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Bayern-Reise endet mit zwei Niederlagen: 2:4 gegen den ERC Ingolstadt

Daniar Dshunussow stand bei seinem dritten Saisoneinsatz natürlich im Fokus - Foto:
Daniar Dshunussow stand bei seinem dritten Saisoneinsatz natürlich im Fokus - Foto: Alexandra Schmitz, 30.12.2016

Die Kölner Haie beendeten ihre reguläre Spielzeit 2016-2017 mit einer Partie bei den Ingolstadt Panthern. Der KEC kam aus einer 0:1-Niederlage gegen Wolfsburg und einer 2:5-Niederlage bei Meister München – aber auch der Tebellensiebte aus Bayern verlor seine letzte Partie mit 4:5 bei den Eisbären Berlin. Für beide Mannschaften änderte der Ausgang der heutigen Partie auf dem Papier nichts mehr an der eigenen Ausgangslage für die Playoffs, lediglich der Gegner des ERC wurde noch gesucht. Auffälligste Veränderung im Line-up des KEC war der Start von Daniar Dshunussow, aber auch abseits der Torhüter-Position wurde erneut rotiert: Marcel Ohmann und Travis Turnbull rutschten wieder in das Line-up, während Johannes Salmonsson und Jean-Francois Boucher eine Pause erhielten.

Der ERC zeigte sich zuletzt offensiv sehr gut aufgelegt und hatte in den letzten drei Spielen 16 Tore erzielen können – eine Feuerprobe für die Haie-Defensive um Daniar Dshunussow und vielleicht ein Test für den Ernstfall in den Playoffs. Am Ende des Spieltages zeigte sich die Haie-Defensive über zwei Drittel hinweg durchaus stabil, jedoch reichten den Panthern 5 Minuten und 31 Sekunden, um das Spiel zu drehen und den 4:2-Sieg (0:0, 4:1, 0:1) perfekt machen zu können.

Torloses erstes Drittel – gut aufgelegte Torhüter

Die ersten grob fünf Minuten der Partie verstrichen ereignislos. Beide Mannschaften riskierten erkennbar nicht alles. In der 6. Spielminute dann aber die erste nennenswerte Torchance des KEC durch einen Konter der 4. Reihe: Alexander Sulzer schickte Sebastian Uvira, der zentral auf Timo Pielmeier laufen und per Schuss abschließen konnte. Der Fanghandschuh des Panther-Goalies machte die Chance zunichte. Keine Chance, aber eine kuriose Szene dann im Unterzahlspiel des KEC, nachdem Krämmer wegen Beinstellens gegen Wagner auf die Strafbank gewandert war: Ryan Jones war für einen schwungvollen Konter angelaufen, die Scheibe, die ihn erreichen sollte, landete aber in seiner Hose. Während des Konters “kramte” er in seiner Hose, fand die Scheibe endlich und legte sie sich selber vor – was jedoch abgepfiffen wurde.

Ein kleiner defensiver Aufreger ereignete sich in der 15. Spielminute, als Pascal Zerressen eine Scheibe nicht gut klärte und vielmehr das eigene Gestänge traf, von wo die Scheibe zu Petr Taticek sprang, der aus kürzester Distanz abschließen konnte. Dshunussow parierte – so wie er auch alle anderen Torschussszenen des ersten Drittels souverän klären konnte. Ebenso souverän agierte auch sein Gegenüber Timo Pielmeier, so dass die Partie torlos in die Drittelpause ging.

5 Minuten und 31 Sekunden für vier Gegentore

Die Haie-Defensive wurde zu Beginn des zweiten Drittels unmittelbar auf die Probe gestellt: Dshunussow parierte einen platzierten Schuss von John Laliberte, der direkte Nachschuss ging knapp rechts am Tor vorbei. Ingolstadt blieb in Scheibenbesitz und konnte noch einen gefährlichen Pass in Richtung des Slots spielen. Der ERC blieb auch in der Folge auf dem Gaspedal: Taticek konnte beispielsweise wenige Minuten später ebenfalls noch eine gute Chance anbringen.

Doch der KEC reagierte zunächst bestmöglich auf den Druck der Panther: Christian Ehrhoff brachte die Scheibe von der blauen Linie rein, Krämmer bediente den zentral stehenden T.J. Mulock, der von Patrick McNeill verteidigt wurde. Trotzdem konnte er die Scheibe sofort schießen, erwischte die Lücke zwischen Pielmeiers Beinen, der nicht schnell genug heruntergekommen war und brachte den KEC so mit 1:0 in Führung (24. Spielminute).

Somit war der KEC in Front, doch dies währte nicht lange. In der neutralen Zone konnte Thomas Greilinger wenige Minuten später die Scheibe abfangen und David Elsner bedienen, der gegen die Verteidigung von Pascal Zerressen zum Schuss kam und Dshunussow mit schlechter Sicht auf dem falschen Fuß zum 1:1 erwischte (27. Spielminute). Nur drei Minuten später blieb T.J. Mulocks Schläger im Zweikampf an der Bande hinter dem Tor hängen. Die Scheibe kam vor das Tor, wo Dshunussow sie zunächst wegstechen und den ersten Schuss parieren konnte. Die Scheibe aber trudelte rechts an ihm vorbei, wo Boyce als erster reagierte und zum 2:1 abstauben konnte (30. Spielminute). Müller konnte in dieser Szene nicht mehr retten.

