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Haie-Verteidiger Max Faber wechselt nach Krefeld

Max Faber. Foto: Kölner Haie
Max Faber. Foto: Kölner Haie

Die Kölner Haie gaben bereits zum gestrigen Montag bekannt, dass der Vertrag mit Haie-Verteidiger Max Faber aufgelöst wird. Der Verteidiger, der von Krefelds Trainer Franz Fritzmeier auf direktem Wege angesprochen wurde, verspricht sich von einem Wechsel an den Niederrhein mehr DEL-Eiszeit. Fritzmeier und Faber kennen sich aus gemeinsamen Spielzeiten bei den Duisburg Füchsen.

Als Kölner Spieler kam er zuletzt nur bei Kooperationspartner Dresden zum Einsatz. Für den KEC hat er in 19 Spielen (Saison 2015/16: 16 Spiele, 2016/17: 3 Spiele) keinen Punkt erzielen können. Für den 23-jährigen Faber ist es auch eine Rückkehr: Er absolvierte bereits 6 DEL-Spiele für die Krefeld Pinguine.

Schlag gegen den Kölner Nachwuchs?

Mitnichten. Faber wurde trotz hartnäckiger Gerüchte nicht im Nachwuchs der Kölner Haie ausgebildet. Er wechselte im Sommer 2015 als 22-jähriger Verteidiger von Duisburg nach Köln. Vorher wurde er bereits in der DEL für die Krefeld Pinguine und die Eisbären Berlin eingesetzt. Dumont, Valentin und Köhler waren zuletzt die Förderlizenzspieler, die in der DNL-Mannschaft von Trainer Rodion Pauels zum Einsatz kamen und überzeugen konnten.

Cup-Run vs. Nachwuchs

Vor allem bei solchen Wechseln stellt sich oft die Frage nach dem sinnvollen Einsatz von Nachwuchstalenten. Achtet man dabei auf die letztjährigen Meister in der DEL, fällt jedoch schnell auf, dass der Nachwuchs genau in diesen Mannschaften keine oder nur eine sehr geringe Rolle gespielt hat. Auch die Kölner Meister-Mannschaft von 2002 hatte keinen Nachwuchs in den Playoffs eingesetzt: Mit 22 Jahren waren die Spieler Collin Danielsmeier und Björn Barta die jüngsten Akteure im Haie-Dress. Als damals 19-jähriger Stürmer war Christoph Ullmann der überzählige Spieler und bestritt kein Playoff-Spiel (17 Spiele in der regulären Saison).

Auch diesjährige vermeintliche Meisterschaftsfavoriten tun sich schwer mit dem Einsatz von Jung-Akteuren: Bei den Adler Mannheim sind die beiden 22-jährigen Spieler Kevin Maginot und Carter Proft unregelmäßg im Einsatz. Red Bull München setzt mit Eder (20 Jahre) und Kahun (21 Jahre) zwei junge Spieler ein. Im aktuellen Haie-Kader ist Nick Latta ähnlich wie in Mannheim mit 22 Jahren der jüngste Spieler mit Einsätzen im Kader.

Die Kaderplanung scheint vom Saisonziel abhängig zu sein: Wird ein sogenannter Cup-Run vorbereitet und zählt man sich zu den Meisterschaftsfavoriten, haben Nachwuchskräfte Schwierigkeiten, sich im Profi-Kader durchsetzen zu können.

Verlassen DNL Top-Talente immer den KEC?

Wir haben viele Nachrichten in den letzten Stunden erhalten mit dem Hinweis, dass der KEC den Top-Nachwuchs vor allem aus der eigenen Jugend regelmäßig ziehen lässt. Als Beispiele wurden Spieler wie Fabio Pfohl genannt. Dabei wurde Pfohl in der DNL nur 7x eingesetzt und stammte ursprünglich aus Landshut (mit  Zwischenstation in Düsseldorf). Auch Spieler wie zum Beispiel Jerome Flaake, Moritz Müller oder auch Niklas Treutle haben nur das letzte Jahr in der Kölner DNL bestritten, kamen aber ursprünglich aus anderen Regionen in Deutschland.

Wir denken: Meisterschaft oder Nachwuchs-Integration

Unsere Einschätzung: Der KEC rennt schon jahrelang der Meisterschaft hinterher und erst wenn diese gewonnen ist, wird man sich auch wieder auf eine bessere Integration des Nachwuchs im Profi-Kader konzentrieren können. Mit dem Saisonziel “Meisterschaft” wird aber kein Nachwuchsspieler dem Druck Standhalten können, sich zu entwickeln und auf genügend Eiszeiten zu hoffen. Denn auch das Trainerteam ist in solchen Phasen immer unter besonderer Beobachtung.

