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6 Punkte vor Weihnachten – Sieg gegen Krefeld

Nach dem 2:1-Sieg in Nürnberg am vergangenen Freitag machten die Kölner Haie heute gegen Krefeld das 6-Punkte-Wochenende perfekt. Mit 3:0 siegten der KEC gegen die Pinguine, die trotz fünf Niederlagen in Folge mit vielen Fans angereist waren. Insgesamt sahen 13.510 Zuschauer den Sieg auf heimischem Eis.

KEC zwischen Regeneration und Lazarett

Vor dem “kleinen Derby” war Regeneration erste Spieler-Pflicht, wie Peter Draisaitl betonte. Doch die Zeit war knapp und das hatte Folgen: “Ich denke, wir waren hier und da einen Schritt zu spät. Das ist jetzt angesichts der Belastung insbesondere der Verteidiger in den letzten Wochen vielleicht auch normal”, so Draisaitl.

Doch auch die Nachrichten aus dem Lazarett rissen vor der Partie nicht ab: Vor dem Spiel wurde bekannt, dass Mike Zalewski mit Bruch im Handbereich für mehrere Wochen ausfallen würde. Der Stürmer hatte im Spiel gegen Nürnberg einen Schuss mit dem Unterarm geblockt.

Zurück im Kader allerdings Fabio Pfohl, der zuletzt erkrankt gegen Nürnberg passen musste. “Nach dem ersten Wechsel dachte ich, ich brauche ein Sauerstoffzelt”, witzelte Pfohl nach dem Spiel: “Aber es ging dann doch. Das war in Ordnung.”

Mit der Führung zum Sieg

92% aller Spiele in denen die Haie mit 1:0 in Führung gehen, gewannen sie in dieser Saison. Diese Statistik war zuletzt für den KEC kaum relevant, da sie diese Führung kaum einmal erzielten. Anders am heutigen Tag, als die Haie in der 16. Spielminute durch Felix Schütz in Führung gingen.

Frederik Tiffels konnte zwei Krefelder an der Bande binden und im richtigen Zeitpunkt auf Schütz passen, der auf den Torraum zufuhr. Der Stürmer hatte genug Zeit noch einmal nach rechts zu ziehen und die Scheibe unter dem Schoner von Dimitri Pätzold im Tor unterzubringen. Zuvor hatten die Fans zwei Mannschaften gesehen, die beide ihre Chancen hatten und kein Team, dass dem anderen sein Spiel hätte aufdrücken können.

Die nächsten ganz großen Aufreger in der 32. und 34. Spielminute: Zunächst schafft es Hanson nicht, den Puck am geschlagenen Gustav Wesslau vorbei im Tor unterzubringen. Nur kurz danach musste sich Krefeld mit allen Spielern auf das Eis werfen, um damit das 2:0 zunächst von Potter, dann im Nachschuss von Akeson zu verhinderten.

Und auch in der 35. Spielminute wurde es eng für die Haie-Führung: Riefers entwischte Frederik Tiffels und brachte mit der Rückhand den Schuss über Wesslaus Schoner krachend an den Pfosten. Die Scheibe sprang in den Slot, wo sie dann die Haie-Verteidiger klärten.

Das Wegnehmen von zweiten Scheiben lobte Draisaitl wiederholt nach dem Spiel: “Gustav war in den letzten beiden Spielen ein wirklich starker Rückhalt für uns. Wir haben ihn dringend gebraucht und wir haben ihn bekommen.

Wir haben einen ganz vernünftigen Job vor ihm gemacht. Wir brauchen einen guten Goalie, der uns im Spiel hält und ich denke, dass wir auf die zweiten Scheiben besser gearbeitet haben.” 

Zwei Tore im dritten Drittel entscheiden das Spiel

Kurz nach Beginn eine große Schrecksekunde für den KEC. In der 43. Spielminute wurde der vermeintliche Ausgleich der Pinguine durch die Schiedsrichter aber nicht gegeben. Die Entscheidung für die Kölner Haie dann in der 47. Spielminute. Ellis legte im Powerplay an der blauen Linie stehend nach links zu Akeson ab. Der zog ab – und sein Schuss ging wie ein Strahl zum 2:0 in die lange, obere Ecke des Tores. “Ich glaube, es war ganz wichtig, dass wir das Powerplay (zu diesem Zeitpunkt) genutzt haben”, so Pfohl.

