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Haie verwalten 3:1-Sieg gegen Schwenningen

Alexander Oblinger und Felix Schütz freuen sich über das 3:0 (Foto: Andreas Dick)
Alexander Oblinger und Felix Schütz freuen sich über das 3:0 (Foto: Andreas Dick)

Nach dem erfolgreichen Spiel in Nürnberg war der Tabellenletzte aus Schwenningen zu Gast in Köln. In der letzten Partie konnten die Haie vor allem durch ihr Angriffsverhalten in der offensiven Zone immer wieder früh die Scheibe erobern. Die Partie wurde von den Haien kontrolliert. Der Wermutstropfen war letztlich die mangelnde Chancenverwertung, die es den IceTigers ermöglichte, doch noch bis auf einen Treffer heranzukommen.

Beim Spiel der schwächsten Offensive (Schwenningen) gegen die stärkste Defensive (Köln) der Liga bot sich den Haien rasch die Chance, hier nachzulegen und an ihrem Scoringtouch zu arbeiten.

Defensiv kontrolliert und sicher, vorne mit zwei schnellen Toren

Der KEC trat beim “Pinktober”-Spiel in pinken Trikots an, um auf die Brustkrebsforschung aufmerksam zu machen. Die technische Überlegenheit der Haie gegenüber den WildWings wurde augenblicklich deutlich. Die WildWings hatten nach der letzten Saison mit Will Acton und Damien Fleury die zwei überragenden Spieler verloren. Die Paradedisziplin der Schwenninger – die Defensive – funktionierte bisher in dieser Saison auch noch nicht.

Und das nutzten die Haie rasch aus. Pascal Zerressen nutzte den freien Raum, der ihm gelassen wurde, um seinen Schlenzer an dem Gewühl vor Goalie Wölfl vorbei ins Tor zu bringen (3. Spielminute). Die Haie beließen es aber nicht bei dem 1:0, sondern setzten weiter nach. Ein schöner Powermove von Uvira sorgte für die 2:0-Führung: An der blauen Linie angespielt zog er mit viel Elan zum Tor, ließ seinen Schwenninger Bewacher stehen, legte die Scheibe von der Vor- auf die Rückhand und überwand Wölfl.

Im weiteren Verlauf des Drittels unterbanden die Haie immer wieder kontrolliert die Offensive der WildWings. Technisch stark wurden die Spieler von der Scheibe getrennt, Pässe unterbunden oder durch Überzahl Alleinegänge abgefangen. Die letzte Konsequenz in der Offensive ließen die Haie aber doch vermissen.

KEC legt in Unterzahl nach

Früh im zweiten Drittel bot sich den Schwenningern die Möglichkeit, in Überzahl den Anschluss herzustellen. Doch: Es kam anders. Ellis eroberte die Scheibe in Unterzahl, schickte die Scheibe in die Bande, wo Danner arge Probleme hatte, die Scheibe zu stoppen. Schütz ließ sich nicht bitten, stocherte die Scheibe aus dem Drittel und lief den Konter. Vor dem Kasten von Wölfl konnte er seinen Move nicht umsetzen und verlor die Scheibe. Doch diese sprang unkontrolliert an den Schlittschuh von El-Sayed und von da ins Tor – das 3:0 für die Haie.

Die größten Chancen für den KEC in Überzahl, nachdem Bittner wegen Behinderung auf die Strafbank musste (31. Spielminute). Erst ließen die Haie die Scheibe gut zwischen Genoway, Akeson und Jones laufen. Der Schuss von Jones konnte aber gerade noch von Wölfl mit dem Fanghandschuh weggenommen werden (32. Spielminute).

Die Haie wechselten die Überzahlformation und auch die Reihe um Schütz, Pfohl und Hanowski kam zu einer Großchance (ebenfalls 32. Spielminute). Insgesamt zeigte sich, dass der Wechsel in den Überzahlformationen (Genoway gegen Hanowski) das Überzahlspiel der Haie bereicherte.

Schwenningen war jedoch nicht etwa geschlagen, sondern kam immer wieder zu durchaus guten Chancen, die aber kontrolliert von der Haie-Defensive oder in letzter Instanz von Gustaf Wesslau weggearbeitet werden konnten. Dennoch entwickelte sich ein recht offener Schlagabtausch, was aus Haie-Sicht unnötig erscheint, hatte man Schwenningen doch über lange Zeit im Griff gehabt.

