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Draisaitl: „Es hat uns nur der letzte Biss vorm Tor gefehlt“

KEC-Stürmer Justin Shugg - Foto: Alexandra Schmitz

Die Kölner Haie unterlagen am Freitagabend mit 0:1 in Schwenningen, präsentierten sich aber über weite Strecken defensiv deutlich stabiler als zuvor. Die von Peter Draisaitl verordneten Änderungen im Spielsystem wurden konzentriert umgesetzt. Die Offensivbemühungen des KEC blieben jedoch unbelohnt. Die Stimmen zum Spiel von Peter Draisaitl, Felix Schütz, Justin Shugg und Pascal Zerressen.

Peter Draisaitl: „Es hat uns nur der letzte Biss vorm Tor gefehlt“

„Wir haben in den letzten zwei Tagen einige Anpassungen vorgenommen. Wir wollten kompakter über die drei Drittel spielen und die Flut der Gegentore eindämmen. Mission accomplished, kann man sagen. Das Problem war heute, dass wir nichts aus unseren Chancen gemacht haben. Die waren zwar da, aber aus meiner Sicht hat der Goalie der Wild Wings das Meiste gesehen. Der allerletzte Schritt und der finale Hunger haben uns vielleicht noch ein bisschen gefehlt.“

„Wir haben heute einiges erreicht, was wir sehen wollten. Nichtsdestotrotz ist es noch nicht da, wo es hingehört. Auf uns wartet noch ein bisschen Arbeit. Wir müssen schauen, dass wir die Balance finden zwischen den Anpassungen, die wir vornehmen, und aber eben auch einen Weg zu finden um zu gewinnen.“

„Die Truppe hat in den Tagen, seit ich gekommen bin, wirklich sehr gut mitgemacht. Wir haben einiges schon versucht, am Spiel umzustellen und anzupassen. Das ist auch zu sehen gewesen. Schon im Spiel in Iserlohn, und auch heute war es ein Schritt nach vorn. Wir wissen, dass wir uns auch zügig belohnen müssen. Das steht außer Frage. Das wissen wir alle. Das nackte Ergebnis muss dann irgendwann auch das Highlight der harten Arbeit werden.“

„Wir sind auf einem guten Weg. Wir tun größtenteils die richtigen Sachen. Das Spiel war für uns absolut gewinnbar. Es hat uns nur der letzte Biss vorm Tor gefehlt. Die zwei Latten bzw. Pfostenschüsse – da machst du relativ wenig dagegen. Aber in den Scrambles vorm Tor, da wünsche ich mir einfach mehr Hunger auf die zweiten und dritten Scheiben im Slot. Diese Tore brauchen wir in erster Linie. Wir können nicht warten, bis irgendwas ins leere Tor fällt.“

„Alle drei Zonen waren defensiv verbessert. Es gibt aber immer noch ein leichtes  Zögern in der Bewegung nach vorne. Die Rushes, die wir bekommen haben, könnte man auch konsequenter zu Ende fahren. Wir haben heute einige kreiert. Übrigens war es auch eine 4-auf-2-Situation, die zum Gegentor geführt hat. Wir müssen da konsequenter sein. Es wird in dieser Liga immer um ein oder zwei Tore hin- und hergehen. Da müssen wir sehen, dass wir auf der richtigen Seite sind.“

(Zur Frage, ob die Mannschaft ausnahmslos mitarbeitet: )
„Ja, absolut. Da fehlt es an nichts. Klar müssen wir noch Zeit finden, mit ein paar der Jungs zu reden. Es ist bei einigen mit Sicherheit noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Ein bisschen Arbeit haben wir also noch.“

Felix Schütz: „Das war heute eine gute Richtung“

„Wenn ein neuer Trainer kommt, muss man erstmal das neue System verstehen. Aber ich glaube, dass wir heute defensiv gut gespielt haben. Das war unser Ziel. Wir wollen uns die Chance geben, gewinnen zu können. Wenn man die letzten Spiele anschaut, wenn man immer drei oder viere Tore kassiert, dann wird es sehr schwer, obwohl wir auch viele Tore schießen können. Aber das ist nicht unser langfristiges Ziel. Wir wollen gut defensiv spielen. Das war heute eine gute Richtung, wie wir die nächsten Spiele angehen sollen. Dann werden wir sicher auch wieder gewinnen.“

