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Deutschland unterliegt Finnland mit 0:4

Als echten Härtetest hatte Bundestrainer Pat Cortina das Duell gegen Finnland am heutigen Dienstag bezeichnet, denn trotz des schwachen Starts der Nordeuropäer – 2 Niederlagen gegen Lettland und die USA – musste man weiter mit ihnen rechnen. Das zeigten sie heute beim 4:0-Sieg über die deutsche Nationalmannschaft.

Cortina hatte vor dem Spiel eine Umstellung vorgenommen, Dennis Reul wurde am Vormittag offiziell bei der IIHF gemeldet und übernahm den Platz von Alexander Weiß in der Aufstellung. Der Kölner Stürmer kam bei den ersten beiden WM-Spielen lediglich zu knapp sechs Minuten Eiszeit – zu wenig, um eine wirkliche Rolle zu spielen. Mit Reul wurde das körperliche Element in der Defensive verstärkt und die Fähigkeit geschaffen, mit vier Verteidigerpärchen zu agieren, was gegen die laufstarken Finnen hätte Vorteil sein können.

Die Deutschen begannen das erste Drittel zurückhaltend und ließen die Finnen immer wieder kommen, um aus einer anfangs noch recht kontrollierten Defensive heraus vereinzelte Gegenstösse vorzunehmen. Die erste Chance gehörte Frank Mauer, nach Vorarbeit von Felix Schütz landete sein Schuss lediglich hinter dem Tor. In der Folge kamen die Finnen immer besser ins Spiel, machten viel Druck auf das Tor von Rob Zepp und erarbeiteten sich damit ein Powerplay, das allerdings torlos blieb – vorrangig wegen starker Saves vom DEB-Torhüter. Wenige Minuten später erzielten die Finnen dann aber doch ihre verdiente Führung durch Kontiola, der am linken Bullykreis perfekt von Lehtera bedient wurde und per Direktabnahme-Kracher traf. Keine fünf Minuten später erhöhte Immonen auf 2:0 und Finnland hätte zur Drittelpause auch schon höher führen können. Offensiv fanden die Deutschen nicht statt, lediglich 3 Schüsse auf NHL-Goalie Pekka Rinne brachte man zustande.

Dass man mit dieser Leistung nicht zufrieden war zeigte der Beginn des Mittelabschnitts, in dem man sich zahlreiche Chancen erspielte, aber nicht an Rinne vorbeikam, auch ein Powerplay verhalf nicht zum Erfolg. Als Felix Schütz in der 32. Minute in die Mitte zog und per Beinstellen zu Fall gebracht wurde, der Pfiff aber ausblieb und Palola im Gegenzug das 3:0 erzielte war klar, dass an diesem Tag nicht mehr viel zusammenlaufen würde und spätestens mit dem 4:0 genau 30 Sekunden später durch Immonen bei einem Alleingang fiel war auch dem letzten klar, welche Mannschaft das Eis als Sieger verlassen würde.

Darum ist das letzte Drittel auch schnell erzählt, die Finnen mussten nichts mehr für das Spiel tun, die Deutschen hatten vermutlich schon das morgige wichtige Spiel gegen die Schweiz im Hinterkopf und so kam man zwar noch zu ein paar Chancen im Schlussabschnitt, aber es blieb beim Shutout für Rinne.

Stimmen zum Spiel:

Frank Hoerdler: “Wir haben etwas zuviel Respekt gehabt und haben den Finnen zuviel Raum gegeben. Im zweiten Drittel haben wir die Räume enger gemacht und hatten dann auch mehr vom Spiel. Positiv heute ist, dass wir nicht aufgegeben und weiter gespielt haben und das ist wichtig fürs nächste Spiel.”

Markus Kink: “Vielleicht haben wir ein bisschen zu viel auf unsere Punkte geguckt und gesehen, dass die Finnen noch garkeine haben und das Rechnen angefangen. Aber das ist alles Blödsinn. Wir müssen unser Spiel spielen, wir müssen uns auf jedes Spiel konzentrieren und uns auf jeden Tag und jedes Training vorbereiten. Das war heute vielleicht eine gute Lehrstunde für uns.”

Pat Cortina: “Wir waren zu Beginn des Spiels nicht sehr gut. Wir waren nicht so aktiv, wie wir sein müssen, ganz besonders abseits des Pucks. Wir wussten, dass das finnische Team bereit sein würde und wollten wohl erstmal gucken, wie bereit sie wirklich waren. Wir haben den Fokus von uns selbst genommen und das hat uns gekostet. Der Anfang vom zweiten Drittel war gut, aber wir haben in den ersten zehn Minuten kein Tor geschossen und mit dem 3:0 war das Spiel vorbei. Im letzten Drittel haben beide Mannschaften ein bisschen Energie gespart. Wir spielen morgen ein wichtiges Spiel, wir müssen uns dann auf unsere Leistung fokussieren und nicht warten, was die andere Mannschaft macht. Ich vertraue darauf, dass die Spieler aus heute lernen.”

Über den Autor: Robert Heppekausen

Robert ist seit 2004 für haimspiel.de tätig und hat in der Zeit unter anderem am Radio das Rekordspiel gegen Mannheim kommentiert und war Mit-Ideengeber für die "Wir sind Haie"-Shirts. Zusammen mit Dennis hat er die Facebook-Seite der Kölner Haie ins Leben gerufen und für den Club aufgebaut.

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