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2:3-Heimpleite: Wiedergutmachung missglückt

Foto: mcfly37.de.
Foto: mcfly37.de.

Im rheinischen Derby gegen die Krefeld Pinguine hatten die Kölner Haie vor heimischen Publikum die Chance, Wiedergutmachung für die deutliche Auswärtspleite in Wolfsburg zu betreiben. Diese Chance verpassten sie aber letztlich gegen kaltschnäuzige Krefelder Pinguine im Penaltyschießen. Es folgte eine 2:3-Niederlage, nachdem der KEV in den Schlusssekunden (mit sechs Feldspielern) noch den Ausgleich erzielen konnte. Die Haie verlieren wichtige Punkte im Kampf um die direkten Playoff-Plätze. Lalonde zeigte auf dem Eis eine deutliche Reaktion und war mit einer Vorlage und dem zwischenzeitlichen 2:1-Treffer an beiden Toren der Haie beteiligt.

Überlegener Beginn der Haie

Die Haie waren im ersten Drittel die klar überlegene Mannschaft. Bereits in der ersten Spielminute ging die Mannschaft aus der Domstadt durch einen Schuss von dem wieder zurückgekehrten Lalonde, welchen Krämmer noch entscheidend abfälschte, mit 1:0 in Führung. Die Haie ließen im Anfangsabschnitt kaum Torchancen der Gäste zu und gingen mit der knappen Führung hochverdient in die erste Drittelpause. Die Gäste aus Krefeld fanden bis zu diesem Zeitpunkt kein probates Mittel, den Kölner Schlussmann Gustaf Wesslau zu überwinden.

Pinguine kämpfen sich zurück

Das zweite Drittel begann für die Haie so, wie das erste endete. Köln kontrollierte das Spiel und Krefeld kam kaum zu Torchancen. Die Gastgeber verpassten jedoch die Möglichkeiten, ihre Führung weiter auszubauen (Pfostentreffer durch Mulock (23.), gefährliche Torgelegenheit durch Gogulla (26.). Doch nach dem Powerbreak wurden die Gäste immer stärker und kamen zu Tormöglichkeiten wie beispielsweise durch Grygiel (36.). Die Krefelder kämpften sich nach einem schwachen Beginn allmählich in die Partie zurück und konnten schließlich ausgerechnet durch den Ex-Kölner Umicevic den 1:1-Ausgleichstreffer erzielen (39.). Indes verpassten die Haie die Möglichkeit, aus den zahlreichen Torchancen Kapital zu schlagen. Daher war der Ausgleichstreffer in gewisser Weise nicht nur verdient, sondern auch folgerichtig, da die Pinguine vor dem Tor der Gastgeber schlicht kaltschnäuziger agierten.

Kurioses Schlussdrittel

Die erste gefährliche Chance im letzten Drittel hatten die Gäste aus Krefeld. Während der Unterzahlsituation parierte Wesslau gleich zwei Mal in höchster Not (42.) und bewahrte seine Mannschaft vor dem Rückstand. In der ersten Überzahlsituation der Haie im Schlussdrittel erzielte ausgerechnet der zuletzt in die Kritik geratene Shawn Lalonde mit einem harten Schuss durch die Schoner von Krefelds Goalie Pätzold den 2:1-Führungstreffer für die Haie (48.). Nur kurz darauf hatte der jüngst genesene Bolduc die Riesenchance, die Führung auf 3:1 zu erhöhen, doch Pätzold hielt mit einem spektakulären Safe seine Mannschaft im Spiel (49.). Die Haie versäumten es im Anschluss, die Führung weiter auszubauen und so blieben die Gäste aus Krefeld weiter im Spiel. In den verbleibenden Minuten passierte nicht mehr viel, bis Krefeld seinen Schlussmann aus dem Tor nahm (59.).

Mit sechs Feldspielern versuchten die Krefelder noch einmal alles, um den Ausgleichtreffer zu markieren und tatsächlich gelang ihnen 41 Sekunden vor dem Schlusspfiff durch Nordlunds Schuss von der blauen Linie der Ausgleichstreffer (60.). Das potenzielle Siegtor von Mulock kam um Bruchteilen von Millisekunden zu spät, die Schiedsrichter entschieden sich im Videobeweis gegen die Gültigkeit des Treffers (60.). Somit ging es in die Verlängerung.

