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„Wieder in der Spur“ – Stimmen zum 2:0-Sieg gegen Berlin

Sulzer, Mulock, Byers und Latta - Foto: mcfly37.de

2:0 besiegten die Kölner Haie am Sonntagnachmittag mit einer überzeugenden Leistung die Eisbären Berlin. Dane Byers und Nico Krämmer trafen für den KEC, während eine starke Defensive und ein souveräner Gustaf Wesslau hinten die Null sicherten. Die Stimmen zum Spiel von Cory Clouston, Nico Krämmer, Alex Bolduc und Nick Latta.

Enge Spiele gute Vorbereitung auf die Playoffs

Cory Clouston: „Wir haben sehr solide erste 40 Minuten gespielt. Im letzten Drittel haben wir uns ein bisschen zurückgelehnt. [Berlin] kam nochmal auf, und wir haben einfach gut genug gespielt um zu gewinnen. Aber in den ersten 40 Minuten waren wir stark und haben viele Dinge gut gemacht. Unterschiedlichste Spieler haben ihren Beitrag geleistet. Insgesamt war es ein solides Spiel. Unser Unterzahlspiel hat in den letzten Spielen ein bisschen geschwächelt. Wir haben es zurück in die Spur gebracht und sogar ein Unterzahltor gemacht, was sehr wichtig für uns war.“

„Im letzten Drittel haben wir ein wenig zu zurückhaltend gespielt. Wir hätten eine wenig mehr offensive Präsenz zeigen müssen. Ich weiß noch nicht die Gesamtstatistik, aber im zweiten Drittel haben wir nur zwei Schüsse aufs Tor zugelassen. Auf der anderen Seite war es ein Spiel mit zwei, drei Treffern am Torgestänge. Nach 40 Minuten fanden wir, dass wir vielleicht auch höher hätten führen können als nur mit 2:0. Aber das ist eine gute Erfahrung. Es ist gut, in engen Spielen zu bestehen. Es zwingt einen, hart zu spielen und richtig zu spielen. Das ist alles gute Vorbereitung auf die Playoffs.“

(Zur Reihe Turnbull-Bolduc-Reinhart: ) „Sie hätten heute noch ein paar Tore mehr machen können. Reinhart hat erneut den Pfosten getroffen. Ich weiß gar nicht, wie viele Pfosten- und Lattentreffer er insgesamt in der Saison schon hatte. Ich habe selten einen Spieler gesehen, der so viel Pech mit Pfosten- und Lattentreffer hatte. Die Reihe muss sich natürlich noch entwickeln. Das sind drei clevere, intelligente Jungs. Sie müssen defensiv verantwortungsbewusst sein. So lange sie das sind, werden sie auch weiterhin offensive Chancen generieren.“

„Die Konkurrenz im Team pusht uns. Wir wollen uns in eine gute Ausgangsposition für die Playoffs bringen. Durch den Druck aus der Kadertiefe von unten weiß jeder Spieler, dass er hart und klug spielen muss. Wenn er das nicht tut, dann kann er ersetzt werden. Wir sind alle ein Team. Wir unterstützen uns alle gegenseitig. Es ist nicht leicht, draußen zu sitzen. Das verstehen wir. Die Jungs gehen damit exzellent um. Sie verstehen das und arbeiten weiter hart im Training. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, wird jeder von ihnen uns helfen, Spiele zu gewinnen.“

Defensivarbeit hat uns das Spiel gewonnen

Nico Krämmer: „Natürlich hat das heute Spaß gemacht. Ich glaube, Berlin hat sehr gut gespielt heute. Sie hatten jetzt auch wieder ein bisschen mehr Spieler an Bord. Ich glaube nicht, dass das ein zehntplatziertes Team war, gegen das wir heute gespielt haben. Aber wir haben eine Weg gefunden und Mittel gefunden. Ich bin froh, dass wir drei Punkte geholt haben.“

(Zu seinem Unterzahl-Tor: ) „Es war ein bisschen witzig. Wir haben davor noch gesagt: Wäre doch mal Zeit für ein Unterzahl-Tor. Dann gehen wir drauf, ich stech die Scheibe raus und er gibt sie mir nochmal zurück. Das war ein super Pass von ihm. Ich musste ihn nur noch reinschieben.“

„Ich glaube, dass der Gustaf heute mal wieder der Unterschied war. Das muss man ehrlich sagen. Aber wir sind defensiv sehr gut gestanden. Und wenn es mal gebrannt hat, war er natürlich da. Ich glaube, die Defensivarbeit hat uns heute das Spiel gewonnen.“

(Zum 4-gegen-6-Penaltykill am Ende des Spiels: ) „Die vier Jungs – Mo, Byzee, T.J. und Pottsy – haben das super gemacht. Das haben sie natürlich auch für Gustaf gemacht. Ganz am Schluss hat er sich den Shutout dann noch selbst gerettet.“

