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2:3-Niederlage: Berlin entscheidet offenen Schlagabtausch für sich

KEC-Headcoach Cory Clouston - Foto: Andreas Dick

Nach der Niederlage gegen Nürnberg am vergangenen Sonntag traten die Kölner Haie am heutigen Freitag bei den Eisbären Berlin an. Am Ende einer phasenweise wilden Partie mit vielen Chancen auf beiden Seiten setzten sich die Eisbären nach einem „dreckigen Tor“ mit 3:2 durch und feierten ihren dritten Heimsieg in dieser Saison. Die Haie hingegen verlieren das zweite Spiel in Folge gegen ein Team aus der oberen Tabellenregion.

Zunehmender Druck führt zum Rückstand

Wie bereits in den letzten Spielen hatte Köln den etwas besseren Start in die Partie. Bereits nach wenigen Sekunden etwa die erste Schusschance durch Philip Gogulla. In der 6. Spielminute ein sehenswerter 2 auf 1 Konter mit Torabschluss von Blair Jones, doch Vehanen konnte festhalten. Spätestens ab diesem Zeitpunkt aber Berlin mit zunehmend mehr Zugriff auf das Spiel. Die Eisbären übten sukzessive mehr Druck aus, doch beide Mannschaften kamen weiter zu Chancen. Die Würfel sollten jedoch für Berlin fallen: In der 15. Spielminute stand Daniel Richmond frei vor Wesslau und trifft zum 1:0 in den Winkel.

KEC holt zweites Drittel mit 2:1-Toren

Die Haie starteten in das zweite Drittel mit der Überzahl aus dem ersten Drittel und dieses konnte der KEC gleich nutzen. Der KEC kam schnell in die Formation, ließ die Scheibe laufen. Auf einen Pass von links zog Ehrhoff aus zentraler Position von der blauen Linie ab, Hanowski fälschte ab und lenkte die Scheibe zum 1:1-Ausgleich in das Tor.

Das frühe Tor legte den Grundstein für ein wildes Drittel. Beide Teams konnten zahlreiche Chancen kreieren, auch, weil die Defensivabteilungen nicht konsequent arbeiteten. Am Anfang des Drittels setzten Berlin in der Offensive die deutlicheren Akzente. Immer wieder brachten sie die Scheibe vor Wesslau und versuchten, aus der kurzen Distanz abstauben oder Nachschüssen zu generieren. Die Verwirrung, die die Eisbären damit in der KEC-Verteidigung stiftete, gab ihnen Recht.

Gegen den Trend dann aber ein toller Alleingang von Krämmer, den von T.J. Mulock die Scheibe übernahm, von rechts mit Speed in das Drittel der Eisbären fahren. Dort zog er unbedrängt in die Mitte und brachte den Handgelenkschuss an. Die Scheibe schlug über der Fanghand von Vehanen oben rechts im Kasten zum 2:1 ein.

Eine Schrecksekunde nur Sekunden später, als Thomas Oppenheimer Felix Schütz mit dem Schläger im Gesicht traf. Der KEC zog sein zweites Überzahlspiel auf; Schütz konnte weiterspielen. Trotz guter Chancen für Jones und Hanowski aus kurzer Distanz konnte der KEC nicht erhöhen. Wiederum „aus dem Nichts“ dann wiederum aber der Ausgleich. Jonas Müller schoss von der linken Seite auf das Tor und traf in den oberen, kurzen Winkel zum 2:2.

Eine tolle Kombination der Haie in der 35. Spielminute wurde nicht von Erfolg gekrönt, als die Haie die Scheibe gut über mehrere Stationen und mehrfach Seitenwechsel hinweg laufen ließen. Der Abschluss jedoch gelang nicht und so blieb es beim Gleichstand nach dem 2. Drittel.

