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4. Sieg im 4. Spiel – Haie bleiben in der Vorbereitung ungeschlagen

Die Haie bejubeln einen ihrer vier Treffer gegen Langnau. Foto: Steffen Thaut
Die Haie bejubeln einen ihrer vier Treffer gegen Langnau. Foto: Steffen Thaut

Die Haie sind erfolgreich in den Köln Cup gestartet. Im ersten Spiel schlugen sie den NLA Aufsteiger aus Langnau am Ende mit 4:2 (0:1, 0:0, 4:1). Es war jedoch ein hartes Stück Arbeit bis der Sieg in trockenen Tüchern war.

Im Vergleich zu den Spielen in der Schweiz traten die Haie mit veränderter Aufstellung an, dies hatte natürlich mehrere Gründe. Zum einen ist inzwischen Jason Williams in Köln eingetroffen, zum Anderen fiel Alex Sulzer verletzt aus, Per Åslund und Jean-Francois Boucher gaben ihr Debüt im Haie-Trikot. Marcel Ohmann trainiert zwar weiterhin auf dem Eis, ist aber noch deutlich von einem Einsatz entfernt.

In den ersten paar Minuten passierte nicht viel. Die Haie zwar druckvoll im Forechecking, aber Chancen ergaben sich hieraus nicht. In der ersten Überzahl hatten die Haie dann die erste Möglichkeit, aber der Schuss von Eriksson ging am Kasten von Ciaccio vorbei. In der Folge hatten die Haie das Spiel im Griff, waren optisch überlegen, ohne jedoch zu hochkarätigen Chancen zu kommen, oft verzettelten sie sich schon im Aufbau und hatten Mühe die Scheibe ins Angriffsdrittel zu bringen. Dies sah auch Niklas Sundblad so: “Im ersten Drittel haben wir nicht so gut gespielt und viele Scheiben im Aufbau verloren.” und Patrick Hager führte fort: “Wir haben zu oft versucht, den schönen langen Pass für den Alleingang zu finden, dadurch zu viele Scheiben in der neutralen Zone verloren und sind zu hektisch gewesen.” Nach einem Foul hinter dem gegnerischen Tor gerieten die Haie erstmals in Unterzahl und es dauerte nicht lange bis die Scheibe über DiDomenico und Koistinen zu Gustafsson gelangte der praktisch nur noch das leere Tor vor sich hatte. Dies hatte zur Folge, dass die Haie etwas den Faden verloren und die Tigers, vor allem durch den ehemaligen Freezer Kevin Clark, zu einigen Chancen kamen. Diese Chancen hatte fast alle gemein, dass sie aus individuellen Fehlern der Haie resultierten. Gustaf Wesslau hatte mehrfach die Möglichkeit sich auszuzeichnen. Die größte Chance der Haie vergab Jason Williams, als er in den letzten Minuten des Drittels den Pfosten traf. Mit dem Rückstand gingen die Haie in die Kabine und unverdient war die Führung der SCL Tigers sicher nicht. Die Haie waren gefährlich wenn sie den Weg ins Drittel fanden, doch dies passierte viel zu selten.

Der zweite Abschnitt startete, wie der erste aufhörte, jedoch fehlte ab diesem Zeitpunkt Dragan Umicevic mit einer Leistenverletzung. Die Haie feldüberlegen, aber mit mehreren Fehlern in der Verteidigung, aus denen Langnau kein Kapital schlagen konnte. Je länger das Spiel dauerte um so sicherer wurden die Hausherren, ohne jedoch die ganz großen Chancen herauszuspielen. Es fehlte der Schlüssel, um den Riegel der Tigers zu knacken. Diesen fand dann, wenn auch anders als vermutet, der Kapitän. DiDomenico fuhr einen unsauberen Check mit viel zu hohem Schläger gegen Moritz Müller und dieser ließ sich nicht zweimal bitten. Den kurzen aber intensiven Fight gewann er klar. Beide wanderten auf die Strafbank, aber die Emotionen der Haie schienen geweckt. Einen ungeahndeten Check gegen Berger versuchte Lindemann zu rächen. Dies artete in eine erneute Schlägerei aus, bei der sich Weiß und Wyss hervortaten und auch für längere Zeit in die Kühlbox mussten. “Die dachten ich war es, dann fährt er mich von der Seite zusammen und hat zu Recht eine Spieldauerstrafe bekommen. Das kann auch schlimmer ausgehen. Mo ist als Kapitän vorher schon in den Dienst der Mannschaft getreten. Es ist gut, dass wir so Leute haben, die das machen” kommentierte der gefoulte Alex Weiß später die Szene. In Überzahl versuchten die Haie noch vor der Sirene den Ausgleich zu machen, was aber nicht gelang. Aslund, Eriksson, Falk und Williams hatten gute Möglichkeiten aber Pech im Abschluss.