(Zum Spiel über 60 Minuten in Hinblick auf die Playoffs: ) „Genau das ist das Ziel. Wir wollen 60 Minuten Eishockey zu spielen. Im Hinblick auf die Playoffs ist es ganz wichtig, das jetzt zu machen.“

Ich wollte endlich spielen

Alex Bolduc: „Wir haben bemerkenswerte Fans hier. Das hat Spaß gemacht. Ich habe mich darauf gefreut, vor ihnen zu spielen. Das Mannheim-Spiel habe ich von der Tribüne verfolgt. Ich wollte endlich spielen. Es war schön, heute endlich dabei zu sein. Es ist ziemlich cool. Ziemlich besonders. Schon im Warm-Up. Es ist fast besser als in einer NHL-Arena. Es macht wirklich Spaß. Wir wollen natürlich für die Fans gewinnen, aber wir wollen selbstverständlich auch füreinander gewinnen. Ich kann jetzt schon sagen, was wir hier für einen tollen Haufen Jungs haben. Ich freue mich, dass ich hier weiter spiele.“

(Zu seiner Vorlage zum Unterzahl-Tor von Nico Krämmer: ) „Tatsächlich haben wir vorher auf der Bank darüber gesprochen. Das Eis wurde ziemlich schlecht. [Berlin] hätte ein oder zwei Wechsel davor beinahe einen Konter gehabt. Auf der Bank habe ich noch zu Nico gesagt: Sollte die Scheibe an blaue Linie kommen, dann starte ich durch. Dann ist es exakt so passiert, wie wir es vorher auf der Bank besprochen hatten. Wenn es ein 2 auf 0 ab der Mittellinie ist, dann weiß man fast schon, dass der Goalie sich eher auf den Pass einstellt. Ich wusste, dass ich den Pass zu [Nico] zurück spielen würde, sobald ich den Puck habe. Er hat einfach aufs Tor zugehalten und gut abgeschlossen.“

(Auf die Frage, dass er gespielt habe, als würde er sich hier bereits sehr wohl fühlen: ) „Ja. Vom Geschäftsführer bis zu den Coaches haben alle alles unternommen, damit ich mich wohlfühle. Es ist bis jetzt wirklich eine schöne Erfahrung. Ich musste mich um nichts anderes kümmern, als zum Training zu kommen und hart zu arbeiten. Um alles andere wurde sich gekümmert. Das hier ist wirklich eine Organisation wie in der NHL. Die Jungs sind super. Und lustig. Aber ich bin für die Playoffs geholt worden. Es bleiben mir jetzt ein paar Spiele um mich mit meinen Mitspielern vertraut zu machen. Das Ziel sind lange Playoffs. Darauf freue ich mich.“

Wieder in der Spur

Nick Latta: „Ich glaube, nach dem Sieg in Schwenningen und dem Sieg heute sind wir wieder in der Spur. Wir wussten, dass Berlin immer hart spielt, wenn sie nach Köln kommen. Das hat man im ersten Drittel gesehen. Aber dann haben wir im zweiten Drittel zwei schnelle Tore gemacht und im dritten Drittel eigentlich sehr gut verwaltet. Ich glaube im Großen und Ganzen war das sehr verdient von uns heute.“

(Zum Spiel im letzten Drittel: ) „Es ist eigentlich nie unser Plan, uns zurück zu nehmen. Dass wir das getan haben, hat vermutlich jeder gemerkt. Das darf uns eigentlich nicht passieren. Glücklicherweise ist dann nichts passiert. [Berlin] hat keine Tore geschossen. Aber normalerweise versuchen wir das zu spielen wie in den ersten Dritteln – wenig Schüsse durchzulassen. Das ist uns insgesamt ganz gut gelungen heute.“

(Zum Unterzahlspiel: ) „Das ist Wahnsinn. Vor den letzten beiden Spielen waren wir die beste Unterzahlmannschaft, glaube ich. In den letzten Spielen haben wir ein paar Tore gekriegt, aber jetzt haben wir das wieder in den Griff bekommen.“

(Zu seinem Fight mit Constantin Braun: ) „Wie es punktemäßig ausging, weiß ich nicht. Das müsste ich mir nochmal anschauen. Das kann man von außen ein bisschen besser beurteilen. Ich hatte ihn an der Bande gecheckt und auf einmal hatte er meinen Schläger in der Hand. Da sind mir ein bisschen die Sicherungen durchgebrannt, aber ich glaube, das gehört im Eishockey dazu.“

(Zum Größenvorteil von Constantin Braun: ) „Das ist mir egal. Ich hatte damals, als ich in Kanada gespielt habe, schon einige Fights. Deswegen ist es mir eigentlich grad egal, gegen wen es geht.“

Über den Autor: Henrike Wöbking

Henrike schreibt für haimspiel.de seit 2005 und wurde von Ex-NHL-Spieler Jason Marshall gelobt für “the best interview I ever did”. Sie zeigte sich hauptverantwortlich für das Abschiedsvideo von Dave McLlwain. Außerdem ist sie Buchautorin und schrieb den Roman “Auf Eis” vor dem Hintergrund der Playoffs 2002.

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