Über den Autor: Dennis Wegner

Dennis gründete gemeinsam mit René im Sommer 2003 haimspiel.de und betreut die Seite bis heute als 1. Vorsitzender. Außerdem war er zwischendurch für das Haie-Fanprojekt tätig, hat mit dem Team und der Fanszene "Wir sind Haie" ins Leben gerufen und die Flyeraktion "Köln ohne Haie?" mit großem medialen Echo organisiert.

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Sharkbite #45 – Haie in der Achterbahn

3 Kommentare

  1. Marius W.
    29.11.2016

    Perfekter Kommentar! Stimme 100%ig zu!

  2. Thomas
    30.11.2016

    So, wie versprochen dann jetzt hier mal meine Meinung, mit der ich vielleicht etwas anecken mag ;).
    Ich stimme viel in dem Artikel zu, aber es trifft nicht zu 100% meine rein persönliche Meinung.
    Man kann nicht jedes Jahr einen DNL Spieler in die Mannschaft einbinden. Schön wäre es, aber das ist komplett unmöglich. Dafür ist der Nachwuchs in Deutschland für Eishockeyspieler einfach zu schwach.
    Aber ich möchte an der Stelle mal deferenzieren, zwischen Nachwuchs und egenen Nachwuchs. Ich bin jemand der sich immer darüber freut wenn jemand aus dem Nachwuchs Chancen erhält. Das muss aber nicht zwangsläufig heißen, dass es der eigene Nachwuchs sein muss. Vorzugsweise würde es mich natürlich freuen wenn sich die eigene Nachwuchsarbeit auszahlt, aber hier guckt man in meinen Augen zu wenig in den Nachwuchs der anderen Teams.
    Kann man Meister werden in dem man den “Nachwuchs” einbindet? Hier ein klares ja aus meiner Sicht. Wolfsburg stellt seit Jahren ein Top Team, und bindet immer wieder junge Talente ein. Okay sie sind nicht Meister geworden, aber anhand ihrer Möglichkeiten sind sie seit Jahren imHalbfinale. Wo sind die Haie denn in den letzten Jahren gewesen, mit ihren teuren Kadern? 2013 und 2014 im Finale okay, letztes Jahr Halbfinale und zwischen 2008 und 2013? Pre-Play Offs oder VF. Man kam doch erst wieder ins Finale als man wieder mehr auf junge Talente statt teure Ausländer gesetzt hat. Mannheim wird seit Jahren von vielen Haie Fans verspottet. Und jetzt wird fleißig beim KEC mit dem Geld um sich geschmissen? Ja der Kader ist gut, aber die Auftritte gegen “kleinere Teams” sind mir da zu billig.
    So ich muss aufhören sonst schreibe ich nochmal so lange ;).
    Nicht falsch verstehen, dass ist meine rein persönliche Meinung. Ich bin aber sehr auf andere Meinungen gespannt, und diskutiere diese gerne :).
    Viele Grüße
    Thomas

  3. Bernd Schumalski
    30.11.2016

    Hallo…. also ich bin der Meinung, das man nicht generell sagen kann: entweder Meisterschaft oder Nachwuchsausbildung…Es kommt immer auf den Einzelfall an…Sollte sich ein Nachwuchsspieler als ein Riesentalent herausstellen, wird man bestimmt nicht diesen Spieler für ein Appel und ein Ei an die Konkurrenz verhökern..Klar, die Ansprüche in Köln sind (zurecht) sehr hoch, somit ist es natürlich für den Nachwuchs nicht ganz einfach, sich bei den Profis zu bewähren…Andererseits hätte aber z.B. ein Uwe Krupp nicht in die NHL geschafft, wenn er seinerzeit keine Chance bei den Profis bekommen hätte und damals hatten die Haie eine Top-Mannschaft…Auch ein Thomas Brandl oder Jörg Mayr kamen seinerzeit in eine Klassemannschaft…Der damalige Trainer Hardy Nilsson hatte halt etwas für den deutschen Nachwuchs übrig…Sicherlich hinkt da der Vergleich mit Faber, jedoch hängt es eben auch ein wenig vom Talent eines Spielers ab

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