Kaltschnäuzigkeit als entscheidender Faktor im Penaltyschießen

In der Overtime trafen weder die Kölner Haie, noch die Krefeld Pinguine. Dass es überhaupt zum Penaltyschießen kam, lag vor allem am schwedischen Goalie der Haie, der kurz vor Ablauf der Spielzeit sehenswert gegen Marcel Müller parierte. Im Penaltyschießen behielten die Pinguine aber letztlich die Nerven. Im ersten Durchgang konnte Feser zum 0:1 treffen, ehe Marcel Müller im zweiten Durchgang zum 0:2 traf. Damit konnten sich die Gäste den zweiten Punkt und somit auch den Auswärtssieg sichern.

Wiedergutmachung missglückt: „Tun uns schwer, uns offensiv durchzusetzen“

Haie-Trainer Peter Draisaitl gab sich nach dem Spiel im Interview gegenüber TelekomSport wortkarg: „ Die Minute hätten wir gerne noch überstanden mit der 2:1 Führung. Grundsätzlich tun wir uns gerade ein bisschen schwer, uns offensiv durchzusetzen.“ Auf die Frage hin, ob es schwierig sei, stets im Spiel das schnelle Tempo zu halten, antwortete Draisaitl: „ Es ist schon so, dass wenn wir gut Schlittschuh laufen, dass es schwer ist, uns zu stoppen. Es sollte eigentlich kein Problem sein, das über 60 Minuten aufrecht zu erhalten.“

Über den Autor: Yannick Schmitz

Yannick ist 2014 für sein Studium der Fächer Geschichte & Philosophie an der Universität nach Köln gezogen. Mit dem ersten Besuch eines Heimspiels der Kölner Haie im Oktober 2015 ist seine Leidenschaft für den Eishockeysport entfacht. Es folgten die Mitgliedschaft im Haie-Fanprojekt und schließlich auch das Engagement für haimspiel.de.

14 Kommentare

  1. BrainySüd211
    13.01.2018

    Lieber Herr Wegner,

    Man bekommt bei diesem Artikel einfach das Gefühl das man ein desolates Haie Team nicht noch weiter “angreifen” will.

    Man hört ja immer wieder wie ausgeglichen die Liga sein soll aber gegen eine stark Limitierte Gruppe wie Krefeld so ein schlechtes Spiel zu zeigen?

    Für ein Team das ja sooooo unglaublich talentiert ist zeigen die hier einfach nichts mehr. Was wir brauchen ist der Vegas Effekt oder nennen wir es weniger Geld bei uns.

    Wir brauchen hart arbeitende Team Spieler die 60 Minuten Eishockey spielen. Die ganzen Ex NHL Stars und Halb Götter können mir gestohlen bleiben.

    Ich habe lieber weniger Talent dafür mehr Aufrichtigkeit und Seele etwas dass wirklich in den letzten 3 Jahren auf der Strecke in diesem Verein geblieben ist.

  2. Alexander
    12.01.2018

    Gibt es denn schon Gerüchte in Sachen Ab und Neuzugängen?Es gibt ja interessante Namen auf dem Transfermarkt.

  3. Alexander
    12.01.2018

    Ich habe das Spiel zwar wieder nur im Internet verfolgen können fand es aber gar nicht schlecht was ich da über 40 Minuten sah nur das nicht gegebene Tor Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit hat uns den Hals gebrochen.Wesslau sah nach 60 Minuten was man durch die Torwartmaske sehen konnte Müde aus ihm tut sicherlich eine Pause im nächsten Spiel auch mal gut wenn wir weiterhin so wenige Punkte holen sind selbst die Pree-Playoffs nur Träumerei.

  4. Thomas
    12.01.2018

    Also ich muss hier mal kurz Haimspiel zur Seite springen. Die Haie waren überlegen. Ich sagte nämlich noch scherzhaft, “Ach wenn es ruhig ist, können die Herren Eishockey spielen? Vielleicht sollte es immer ruhig bleiben.”

    In dem Augenblick als die Fans anfingen, merkte man sofort, “Scheiße die Fans sind ja doch da.” Und alles, wirklich alles war sogut wie vorbei. Ein komplettes Team das krampfartig überfordert ist vor den eigenen Fans zu spielen, habe ich in der Form noch nie gesehen!

