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„Ein Test, wo wir stehen“ – Stimmen zum zweiten 2:1-Sieg gegen München

Alexander Sulzer im Zweikampf mit Mads Christensen von EHC Red Bull München. Foto: mcfly37.de.
Alexander Sulzer im Zweikampf mit Mads Christensen von EHC Red Bull München. Foto: mcfly37.de.

Die Kölner Haie haben sich mit dem zweiten 2:1-Sieg gegen München binnen 48 Stunden auf Platz 3 der Tabelle vorgeschoben. Die Mannschaft von Cory Clouston zeigte wie schon am Neujahrstag eine konzentrierte Leistung. In einer taktisch geprägten Partie bewies der KEC zudem, dass man genug Varianten „im Köcher“ hat, um auf Veränderungen im Spiel des Gegners zu reagieren. So war auch der zweite Sieg der Haie gegen den amtierenden Meister vollkommen verdient. Die Stimmen zum Spiel von Cory Clouston, Alexander Sulzer, T.J. Mulock und Moritz Müller.

„Haben das Spiel als Test betrachtet, wo wir stehen“

Cory Clouston: „Das Spiel hatte Playoff-Charakter. Wir wussten, dass [München] druckvoll aus der Kabine kommen würde. Wir haben erwartet, dass die ersten zwei oder drei Wechsel sehr wichtig für uns werden. Das haben wir überstanden und dann ein bisschen Momentum gewonnen. Es war eins dieser Spiele, in denen beide Mannschaften viele gute Dinge machen. Es gab auf dem Eis in beiden Richtungen nicht viel Zeit und Platz. Die Bullys, die Zweikämpfe vor dem Tor und in den Ecken – es gab einfach so viele Zweikämpfe das ganze Spiel hindurch, dass es Playoff-Charakter hatte. Wir wussten, dass wir in diesen beiden Spielen unsere beste Leistung bringen müssen, um eine Chance zu haben. Mir hat gefallen, wie wir gekämpft haben. Aber wir haben immer noch eine Menge Arbeit vor uns. Es ist nach wie vor ein Prozess. Wir hatten viele Hochs und Tiefs. Wir müssen offensiv noch an einigem arbeiten. Wir haben einige Chancen generiert, aber wir müssen vor dem Tor ein bisschen selbstbewusster auftreten. Beide Mannschaften haben hart gespielt. Glücklicherweise haben wir eine Chance mehr verwandelt als [München]. Wenn wir das nächste Mal gegen sie spielen, wird es wieder eine große Herausforderung. Wir haben das Spiel als einen Test betrachtet um zu sehen, wo wir stehen. Es gibt sicher noch einige Bereiche, an denen wir arbeiten müssen. Es gibt aber auch einige Bereiche, in denen wir vieles richtig gemacht haben. Jetzt bereiten wir uns auf das kommende Wochenende vor und werden versuchen, auf diesem Spiel aufzubauen.“

„Ich würde nicht sagen, dass [die beiden Spiele] befriedigend waren. Wir sind happy mit unserer Leistung. Es gibt aber immer noch Bereiche, an denen wir arbeiten müssen. Das war eine gute Herausforderung und ein guter Test für uns. Ich fand, dass jeder seine Rolle gut ausgefüllt. Jeder hat seinen Teil beigetragen. Das waren zwei gute Spiele. Mir hat gefallen, wie wir gekämpft haben. Wir haben wirklich gut verteidigt. Wir haben viele Chancen generiert, haben aber immer noch ein bisschen Pech vorm Tor. Aber auch wenn wir nicht so viele Tore schießen, wie wir gerne würden, haben wir defensiv gut und verantwortungsvoll gespielt.“

„Das Spiel in Bremerhaven hatte mit der Leistung in den letzten beiden Spielen nichts zu tun. Das war so ein Spiel, in dem unser Gegner früh und oft getroffen hat. Wir hatten am Ende insgesamt trotzdem mehr Torschüsse und  mehr Torchancen als sie. Das war halt so ein Spiel, in dem alles, was schief gehen konnte, auch schiefgegangen ist. Bremerhaven hat gut gespielt. Wir schauen nicht zurück. Wir konzentrieren uns auf die Dinge, die wir verbessern müssen. Wir sind zwar glücklich über die zwei Siege jetzt, aber wir wissen, dass noch viel Arbeit vor uns liegt.“

„Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen“

Alexander Sulzer: „Wir haben das Spiel in Bremerhaven analysiert und uns gesagt, jetzt haben wir zwei gute Gelegenheiten, gegen ein Top-Team zu spielen und zu zeigen, was wir können. Das haben wir getan. Ich denke, wir haben 60 Minuten lang gut gespielt. Wir haben solide gespielt. Auch im ersten Drittel haben wir schon gut gespielt. Das Gegentor in Unterzahl – das passiert. Aber ich denke, wir waren über 60 Minuten die bessere Mannschaft. Die beiden Spiele geben uns auf jeden Fall Selbstvertrauen. Wir versuchen viele Punkte zu holen und oben dabei zu sein. Das war gut fürs Selbstvertrauen. Wir haben gesehen, wie wir spielen müssen, um auch die Top-Teams zu schlagen.“