Kurz nach Beginn des Schlussabschnitts musste dann auch Kevin Hecquefeuille auf die Strafbank. Die 5-gegen-3 Situation konnten die Haie nicht nutzen, aber der vierte Langnauer war noch keine 2 Sekunden auf dem Eis, da fiel der Ausgleich. Salmonsson bekam die Scheibe im Slot und legte durch an den langen Pfosten, dort stand Hager und schob überlegt ein – Ciaccio streckte sich vergeblich. Eine gute Minute später musste der Torhüter erneut hinter sich greifen. Uvira wurde von Lalonde freigespielt und traf zur Führung der Haie. Die Haie hatten jetzt das Momentum auf Ihrer Seite und wurden dann kalt erwischt. Salmonsson verpasste die Befreiung, verlor dann auch noch die Scheibe und Berger hatte keine Mühe auszugleichen, Williams saß zu diesem Zeitpunkt auf der Strafbank. Davon ließen sich die Haie aber nur kurz schocken. In der Folge war klar zu sehen, dass die Kölner dieses Spiel nicht verlieren wollten. Den Tigers ging so langsam die Luft aus und sie waren nur noch mit langen Pässen in die Spitze gefährlich. Vier Minuten vor dem Ende dann die Vorentscheidung. Innerhalb von zehn Sekunden wanderten Hecquefeuille und Gustafsson auf die Strafbank und die Haie nutzten den Platz zur Führung. Ryan Jones drückte einen Rebound über die Linie. Eine letzte Patrone hatten die Tigers noch, aber Philip Gogulla rettete für den schon geschlagenen Wesslau auf der Linie. Die Haie spielten die Partie souverän zu Ende und Patrick Hager erzielte mit dem Empty-Netter noch sein zweites Tor des Tages. Dazu meinte er nach dem Spiel: “Als Stürmer willst Du jedes Spiel treffen und am besten so oft wie es geht. In der Schweiz waren viele Chancen da, aber wir haben oft den Pfosten getroffen mit unserer Reihe. Heute haben wir 2 Tore geschossen, am Ende zählt aber nur das wir gewonnen haben.”

Ein positives Resümee des Spiels zog Sundblad am Ende doch: “Wir haben ein paar Fehler gemacht, aber wir haben genug Skill in der Mannschaft um dies besser zu machen. Wir haben dann simpler gespielt. Im letzten Drittel haben wir viel Überzahl bekommen weil wir schneller waren und haben dann 2 Überzahltore gemacht. Es wären viel mehr möglich gewesen, aber es ist ein Anfang” und auch Doppeltorschütze Hager sah es so, dass die Haie ruhiger wurden, besser hinten raus spielten, sich Chancen erarbeiteten und am Ende zu den richtigen Zeitpunkten die Tore zu machten.

Die Startaufstellung der Haie:

Wesslau
Eriksson, Ankert – Gogulla, Hager, Weiß
Müller, Faber – Umicevic, Williams, Aslund
Zerressen, Lalonde – Salmonsson, Falk, Jones
Lüdemann, Stephens – Uvira, Latta, Boucher

In der Nachmittagsparte gewannen die Malmö Redhawks gegen den HC Lugano mit 2:0 (1:0, 1:0, 0:0). In einer intensiven und körperbetonten Partie fanden die Bianconeri nie richtig ins Spiel. Die Schweden spielten von Minute eins an ihre körperlichen Vorteile aus und zogen den Schweizern so früh den Zahn. Svensson im ersten Abschnitt und Olsson im zweiten besorgten die Tore für den Aufsteiger in die SHL. Malmö, mit großem Kader angereist, verlor während des Spiels mehrere Spieler vermutlich auf Grund leichter Verletzungen.

Heute geht es um 20 Uhr mit der Partie Malmö Redhawks gegen die SCL Tigers in der Kölnarena2 weiter, wir tickern wieder Live auf Twitter die wichtigsten Momente der Partie.

Über den Autor: Tobias Bonk

Tube ist fast seit Beginn bei Haimspiel dabei, war zwischendurch mal abgetaucht und kam mit Beginn des Radios 2006 wieder zurück ins Boot. Er war Teil des Kommentatorenteams beim ersten Test in Iserlohn und schrieb seine Bachelorarbeit unter anderem über die Haie.

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