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Vorletzter Test – Ehrhoff schießt Haie zum Sieg in Iserlohn

Sebastian Uvira, Christian Ehrhoff und Ben Hanowski bejubeln den Siegtreffer gegen Iserlohn. Foto: Alexandra Schmitz
Sebastian Uvira, Christian Ehrhoff und Ben Hanowski bejubeln den Siegtreffer gegen Iserlohn. Foto: Alexandra Schmitz

Die Kölner Haie haben ihr vorletztes Testspiel erfolgreich bestritten. Bei den Iserlohn Roosters setzte sich der KEC eine Woche vor Saisonstart mit 3:2 nach Verlängerung durch. Den Siegtreffer erzielte Haie-Kapitän Christian Ehrhoff. Die weiteren Haie-Treffer erzielten Shawn Lalonde und TJ Mulock.

Mehr vom Spiel, aber bessere Chancen bei Iserlohn

Trainer Cory Clouston hatte im Vergleich zum letzten Test in Krefeld (3:7-Niederlage) wieder etwas umgestellt. Ryan Jones und Hanowski tauschten ihre Plätze in den ersten beiden Reihen. Jones spielte jetzt mit Schütz und Shugg, während sich Hanowski zu Gogulla und Hospelt gesellte. Während Boucher als überzähliger Stürmer das Spiel von der Tribüne aus verfolgte, war Alexander Sulzer zum zweiten Mal in Folge im Einsatz und machte dort weiter, wo er gegen Krefeld aufgehört hatte. Der Verteidiger setzte den ersten Schuss des Spiels ab und wusste auch sonst zu überzeugen. Auch Lalonde und Zerressen kamen in den ersten Minuten zu Distanzschüssen und so zeichnete sich schon früh der Spielverlauf ab. Die Haie waren auf Puckbesitz aus, die Roosters hielten mit gefährlichen Tempogegenstößen dagegen. Jaspers verpasste es nach guter Vorarbeit von Ex-Hai Salmonsson an Wesslau vorbeizukommen. Auf der anderen Seite legte Mulock für Uvira auf, der mit einem schönen Move am Verteidiger vorbeizog, aber an Dahm im Roosters-Tor scheiterte. In der 9. Minute war es wieder Jaspers, der im Duell mit Wesslau den kürzeren zog. Der Iserlohner Kapitän war in doppelter Unterzahl nach einem schwachen Querpass von Felix Schütz in der Offensive auf einmal auf und davon. Das Haie-Powerplay ging fließend in eine Unterzahl über, in der Clouston wieder viele Stürmer- und Verteidiger-Paare ausprobierte. In der 12. Minute wurde ein Schuss von Ex-Hai Turnbull abgeblockt. Auf der Gegenseite wollte sich Ex-Rooster Blair Jones bei einem 2-auf-1 mit Hospelt uneigennützig zeigen, brachte den Pass aber nicht am Verteidiger vorbei. Ingesamt zeigten sich beide Teams mit Zug nach vorne, in der Defensive aber jeweils nicht ganz sattelfest. Dennoch ging es mit einem 0:0 in die Pause.

Mehr Genauigkeit führt zum Erfolg

Während im ersten Drittel noch zu merken war, dass die neuen Reihen nicht eingespielt waren, besserte sich dies mit fortlaufender Spieldauer zusehends. Die Haie fanden die Räume besser, um kurze Pässe zu spielen und ließen etwas Spielfreude aufkommen. Allerdings hatten beide Trainer in der Pause wohl klare Anweisungen gegeben und so wussten beide Mannschaften in der Defensive besser zu gefallen. Das drückte etwas auf das Tempo und ließ das Spiel abflachen. Ab Mitte des zweiten Drittel machten die Haie mehr für das Spiel und konnten sich immer wieder vor das Iserlohner Tor kombinieren, vor dem Tor fehlte es allerdings noch etwas am Abschluß oder Dahm war zur Stelle. In der 37. Minute rettete Wesslau mit dem Schoner gegen Combs und im direkten Gegenzug lief Krämmer mit der Scheibe an der Kelle bis in die linke Ecke durch. Sein scharfer Pass in den Slot kam beim eingelaufenen Shawn Lalonde an, der locker oben rechts zum 1:0 einnetzte. Gogulla hatte kurz darauf noch die Chance zum Erhöhen, kam aber nicht an Dahm vorbei.