(Auf die Frage zur Arbeitsatmosphäre in der Mannschaft unter dem neuen Headcoach: )
„Ich glaube, dass wir alle sehr positiv sind. Wir haben nicht mehr so viel Zeit. Es sind nur noch zweieinhalb Monate bis Olympia. Deswegen müssen wir jetzt schauen, dass wir jeden Tag konzentriert sind, auch das Training gut verfolgen und gut zusammenhalten. Ich muss ganz klar sagen, dass natürlich hier viel mehr erwartet worden ist vor der Saison. Aber gerade bei der Erwartungshaltung muss man vielleicht auch ein bisschen realistischer bleiben. Wir hatten viele Verletzte. Gustaf Wesslau fehlt – obwohl natürlich sowohl Justin Peters als auch Daniar Dshunussow einen super Job machen. Potter war verletzt, Sulzer ist jetzt verletzt. Es ist nicht immer so leicht, dass man solche Verletzungen dann auch wegsteckt. Aber nichtsdestotrotz müssen wir jetzt weitermachen und zusammenhalten. Dann werden wir sicher auch wieder Spiele gewinnen.“

Justin Shugg: „Es ist etwas Positives, nur ein Gegentor zugelassen zu haben“

„Ich glaube, dass wir in den letzten beiden Spielen unter Peter positive Schritte vorwärts gemacht haben. Heute war es ein Patt zwischen beiden Mannschaften. Sie haben im dritten Drittel getroffen, während wir unsere Großchancen nicht verwandelt haben. Aber für uns war es ein Schritt vorwärts, glaube ich.“

„Unser Ziel ist es, defensiv besser zu spielen. Wir wissen, dass wir Tore schießen können. Leider war das heute nicht unser Tag. Aber wenn man das Spiel insgesamt betrachtet, dann ist etwas Positives für uns, nur ein Gegentor zugelassen zu haben.“

Pascal Zerressen: „Es geht halt nicht von heute auf morgen.“

„Wir waren im Vergleich zu den letzten Spielen besonders defensiv deutlich verbessert. Das hatten wir uns auch vorgenommen bei den vielen Gegentoren, die wir hatten, hinten einfach gut zu stehen. Das ist uns gut gelungen. 1:0 zu verlieren, ist natürlich bitter, aber ich denke, wir ziehen jetzt die positiven Dinge raus. Es geht halt nicht von heute auf morgen. Wir haben das System ein bisschen umgestellt und deshalb defensiv besser gespielt. Da können wir jetzt drauf aufbauen und hoffen natürlich, das Derby am Sonntag zu gewinnen.“

„Wir hatten zwei, drei Pfostenschüsse. Wenn da einer reingeht, dann führen wir 1:0, und dann wird es für Schwenningen schwer. Das Glück ist im Moment auch nicht auf unserer Seite. Das kommt noch hinzu. Aber das versuchen wir uns jetzt Stück für Stück zu erarbeiten, dass es dann wieder auf unsere Seite geht.“

Über den Autor: Henrike Wöbking

Henrike schreibt für haimspiel.de seit 2005 und wurde von Ex-NHL-Spieler Jason Marshall gelobt für "the best interview I ever did". Sie zeigte sich hauptverantwortlich für das Abschiedsvideo von Dave McLlwain. Außerdem ist sie Buchautorin und schrieb den Roman "Auf Eis" vor dem Hintergrund der Playoffs 2002.

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Die Stimmen zur 4:5 n.P.-Niederlage in Iserlohn

4 Kommentare

  1. Jochem
    25.11.2017

    Eine Steigerung ist unverkennbar, aber ohne eigene Tore hilft auch die defensive Stabilisierung nichts. Immerhin sieht man jetzt auf dem Eis den Willen. Man fragt sich nur, was ist los mit Shawn Lalonde, der ist ja nur noch ein Schatten seiner selbst. Hat der private Probleme? Dumont macht einen Superjob, hoffentlich verschwindet der nicht wieder in der DEL 2!
    Tatsache ist aber auch, der Trainerwechsel erfolgte viel zu spät und dann zum falschen Zeitpunkt. Warum nicht vor der Spielpause? Wie soll der neue Trainer im Bus die Mannschaft neu ausrichten? (Auch wenn es sowohl in Iserlohn alsauch in Schwennigen schon wieder eher nach Eishockey und nicht mehr nach Alibihockey aussah)
    Bisher erfolgte in den letzten Jahren der Einbruch nach Erfolgen mit Bruch der Saison immer in Düsseldorf, geht es dieses Jahr mal andersherum? Der Rückstand auf Heimrecht in den Preplayoffs (von mehr traut man sich ja schon nicht mehr zu sprechen) ist jedenfalls in grauenhafte Größenordnung angewachsen. Wenn jetzt keine Wende kommt, dann gute Nacht!