In der Folgezeit gab Köln sicherlich nicht mehr 100%. Dass das Verwalten einer Führung schief gehen kann, hatten die Haie zuletzt selbst bewiesen, als sie Nürnberg mit einem Doppelschlag den Zahn gezogen hatte.

Als Krefeld nach dem Timeout für rund zwei Minuten Pätzold vom Eis holte, nahmen die Pinguine viele Schüsse auf den KEC-Kasten. Doch Akeson konnte die Scheibe aus dem Drittel tragen und auf die linke Seite zu Ryan Jones passen, der zum 3:0 in das leere Tor einnetzen konnte. Krefeld kam nicht mehr zurück und Wesslau konnte das “zu null” festhalten.

Zur personellen Situation

Angesichts einer verbleibenden Lizenz betonte Draisaitl zuletzt, dass ihr Einsatz für einen Verteidiger noch nicht geplant sei und der Markt keine Alternativen hergebe. Er setzt zunächst darauf, dass Müller und Sulzer wieder fit werden. Beide skaten bereits wieder.

“Die Jungs fehlen uns an allen Ecken und Enden. Ich kann nicht sagen, ob es nach Weihnachten vielleicht schon reicht. Alexander Sulzer ist auf dem Eis, er fühlt sich eigentlich OK, aber wir kennen ja seine Vergangenheit, Wir dürfen da nichts überstürzen”, so Draisaitl:

“Bei Moritz Müller sieht es etwas anders aus. Er skatet auch ein bißchen jetzt, vielleicht kann er nach Weihnachten ein Training bei uns mitmachen. Es ist dann, glaube ich, wirklich eine Entscheidung, die er selber treffen muss.”

Über den Autor: René Guzmán

René hat Haimspiel.de 2003 zusammen mit Dennis gegründet. Mit Tobias hat er die allererste Radioübertragung aus Iserlohn gesendet. Er war Mitglied des Vorstandes des KEC "Die Haie" e.V., 2010 war er an der Organisation der Ausstellung "Powerplay - Eishockey in Köln" zur Eishockey-WM im Deutschen Sport und Olympia-Museum beteiligt, hat seine Staatsexamensarbeit zum Thema "Eishockey in Deutschland bis 1945" verfasst und z.B. das "Wir sind Haie!"-Logo und das Logo des Haie-Fanprojekts entworfen.

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Charakter und Belastung: KEC siegt in Nürnberg

4 Kommentare

  1. Wolle II
    24.12.2018

    Wieso in einem Verzweifelungsakt einen Verteidiger holen? Simon Gnyb macht seine Sache doch im großen und ganzen gut und lernt stetig dazu. Dass er an ein oder zwei Gegentoren nicht ganz schuldlos war spricht auch nicht gegen ihn. Lehrgeld gehört dazu. Ich würde ihn auch nach Mo’s oder Sulzers Rückkehr als 7. Verteidiger weiter spielen lassen. Und wenn beide Stammverteidiger wieder dabei sind, brauchen die Haie keinen 8. Abwehrspieler.

  2. Alexander
    23.12.2018

    Warum holt man Christoph Schubert nicht nach Köln?das würde beiden Vereinen helfen dann müssen die Crocodils Hamburg ihn nicht mehr bezahlen und Köln hätte einen guten Verteidiger dazu bekommen.

    Das Spiel hätte auch in die Verlängerung gehen können das Ergebnis hört sich besser an als die gezeigte Leistung auf dem Eis war.

    • Chris
      24.12.2018

      Christoph Schubert ist verletzt und kämpft gegen das Karriereende. Wäre also keine allzu große HIlfe.

    • Timo
      24.12.2018

      Christoph Schubert ist gerade in der Reha und steht kurz
      vor der Sportinvalidität

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