(Zu seinem Treffer zum 1:1: ) „Der Byzee [Dane Byers, Anm.d.Red.] war ja vorm Tor. Ich war mir nicht sicher, ob der den abgefälscht hat. Bei mir stand ja noch die Null, deswegen habe ich mich natürlich sehr gefreut. Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen.“

(Zu seiner Rolle als 7. Verteidiger: ) „Das ist nicht die Rolle, die ich für mich erwartet habe. Aber ich denke mir, ich möchte gewinnen. Und wenn das die Rolle ist, in der ich gewinnen kann, dann werde ich die akzeptieren und das Beste daraus machen und meine Rolle so ausfüllen, dass ich der Mannschaft helfen kann zu gewinnen.“

(Zum zweiten Back-to-back-Spiel der Saison nach Nürnberg und der taktischen Prägung des jeweils zweiten Spiels: ) „Das hat ein bisschen Playoff-Charakter. Man hat natürlich den Gegner noch direkt vor Augen. Die Trainer analysieren das gleiche Spiel. Da macht man natürlich die Anpassungen an die jeweiligen Taktiken. Deswegen sind diese Spiele sehr taktisch geprägt.“

„Das gibt uns allen Selbstvertrauen“

T.J. Mulock: „Es fühlt sich gut an. Wir wissen, wie gut wir spielen können. In Bremerhaven waren wir sozusagen gar nicht anwesend. Das beste Team der Liga jetzt zweimal hintereinander zu schlagen, fühlt sich gut an. Das gibt uns allen Selbstvertrauen. Unsere Reihe läuft im Moment ganz gut. Wir könnten vielleicht ein paar Tore mehr machen, aber wir fühlen uns gerade sehr gut miteinander. Wir spielen selbstbewusst und bringen Scheiben aufs Tor. Wir wissen, dass die Tore irgendwann kommen werden. Wir müssen einfach nur so weitermachen und uns an den Game-Plan halten. Es ist schön, dass Cory [Clouston] uns in Schlüsselsituationen vertraut.“

(Zur Frage ob Clouston nach der Bremerhaven-Niederlage etwas anderes gesagt hat als normalerweise: ) „Nein, nicht wirklich. Ich meine, jeder versucht einfach, das Spiel zu vergessen. Wir wussten, dass wir einen schweren Test vor uns haben. Er hat gar nicht so viel gesagt. Jeder von uns wusste, dass er sich selbst hinterfragen musste.“

„Mussten mitten im Spiel umstellen“

Moritz Müller: „Ja, vielleicht waren wir heute noch ein Stück besser als vorgestern in München. Wir waren noch ein bisschen besser eingestellt auf den Gegner. Wir haben sehr konstant und kompakt gespielt und nicht viel zugelassen. Es war ein sehr taktisch geprägtes Spiel. Man hat gesehen, dass München unseren Forecheck gelesen hat. Da mussten wir dann mitten im Spiel umstellen, weil München bis dahin fast jedes Mal kontrolliert aus dem eigenen Drittel rausgekommen ist. Das sind so Sachen, die passieren, wenn man zweimal gegen den gleichen Gegner spielt. Das sind dann so taktische Kniffe, die man macht, wenn man sich auf den Gegner einstellen muss. Wir haben auch unsere Breakouts umstellen müssen. Das ist nicht so einfach, aber das ist halt so bei einem Back-to-Back. Es hat schon Playoff-Charakter. Gerade wenn man gegen so einen Hochkaräter spielt. Es fallen nicht viele Tore. Das ist in den Playoffs auch so.“

(Zur Frage nach den vielen Diskussionen der Münchner mit den Schiedsrichtern: ) „Ich hatte auch das Gefühl, dass die Münchner heute teilweise etwas unzufrieden mit den Schiedsrichterentscheidungen waren. Ich hab das jetzt nicht so gesehen. Es gab vielleicht ein, zwei Situationen, die man auch anders hätte geben können. Das war aber auf unserer Seite genauso. Man fährt halt zum [Schiedsrichter], weil der andere Kapitän auch da ist, und hört sich an, was es zu sagen gibt.“

Über den Autor: Henrike Wöbking

Henrike schreibt für haimspiel.de seit 2005 und wurde von Ex-NHL-Spieler Jason Marshall gelobt für "the best interview I ever did". Sie zeigte sich hauptverantwortlich für das Abschiedsvideo von Dave McLlwain. Außerdem ist sie Buchautorin und schrieb den Roman "Auf Eis" vor dem Hintergrund der Playoffs 2002.

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