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Bissige Haie schlagen Augsburg deutlich

Patrick Hager trifft zum 1:0. Foto: mcfly37.de
Patrick Hager trifft zum 1:0. Foto: mcfly37.de

Nach wohlverdienten freien Tagen ging es für den KEC am Freitag Abend gegen die Augsburger Panther, die vor dem Spiel in der Tabelle 4 Punkte hinter den Haien lagen. Sebastian Uvira meldete sich nach überstandender Verletzung zurück im Lineup und übernahm Ohmanns Platz in der vierten Reihe. Ansonsten ließ Cory Clouston seine Aufstellung unverändert. Das Spiel der Haie gewann mit zunehmender Spieldauer massiv an Sicherheit, was sich letztlich im deutlich 6:1 (1:1, 2:0, 3:0) niederschlug. Das Überzahlspiel – vor dem Spiel als Wunderwaffe der Augsburger gepriesen – wurde heute zum Garant für den Sieg des KEC.

Zwei Tore in 17 Sekunden

Die Haie erwischten den besseren Start ins Spiel und setzten sich direkt vorne fest, bis zur ersten Torchance sollte es allerdings etwas dauern. In der dritten Minute setzte Lalonde nach einem schönen Solo aus dem eigenen Drittel den ersten Haie-Schuss, Meisner konnte parieren und Latta verpasste den Rebound auf der linken Seite knapp. Eine Minute später wurde dann Wesslau auch zum ersten Mal geprüft, Tölzers Schuss von der blauen Linie war bei freier Sicht aber kein Problem für den Haie-Schlussmann. Im ersten Powerplay der Partie erspielte sich der KEC Chancen durch Lalonde, Ehrhoff und Hager nach Gogulla-Pass, im Abschluss war man hier aber noch zu ungenau. Es folgten Minuten mit wenig Spielfluss, in denen beide Teams hinten aufmerksam agierten und gegnerische Angriffe beiderseits früh unterbunden wurden. Nachdem Ehrhoff bei einem Konter Davies den Puck von der Kelle klaute startete der Verteidiger den nächsten Angriff und wurde im Offensivdrittel an der Bande so lange von der AEV-Abwehr angegangen, bis die Schiedsrichter den Arm hoben. Im Überzahlspiel kam Lalonde zweimal aus aussichtsreicher Position zum Schuss, Ehrhoff versprang danach bei einem Pass die Scheibe, er hatte das leere Tor vor sich. Jones erarbeitet sich die Scheibe neben dem Tor und passte in den Slot, wo Hager stand und Meisner mit seinem Schuss zum 1:0 keine Chance ließ. Nur 17 Sekunden später klingelte es allerdings auch auf der Gegenseite, Guentzel hatte an der blauen Linie abgezogen, Trupp fälschte vor dem Tor unhaltbar zum Ausleich aus. Dem Spiel taten die Tore gut, es wurde offener und chancenreicher, die Schlussphase gehörte dann wieder dem KEC.