    Und ab Mitte des zweiten Drittel hatte Krefeld dann auch keine Bus Beine mehr, war ja auch eine lange Anreise bis Köln. Da kann man auch mal 20 Minuten verschlafen. *Ironie aus*

    Ja es war Not gegen Elend. Die viel schlimmere Frage stellt sich doch eher wie folgt. “Einer von beiden kann Play Offs spielen, Lieber Gott warum?”

    Dieses Team hat doch schon abgeschlossen mit Köln. Auch wenn das nach puren Frust klingt, ist es nichtmal so gemeint, aber bitte lass dieses Team uns nicht mit Play-Offs quälen. Wer hätte so eine Strafe denn verdient? KEINER!

    Der Umbruch MUSS groß sein. Ich weigere mich das dieses Team wieder umgebaut werden muss, aber dieses mal gibt es keinen Weg drum herum. Da fehlt einfach alles. Kreativität, nein! Laufbereitschaft, nein! Einsatz, nein! Physis, nein!

    Herrn Erhoff darf man gerne mal fragen, wie er das meinte “Es wird nach Leistung aufgestellt, dass hat jeder selber in der Hand.” Wo wäre ein Zeressen gestern schlechter gewesen? Erhoff und sein Penalty wirken, ich Superstar, und raus kam, Mr. Was mache ich hier?

    Dieses Team geht aber auch auf der Konto von Mahon. Erzählt er nicht etwas von “Wir holen nur Leute mit Charakter.”, oder “Ist bekannt um viel zu telefonieren mit alten Trainer, um die Spieler besser einzuschätzen.”?

    Ja wenn das der Charakter ist den er sucht, kann er bitte Clouston folgen. Das ist alles Konzeptlos, und nur auf schnellen Erfolg ausgelegt. Ist das nicht so, wird einfach mal alles geänder. So funktioniert das aber nicht.

    Hier muss mehr als ein Gogulla, Eriksson, oder Erhoff hinterfragt werden. Jetzt einmal richtig aufräumen, und dann ein TEAM ins rennen schicken. Aber das passiert vermutlich wieder nicht.

    Ich würde mich freuen, wenn man zur neuen Saison mit einem harten Trainer neu anfängt. Dann hat keinen seinen Vorjahres Bonus, und alle werden so aufgestellt, nach der Leistung die sie bringen. Und ich bin sicher, dann geht es nach oben. Aber das sehe ich nicht im Ansatz kommen.

    Gruß
    Thomas

  5. Olga
    12.01.2018

    Ich habe fast alle Heimspiele der laufenden Saison gesehen. Das gestern war sicher alles andere als ein überragender Auftritt, aber so blutleer und schlecht wie es hier in manchem Kommentar beschrieben wurde, war es aus meiner Sicht gar nicht. Da war das große Derby letzte Woche eine ganz andere Hausnummer. Also weiter unten in der Straße. Ja, mich hat auch vieles genervt, ich hätte mir von allem Positiven mehr und allem Negativen weniger gewünscht, aber auch Hockey ist kein Wunschkonzert. Leider. ;-) Wäre der letzte Schuss eben den entscheidenden Tick eher gekommen, würde sicher kaum einer meckern. Aber weil es eben nur 1 Punkt geworden ist, steht das Modell “Maulende Myrte” heute wieder ganz hoch im Kurs.

  6. Schmidt
    12.01.2018

    Da haben alle Spieler auf dem Eis mal ein Zeichen gesetzt gegen die Spieltagsverzerrung ;-)

  7. strassenwaerter1961
    12.01.2018

    “Jetzt ist Schluss…”
    Werde diese Saison meine seit 28Jahre gekaufte DK nicht mehr nutzen!!!!( zurückgeben kann man(n) Sie(die DK)ja leider nicht ) UND KEIN SPIEL MEHR ANSEHEN! Für so ein grotten Gespiele ist mir meine wenige, kostbare Freizeit zu wertvoll um Sie in der Arena zu verbringen. Schluss, Ende, Aus…( und das nach 28 Jahren ) Ach ja, die Kündigung(DK) liegt auchschon zur Absendung hier bereit… LG J.H.