Ein „dreckiges Tor“ entscheidet für Berlin das Spiel

Das dritte Drittel verlief als weiterhin offener Schlagabtausch mit spielerischem Übergewicht und Chancenplus für Berlin. Direkt nach dem Powerbreak dann das erste Powerplay für die Eisbären, als Ehrhoff seinen Gegenspieler von den Beinen holte. Einmal schepperte es am Metall, doch außer einem Pfostentreffer konnte Berlin nichts verbuchen. In der 54. Spielminute dann aber die Führung für Berlin: Backman tanzte erst Müller aus und schob dann den Puck in den Torraum. Mit der Kufe hebelte der Berliner die Scheibe zum 3:2 an Wesslau vorbei. Die Schiedsrichter bemühten den Videobeweis, doch da keine aktive Kickbewegung vorlag, zählte der Treffer. Das Hereinschieben des Pucks mit der Kufe ist ein Tor, welches durch die neue Regelauslegung seit Saisonbeginn möglich wurde.

In der 56. Spielminute die große Chance zum erneuten Ausgleich. Krämmer war selbst überrascht davon, dass er freistehend von Vehanen die Scheibe erhielt und konnte keinen kontrollierten Schuss anbringen. In der letzten Spielminute zog der KEC den Torhüter auf die Bank, doch keine der beiden Mannschaften konnte dies für einen weiteren Treffer nutzen.

Über den Autor: René Guzmán

René hat Haimspiel.de 2003 zusammen mit Dennis gegründet. Mit Tobias hat er die allererste Radioübertragung aus Iserlohn gesendet. Er war Mitglied des Vorstandes des KEC “Die Haie” e.V., 2010 war er an der Organisation der Ausstellung “Powerplay – Eishockey in Köln” zur Eishockey-WM im Deutschen Sport und Olympia-Museum beteiligt, hat seine Staatsexamensarbeit zum Thema “Eishockey in Deutschland bis 1945” verfasst und z.B. das “Wir sind Haie!”-Logo und das Logo des Haie-Fanprojekts entworfen.

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2 Kommentare

  1. Knipp Bea
    27.09.2017

    Was mich die ganze Zeit unglaublich ärgert, ist, dass die Haie gemütlich zugucken wie gegnerische Mannschaft über die blaue Linie Richtung Gas stürmen. Anstatt spätestens dort am Gegnerischen Mann zu kleben, wird dieser höflichst zu unserem Tor Begleitet.
    Und was ich so gar überhaupt nicht nachvollziehen kann- wie kann man ein Wechsel machen während 1-2 Leute zum Sturm ansetzen ‼️So kann man nicht nur keine Tore machen aber auch noch selber welche kassieren. Wie es oft schon vorgekommen war.
    Diese Taktik soll mir bitte Einer erklären….
    Vor allem müsste der Trainer da vielleicht auch mal Klartext reden…
    Wie sieht ihr das?
    V. G. Bea

  2. Thomas
    23.09.2017

    Ich bleibe dabei. Das ist in der Offensive einfach Ideenlos. Defensiv ist man noch lange nicht da wo man letzte Saison war. Das liegt aber nicht nur an der Defensive. Auch die Stürmer arbeiten lange nicht so nach hinten wie das letzte Saison war.
    Schütz wirkt noch wie ein Fremdkörper in der Reihe mit Shugg und Hanowski. Wruck und Jones funktionieren überhaupt nicht zusammen.
    Auffällig ebenfalls das die Stürmer oft gut ins Drittel kommen und einen Pass an die blaue Linie Spielen könnten, dann aber kein Verteidiger da ist weil alle ganz gemütlich beim Wechsel sind.
    Aggressivität sehe ich bei den Haien auch noch nicht in dem Maß wie “ICH” es gerne hätte. Ich rede hier nicht von Fouls sondern dem Gegner so auf die Pelle rücken, dass dieser einfach genervt ist.

    Ehrhoff sieht beim 3:2 zu wie der Stürmer von der Seite zum Tor fährt, bewegt er sich da etwas zum Spieler kann der garnicht so frei ans Tor.

    Sulzer stand bei 2 Gegentreffern auf dem Eis? Hab ich das richtig gesehen? Die Abstimmung mit Zeressen stimmt überhaupt nicht.

    Also wenn ICH das schon alles sehe, dann hoffen wir mal das Augsburg nicht in der Form von Gestern kommt, sonst wird das echt böse.

    Gruß
    Thomas

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