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1:0-Sieg in Wolfsburg: Spiel 7 erzwungen!

Shawn Lalonde mit dem 1:0 in Wolfsburg. Foto: Alexandra Schmitz.
Shawn Lalonde mit dem 1:0 in Wolfsburg. Foto: Alexandra Schmitz.

Die Kölner Haie gewinnen verdient Spiel 6 mit 1:0 in Wolfsburg. Sie waren über weite Teile des Spiels die aktivere Mannschaft und holen die Serie zurück nach Köln: Am Dienstag beginnt um 20:00 Uhr Spiel 7 in der LANXESS arena. Shawn Lalonde erzielte bei doppelter Überzahl das erlösende 1:0 in der 56. Minute.

Turbulenter Beginn

Die Partie begann mit einem echten Wachrüttler: Nach nur vier Sekunden sprang die Scheibe unglücklich von der Bande ab und Wesslau musste das erste Mal einschreiten. Glanztat! Gehalten. Doch es ging im sprichwörtlichen Sekundentakt weiter: Jones blutet nach nur zwölf Sekunden. Hoher Stock von Karachun, der mit einer 5+ Spieldauer-Disziplinarstrafe vom Eis geschickt wurde. Weil aber auch Eriksson sich rächen wollte und wenig später Bolduc mit einem kleinlich gepfiffenen Beinstellen vom Eis musste, entwickelte sich kein wirkliches Überzahl für den KEC.

Viel wichtiger: Die Haie waren da. Die Haie wollten und sind mit viel Selbstbewusstsein in die Partie gestartet. Diszipliniert, taktisch clever und mit vielen gewonnen Zweikämpfen waren sie das überlegene Team. Beide Mannschaften standen aber in den Defensivreihen gut und machten die Räume eng. Ein Treffer sollte nicht gelingen, auch weil Krupp und Jones den Pfosten trafen.

Haie wollen Spiel 7 erzwingen

Auch im zweiten Drittel waren die Haie das aktivere Team. Großchancen blieben allerdings aus. Schon früh in der Partie merkte man: Es werden wenige Treffer fallen. Eventuell würde schon die erste Führung für den Sieg ausreichen. Die Haie näher dran und wieder mit Pech: Krämmer per Handgelenksschuss an den Pfosten. Der ansonsten erneut gute Schlussmann Felix Brückmann hatte den Schuss nicht gesehen und wurde von Krämmer überrascht. Aber auch die vielen mitgereisten Fans aus Köln hatten berechtigen Hoffnung: Hier war heute der Sieg drin in Wolfsburg.

Lalonde erlöst die Haie

Im Schlussdrittel konnte Wolfsburg das Spiel offener gestalten und machte auch mehr für die eigene Offensive. Wesslau stand mehrmals im Mittelpunkt und musste sich dann sogar einmal geschlagen geben: Tor Wolfsburg! Videobeweis. Wesslau hatte sich direkt nach dem Tor beschwert und sah eine aktive Bewegung des Schilttschuhs. Recht hatte er. Die Unparteiischen Brüggemann und Bauer entschieden nach Videobeweis auf Schlittschuhtor und nahmen ihre Entscheidung auf dem Eis zurück. Es war der Start für eine Achterbahn der Gefühle für alle Haie-Fans: Erst das vermeintliche Tor für Wolfsburg, dann doch nicht. Jubel auf den Rängen. Wenig später: Erneuter Jubel im Gästeblock! Lalonde trifft in doppelter Überzahl zum 1:0-Führungstreffer. 4 Minuten vor Schluss sollte das schon die Entscheidung sein.

Wieder Lalonde

Lalonde erzielte damit bereits den vierten Treffer im Playoff-Viertelfinale. Als Verteidiger. Damit hat er 50% aller Playoff-Tore (8) der Kölner Haie in diesem Jahr geschossen. Eine beeindruckende Quote. So geht es nun weiter: Spiel 7. Am Dienstag Abend wird um 20:00 Uhr der Halbfinal-Teilnehmer zwischen Köln und Wolfsburg ausgespielt.

Kommt Hager wieder zurück?

Im Drittelpausen-Interview hat Haie-Geschäftsführer Peter Schönberger gegenüber telekomeishockey.de angedeutet, dass es zu einem klärenden Gespräch zwischen Hager und dem Trainer-Team kommen wird. Die Entscheidung trägt schlussendlich die sportliche Leitung.

Über den Autor: Dennis Wegner

Dennis gründete gemeinsam mit René im Sommer 2003 haimspiel.de und betreut die Seite bis heute als 1. Vorsitzender. Außerdem war er zwischendurch für das Haie-Fanprojekt tätig, hat mit dem Team und der Fanszene "Wir sind Haie" ins Leben gerufen und die Flyeraktion "Köln ohne Haie?" mit großem medialen Echo organisiert.

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3 Kommentare

  1. Mike Anderson
    20.03.2017

    Endlich sah ich mal den echten Willen zu siegen und den Glauben an sich selbst!

    Ich hoffe und glaube und bange und zittere und feuere an!

    ABER wenn die Jungs nicht bald anfangen mehr als 1 oder 2 Tore zu schiessen, dann geht das Ding schnell mal ganz ordentlich in die Hose!

  2. Matatron
    20.03.2017

    Puh ich habe mich das Spiel über mit Pepakura beschäftigt um ruhig zu bleiben. Beim Schlittschuhtor hatte ich dann einen kleinen Nervenzusammenbruch und gehofft das die Schiris es richtig sehen, und habe dann zum 0-1 das Haus zusammengeschrieben! Aber auch 30 Minuten danach war ich noch am zittern! Hammer Spiel aber die Jungs Kosten mich Jahre mein s Lebens, aber für solche Momente geht man doch immer wieder zum Eishockey!

  3. Thomas
    20.03.2017

    Na ihr habt ja Nerven! Per Whats App fragen wie man das Spiel erlebt hat…. Sobald der Gefühlte Herzinfarkt überstanden ist lasse ich es euch wissen. *lach*

    Jetzt mal im Ernst. Das sind doch die Haie die ich in den Play Offs erwartet hatte. Ich glaube Wolfsburg wird morgen Probleme habe. Das sie nicht gut mit dem Druck in der Kölnarena umgehen können, haben Sie ja bereits bewiesen. Das Morgen wird sicher nicht weniger hitzig.
    Das Motto der Haie muss morgen wieder lauten “Zeit andere Leute zu verarschen.”

    Bezeichnet für das Spiel war doch das Palver Pavel, endlich mal Druck auf die Schiris ausüben musste, weil sein Team 0 in den Tritt kam. Und wenn ein Krupp im Interview schon sagt, “Wir sind schon ziehmlich müde.” Dann frage ich mich ob die in einem Spiel 7 nochmal dieses leichte Eishockey schaffen.

    Jedenfalls Hut ab vor den Haien. So ist morgen doch noch das Halbfinale möglich. So eine extreme Verwandlung in den Play-Offs habe ich noch nie gesehen.

    Gruß
    Thomas

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