  8. Bossy
    12.01.2018

    Hm.. der Autor lässt hier aber sehr große Milde walten, denn ich selbst habe gestern den Auftritt einer ausgebluteten Zombie-Truppe bestaunen dürfen, die in ihrer mittlerweile anerkannten Selbstüberschätzung wohl tatsächlich geglaubt hat, ein ohnehin schon dürftiges 1:0 ohne Skating, ohne Zweikämpfe und v.a. ohne Siegeswillen (!) gegen Pietta, Müller und Umicevic über die Zeit bringen zu können.

    Auch wenn es fasst gereicht hätte, ein derartiger Auftritt ist gegenüber dem zahlenden Publikum und dem Gegner einfach nur dreist und anmaßend.

    Ein harter, aber gerechter Eishockeygott hat dann eben einfach mal den Daumen gesenkt, und die Haie, die gestern eher Plattfische waren, mit dem Tor in der Nachspielsekunde noch zusätzlich verspottet.

    Die Aussage “Die Haie verlieren wichtige Punkte im Kampf um die direkten Playoff-Plätze” ist inhaltlich natürlich richtig, sie greift aber längst nicht mehr weit genug; denn wer gestern gesehen hat, mit welcher hingebungsvollen und mitreißenden ‘Leidenschaft’ dieses ‘Team’ um die Playoff-Teilnahme ‘kämpft’, der wird sich wohl ehrlich machen müssen, dass es nur noch gegen Platz 11 geht, mit abnehmender Perspektive.

    Denn sollten die Haie am Sonntag aus Auxburg wieder mit einem Nuller heimkehren, was ja auch in sportlich besseren Zeiten immer wieder passiert war, dann steigt die Wahrscheinlichkeit für das komplette Verpassen der Playoffs noch einmal deutlich an.

    Eventuell keine Playoff-Einnahmen mit dieser teuren Spielerzusammenstellung?

    Dann dürfte Thors Hammer an der Gummersbacher Straße aber gewaltig kreisen, Herr Löcher wird sich für die Arena auch wieder zu Wort melden (u.a. Catering), und das wäre wohl auch wirklich gut so, weil es so wie jetzt einfach nicht mehr weiter gehen DARF.

  9. Molly Molsen
    12.01.2018

    Wenn ich den satz von Dreiseidl schon höre ” Die Minute hätten wir gerne noch überstanden mit der 2:1 Führung”, geht mir der Hut hoch. Anstatt weiter Eishokey zu spielen kurvt man im eigenen Drittel rum. Das irgendwann der 6 Feldspieler kommt bei Krefeld war auch klar, man hätte ihnen erst gar nicht die Gelegenheit dazu geben dürfen. Ich muß mich Hans -Dieter anschließen, ich habe auch ein anderes Spiel gesehen.

  10. Hans -Dieter
    12.01.2018

    Lieber Yannick, liebes Haimspiel-Team,

    ich weiß ja nicht welches Spiel ihr gestern gesehen habt, aber es muss ein anderes gewesen sein.
    Ich schätze die äußerst neutrale Berichterstattung sehr, aber es wäre mal ein Kommentar angebracht, der das Spiel gestern im Kern beschreibt: Es hat Not gegen Elend gespielt. Kein Kampf, keine Fantasie, kein Wille – nichts. Das war mit Abstand das unattraktivste Spiel der Haie dieses Jahres, wenn nicht der letzten 5 Jahre. Ein fallender Sack Reis ist spannender.
    Man hat es geschafft sich dem Tabellenvorletzten qualitativ anzugleichen und final noch zu unterbieten. Die Überlegenheit in 1.5 Dritteln habe ich jedenfalls nicht gesehen. Ganz ganz ganz schwache Leistung.

    Wieso wird von euch nicht auch mal Kritik geäußert?
    Oder seid ihr der Meinung, dass alles im Lot ist?

    Zur Inspiration: Olaf Edig (Sportal):
    …Und weiter geht’s bei Wasser und trocken’ Brot.
    …Die Optimisten sagen jetzt, es kann nicht schlechter werden.
    …Der regelmäßige Blick auf die Uhr, der gibt einem immer wieder Lebensmut. Ein bisschen.
    …Es passiert nicht mehr wirklich was. Aber die Spieler bewegen sich immerhin.

    Die Kommentare der Zuschauer möchte ich hier lieber nicht wiedergeben….

  11. Gabriele Umland
    12.01.2018

    Das Spiel war einfach nur Lächerlich die Spieler sollten sich was schämen uns Fans so etwas zu zumuten

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