Iserlohn gleicht zweimal aus

Bei ihrem ersten Heimauftritt wollten sich die Roosters aber nicht kampflos geschlagen geben. Nach einem Abstimmungsproblem der Haie an der gegnerischen blauen Linie war Jack Combs plötzlich völlig alleine durch und ließ Wesslau beim Ausgleicn zum 1:1 keine Chance. Im nächsten Angriff stießen Krämmer und Wruck zusammen, der kanadische Neuzugang war kurz benommen und ließ sich auf der Bank behandeln, war aber im nächsten Wechsel wieder dabei. Im Schlußabschnitt nicht mehr dabei war Fredrik Eriksson, der geschont wurde. Die Haie erspielten sich wieder Chancen, wie durch Shugg nach schöner Vorarbeit von Schütz oder Uvira, der mit viel Tempo einen Verteidiger überlief, dann aber nicht mehr richtig vor das Tor kam. Eine Unterzahl überstanden die Haie trotz zweier dicker Turnbull-Chancen schadlos, Bonsaksens Schuss kurz später ging an die Latte, wovon sich die Schiedsrichter nochmal beim Videobeweis überzeugten. In der 57. Minute belohnte sich die vierte Reihe für ihre wieder einmal sehr gute Leistung mit dem 2:1. Latta passte den Puck in die Mitte, wo Mulock aus zentraler Position zur erneuten Führung traf. Aber nur eine Minute später wurde Fischer von Combs bedient und erzielte für die Roosters wieder den Ausgleich. Mit dem 2:2 ging es auch in die Verlängerung.

Der Kapitän trifft zum Sieg

Die Haie starteten mit Hospelt, Gogulla und Lalonde in die Overtime und konnten sich erste Chancen erspielen. DIe Roosters antworteten im nächsten Wechsel, konnten sich aber ebensowenig durchsetzen. Nach gut eineinhalb Minuten drehte Hanowski dann nach gewonnenem Zweikampf an der eigenen blauen Linie ab, während Ehrhoff nach vorne sprintete. Der Neuzugang bediente seinen Kapitän perfekt und Ehrhoff ließ sich die Chance nicht nehmen, den Sieg für den KEC perfekt zu machen.

Insgesamt sahen die ca. 80 mitgreisten Haie-Fans einen hart erarbeiteten Sieg, der nicht unter perfekten Bedingungen stattfand. “Die Eisbedingungen waren nicht unbedingt gut, damit hatten beide Teams zu kämpfen, es war ein harter Kampf. Heute haben wir viele Sachen sehr gut gemacht. Es gibt sicher noch einige Sachen, die wir verbessern müssen, aber wir sind ganz gut im Schnitt.” sagte Ehrhoff nach dem Spiel. Die Entwicklung der Haie in der Vorbereitung ist tatsächlich zu sehen, geht aber noch in gemächlichem Tempo vorran. Das Unterzahlspiel zeigte sich heute verbessert, kein Gegentreffer fiel bei numerischer Unterlegenheit. Die neuen Reihen werden noch etwas Zeit brauchen, um sich richtig einzuspielen. Einzige Ausnahme bildet hier die vierte Formation mit Mulock, Latta und Uvira, die sich noch aus der letzten Saison kennt und aktuell auch konstant am gefährlichsten agiert. Sebastian Uvira sagte dazu: “Wir haben insgesamt unser Limit noch nicht erreicht. Es war heute deutlich besser als die Spiele davor. Wir müssen noch etwa Konstanz reinbringen. Jetzt haben wir noch ein Spiel und dann geht es richtig los.”

Die Startaufstellung der Haie:

Wesslau (Dshunussow);

Ehrhoff, Potter – Gogulla, Hospelt, Hanowski

Eriksson, Lalonde – Jones, Schütz, Shugg

Müller, Sulzer – Wruck, B.Jones, Krämmer

Zerressen – Uvira, Mulock, Latta

Die Haie bestreiten am Sonntag ihren letzten Test in Augsburg, Spielbeginn ist 16:30 Uhr. Am kommenden Freitag startet dann die DEL-Saison mit dem Haimspiel gegen die Fischtown Pinguins.

Über den Autor: Robert Heppekausen

Robert ist seit 2004 für haimspiel.de tätig und hat in der Zeit unter anderem am Radio das Rekordspiel gegen Mannheim kommentiert und war Mit-Ideengeber für die “Wir sind Haie”-Shirts. Zusammen mit Dennis hat er die Facebook-Seite der Kölner Haie ins Leben gerufen und für den Club aufgebaut.

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