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2:1 beim Spitzenreiter – Haie überzeugen mit Kampf

Philip Gogulla - Foto: Steffen Thaut

Beide Mannschaften hätten sich vor dem Spiel sicher bessere Vorzeichen gewünscht. Trotz zweier Siege aus drei Spielen fehlte den Haien das Selbstbewusstsein und die Mannheimer, mit einer Serie von fünf Niederlagen in Folge, wirkten schon unter der Woche gegen München angeschlagen. Die ersten beiden Duelle dieses Jahr konnte jeweils die Heimmannschaft gewinnen.

Die Haie starteten kompakt in die Partie. Es entwickelte sich sehr schnell eine offene Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Der erste Torschrei lag den Haiefans in der achten Minute auf den Lippen, Dragan Umicevic und Per Aslund spielten Endras aus, brachten aber den Puck nicht über die Linie. In der Defensive ließ man kaum Schüsse aus gefährlichen Positionen zu. Die Verteidiger fanden die richtige Distanz zu den Gegnern und waren bei brenzligen Situationen rechtzeitig mit Schläger oder Körper zur Stelle. Vorne setzten schon die Stürmer der Haie die Gastgeber beim Aufbau immer wieder unter Druck und daraus resultierte dann auch das 1:0. Falk mit dem Scheibengewinn und dem Abschluss. Nach dem Spiel wusste er selbst nicht wie er diese Scheibe so gut getroffen hatte: “Ich wollte die Scheibe nur zum Tor bringen, irgendwie wurde die Scheibe dann richtig schnell. Ich habe sie nicht mal ins Tor gehen sehen,  sondern nur rauskommen. Da war ich doch überrascht,  wie gut ich sie getroffen hatte.” Danach wurde es dann etwas ruppiger auf dem Eis. Lalonde war gerade zurück von der Strafbank, setzte einen Check gegen Ullmann und wurde dafür von den Unparteiischen in die Kabine geschickt. Dem Vernehmen nach werteten es die Schiedsrichter als “Blindside Hit” mit Verletzungsfolge – Ullmann verlor 2 Zähne. Der Spieler selbst sah es natürlich anders: “Ich glaube der Check war fair und die Schiedsrichter haben sich etwas vom fliegenden Helm beeindrucken lassen. Ich habe es jetzt noch nicht auf Video gesehen aber werde ihn mir nochmal angucken.” Die letzten Sekunden des Drittels überstanden die Haie in Unterzahl mit ein bisschen Glück und Gustaf Wesslau.

In den zweiten Abschnitt starteten die Haie mit vier Minuten in Unterzahl, konnten aber zum ersten Mal seit längerem in Unterzahl richtig überzeugen. Sie kassierten in der gesamten Partie – so viel kann man vorweg nehmen – keinen Gegentreffer gegen das beste Powerplay der Liga. Die Mannheimer nutzten die Phase direkt nach dem Powerplay. Die Haie waren noch nicht wieder richtig sortiert und Arendt fälschte direkt vor Wesslau einen Wagner-Schuss zum Ausgleich ab. In der Folgezeit bestimmten die Schiedsrichter die Partie. Ließ man im ersten Drittel fast alles laufen, ging man jetzt dazu über alles zu pfeifen. Die Folge waren mehrere Powerplaysituationen für beide Teams, die jedoch nicht genutzt wurden. Wesslau und Endras zeichneten sich gerade in diesen Minuten mehrfach aus.

Die erste Chance im Schlussabschnitt hatte dann Lüdemann für die Haie. Er verpasste aber, sich nachträglich zum Geburtstag zu beschenken und setzte einen Rückhandschuss knapp über das Tor. In der 47. Minute war es dann die Paradereihe der Haie, die für die Führung sorgte. Hager scheiterte mit einem Baseballversuch und in der Folge konnte Philip Gogulla Endras überwinden. Direkt im Anschluss hatten die Kölner die Möglichkeit, in Überzahl für die Vorentscheidung zu sorgen. Außer einer Chance von Hager sprang aber nicht viel dabei heraus. In den letzten 10 Minuten drückten die Adler und die Haie hielten mit allem dagegen was sie zu bieten haben.  Die Haie kämpften. Zuletzt sah man dies, vor allem in dieser Form, viel zu selten! Gustaf Wesslau zeigte sich wieder als sicherer Rückhalt und Turm in der Schlacht. Er und seine Vorderleute ließen nichts mehr zu und am Ende brachten die Haie das 2:1 über die Zeit und stürzten den Tabellenführer.

“Das war ein sehr gutes Auswärtsspiel von uns. Kämpfen musst Du immer, Talent alleine reicht nicht, ich hoffe das haben jetzt alle kapiert. Wir haben heute sehr gutes Eishockey gespielt und das Glück am Ende auf unserer Seite gehabt mit Gustaf im Tor, der überragend heute war!” sagte Philip Gogulla nach dem Spiel und Niklas Sundblad fügte noch an “Vor allem in Unterzahl haben wir sehr gut gespielt, dazu ein sehr starker Gustaf Wesslau. Das war die beste kämpferische Leistung der Saison. Wir können auch eng spielen, Schüsse blocken, das haben wir alles gezeigt. Straubing wird anders spielen. Heute waren wir viel unter Druck, Straubing wollen wir selbst unter Druck setzen.”

Über den Autor: Tobias Bonk

Tube ist fast seit Beginn bei Haimspiel dabei, war zwischendurch mal abgetaucht und kam mit Beginn des Radios 2006 wieder zurück ins Boot. Er war Teil des Kommentatorenteams beim ersten Test in Iserlohn und schrieb seine Bachelorarbeit unter anderem über die Haie.

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