Sorgen bereitete den Haien Fabio Pfohl, der Mitte des zweiten Drittels ausschied und in die Kabine humpelte. Eine Diagnose steht noch aus.

Haie bringen den Sieg durch

Auch im letzten Drittel zeigte sich der KEC durchaus überlegen, ließ Schwenningen aber im Spiel und konnte selbst den „Deckel nicht draufmachen“. Im Gegenteil: Die Haie zogen sich leicht zurück und ließen die Schwenninger anrennen. Die WildWings ihrerseits schafften es nicht, den ganz großen Druck aufzubauen.

Auf dem Eis standen nun zwei Mannschaften, von denen eine nicht in voller Konsequenz wollte und eine nicht konnte. Trotzdem sahen die nur rund 7.500 Zuschauer immer wieder Chancen auf beiden Seiten. Dominante Haie, die ihren Fans ein Spektakel bieten, waren aber nicht zu sehen. Durch einen schön vorgetragenen Angriff und einen Pass von Bukarts zu Rech im Rücken der Haie-Abwehr kam dieser zum Schuss – und zum 1:3-Treffer.

Am Ende reichte es für die Haie nicht mehr dazu, noch einen Treffer zu markieren. Die Haie verwalteten die Partie, es war ihnen anzumerken, dass sie das fünfte Spiel in zehn Tagen spielen. In der 58. Spielminute traf Viklund noch einmal die Latte. Auch das Ziehen des Torhüters brachte die WildWings nicht mehr in eine hochkarätige Torchance. Die Kölner Haie schlagen die Schwenninger WildWings mit 3:1 und holen an diesem Wochenende sechs Punkte!

Über den Autor: René Guzmán

René hat Haimspiel.de 2003 zusammen mit Dennis gegründet. Mit Tobias hat er die allererste Radioübertragung aus Iserlohn gesendet. Er war Mitglied des Vorstandes des KEC "Die Haie" e.V., 2010 war er an der Organisation der Ausstellung "Powerplay - Eishockey in Köln" zur Eishockey-WM im Deutschen Sport und Olympia-Museum beteiligt, hat seine Staatsexamensarbeit zum Thema "Eishockey in Deutschland bis 1945" verfasst und z.B. das "Wir sind Haie!"-Logo und das Logo des Haie-Fanprojekts entworfen.

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7 Kommentare

  1. Marcel B
    09.10.2018

    Die Zuschauerzahlen Probleme haben übrigens aktuell alle DEL Vereine, wenn man sich das anschaut!
    Wir haben dazu noch die vielen Haimspiele, vom 14.09. bis 14.10. = 7 DEL Haimspiele + NHL Oilers Game. Das ist (zu) fett!
    Es kommen bisher zu den DEL Spielen 5 -30 Gästefans. Dank der inzwischen ganzjährigen Verkehrssituation in Deutschland, der beruflichen Einbindung vieler und der Telekom kommen die Fans aus dem Haie Umkreis bis 100 km auch weniger, gerade Freitags ist der Termin 19:30 Uhr für viele zu sportlich und dank der Übertragung der Telekom kein MUSS mehr.
    Die weniger verkauften Dauerkarten in dieser Saison spiegeln diese Themen auch wieder + das Abscheiden und die Spielweise 2017/18.

    • MAP
      09.10.2018

      Marcel B, warum kopierst du den Text von SECHSAUFEIS aus Haie Forum des 9.Spieltages?

  2. Bossy
    09.10.2018

    Hm, hm.. nach einer kleinen Presseschau zum Thema Zuschauer-Schwund würde ich ja mal zu gerne wissen, wie die internen Analysen der Haie zum Thema im Detail aussehen und welche Stellschrauben da noch gezogen werden können, nachdem Freikartenaktionen ja wohl bewusst eingeschränkt worden sind.

    Vor einigen Jahren hat man bei einem gut besuchten Sonntagsspiel mal Fragebögen ausgelegt und während des Spiels wieder eingesammelt, das wäre vielleicht auch diesmal beim Ergründen hilfreich.
    Sich während der Spiele in verschiedenen Blöcken unter das Fan-Volk mischen und dann einfach mal die Lauscher aufsperren, wäre eine andere, durchaus ernst gemeinte Möglichkeit zu sehen, wo der Schuh drückt.