Wiederum nur wenige Minuten später arbeitete Danny Irmen hinter dem Tor gut gegen Potter, nachdem Schütz die Scheibe vorgelegt hatte. Irmen konnte sich gut von Potter lösen, angespielt werden, von rechts hinter dem Tor vor das Tor ziehen, Dshunussow umkurven und zum 3:1 einschieben (32. Spielminute). Wiederum war der Rettungsversuch des Verteidigers – in diesem Falle Potters, der mit der langen Kelle auf der Grundlinie den Schuss noch zu blocken versuchte – ergebnislos. In der selben Spielminute dann das 4:1 für den ERC, nachdem Martin Buchwieser wiederum einen Zweikampf hinter dem Haie-Tor gegen Ehrhoff gewinnen, den Pass in den verlängerten Slot spielen konnte und Thomas Oppenheimer unbedrängt zum Abschluss kommen konnte (ebenfalls 32. Minute). Insgesamt brauchte der ERC 5 Minuten und 31 Sekunden, um aus dem 0:1-Rückstand eine 4:1-Führung zu machen.

Eine Auszeit und eine kleinere Rauferei von Travis Turnbull gegen John Laliberte waren die erhofften Mittel der Wahl, um die Konzentration wieder herzustellen. Bis zum Ende des Drittels fielen keine weiteren Gegenrteffer, die souveräne Defensivarbeit des ersten Drittels konnte der KEC aber nicht wieder herstellen. Turnbull verließ das Spielfeld und das Spiel in der 38. Spielminute, nachdem er einen Schlagschuss in das Gesicht bekommen hatte.

KEC gewinnt das letzte Drittel, aber verliert das Spiel

Ingolstadt zeigte sich zu Beginn des dritten Drittels mit der Sicherheit der hohen Führung im Rücken selbstbewusst und offensiv kreativ. Der KEC versuchte dagegenzuhalten und offensiv ebenfalls Akzente zu setzen. Dennoch kam vor allem der ERC immer wieder zu gefährlichen Szenen, wie etwa in der 44. Spielminute, als Pohl einen Pass von der linken Seite zwischen zwei Haie-Spieler hindurch zu Irmen bringen konnte, der von rechts kommend an Dshunussow vorbei ziehen und einschieben wollte – doch der Haie-Schlussmann machte die „Türe zu“ und ließ nichts zu. Der KEC reagierte und zeigte sich verstärkt bemüht, defensiv sicher(er) zu stehen und das gelang. Offensiv hingegen gelang zunehmend weniger.

In der 53. Minute war erneut Dshunussow im Fokus, als er zunächst einen Schuss aus mittlerer Distanz, dann auch den Nachschuss von John Laliberte von links halten konnte, aber von diesem umgefahren wurde und sogar seine Maske verlor. Laliberte wanderte auf die Strafbank. Nur Sekunden später gewann Ryan Jones das Offensiv-Bully, fuhr von dort aus sofort in den Slot, während Shawn Lalonde von der blauen per Schlagschuß abzog. Die Scheibe ging ohne Abfälschung an die Latte, von wo sie an Pielmeiers Rücken und von dort zum 4:2 ins Tor sprang (53. Spielminute).

Die Haie holten knapp zwei Minuten vor dem Ende der Partie ihren Torhüter vom Eis. Nach einer Strafe gegen Martin Buchwieser, der gegen Corey Potter unfair eingestiegen war, spielten die Haie knapp eine Minute lang sogar 6:4, aber der ERC konnte mehr Chancen zum 5:2 erarbeiten, als die Haie zum 4:3. Nach dem Spielende gerieten Potter und Buchwieser aneinander; beide wurden mit 5 + Spieldauer bestraft. Daniar Dshunussow verliert alle drei Einsätze, die ihm in dieser Saison gewährt wurden, darunter zwei mal gegen den ERC Ingolstadt. Potter kassierte seine dritte große Strafe und ist in der ersten Partie des Viertelfinales gesperrt. Ob Turnbull dauerhaft verletzt ist, wird sich zeigen.

Der KEC beendet seine Bayern-Reise mit zwei Niederlagen und neun Gegentoren. Insgesamt gehen die Haie mit drei Niederlagen in Folge in die Playoffs. Den Haien bleibt nun eine Woche, um sich auf die Viertelfinalserie gegen die Grizzlys Wolfsburg vorzubereiten. Sie gehen mit Heimrecht in die Best-of-seven-Serie, welche am Dienstag, den 07.03.2017 auf heimischem Eis beginnt.

Über den Autor: René Guzmán

René hat Haimspiel.de 2003 zusammen mit Dennis gegründet. Mit Tobias hat er die allererste Radioübertragung aus Iserlohn gesendet. Er war Mitglied des Vorstandes des KEC "Die Haie" e.V., 2010 war er an der Organisation der Ausstellung "Powerplay - Eishockey in Köln" zur Eishockey-WM im Deutschen Sport und Olympia-Museum beteiligt, hat seine Staatsexamensarbeit zum Thema "Eishockey in Deutschland bis 1945" verfasst und z.B. das "Wir sind Haie!"-Logo und das Logo des Haie-Fanprojekts entworfen.

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