  2. Thomas
    25.11.2017

    Also vom Heimrecht in den Play Offs habe ich lange Abstand genommen. Ziel kann es nur noch sein, sich zu stabilisieren und um jeden Punkt zu kämpfen und die Play Offs zu erreichen.
    Aber ich bin ehrlich. Ob ich mir Play Offs mit diesem Team anschauen möchte, weiß ich nicht. Dann ist der Umbruch auch wenigstens hoch genug. Sicher wünsche ich der Mannschaft Erfolg, und uns Fans eine lange Saison, aber rettet man sich jetzt wieder irgendwie ins Viertelfinale mit viel viel Optimismus, dann heißt es am Ende nur wieder “Die Mannschaft war gut genug, man war nur platt.” Und alle liegen sich versöhnt in den Armen.

    Es war ein starker Schritt in die richtige Richtung. 2 Tage Training und die Haie wissen wieder, was Körperspiel beim Eishockey heißt, und das man lange Pässe spielen kann, und das man aufs Tor schießen darf.

    Es zeigt eindrucksvoll das der Trainerwechsel hier viel viel zu spät kam. In der Pause hätte man sich bereits mit einer Aufbruchstimmung bereits neu orientieren können.

    Am Ende hat nicht das bessere Team gewonnen, aber damit kann ich besser leben, weil man endlich wieder sowas wie Eishockey sehen konnte. Sagenhaft was man so in 2 Trainingseinheiten den Spieler mitgeben kann.

    Dieses Team wirkt, als hätte man jedem die Lust auf Eishockey geraubt. Ich weiß ja nicht was da los war, aber das Clouston “Verbrannte Erde” in der NHL hinterlassen haben soll, nach einigen Aussagen, kann ich echt verstehen.

    Lalonde wirkt als hätte er eine Standpauke nach der anderen bekommen, wie ein Mobbing Opfer. Shugg wirkt als wäre er verletzt und schleppt sich nur durch die Spiele.

    Auch wenn ich damit alleine stehe, aber Peters ist auch kein Goalie der dir mal denn 100% raus holt. Ich sehe keine große Alternative zu Daniar. Peters ist ruhiger im Tor, aber BESSER? Also das sehe ich leider nicht ganz so. Solide ja, aber das war es aus meiner Sicht.

    Man darf auf das Derby gespannt sein. Aber auch hier erwarte ich keinen Sieg. Die DEG ist wohl endlich in der Liga angekommen, dass wird richtig schwer.

    Gruß
    Thomas

    • Bossy
      25.11.2017

      “Dieses Team wirkt, als hätte man jedem die Lust auf Eishockey geraubt.”

      Ja, diesen verheerenden Eindruck hatte ich auf der Tribüne auch schon länger, dass dort Spieler auf dem Eis stehen, die den Job nur machen, weil sie halt gewisse Basics dafür besitzen und Vertrag haben, aber nicht, weil sie irgendeine Form von Leidenschaft für den Sport verspüren oder gar Freude am sportlichen Wettkampf; wirklich ein besonderes Zeugnis für den alten Trainer und eine unschöne Ausgangsbasis für den Neuen.

      Absolut erstaunlich finde ich, dass wieder einmal ein sehr gut verdienender deutscher Spieler öffentlich die zu hohe Erwartungshaltung vor der Saison anmahnt.

      In einem solchen Fall darf gerne auch mal der Sportdirektor zu einem persönlichen Gespräch bitten, wenn einzelne Spieler meinen, die dem Etat keinesfalls unangemessenen Erwartungen des Klubs öffentlich zu kritisieren und herabsetzen zu wollen.

      Oder anders herum, um mal Hans Zach bei seinem letzten Engagement in Mannheim aufzugreifen: das, was im Namen des KEC mit ermüdender Regelmäßigkeit aufs Eis ‘gezaubert’ wird, kann man auch billiger haben.

      Viel, viel billiger.

  3. Alexander
    25.11.2017

    Man sollte einen Motivationstrainer einstellen wie 2002 als wir letztmals Deutscher Meister wurden.Das Spiel war das beste der Saison man kann wieder stolz sein Haie Fan zu sein.

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