    Kleiner Tipp: eine Menge von dem, was man da zu hören bekommt, hat mit dem auf dem Eis angebotenen Sport zu tun, dem Kern der Veranstaltung.

    Der nicht mehr zu ändernde Spielplan bleibt eine Katastrophe (weil die Lobby gegenüber der Arena komplett aufgebraucht ist?), und der sportliche Einstieg in die Saison war nicht gut und von der angekündigten ‘Leidenschaft’ noch ziemlich weit entfernt.

    Wenn dann Spieler und Trainer nach einem weitestgehend herunter gespielten Pflichtsieg gegen den Tabellenletzten (wo war im übrigen Weitzmann? Schwenningen hatte vorher 5 oder 6 mal zu NULL verloren, wenn also nicht in diesem Spiel, wann dann noch, Trainer??) schon wieder überzogene Selbstzufriedenheit offen zur Schau tragen, dann ist der Weg zum nächsten Katzenjammer auch nicht mehr allzu weit.

    @Haimspiel-Team: wird es womöglich noch einen Fan-Stammtisch mit den Haie-Verantwortlichen geben? Vielleicht habe ich ja nur dran vorbeigesehen, aber über die Suchfunktion war ich jetzt nicht fündig geworden.
    Danke. :)

  3. Alexander
    08.10.2018

    Das Hospelt wieder ins Training einsteigt ist wichtig aber wenn alle Spieler fit sind kann es zu Problemen kommen da der Druck größer wird da alle spielen wollen ein Phsychologe müsste im Profi Sport Pflicht sein.

  4. Bernd Schumalski
    08.10.2018

    Pfohl fällt übrigens für die kommenden 2-3 Wochen aus, dafür steigt Hospelt wieder ins Training ein.

  5. Marcel B
    08.10.2018

    Genau so sehe ich das auch, man führt gestern 2:0 nach 6 minuten! Als ich mich dort umschaute sah ich erwartungsvolle gesichter die alle hofften die schwäne heute mit 6,7 oder gar 8:0 nach Hause zu schießen. Doch schon nach den ersten 12 sehr starken Minuten der haie verflachte die Partie. Das zweite Drittel lief dann ohne glanz ziemlich unspektakulär runter und im letzten Drittel wurde sich dann ausschließlich ums ergebniss verwalten gekümmert. Schade eigentlich denn gestern wäre die Chance da gewesen sich für Iserlohn und die Adler warm zu schießen!!!

  6. Bossy
    08.10.2018

    Fazit, auch die zweite Gelegenheit des Wochenendes, den Aufbaugegner für einen in der Form deutlich schwächelnden Gegner zu geben, wurde gestern vergeben…^^

    ABER:
    “Im Gegenteil: Die Haie zogen sich leicht zurück und ließen die Schwenninger anrennen.”
    und
    “Die Haie verwalteten die Partie, es war ihnen anzumerken, dass sie das fünfte Spiel in zehn Tagen spielen.”

    Sorry, aber DAS will ich, gerade nach den vollmundigen Ankündigungen vor der Saison, nicht mehr so recht einsehen.

    Bei einer deutlichen 3:0-Führung nach 40 Minuten gegen einen vor sich hinsiechenden, völlig angeschlagenen Tabellenletzten wird wieder einmal in den unattraktiven Verwaltungsmodus geschaltet.

    5 Spiele in 10 Tagen hin oder her, das nächste Spiel hat man aber erst wieder in 5 Tagen, das dann auch gleich wieder der Auftakt für eines der überaus seltenen (…) und allerseits beliebten Zwei-Heimspiele-Wochenenden sein wird.

    Warum haut man dann nicht noch mal alles raus und bietet dem noch anwesenden Zuschauerkern ohne Druck mal etwas mehr fürs Geld und macht somit auch Werbung für das kommende Doppel-Wochenende?

    Und wenn Philipp Walter wirklich glaubt (zitiert im Express), dass man mit einem Spiel wie gestern Fans zurückgewinnt, dann muss ich mich über diese Eigenwahrnehmung doch sehr wundern.

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