Zwei abgefälschte Treffer für die Haie

Mit Unterzahl startete der KEC auch in den Mittelabschnitt, überstand diese aber gegen das beste Powerplay der Liga schadlos. Hanowskis Pfostentreffer war dennoch eine ausreichende Warnung für der KEC, der nur kurz später die erneute Führung erzielte. Christian Ehrhoff brachte die Scheibe vor das Tor, wo Ryan Jones schon seine Zelte aufgeschlagen hatte und unnachahmlich zum 2:1 abfälschte. Augsburg reagierte mit erhöhten Offensivbemühungen, diesmal blieben die Haie hinten aber konzentriert und ließen keinen postwendenden Ausgleich zu. Der heute extrem auffällige und aktive Ehrhoff war auch für die nächsten Haie-Chancen hauptverantwortlich, erst brachte er den Puck von links vor das Tor, wo sich leider kein Abnehmer fand. Dann vergab der Verteidiger aus kurzer Distanz mit der Rückhand die nächste Chance selbst. In einem Haie-Powerplay konterten die Augsburger gefährlich durch Polaczek und auch Hafenrichter vergab nach einem 2-auf-1 Konter eine gute Möglichkeit, Wesslau war zur Stelle und hielt die Führung mit der Fanghand fest. Im direkten Gegenzug eilte Hager mit viel Tempo seinem Gegenspieler davon und holte zum Schlagschuss aus, den Meisner im Gäste-Tor aber parieren konnte. Die Haie erspielten sich weiterhin gute Chancen und waren überlegen und in der 34. Minute fiel der nächste Treffer. Mit dem Schwung eines gerade abgelaufenen Powerplays im Rücken drückte das Team die Panther hinten rein. Eriksson nahm Mass, Hospelt fälschte im Slot entscheidend und fast zu heftig ab, der Puck rollte mit letzter Kraft über die Torlinie. Ein Treffer, der erst nach Videobeweis vollständige Anerkennung fand. Dreieinhalb Minuten vor Drittelende dann nochmal die Panther mit einem Powerplay, in dem sie sich mit vielen Stockfehlern das Leben aber selbst schwer machten. Dennoch nahmen sie auch für die restliche Zeit das Spiel in ihre Hand, der Höhepunkt kam fast zeitgleich mit der Pausensirene: Davies stand links frei im Slot und bekam den Pass, aber einmal mehr war Wesslau zur Stelle.

KEC dominiert das dritte Drittel

Die Haie starteten mit viel Kontrolle über das Spielgeschehen in das dritte Drittel. Augsburg verteidigte konzentriert und konnte den KEC lange Zeit dazu zwingen, die Scheibe entfernt vom Tor zu führen. Torchancen aus Tornähe ergaben sich nicht. Die Panther ihrerseits konnten kaum noch Offensivdrang entwickeln und so verrannen die Minuten des Schlussdritteln, was dem KEC in die Karten spielte.

In der 51. Spielminute kamen die Haie nach einem Beistellen von Evan Trupp erneut zum Powerplay und konnten dieses nutzen: Bereits nach 17 Sekunden zappelte der Puck zum 4:1 im Tor von Benjamin Meisner. Und das Tor fiel nach einer inzwischen mit schlafwandlerischer Sicherheit vorgetragenen Kombination: Hager konnte mit der Scheibe in den Bullykreis ziehen, von wo aus er Gogulla bedienen konnte, der den Schläger reinhalten und die Scheibe unter die Latte abfälschen konnte. In der Konsequenz waren die Panther gereizt. Mark Cundari erhielt während des Bullys eine 10-Minuten-Disziplinarstrafe und auch Evan Trupp holte unbeherrscht Kai Hospelt von den Beinen und musste auf der Strafbank Platz nehmen. Und erneut waren die Haie im Powerplay erfolgreich: Christian Ehrhoffs Pass von der linken Seite fand Hager auf rechts, dessen Schuss verunglückte allerdings und trudelte die Torlinie entlang, so dass Jones die Scheibe nur noch zum 5:1 über die Linie drücken musste. Wiederum nur zwei Minuten später brachten die Haie die Scheibe mit Speed in die Offensivzone, Uvira sah an der Bande stehend Jean-Francois Boucher, der alleine vor Meisner auftauchen und diesen mit der Rückhand zum 6:1 bezwingen konnte.

Bis zur letzten Schlussminute agierten beide Mannschaften bemüht, die Haie aber reifer. Die Stimmung in der mit über 18.000-Fans sehr gut besuchten Halle war sehr gut, Wechselgesänge zwischen den Kurven und die Mannschaft, die nach Spielende erneut auf das Eis kam, um sich feiern zu lassen, rundeten das gelungene Spiel ab.

Über den Autor: Robert Heppekausen

Robert ist seit 2004 für haimspiel.de tätig und hat in der Zeit unter anderem am Radio das Rekordspiel gegen Mannheim kommentiert und war Mit-Ideengeber für die "Wir sind Haie"-Shirts. Zusammen mit Dennis hat er die Facebook-Seite der Kölner Haie ins Leben gerufen und für den Club aufgebaut.

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