Sieg und den vorherigen Sieg des HC Ambri-Piotta spielen beide Teams  im letzten Spiel des Turniers den Sieger aus, obwohl es kein „richtiges“ Finale gibt.

Wir berichten ab 15 Uhr wieder live vom Spiel.

Über den Autor: Tobias Bonk

Tube ist fast seit Beginn bei Haimspiel dabei, war zwischendurch mal abgetaucht und kam mit Beginn des Radios 2006 wieder zurück ins Boot. Er war Teil des Kommentatorenteams beim ersten Test in Iserlohn und schrieb seine Bachelorarbeit unter anderem über die Haie.

Vorheriger Artikel

Live: Titelverteidigung beim Lehner-Cup?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.